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Festspiele Erl

Kuhn stellt Funktion wegen Belästigungsvorwurfs ruhend

Der künstlerische Leiter der Tiroler Festspiele in Erl will bis zur vollständigen Klärung der Vorwürfe seine Funktion nicht ausüben und damit schaden von der Veranstaltung abwenden.

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<p>Bild (Gustav Kuhn 2012): Thomas Kunsch / Ines für NEUE STIMMEN via <a href="https://www.flickr.com/photos/89821678@N03/8576838239">Flickr</a> [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a>] (zugeschnitten)</p>

Bild (Gustav Kuhn 2012): Thomas Kunsch / Ines für NEUE STIMMEN via Flickr [CC BY 2.0] (zugeschnitten)

Es war ein Knalleffekt in der Tiroler Kulturszene: Fünf Musikerinnen traten mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit und berichteten von mutmaßlichen Belästigungen und sexuellen Übergriffen durch den renommierten Dirigenten, Regisseur und Intendanten. Das jährliche Festival im Tiroler Unterland ist seit seiner Gründung im Jahr 1997 untrennbar mit dem Namen Gustav Kuhn verbunden. Besonders seine Inszenierungen sämtlicher zehn großen Opern von Richard Wagner begründeten seinen bislang guten Ruf in der Fachwelt.

Musikerinnen erheben schwere Vorwürfe

Die Causa Erl kam bereits im Februar ins Rollen. Damals erhob der als Aufdecker bekannte Blogger Markus Wilhelm weitreichende Vorwürfe gegenüber Kuhn. Bei den Anschuldigungen soll es sich um Geschehnisse aus den Jahren 1998 bis 2007 handeln. Die Künstlerinnen sprechen nun in ihrer Aussendung von „Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe“ vonseiten Kuhns. Die Rede ist dabei nicht nur von „obszönen verbalen Anmachen“, sondern auch von körperlichen Übergriffen.

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Regelmäßig habe dieser „die Grenzen der persönlichen Würde und des Respekts“ missachtet und überschritten. Dabei kam es angeblich zu unerwünschten Küssen, zu Grapschereien unter dem Pullover und sogar Griffen in den Schritt. Man habe dabei die „ungehemmte Aggression des künstlerischen Leiters“ und „massive seelische Gewalt“ erleben müssen. Wer sich der „Demütigung und Schikane“ nicht unterwarf, habe auch Eingriffe die eigene Karriere auf Spiel gesetzt:

„Wer den Spielregeln nicht folgte, wurde mit Repressalien und Ausgrenzung bestraft: Versprochene Rollenaufträge und Verträge wurden zurückgezogen, die zuvor gelobte Leistung war plötzlich nichts mehr wert oder wurde coram publico ins Lächerliche gezogen, um nur einige Beispiele zu nennen.“

Landespolitik begrüßt Kuhn-Rückzug

Kuhns vorläufiger Rückzug fand in der Landespolitik positiven Widerhall, vor allem die Grünen bezeichneten diesen als „überfällig“. Aber auch Kulturlandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) begrüßte diese Entscheidung. Gerade weil sich das Land Tirol zu den Tiroler Festspielen als „Fixpunkt des Tiroler, Österreichischen und internationalen Kulturlebens“ bekenne, nehme man die Vorwürfe „sehr ernst“. Man werde seine bestmögliche Unterstützung zur „restlosen Aufklärung“ der Anschuldigungen leisten.

Gleichzeitig lässt Kuhn keinen Zweifel daran, dass die Ruhendstellung seiner Funktionen keinem Schuldeingeständnis gleichkommt. Ex-Justizminister Michael Krüger, welcher den langjährigen künstlerischen Leiter als Anwalt betreut, ließ verlautbaren, dass er die Vorwürfe gegen seinen Mandanten zurückweise.

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