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Meinung

Kolumne: „Die Freiheitlichen ringen um ihre Glaubwürdigkeit”

Julian Schernthaner

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am

Symbolbild (Strache 2008): Christian Jansky via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] [Bild zugeschnitten]

Über Jahre hinweg schaffte es die FPÖ sich – samt ihrer Beschreibung als „soziale Heimatpartei” – zunehmend die Gunst des „kleinen Mannes” zu sichern. In der Regierung angekommen, müssen sich die Freiheitlichen nun strecken, um dieses Klientel bei Laune zu halten. 

Kommentar von Julian Schernthaner

Außer Frage steht, dass ich mich zu jener relativen Mehrheit der Bevölkerung zähle, welche mit der Arbeit der neuen Regierung zufriedener ist als mit ihrer Vorgängerkoalition. Sie konnte etwa wichtige familienpolitische, und sicherheitspolitische Impulse setzen. Gleichzeitig fällt auf: Profiteur im öffentlichen Ansehen ist nicht der Neuling in der Koalition, sondern der alte Hase – selbst bei einstigen freiheitlichen Kernthemen. Die Freiheitlichen ringen indes um ihre Glaubwürdigkeit.

Die bequeme Lage der Volkspartei

Freilich: zu einem gewissen Anteil ist’s die alte Weisheit. Traditionell verbucht der Souverän etwa die guten Dinge für den Kanzler – und scheltet seinen Vize für die schlechten. Der langjährige Vergleich zeigt: die Position des Stellvertreters ist ein politisches Himmelfahrtskommando. Nur zwei Vizekanzler machten den ultimativen Schritt zum Kanzler – Sinowatz und Schüssel. Schärf konnte sich immerhin zum Bundespräsidenten aufschwingen, für den Löwenanteil der siebzehn übrigen Strache‐Vorgänger war die politische Karriere weitestgehend gelaufen.

Zusätzlich kommt der Volkspartei inhaltliche und personelle Breite sowie über 30 Jahre durchgängiger Regierungsverantwortung zugute. Angesichts der Unmöglichkeit der früheren und nunmehrigen Präferenz der Arbeiter zur Zusammenarbeit, weiß die ÖVP, dass de facto kein Weg an ihr vorbei führt. Interessen ihres Wirtschaftsflügels konnten deshalb zur Koalitionsbedingung werden – wahlweise für einen roten oder blauen Partner. Die Partei kann nun gleichzeitig einen „neuen Stil” predigen – und jahrelange Forderungen als konsequente Wertetreue vermarkten.

Klassische FPÖ-„Umfaller”

Für die Freiheitlichen bedeutet das Mitschneiden am Regierungskuchen hingegen einen Zwang, einige frühere Positionen in diesem Bereich hochkant über Bord zu werfen. Gewiss, für die allermeisten Arbeitnehmer wird sich durch die neuen Arbeitszeitregeln weder etwas zum Positiven noch zum Negativen verändern. Dennoch bezeichnete Heinz‐Christian Strache den Vorstoß in der Opposition einst als „asoziale, leistungsfeindliche Idee” und macht sich damit zum willkommenen Ziel der Kritik.

Norbert Hofer wiederum wollte als potentieller Bundespräsident dem umstrittenen Freihandelspakt CETA die Unterschrift verweigern. Nun trug er ihn als Infrastrukturminister mit. Den mäßigenden Gegenpol durfte stattdessen sein ehemaliger Widersacher Alexander van der Bellen geben. Ob ein blauer Präsident seinem langjährigen Weggefährten und dessen (Vize-)Königsmacher hier einen Strich durch die Rechnung gemacht und ähnlich gehandelt hätte, darf bezweifelt werden.

Steilvorlage für Sozialdemokraten?

Völlig richtig ist zwar der Einwand, dass auch die SPÖ in diesen Fragen unter Schirmherrschaft ihres – zum Glück für die Regierung – weiterhin seine Oppositionsrolle suchenden Kurzzeit‐Kanzlers Christian Kern einen beachtlichen Schwenk in beiden Fragen unternahm. Allerdings wechselte die Wählergunst der Arbeiterschaft kaum von der SPÖ zu den Freiheitlichen, weil sie sich durch die roten Impulse der vergangenen Jahre gut vertreten fühlten – im Gegenteil.

