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Kultur

Österreichs bekannteste Kinderbuchautorin Nöstlinger gestorben

Redaktion

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Die beliebte Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger verstarb vor zwei Wochen im Alter von 81 Jahren. Bild (Nöstlinger bei einer Lesung in Oberösterreich 2012): SPÖ-OÖ via Flickr [CC BY 2.0]

Wie erst kürzlich bekannt wurde, verstarb die mehrfach preisgekrönte Schriftstellerin Christine Nöstlinger bereits Ende Juni im Alter von 81 Jahren an einem langjährigen Lungenleiden. 

Die aus einfachen Verhältnissen stammende Wienerin versorgte mehrere Generationen von Kindern und Jugendlichen mit lebendigen und einzigartigen Erzählungen. Ihre Werke hoben sich von der gängigen Jugendliteratur ab, indem sie oftmals Außenseiterfiguren zu den Protagonisten ihrer Geschichten erkor und damit niederschwellige Identifikationsfiguren schuf.

Kindgerechte Unterhaltung und Sozialkritik

Im Gegensatz zur traditionellen Ansicht über Kinderbücher stand dabei selten der pädagogische Aspekt im Vordergrund. Eltern, große Geschwister und andere Autoritätspersonen waren oftmals durchaus fehlbar. Den Antrieb dafür nahm Nöstlinger nach eigenen Erzählungen – auch ihre Kindheitserinnerungen verarbeitete sie literarisch – auch von ihrem eigenen Vater. Dieser belustigte sich demnach über Moralpredigten der Mutter – und verankerte in der späteren Autorin das Gefühl, blinden Gehorsam abzulehnen. Verfechter einer antiautoritären Kindererziehung erklärten sie zum Idol.

Gleichzeitig waren ihre Bücher ebenso sozialkritisch wie unterhaltsam. Die Geschichte eines gehänselten, rothaarigen Kindes, welches ungeahnte Fähigkeiten entdeckt, etablierte Nöstlinger als Stimme gegen Mobbing, bevor es als gesellschaftliches Thema allgegenwärtig war. Eine weitere Erzählung handelt von einem listigen und manipulativen Gurkenkönig, welcher einen Familienvater für seine Zwecke missbraucht. Indem es den Kindern zunächst auffällt, lehrte das Buch Generationen von Kindern, dass es im Leben richtig sein kann, bestehende Autoritäten und Hegemonien zu hinterfragen.

Nöstlinger-Tod: Bundespräsident „tief betroffen”

Nach dem Bekanntwerden des Ablebens der mit zahlreichen international renommierten Preisen ausgezeichneten Autorin würdigten auch mehrere Personen des öffentlichen Lebens ihr umfangreiches Schaffen. Bundespräsident Alexander van der Bellen zeigte sich „tief betroffen” über den Tod Nöstlingers, mit ihr habe Österreich eine seiner „international bedeutendsten literarischen Stimmen” verloren.

Das Staatsoberhaupt pries den sprachlichen Witz und Einfühlsamkeit ihrer Kinderbücher, welche ein „realistisches Bild des Zusammenlebens” zeichneten. Gleichzeitig verliere man eine „deutlich hörbare gesellschaftliche Stimme” gegen „alle Formen von Ungerechtigkeit und Unterdrückung”. Die Autorin hinterlasse eine Lücke, ihre Geschichten jedoch verblieben und würden imstande sein, darüber zu trösten.

ORF widmet Nöstlinger Themenblock

Der österreichische Rundfunk (ORF) entschloss sich anlässlich des Todes der bekannten Schriftstellerin, ihrer an diesem Wochenende mit mehreren Programmpunkten zu gedenken. Den Anfang macht ein Ö1-Hörspiel ihres im Hernalser Dialekt gehaltenen Gedichtbandes für Erwachsene „Iba de gaunz oamen Leit” (Sa, 14.7.; 14.05 Uhr). Am Sonntag folgen im Abendprogramm diverse Features und Würdigungen.

Im Fernsehen zeigt ORF eins am Sonntag ab 9.50 Uhr Literaturverfilmungen ihrer Erzählungen „Die 3 Posträuber” und „Villa Henriette.” ORF 2 legt im Hauptabendprogramm mit ihren Kindheitserinnerungen „Maikäfer flieg!” (So 20.15 Uhr) sowie dem dok.film „Mein Hernals” nach.

