Österreich Politik

Nach Kritik an Parteichef: Liste Pilz feuert Tierschutzsprecher Bohrn‐Mena

Nachdem Tierschutz- und Kinderrechtesprecher Sebastian Bohrn-Mena scharfe Kritik am Führungsstil von Peter Pilz äußerte, konterte dessen Partei mit dem Rauswurf ihres Mitarbeiters. Symbolbild (Peter Pilz 2013): Wolfgang H. Wögerer via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0]

Wenige Tage nach seinem Zeitungsinterview voller Kritik an Partei und Parteigründer zog die Liste Pilz die Konsequenzen und warf Sebastian Bohrn‐Mena kurzerhand aus dem Parlamentsklub.  

Keine Ruhe in Personalfragen kehrt weiterhin bei der Liste Pilz ein. Wenige Tage nachdem der Tierschutz‐ und Kinderrechtesprecher der Partei seine Mitgliedschaft zurücklegte, warf man ihn nun auch aus seiner Stelle im Parlamentsklub. Bohrn‐Mena kandidierte ursprünglich für ein Nationalratsmandat, verpasste aber den Einzug und arbeitete als Bereichssprecher für die Partei des langjährigen Grünen‐Abgeordneten Peter Pilz.

Rauswurf wegen „parteischädigenden Verhaltens”

In einem Interview mit der Presse am Sonntag kritisierte der nunmehr geschasste Mitarbeiter Pilz’ Qualitäten als Parteichef. Außerdem sah er eine „autoritäre, fast demokratiefeindliche Umgangsweise mit Parteimitgliedern”. Weiters hätte er nicht für die Liste kandidiert, hätte er von den einstigen Belästigungsvorwürfen gegen den Listengründer gewusst. Seine Stelle als Klubmitarbeiter wollte er dennoch behalten.

Diesen Plänen ihres prominenten Mitarbeiters kam sein Arbeitgeber allerdings zuvor und konterte mit der Entlassung. Als Begründung gab man dort laut ORF.at – unter Berufung auf die APA – „parteischädigendes Verhalten” an. Zu einer weiteren Stellungnahme zur Causa sei man dort offenbar nicht bereit, jedenfalls aber hätte Bohrn‐Mena nun keinerlei Funktion in der Partei mehr.

Kürzlich Postenkarussell bei Pilz‐Rückkehr

Bereits vor einigen Wochen sorgte eine größere Personaldebatte für Aufsehen und Kopfschütteln in der politischen Landschaft. Nachdem die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen Listengründer Pilz einstellte, ergab sich eine Posse um die Frage, welcher Abgeordnete seinen Sitz räumen müsse. Befeuert wurden die Debatten zusätzlich durch die Mandatsrückgabe des früheren Klubchefs Peter Kolba, offiziell aus gesundheitlichen Gründen.

Nachdem die ursprüngliche Nachrückerin Martha Bißmann ihre Ablöse an zu hohe Forderungen knöpfte, verzichtete Frauensprecherin Maria Stern. Bei der Pilz‐Angelobung verließen parteiübergreifend beinahe sämtliche weiblichen Abgeordneten aus Protest den Plenarsaal – Die Tagesstimme berichtete.

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