Die Partei verfügt außerdem über ein ungebrochen starkes Netzwerk in Gewerkschaften, Gremien und Kammern. Die SPÖ‐Nähe vieler Journalisten in Medienhäusern und im Rundfunk kommt ihr ebenso zugute. Während sich die Freiheitlichen in einem Vielfrontenkrieg gegen den Vorwurf des „Arbeiterverräters” wehren müssen, erfreut sich die Oppositionspartei bei ihrer Reinwaschung als wiedergeborener Arbeiterfreund der Reichweite gesinnungsnaher Akteure.

Mögliche Eigentore in den Startlöchern

Dass sich das Ganze noch nicht in Umfragen auswirkt, dürfte auf die noch fehlende Wirkung der Maßnahmen zurückgehen. Noch kauft man der FPÖ ihre Beschwichtigungen eher ab als der SPÖ die Rückbesinnung auf ihre Wurzeln. Gesichert scheint dennoch: Sobald der Pflasterer Günther tatsächlich 4,5 Tonnen täglich mehr über seinen Buckel hebt, ist’s völlig einerlei, ob der Planierer Peter ein verlängertes Wochenende hat. Zivilgesellschaftlich, sozialpartnerschaftlich und medial wird man die sprichwörtliche (blaue) Sau durchs Dorf treiben, dass kein Stein auf dem anderen bliebt.

Und weitere kapitale „Böcke” stehen an – etwa durch die Nichtverlängerung der Befreiung von der Studiengebühr bei berufstätigen Studenten durch das ÖVP‐Wirtschaftsministerium. Da vor allem Menschen aus finanzschwachen Familien dabei auf einen Zuverdienst angewiesen sind, beschneidet man durch die freiheitliche Goutierung obendrein die Bildungschance des eigenen Klientels; Dauerstudenten aus grünem Akademikerelternhaus, die als Beruf „Sohn/Tochter” sind, betrifft das nämlich eher nicht. Die einstige Abschaffung forcierte man übrigens gemeinsam mit SPÖ und Grünen einst selbst.

Solidarität und Rückgrat als Gretchenfrage

Insgesamt sieht der Autor dieser Zeilen für die Glaubwürdigkeit der Partei einigermaßen schwarz – auch weil die Partei bislang auf Gegenwind oft falsch reagierte. Bei Anwürfen aller Art war nicht Angriff die beste Verteidigung – in der Sachpolitik übte man Beschwichtigung. Bei Kampagnen gegen Funktionäre oder patriotische Akteure reagierte man mit Distanzierung anstelle von Solidarität. In Niederösterreich stolperte sogar der eigene Spitzenkandidat über die rot‐grüne Salamitaktik – und trat wegen unbestätigter und letztlich unhaltbarer Vorwürfe zurück.

Und im Mammutprozess gegen siebzehn patriotische Aktivisten in Graz bleibt das Statement des freiheitlichen Justizsprechers gegenüber der Tagesstimme weiterhin die einzige (!) prominente, freiheitliche Wortmeldung zur Causa. Obwohl das Verfahren im Ernstfall auch eigenes Ungemach bedeuten könnte, hüllen sich weite Teile der Partei weiterhin in Schweigen. Dabei erwartet sich die patriotische Zivilgesellschaft genau hier eigentlich eine ähnliche Solidarität, wie sie seitens von SPÖ und Grünen den Tierschützern im VGT‐Prozess zuteil wurde.

Das Dilemma der Freiheitlichen

Die Freiheitlichen befinden sich in einer gefährlichen Situation, nicht unähnlich dem Seehofer‐Dilemma beim Nachbarn. Sie müssen die Zugeständnisse innerhalb der Regierung jonglieren und gleichzeitig die Kernwählerschaft bei Laune halten. Weite Teile der Medienlandschaft und viele personal‐ und finanzstarke Akteure sind ihnen gegenüber – milde ausgedrückt – abwartend gesonnen und warten auf willkommenes Futter. Und dass sie keinen Alleinanspruch auf ihre traditionellen Themen hat, zeigte die letzte Nationalratswahl. Im Frühjahr noch bei 35 Prozent in den Umfragen, reüssierte stattdessen der Spitzenkandidat des späteren Koalitionspartners an der Urne – mit freiheitlichen Schwerpunkten.

Dreierlei Notwendigkeiten

Bereits einmal musste die FPÖ eine interne und externe Duckmäuserei mit erheblichem Vertrauensverlust beim folgenden Wahlgang bitter bezahlen. Will sie das Schicksal vermeiden, muss sie eine Reihe an Dingen beachten. Sachpolitisch muss sie ihr Profil schärfen und auch dem Koalitionspartner Paroli bieten. Bei Anschuldigungen aus dem Abseits soll sie die Vorgänge intern prüfen anstatt medienwirksam über jedes Stöckchen feindlich gesinnter Akteure zu springen.