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Kultur

US-Forscherin hält SpongeBob für rassistisch und kolonialistisch

Julian Schernthaner

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ASDF 'SpongeBob' ist dermaßen beliebt, dass es mittlerweile jede Menge Franchise-Artikel gibt - sogar Frühstücksflocken. Symbolbild: Mike Mozart via Flickr [CC BY 2.0] (Bild zugeschnitten)

Eine amerikanische Anthropologin ist der Ansicht, dass die Rahmenhandlung der beliebten Zeichentrickserie SpongeBob außerdem dazu geeignet sei, „gewalttätige amerikanische Militäreinsätze zu verharmlosen”.

Seattle. - Wie der britische Independent berichtet, unterstellt Holly Barker, eine Anthropologin der University of Washington, der Kinderserie SpongeBob Schwammkopf, rassistische Ressentiments zu schüren. Das seit zwanzig Jahren erfolgreiche Programm spiele „eine Rolle, die Aneignung indigener Länder durch koloniale Siedler zu normalisieren”. Dies geschehe vor dem Hintergrund, dass „das angestammte Bikini-Volk in seiner nicht-fiktionalen Heimat ausgelöscht wurde”.

Forscherin: SpongeBob verharmlost US-Kernwaffentests

Barkers Vorwürfe im Fachmagazin The Contemporary Pacific beziehen sich auf den Heimatort von SpongeBob namens Bikini Bottom. Dort lebt der freundliche Schwamm in einer Ananas unter dem Meer. Dieser Ort ist nach Ansicht der Forscherin dem Bikini-Atoll auf den Marshall-Inseln nachempfunden. Dort kam es 1946 zu großen Umsiedelungen, da die US-Armee die Insel als Testgebiet für Kernwaffentests vorsah.

Dadurch dass SpongeBob ein amerikanischer Charakter sei, sei die Cartoon-Figur verantwortlich dafür, „gewalttätige amerikanische Militäreinsätze zu verharmlosen”. Der Schwamm lebe in einem Gebiet lebe, welches Einheimische hätten verlassen müssen. Dies zeige sein Privileg, sich „keine Gedanken über die Detonation von Atombomben machen zu müssen”.

Serie bedient angeblich rassistische Stereotypen

Problematisch sieht Barker neben einem angeblichen Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern außerdem, dass Charaktere der Serie sich die kulturellen Eigenheiten pazifischer Kulturen aneignen. Dies zeige sich durch das Tragen von Hawaiihemden, das Vorkommen von monumentalen Köpfen wie auf der Osterinsel, Häusern in Ananasform oder Klänge von Steel-Gitarren. Damit würden Stereotype der Region bedient.

Der Ansicht Barkers zufolge bringen diese Referenzen den Kindern eine Ideologie bei welche es in Ordnung findet, dass ein „US-Charakter wie Spongebob […] im Heimatland eines anderen Volkes” wohne. Dabei solle man sich angesichts einer „Hamburger-liebenden amerikanischen Gemeinschaft”, welche die „Bikini-Lagune besetzt” unwohl fühlen. Dies untergrabe nämlich „jeden Aspekt kultureller Souveranität”.

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Kultur

Peter Handke gewinnt Literaturnobelpreis

Julian Schernthaner

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ASDF Symbolbild (Schwedische Akademie in Stockholm): Mastad via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

Fünfzehn Jahre nach der Kür der umstrittenen Autorin Elfriede Jelinek hat Österreich mit Peter Handke zum zweiten Mal einen Literaturnobelpreisträger.

Stockholm. – Die mit Spannung erwartete Doppelverleihung für die Jahre 2018 und 2019 endet dem ORF zufolge mit einem österreichischen Preisträger für das aktuelle Jahr: Peter Handke. Für das Vorjahr – damals wurde die Verleihung nach Skandalen im dafür zuständigen Komitee ausgesetzt – geht die Auszeichnung an die Polin Olga Tokarczuk.

Einflussreiches Werk” mit „sprachlicher Genialität”

Die Schwedische Akademie verlieh Handke den mit neun Millionen schwedischen Kronen (830.000 Euro) dotierten Preis „für ein einflussreiches Werk, das mit sprachlicher Genialität die Peripherie und die Spezifizität der menschlichen Erfahrung untersucht“. Zur Überreichung kommt es allerdings erst am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters, Alfred Nobel.

