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Großbritannien

Islamkritiker Robinson offenbar aus Haft entlassen

Die Verhaftung des Islamkritikers, Aktivisten und Journalisten Tommy Robinson in Leeds und dessen folgender Gefängnisaufenthalt sorgten europaweit für Empörung und Proteste. 

2 Minuten
<p>Bild (Tommy Robinson): Tommy Robinson / Facebook</p>

Bild (Tommy Robinson): Tommy Robinson / Facebook

Wie die britische Tageszeitung Guardian berichtet, wurde der Engländer auf Kaution freigelassen. Ein Berufungsrichter stellte fest, dass seine erstinstanzliche Verurteilung wegen der Behinderung eines Gerichtsverfahrens („contempt of court“) einige Formalfehler aufweise. Ende Mai nahm man Robinson wegen eines Livestreams vor einem Gerichtsgebäude in Leeds wegen Störung des öffentlichen Friedens in Gewahrsam. Anschließend verurteilte man ihn in einem Eilverfahren zu 13 Monaten Gefängnis – Die Tagesstimme berichtete.

Berufungsrichter: Urteil des Erstgerichts „fehlerhaft“

Der Richter der höheren Instanz bezeichnete den ursprünglichen Entscheid des Erstgerichts nun als „fehlerhaft“. Seiner Ansicht nach hätte dieses sich die Zeit nehmen müssen, um den Fall „auf Basis ausführlicherer Informationen“ zu behandeln. Insbesondere sei es im Schuldspruch unklar, welches konkrete Verhalten gegen seine Bewährungsauflagen wegen eines ähnlichen Vorwurfs verstoßen habe. Man habe den Angeklagten vielmehr tatsächlich wegen eines Verhaltens bestraft, welches von diesen Auflagen gar nicht betroffen sei.

#FreeTommy: Tausende forderten Freilassung

Die Festsetzung des islamkritischen Robinson sorgte in Großbritannien für weitreichende Proteste, teilweise forderten mehrere tausend Menschen die Freilassung des Journalisten. Auch in sozialen Medien war das Echo groß, unter dem Hashtag #FreeTommy bekundeten zahlreiche Personen aus aller Welt ihre Unterstützung. Zu einiger Kritik führte anschließend die Feststellung, dass zahlreiche Medien im deutschsprachigen Raum das Thema nicht aufgriffen.

Robinson-Brief aus dem Gefängnis

Robinson selbst wandte sich nach drei Wochen im Gefängnis mittels eines Brief an Breitbart London-Redakteur Raheem Kassan an die Öffentlichkeit. Das emotionale Schriftstück, dessen Übersetzung die Tagesstimme in vollem Umfang veröffentlichte, bot einen Einblick in die Empfindungen des Aktivisten hinter Gittern. Dieser befürchtete selbst, in Haft möglicherweise ums Leben zu kommen.

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