Weiters sollte sie den Aufbau einer patriotischen Gegenöffentlichkeit goutieren und fördern – anstatt wegen vermeintlicher oder tatsächlicher Kleininserate in alternativen Medien ins Schwitzen zu geraten, wenn millionenschwer geförderte Konkurrenzblätter dies skandalisieren. Das einzig positive aus Sicht der Freiheitlichen für ihre Glaubwürdigkeit bei der Basis ist: bis zu den nächsten Wahlen auf Landes‐ oder Bundesebene verbleibt einige Zeit, an den nötigen Schrauben zu drehen. Aber: Tempus fugit.

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Zickenschulze

    18. Juli 2018 at 14:04

    ” CETA. Nun trug er ihn als Infrastrukturminister mit. ”
    Ein Koalitionsdünnschiss.

    Italien erteilt CETA eine Abfuhr.

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Meinung

Kolumne: Immer diese bösen rechten Grenzschützer?

Julian Schernthaner

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ASDF Symbolbild Matteo Salvini: By Fabio Visconti [CC BY-SA 3.0 ], from Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

Seit Wochen und Monaten kassiert der italienische Innenminister Salvini wegen seiner konsequenten Grenzpolitik einen Seitenhieb nach dem anderen. In Vergessenheit gerät schnell, dass auch Mittelmeer‐Anrainer mit linksgerichteten Regierungen keine Freude mehr mit plötzlichen Massenanstürmen auf ihr Land haben.

Kolumne von Julian Schernthaner.

Ja, eigentlich ist es doch glasklar. Wer Menschenleben rettet, der kann kein Verbrecher sein. ‚Seenotrettung’ ist ein zutiefst humanitärer Akt, wer sie betreibt, in dem steckt auch für Geistliche zumindest ein Stück Jesus. Und wer sich dagegenstellt, der ist ein Unmensch, der aus purem Rassenhass zuschauen will, wie kleine Kinder mit Kulleraugen elendig absaufen. Warum also nicht etwas mehr mit St. Carola leben und gleich die ganze halbe Million aus Libyen abholen. Am besten noch alle „Klimaflüchtlinge” der Welt nach Deutschland, zumindest 20.000 müsste doch jede Mittelstadt stemmen…

Rettung aus Seenot ist keine Freifahrt nach Europa

Nein, werter Leser, Sie können beruhigt sein: Mich hat nicht über Nacht das unkritische „Open Borders”-Fieber gepackt. Wie ein erklecklicher Anteil von Ihnen raufe ich mir bei solchen ständigen Wortmeldungen in der deutschen Öffentlichkeit die Haare aufgrund jener, welche mit einem blutenden Herzen das Leid der Welt am deutschen Wesen genesen lassen wollen.

Was in diesem Framing der einwanderungsfreundlichen Diskurswächter in den Hintergrund gerät, ist nämlich die dritte Option: Menschen zu retten und diese an einen Ort zu bringen, der nicht nur der nächste sichere Hafen ist, sondern möglicherweise auch nicht in Europa. Denn wie bereits Australien vorzeigte: Wer die Boote zurückschickt, verhindert den Pull‐Faktor und letztendlich kommt niemand mehr bei gefährlichen Überfahrten zu Tode.

Auch manche Linke springen auf kritischen Asylzug auf

Prinzipiell ist das auch ein Ansatz, den mehrere europäische Regierungen verfolg(t)en. Egal ob es nun die populistische Regierung Italiens mit ihrem „Torwächter” Salvini ist, oder die ehemalige österreichische Mitte‐Rechts‐Regierung, die sich weiterhin hinter diesen Kurs stellt. Sie alle verfechten zumindest programmatisch den Ansatz, dass sichere Außengrenzen gepaart mit einer Hilfe vor Ort eine menschlichere Variante ist, als jene, welche nicht am Weg verenden, mit falschen Hoffnungen in eine ihnen fremde Welt zu führen. Und tatsächlich: Die Zahl der Toten ist stark rückläufig.

