Welt

Indien bekämpft illegale Migration mit neuer Volkszählung

Der indische Innenminister Rajnath Singh (links im Bild): By Vipul Goel MLA [CC0], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

Die indische Regierung erklärt vier Millionen Einwohner zu illegalen Migranten. Ihnen droht nun die Abschiebung. Zugleich wurden im autonomen Bundesstaat Jammu und Kaschmir mehr als 30 islamische TV‐Sender abgeschaltet.

Als Maßnahme gegen illegale Migration hat die indische Regierung ein nationales Bürgerregister (NRC) eingeführt. Betroffen ist Medienberichten zufolge vor allem die muslimische Minderheit aus Bangladesch, die wegen des Unabhängigkeitskrieges im Jahr 1971 nach Indien geflohen war. Um in das neue Register eingetragen zu werden, müssen die Einwohner des Bundesstaats Assam nun nachweisen, dass sie legal dort leben.

Illegalen Migranten droht Abschiebung

Laut Bericht der Welt hatten sich mehr als 30 Millionen Menschen für das Bürgerregister beworben. Davon wurde vier Millionen Menschen  die Eintragung verweigert. Sie gelten von nun an als illegale Einwanderer und es droht ihnen die Unterbringung in ein Anhaltezentrum oder die Abschiebung.

Es ist ein historischer Tag für Assam und ganz Indien“, sagte Shailesh Nayak, oberster Registrierbeamter Indiens, am Montag auf einer Pressekonferenz. Und er fügte hinzu: „Echte indische Staatsbürger müssten sich keine Sorgen machen.” Die Einwohner würden „ausreichend Gelegenheit” für Beschwerden bekommen, sollten sie bisher nicht in das Register aufgenommen worden sein.

Ähnlich hatte sich vergangene Woche bereits der indische Innenminister Rajnath Singh geäußert: „Niemand wird nach Veröffentlichung der Liste in ein Anhaltezentrum gesteckt”, zitiert Der Standard den Innenminister. Das Bürgerregister soll bis Ende Dezember fertiggestellt sein.

Kritiker sehen Diskriminierung von Muslimen

Kritiker des Bürgerregisters sehen in der neuen Maßnahme der Regierung eine Diskriminierung der muslimischen Bevölkerung im vorwiegend vom Hinduismus geprägten Indien. Viele Muslime würden demnach keine Dokumente besitzen, um ihre Staatszugehörigkeit beweisen zu können.

Regierung schließt islamische TV‐Sender

Wie die Welt weiter berichtet, wurden im autonomen indischen Bundestaats Jammu und Kaschmir unterdessen mehr als 30 islamische Fernsehsender abgeschaltet. Die Regierung in Neu‐Delhi habe dies mit der Sicherung von „Frieden und Ruhe” begründet, zitiert die deutsche Nachrichtenseite den katholischen Pressedient Ucanews. Ein Regierungsvertreter sagte dem Online‐Portal, muslimische Jugendliche würden durch die TV‐Sender „radikalisiert”. Jammu und Kaschmir ist der einzige indische Bundesstaat, in dem Muslime die Mehrheit der Bevölkerung stellen.

1 Kommentar

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  • Was die Inder und andere schon länger vormachen, könnte bei entsprechender Politik Besetzung auch hierzulande eingeleitet werden. Das Blatt kann sich also nochmal wenden und es wird sich wenden.
    Laßt unsere Leute erst mal aufwachen.
    Und erwachen werden sie, wenn sie ihre monatlich anfallenden Rechnungen für ihre eingespielte Grundversorgungsabläufe nicht mehr bezahlen können und die aufgesetzte Pump Finanzierung der EU für alles was keucht und fleucht ein Ende findet.
    Ob dabei die Versorgung mit Nahrungsmittel nicht ebenfalls zum Erliegen kommt muß sich erst erweisen.

    Die Geschichte wiederholt sich
    wenn sich als 100%ig prognostizierte Säulen einbrechen.
    Und derzeit leben wir in einem Kartenhaus.
    Einmal ist Schluß mit Lustig und Humandusslig auf Kosten anderer.

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