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Gesellschaft

Identitären-Prozess: Störaktion an Uni Klagenfurt im Fokus

Redaktion

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Landesgericht für Strafsachen in Graz / Bild: Die Tagesstimme

Am dritten Verhandlungstag stand vor allem die Störaktion an der Uni Klagenfurt im Fokus der Befragungen. Neben weiteren Angeklagten trat diesmal auch der erste Zeuge auf.

Am Montag wurde der Prozess gegen 17 Aktivisten und Sympathisanten der Identitären Bewegung Österreich (IBÖ) mit weiteren Befragungen fortgesetzt. Wie der ORF berichtet, war laut Angaben des Richters offenbar eine Störaktion geplant: Der große Schwurgerichtssal hätte gestürmt werden sollen. Von wem, ist bisher nicht bekannt. Die Aktion sei aber verhindert worden, sagte der Vorsitzende.

Videointerview mit Martin Sellner

Zu Beginn des dritten Verhandlunsgtages zeigte der Richter ein Videointerview mit Martin Sellner. Darin vertritt der IBÖ-Co-Leiter die Ansicht, dass „Haten” und Trollen” in vielen verschiedenen Gruppen vorkomme und „Teil des Internets” sei.

Anschließend wollte der Richter wissen, ob Sellner für Die Tagesstimme schreibe. Nein, er habe der Nachrichtenseite aber ein Interview gegeben, antwortete der IBÖ-Mitgründer. Die Tagesstimme sei ein „alternatives Onlinemedium” wie viele andere auch, „kein Sprachrohr der IBÖ”. Zu seinen Pegida-Kontakten berichtete Sellner, dass er bei den Demonstrationen in Dresden Reden gehalten habe. Pegida sei seiner Ansicht nach eine „patriotische Protestbewegung”, die IBÖ hingegen mehr auf Aktionismus ausgerichtet.

Für Schulungen verantwortlich

Anschließend wurde ein weiteres Gründungsmitglied der IBÖ befragt. Der Geschichte-Student war von 2012–2015 Obmann des IBÖ-Vereins, später Pressesprecher und Leiter der „AG Theorie”. Seinen Angaben zufolge sei er im Februar 2017 wegen seines Studiums aus der IBÖ ausgetreten. An den angeklagten Aktionen habe er nicht teilgenommen: „Das hat sich nicht ergeben.” Neben der Organisation von Stammtischen und anderen Veranstaltungen sei er vor allem für das Ausarbeiten von Schulungsmaterial für Aktivisten verantwortlich gewesen, sagte der 27-Jährige.

Aktivismus statt Parteimitgliedschaft

Als nächster an der Reihe war der Leiter der IB-Landesgruppe Wien. 2013 sei er auf die Identitären aufmerksam geworden und habe sich dann mit Martin Sellner getroffen. 2014 sei er schließlich fürs Studium nach Wien gezogen und dort für die IB aktiv geworden, erklärte der Geschichte-Student dem Richter. Der Aktivismus der Identitären habe ihn angesprochen, an einer Mitgliedschaft in einer Partei sei er nie interessiert gewesen.

Auch er habe an den in der Anklageschrift erwähnten Aktionen nicht teilgenommen und sei nicht an den Planungen beteiligt gewesen. Lediglich bei der Dachbesetzung der türkischen Botschaft in Wien habe er die Herstellung der Transparents organisiert und die Idee dazu mit anderen besprochen. Dass bei der Aktion auch „Flugtickets” mit den Jahreszahlen 1529 und 1683 – die zwei Türkenbelagerungen – gekennzeichnet waren, begründete er als „Reaktion auf die Symbolsprache Erdogans”. Als dritte Zahl stand 2017 auf den Tickets. „War der Zustand in Wien 2017 so, dass man es als dritte Türkenbelagerung sehen konnte?”, wollte der Richter vom Angeklagten wissen. „Nein, war es nicht”, antwortete der IB-Landesleiter.

Außerdem betonte er wie bisher alle Identitären, dass man Aktivisten und Sympathisanten immer darauf hingewiesen habe, keine Sachbeschädigungen mit Aufklebern zu begehen.

Faustschlag gegen Uni-Rektor?

Anschließend ging es vor allem um die IB-Aktion an der Uni Klagenfurt. Im Jahr 2016 hatten Identitäre eine Lehrveranstaltung zum Thema Asyl und Migration gestört. Dabei wurde ein Transparent mit der Aufschrift „Integration ist eine Lüge” gezeigt und es kam zu einer symbolischen Steinigung eines „patriotischen Österreichers”.