Wer etwas genauer hinschaut, sieht auch: Diese Zeichen der Zeit haben nicht nur die „rechten Recken” Europas erkannt. Unlängst etwa trotzten die dänischen Sozialdemokraten mit einer Kombination aus sozialem Ansatz und migrationskritischem Kurs der Abwärtsspirale der Roten in Europa, holten einen überzeugenden Wahlsieg. Und auch Malta, neben Italien unter den bösen ‚Hafenschließern’, hat einen sozialdemokratischen Premierminister. Selbst Spanien, das noch voriges Jahr den Grenzzaun seiner Exklaven zu Marokko entschärfen ließ, heftet sich mittlerweile an.

Auch Spanien verschärft Gangart gegenüber NGOs

Ja, Sie haben richtig gelesen: Das von einer linken Minderheitsregierung geleitete iberische Land macht „Aktion scharf”. Man arbeitet mit Marokko zusammen, welches prinzipiell für Seenotrettung vor seiner Küste zuständig ist – unterstützt es aber dennoch. Die Marokkaner bringen die aufgelesenen Migranten dann zurück auf den afrikanischen Kontinent. Auf diese Art und Weise gingen die Ankünfte in Spanien im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent zurück.

Dem nicht genug – auch private Organisationen haben mit dem neuen spanischen Kurs nichts mehr zu lachen. Wie das linke Blatt Neues Deutschland bemängelt, droht man den Mittelmeer‐NGOs dort mit Strafen bis zu 901.000 Euro. Die aus dem eigenen Land stammende „Open Arms” hinderte man mehrfach am Auslaufen. Zum Vergleich: In Italien bewegt sich der Strafrahmen zwischen 10.000 und 50.000 Euro.

Massenmigration als Segen für Interessensgruppen

In vielen Medien, deren maßgebliche Akteure sich andernfalls in Heldengesängen auf Rackete und Fluchsalven auf Salvini ergießen, findet diese Tatsache allerdings wenig Niederschlag. Zu sehr würde wohl die Tatsache, dass die Kritik an den umstrittenen NGO‐Missionen wohl doch nicht nur vermeintlichen ‚bösen, rechten Menschenfeinden’ vorbehalten ist, das erwünschte Bild trüben. Zu groß ist zu vielen Leuten die Schnittmenge zwischen moralischer Überlegenheit, vermeintlicher historischer Schuld, billigen Arbeitskräften und der Utopie des globalen Dorfes.

Linskradikale – deutsche Redaktionen sind leider voll von ihnen – brauchen ständig neue Nazis für ihren „antifaschistischen” Kampf. Globalisten währenddessen profitieren von ständig neuen, billigeren Märkten und Marktressourcen. Und Menschen mit einem Helfersyndrom benötigen eben ständig neue Hilfsbedürftige. Mit dem – frei nach einer hochrangigen Grünpolitikerin – „Geschenk” dieser Menschen und den Konsequenzen haben alle drei ihre eierlegende Wollmilchsau.

Gerechtere Welt durch Aufbau in der Heimat

Viele Menschen ohne entsprechende Agenda wären hingegen der Ansicht, dass man Leuten in der eigenen Heimat eine Perspektive schaffen sollte, während man die Anreize zur gefährlichen Überfahrt kappt. Immerhin wird auch die Schwelle der Assimilation mit zunehmender kultureller Distanz nicht kleiner. Die Auswanderung schadet Afrika, die Einwanderung schadet Europa. Auf der Strecke bleiben die einfachen Menschen auf beiden Kontinenten.

Auch der Dalai Lama vertritt die Ansicht, dass Migranten nach einer Ausbildung in Europa zurückkehren und ihre Heimat aufbauen sollen. Im deutschsprachigen Raum enden ähnliche Forderungen patriotischer Aktivisten unterdessen mitunter in Hausdurchsuchungen. Dabei würden gerade deren Forderungen nach Remigration und konsequenter Hilfe vor Ort wirklich das Potenzial einer gerechteren Welt mit Völkern und Ländern auf Augenhöhe eröffnen.

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Meinung

Arielle, Bond & Co.: Zunehmendes ‚Blackwashing’ im Kino

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ASDF Edvard Eriksen, Schöpfer der berühmten Bronzestatue im Kopenhagener Hafen, dachte deren Farbe vermutlich nicht als Anleitung. Symbolbild: Ikiwaner via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

Kommende Kinofilme werden mit schwarzen Hauptdarstellern besetzt in Geschichten, deren Protagonisten eigentlich weiß sind. Die ‚Progressiven’ jubeln und die Gesellschaft wird auf Multikulti als Norm vorbereitet.