Handke wurde 1942 in Griffen geboren und begann 1964 während eines später abgebrochen Jusstudiums in Graz mit der Schriftstellerei, sein Erstlingswerk „Die Hornissen” erschien 1966. Mit einem Schlag berühmt wurde der Querdenker, als er noch vor dessen Auslieferung in Princeton bei der „Gruppe 47” eine angriffige Schmährede gegen den damaligen Zustand der Literatur und Literaturkritik hielt. Im selben Jahr begeisterte sein neues Sprechstück „Publikumsbeschimpfung” die Theaterkritiker.

Handke: Vielfach preisgekrönter Querdenker

Seitdem ist Handke aus der Literaturwelt nicht mehr wegzudenken. Obwohl er sich niemals an den Protesten der 68er beteiligte und einigen ihrer Akteure sogar abwartend gegenüber stand, schwang seine fundamentale Kritik am etablierten Literaturbetrieb und seine neuartige Weise, per ‚Sprachkritik verschiedene Literaturformen zu bespielen, in deren einstiger gegenkultureller Aufbruchstimmung mit. Seine Kritik an der Studentenbewegung verschaffte ihm dabei gleichzeitig den Ruf eines Konservativen.

Seine Charaktere sind unterdessen oftmals Verlorene, die sich in den zeitpolitischen Wirren ihrer Zeit wiederfinden – Außenseiter und Verkannte mit einem gewissen zeitgemäßen ‚Verve’. Auch als Mensch war ihm die öffentliche Meinung oft egal – seine mehrfache Parteinahme für Serbien gegen die Mainstream-Ansicht der 90er-Jahre sowie seine Sympathien für serbische Rechtsparteien sorgten im Kulturbereich für Kontroversen, ohne aber seine Beliebtheit zu schmälern.

Über 20 heimische Preisträger – nur zwei in Literatur

Der vielfache preisgekrönte Handke ist der zweiundzwanzigste im weiteren Sinn österreichische Nobelpreisträger in sämtlichen sechs Kategorien – aber erst der zweite in der Literatursparte nach Elfriede Jelinek im Jahr 2004. Die Mehrheit der Preisträger erhielt ihre Ehrung in einem der drei naturwissenschaftlichen Felder (Medizin, Physik, Chemie).

Dazu kommen zwei heimische Friedensnobelpreisträger – beide allerdings über hundert Jahre her (Bertha von Suttner 1905, Alfred Fried 1911). Einmal (Friedrich von Hayek 1974) konnte ein Österreicher den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erringen. Zuletzt war im Jahr 2013 ein Forscher mit einem Österreichbezug – der 1938 emigrierte, gebürtige Wiener Martin Karplus für Chemie – unter den Prämierten.

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Kultur

Lange Nacht der Museen: Fast 390.000 Besucher beim 20. Jubiläum

Stefan Juritz

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ASDF Symbolbild: Hannes Sallmutter [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

Die „Lange Nacht der Museen” zog auch in diesem Jahr wieder Hunderttausende Kulturliebhaber an.

Von Samstag auf Sonntag fand bereits zum 20. Mal die vom ORF initiierte „Lange Nacht der Museen” statt. In ganz Österreich und in Teilen von Slowenien, Liechtenstein, der Schweiz und Deutschland präsentierten rund 730 Museen, Galerien und Kulturinstitutionen ihre Sammlungen und Ausstellungen, wie der ORF in einer Aussendung mitteilte.

Der größte Besuchermagnet war wenig überraschend Wien (189.032), gefolgt von der Steiermark (42.368) und Kärnten (39.362).

Albertina war größter Besuchermagnet

Die meistbesuchten Museen in den österreichischen Bundesländern im Überblick:

  • Burgenland: Schloss Esterházy (1.075)
  • Kärnten: Stadtgalerie Klagenfurt (4.535)
  • Niederösterreich: Nostalgiewelt Eggenburg (903)
  • Oberösterreich: Ars Electronica Center (1.479)
  • Salzburg: DomQuartier Salzburg (3.947)
  • Steiermark: Schloss Eggenberg, Prunkräume, Universalmuseum Joanneum (6.468)
  • Tirol: Kaiserliche Hofburg (3.358)
  • Vorarlberg: Kunsthaus Bregenz (1.346)
  • Wien: Albertina (16.575)

Wrabetz: „Publikumserfolg, auf den wir stolz sein können”

Zum Jubiläum sprach ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz von einem „Publikumserfolg, auf den wir stolz sein können”. Darüber hinaus bedankte sich Wrabetz bei allen Kultureinrichtungen, Sponsoren und Partnern, „die jedes Jahr einen großen Beitrag zum Erfolg dieser Initiative leisten”.

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