Zu dieser Aktion wurde auch der erste Zeuge im Prozess befragt. Er war nach eigenen Angaben gerade am Weg zum Hörsaal, als mehrere Personen fluchtartig den Saal verlassen hätten. Der Rektor habe versucht, einen Identitären aufzuhalten und am Arm zu packen, berichtete der Uni-Mitarbeiter. Dieser habe dem Rektor dann einen Faustschlag in den Bauch versetzt. „Es war eine ganz bewusste Bewegung.” Er glaube aber, dass der Stoß erst ausgeführt wurde, nachdem sich der Identitäre bereits losgerissen hatte.

Rektor nur „leicht berührt”

Der beschuldigte steirische IB-Leiter beschrieb die Situation anschließend anders. Der Rektor habe zuvor einem anderen Aktivisten das T‑Shirt zerfetzt. Er selbst habe sich nur losgerissen. Es könnte „höchstens” sein, dass er ihn dabei „leicht berührt” habe, beteuerte der Angeklagte. Warum er dann geflüchtet sei, fragte der Richter. Er sei weggerannt, weil der Rektor „in Rage” gewesen sei.

Der Richter wollte auch wissen, warum man sich bei der Lehrveranstaltung nicht an der Diskussion beteiligt habe. „Wäre ein Dialog erwünscht gewesen, hätte man auch kritische Stimmen eingeladen”, antwortete der IB-Landesleiter.

Kreidespray vor Grünen-Parteizentrale

Bei einer anderen Aktion vor der Parteizentrale der Grünen in Graz wurde Kreidespray auf den Asphalt gesprüht. Die Schablonen dafür habe er angefertigt, Patrick Lenart sei nicht involviert gewesen. „Ich glaube, dass er an diesem Tag nicht einmal in Graz war”, sagte der Landesleiter der IB Steiermark. Wer die Kreide auf die Straße gesprüht hat, wisse er nicht, er selbst habe nur fotografiert.

Danach wurde der ehemalige Leiter der IB-Landesgruppe Salzburg befragt. Dieses Amt habe er nur von Anfang bis Ende 2017 bekleidet. Davor habe er nur Flugzettel verteilt und sich an Aktionen beteiligt. „Ich wollte als Patriot außerparlamentarisch politisch aktiv sein.”

Fortsetzung am Dienstag

Nach der Mittagspause kamen schließlich noch der Landesleiter der IB Oberösterreich sowie zwei weitere Sympathisanten aus der Steiermark an die Reihe. Der Prozess wird am Dienstag mit weiteren Befragungen der Angeklagten fortgesetzt.


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Gesellschaft

Kündigung wegen Nähe zu rechten Fans: Frahn-Klage gegen Ex-Verein erfolgreich

Julian Schernthaner

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ASDF Symbolbild (Stadion an der Gellertstraße, Heimstätte des Chemnitzer FC): Lord van Tasm via Wikimedia Commons [CC BY-SA 4.0] (Bild zugeschnitten)

Kehrtwende im Fall Frahn: Das Arbeitsgericht in Chemnitz gab der Klage von Daniel Frahn gegen die fristlose Entlassung beim Chemitzer FC statt.

Chemnitz. – Das Arbeitsgericht Chemnitz erklärte die fristlose Entlassung des einstigen CFC-Kapitäns für unzulässig. Eine außerordentliche Kündigung bringe hohe Hürden mit sich, welche allfälliges Fehlverhalten im privaten Bereich nicht erfülle. Damit ist Frahn laut Tag24 ab sofort formell wieder Vertragsspieler des Drittligisten, der Kontrakt läuft bis 2021.

Fristlose wegen Kontakten zu rechter Fangruppe

Die Causa um den mehrfachen Regionalliga-Torschützenkönig, zuletzt eine Identifikationsfigur bei Kollegen und Fans, kam im August ins Rollen. Frahn hatte zuvor mit Akteuren einer rechten Fangruppierung ein Auswärtsspiel seines Vereins besucht, um diesen auch während einer Verletzung anfeuern zu können. Dafür hatte der Verein keinerlei Verständnis und setzte den Kapitän der Mannschaft vor die Tür – Die Tagesstimme berichtete.

Verantwortliche betonten damals, zu den Aufgaben eines CFC-Spielers gehöre „mehr als nur Tore zu schießen und sich bejubeln zu lassen”, nämlich „Haltung”. Frahn klagte gegen seine Unterlassung und bekam nun recht. Sein Anwalt hatte in der Verhandlung betont, dass dieser zudem „in der Fanszene und innerhalb der Mannschaft noch immer viele Sympathien” genieße.

Verein will durch alle Instanzen gehen

Keine Freude mit der Entscheidung hat man unterdessen beim Chemnitzer FC. Hauptgesellschafter Klaus Siemon bezeichnete das Urteil als „Skandal”. Die Justiz in der drittgrößten sächsischen Stadt würde „zum wiederholten […] sehr rechtslastig” entscheiden.

