Kultur

Verlag will neues Islam‐Buch von Thilo Sarrazin nicht veröffentlichen

von Lesekreis [CC0], vom Wikimedia Commons

Neuerlich gibt es Aufregung um den streitbaren Bestseller‐Autor. Sein geplantes Buch über den Islam will der Verlag nicht veröffentlichen. Sarrazin zufolge habe die Verlagsspitze Bedenken, dass das Buch islamkritische Stimmungen aufgreifen und verstärken könne.

Der ehemalige SPD‐Politiker und Spitzenmanager Thilo Sarrazin hatte im Jahr 2010 mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab” für hitzige Debatten über Einwanderung, Islam und Integration gesorgt. Sein neuestes Buch ist noch gar nicht erschienen, trotzdem gibt es wieder Aufregung rund um den streitbaren Autor.

Buch könnte „islamkritische Stimmungen aufgreifen und verstärken”

Ende August hätte Sarrazins neues Buch „Feindliche Übernahme – Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht“ bei der Verlagsgruppe Random House erscheinen sollen. Doch der Verlag zog die Veröffentlichung des Manuskripts trotz bestehenden Vertrags zurück. Im Gespräch mit der Bild‐Zeitung gab Sarrazin als Grund an, dass die Verlagsspitze Bedenken hätte, dass das neue Buch islamkritische Stimmungen aufgreifen und verstärken könne.

Laut Bericht von Focus Online erklärte Random House am Freitag, man wolle „das nicht angekündigte Buch von Thilo Sarrazin weder ‚stoppen’ noch seine Publikation erschweren oder verhindern”. Dennoch stehe es dem Autor frei, „sein Buch jederzeit in einem anderen Verlag publizieren”. Gegenüber boersenblatt.net bestätigte ein Presseleiter des Verlags, dass der Fall am Montag vor Gericht in München verhandelt werde.

Neuer Verlag gefunden

Einen neuen Verlag hat Sarrazin auch umgehend gefunden. Der Münchner FinanzBuch Verlag hat sich das Islam‐Buch „geschnappt” und will es Ende August veröffentlichen. Das bestätigte Pressesprecher Julian Nebel am Freitag ebenfalls gegenüber boersenblatt.net. Man habe sich diesen Schritt gut überlegt: Zu einer freiheitlichen Demokratie gehöre es, dass alle Meinungen vertreten sein dürfen, solange sie nicht gegen rechtliche Vorschriften verstoßen, wird der Verlagssprecher zitiert.

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