Kommentar von Martina Huber

Man muss kein besonderer Cineast sein, um folgende Situation zu kennen: ‚Progressive’, welche sich beschweren, dass Charaktere, welche nach Drehbuchvorlage eigentlich schwarz oder asiatisch sind, mit weißen Schauspielern besetzt werden. Die Empörung kehrt selbst dann ein, wenn schwarze Personen für Fotos aufgehellt werden. Die Rede war dann immer von einem „Whitewashing”. Man könnte also annehmen, diesen Menschen ist die Authentizität wichtig: Dass Charaktere die vom Erfinder vorgesehene Hautfarbe tragen. Das heißt – man konnte es annehmen.

Die kleine Meerjungfrau als afroamerikanische Prinzessin

Denn nun machte die Runde, dass die Hauptrolle der neuen Disney‐Realverfilmung von Arielle an Halle Bailey, eine schwarze Schauspielerin geht. Arielle, das ist übrigens jene Meerjungfrau, deren optisches ‚Markenzeichen’ bislang ihre helle Haut und roten Haare waren, ist nun also schwarz. Es ist davon auszugehen, dass das infolgedessen wohl auch Triton, ihren Vater und König der Meere, zum Dunkelhäutigen macht.

Disney macht also aus Arielle einen afroamerikanischen Film statt sich vom Märchen „Die kleine Meerjungfrau“ des dänischen Schriftstellers Hans‐Christian Andersen inspirieren zu lassen. Angesichts dessen, dass es ja auch über Rothaarige allerhand Vorurteile gäbe, würde man nun meinen, dieselben ‚Progressiven’ würden nun aufschreien. Das Gegenteil ist allerdings der Fall: Sie begrüßen die Besetzung, man freut sich über die schwarze Arielle.

Die Rechtfertigung ist flexibel

Plötzlich ist es also doch nicht so wichtig, dass ein Charakter diejenige Hautfarbe hat, welche ihm seine Schöpfer andachten – das Dänemark des 19. Jahrhunderts war ein ziemlich hellhäutiger Ort und Paul Gauguin malte sie schon 1889 rothaarig. Und auch Edvard Eriksen dachte Bronze als Materialwahl für seine berühmte Statue wohl kaum als farbliche Anleitung.

Diese Erkenntnis gilt doppelt vor dem Hintergrund, dass bereits frühe Interpretationen des Stoffes eine latent autobiographische Projizierung des käseweißen Andersen erkannten – ein wiederkehrendes Motiv seiner Märchen. Und dennoch werden alle Personen, welche die nunmehrige Besetzung kritisieren, als Rassisten verunglimpft. Immer so, wie man es gerade braucht.

Schwarze Frau als Bond‐Ersatz

Arielle ist nicht der einzige jüngste Fall. Denn bis jetzt galt die Aussage „da kann man auch James Bond mit einer schwarzen Frau besetzen” ungefähr in der Kategorie eines Sonnenaufgangs im Westen. Nun wird der nächste 007 eine schwarze Frau. Und die Reaktionen sind dieselben wie bei Arielle. Dasselbe galt bereits zuvor bei einem schwarzen Beowulf und einem schwarzen Heimdall.

Hier sammeln sich jene, welche das Bewährte verteidigen, dort jene, welche das Festhalten daran für Rassismus halten. Hinzu kommen noch – wie einst bei Dr. Who – Leute, die sich jetzt allein über die Tatsache beschweren, dass James Bond nun von einer Frau dargestellt wird. Also ganz schon viel, an dem man sich reiben kann.

Die Heuchelei der „Blackwashing”-Beklatscher

Dabei ist es die Rollenverteilung in der Empörung, welche besonders entlarvend wirkt. Denn, wer sogenanntes „Whitewashing” bemängelt, aber den umgekehrten Fall bejubelt. zeigt worum es geht: Es geht ihnen nicht um authentische Identifikationsfiguren für Menschen aus allen möglichen Kulturen – gerade junge Europäer und weiße Amerikaner hätten diese auch bitter nötig. Es geht ihnen auch nicht darum, dass die Hautfarbe egal wäre.

Es geht ihnen einzig um die Förderung von schwarzen Figuren im Film. Wie der Charakter angedacht war ist egal – Hauptsache die Figur ist schwarz. Als Argument wird genutzt, was gerade eben passt, um das Ziel durchzusetzen. Und das hat – neben der offensichtlichen Heuchelei – auch eine soziologische Dimension.