Man wolle in Berufung gehen, notfalls bis zum Bundesarbeitsgericht. Das Urteil sieht man daher als nicht rechtskräftig, die Kündigung bleibe somit aufrecht. Daher werden man diesen „auch weiterhin nicht am Trainings- und Spielbetrieb des CFC teilnehmen” lassen.


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Wegen Nähe zu rechter Fangruppe: Chemnitzer FC wirft Kapitän raus (6.8.2019)

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Dänemark: 20 Festnahmen bei Antiterroreinsatz

Joshua Hahn

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ASDF Bild (Dänischer Streifenwagen): Kevin.B [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Bei einem Antiterroreinsatz in Dänemark am Mittwoch gab es insgesamt 20 Festnahmen. 

Kopenhagen. – Die festgenommenen Personen stehen in Verdacht, einen Anschlag mit Sprengstoff und Schusswaffen geplant zu haben. 

Polizeichef: „Militantes, islamistisches Motiv“

Die dänischen Behörden gaben bei einer Pressekonferenz bekannt, dass die 20 Personen in Verdacht stehen, Material für die Herstellung von Sprengstoff beschafft zu haben. Außerdem sollen sie versucht haben, an Schusswaffen zu gelangen.

Der Polizeichef Kopenhagens, Jørgen Bergen Skov,  sagte laut dem „ZDF“, man habe die Vorbereitung eines Terroranschlags mit einem „militanten, islamistischen Motiv“ befürchtet. Für mehrere der festgenommen Personen lautet der Vorwurf folglich Terrorismus. 

Razzien in verschiedenen Teilen von Dänemark

Die Hausdurchsuchen fanden in verschiedenen Teilen Dänemarks statt, wie die „Zeit“ berichtet. Die Verdächtigen sollen am heutigen Tag den Haftrichtern vorgeführt werden. Laut Skov ändere sich an der aktuellen Sicherheitslage in Dänemark jedoch nichts. Die Terrorgefahr sei bis auf Weiteres als „ernsthaft“ eingestuft. 

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Schwerin: Migranten randalieren in Notaufnahme

Joshua Hahn

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ASDF Bild (Helios-Klinikum Schwerin): Gerd Fahrenhorst [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

In der Nacht zum Mittwoch kam es zu einem Polizeieinsatz in der Notaufnahme des Helios-Klinikums in Schwerin.

Schwerin. – Dabei sollen drei Migranten aus Georgien im Krankenhaus randaliert und eine Person verletzt haben. Bei den mutmaßlichen Tatverdächtigen handelt es sich um einen 31‑, einen 40-Jährigen sowie eine 58-Jährige Frau aus Georgien.

Wachmann mit Gegenstand im Gesicht verletzt

Gegen 2.30 erschienen die betrunkenen Tatverdächtigen in der Notaufnahme und verlangten unter Drohungen gegenüber dem Personal und wartenden Patienten eine sofortige Behandlung wegen eines Drogenproblems und „Schmerzen im Geschlechtsteil“. Aufgrund ihres aggressiven Verhaltens sprach ein Wachmann die Migranten daraufhin an.

Daraufhin wurde diesem laut der Jungen Freiheit mit einem herabgerissenen Desinfektionsmittelspender unvermittelt ins Gesicht geschlagen. Der Sicherheitsbeamte erlitt einen Nasenbeinbruch, nach dem Schlag wurde er außerdem eine Treppe herunter gestoßen. Nach der Konfrontation drangen die drei Asylbewerber gewaltsam in die Behandlungsräume des Krankenhauses ein. 

Ermittlungen eingeleitet

Nachdem die Räumlichkeiten der Klinik teilweise geräumt werden mussten, nahm die Polizei die Tatverdächtigen unter Gegenwehr fest. Sie wurden überwältigt und fixiert, bei dem Einsatz kam es auch zum Einsatz von Schlagstöcken. Laut Bild erlitten außerdem ein Patient und ein zweiter Wachbeamter während des Vorfalls Schwächeanfälle. Die Ermittlungen gegen die drei Georgier wegen schwerer Körperverletzung, Hausfriedensbruch sowie Sachbeschädigung wurden eingeleitet.

In letzter Zeit häufen sich die Meldungen über Übergriffe in deutschen Krankenhäusern. Besonders in Berlin kommt es immer häufiger zu Clan-Auseinandersetzungen in den Gesundheitseinrichtungen. Unlängst gab es beispielsweise eine Massenschlägerei zwischen verschiedenen teilweise libanesischen Großfamilien vor einem Krankenhaus in Berlin-Tempelhof. Etwa 60 Polizisten waren im Einsatz.

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