Vorbereitung auf Multikulti‐Zukunft

So suggerieren Film und Werbung schon längst, der Anteil der Schwarzen an der Bevölkerung sei um einiges höher als es den Tatsachen entspricht. Gleichzeitig ist die symbolische Umfärbung ausgerechnet der zentralen Protagonisten eine Kampfansage: Die Zukunft ist ‚bunt’ – an jeder Ecke könnten wir ihnen begegnen, den abertausenden Identifikationsfiguren mit Migrationshintergrund, der ‚edle Wilde’ war gestern.

In Wirklichkeit führen solche Darstellungen natürlich nicht zur gesellschaftlichen Emanzipation der so beförderten Gruppen. Sie sollen einzig eine wie eine Monstranz umher getragene Multikulti‐Gesellschaft darstellen, welche in diesem Ausmaß bislang nicht und in dieser Harmonie noch nie existierte. Wenn sich die ethnischen Mehrheitsverhältnisse dem dargestellten Bild annähern, so wohl das Kalkül, gibt es weniger Widerstand.

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Wort zum Sonntag: Es gibt nur zwei Geschlechter

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ASDF Symbolbild (CC0)

Im Vatikan dreht sich nicht nur alles um Migration und Klimaschutz, hin und wieder setzen sich auch Ansätze durch, die der Christenheit des 21. Jahrhunderts Anlass für Hoffnung geben. So geschehen durch die Veröffentlichung des Grundsatzdokumentes „Als Mann und Frau schuf er sie“.

Kolumne von Raphanus

Dabei wendet sich das etwa dreißigseitige Vatikanpapier unter anderem gegen die Tendenz, Unterschiede zwischen Mann und Frau auszulöschen, denn wer für eine Gesellschaft ohne Geschlechtsunterschiede eintrete, zerstöre die Basis der Familie.

Ehe als Bund zwischen Mann und Frau

Das Dokument unterstreicht, dass die Ehe ein Bund zwischen Mann und Frau sei, und nennt die Familie eine anthropologische Tatsache, die man vor ideologisch motivierten Zersetzungsversuchen schützen muss, da Kinder ein Recht darauf haben, in einer Familie aufzuwachsen – mit Vater und Mutter.

LGBTQ‐Aktivisten vermuten hinter dieser Stellungnahme in gewohnter Untergriffigkeit „einen Krieg, den der Vatikan trans und inter Menschen erklärt“ hätte. Der Verband New Ways Ministry, der für die LGBTI‐Rechte in der katholischen Kirche einsteht, kritisiert das Papier als schädliches Werkzeug und verortet den Vatikan mit seinen Ansichten in der Zeit des Mittelalters. Er spreche für Mythen, Gerüchte und Unwahrheiten. Lustig, dass gerade Gender‐Ideologen von Mythen sprechen, sehen sie sich doch selbst immer wieder mit dem Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit konfrontiert.

Gender‐Kritiker

Kritiker sehen, dass die Gender‐Ideologie mit der wissenschaftlichen Wahrheitssuche von Biologie, Medizin und Gehirnforschung gebrochen hat und wissenschaftlichen Institutionen für ihre revolutionäre Agenda missbraucht. Mit Sorge wird darauf aufmerksam gemacht, dass Aktivisten sich der Manipulation und totalitärer Durchsetzungsmethoden bedienen, was sich in juristischer Einschränkung der Meinungsfreiheit, der Beschneidung der Religionsfreiheit und der Sexualisierung der Kinder durch den Staat festmacht.

Auch die Gender‐Ideologie sei tief in die Kirche eingedrungen, sie entwickelte keine christliche Alternative zur staatlichen Sexualerziehung und überließ das Territorium weitgehend kampflos den Zerstörern christlicher Kultur. Eltern, die versuchten, ihre Kinder zu beschützen, fanden kaum Unterstützung.

Doch das alles hätte auch sein Gutes: Denn unter dem Verfall des westlichen Europas sprosst neues Grün in Form unzähliger großer und kleiner Initiativen, die glauben, dass der Kampf zwischen dem rebellischen Menschen und Gott von Gott gewonnen wird.

Das klingt fast wie ein Aufruf: Christen, holt euch eure Kirchen zurück!

Das Originaldokument „Als Mann und Frau schuf er sie” kann hier – momentan leider nur auf Englisch – gelesen werden: https://zenit.org/articles/new-vatican-document-provides-schools-with-guidance-on-gender-issues

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