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Gesellschaft

Kolumne: „Linke Journalistin teilt aus, kann aber nicht einstecken”

Tino Taffanek

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Ingrid Brodnig, ehemalige Journalistin beim Profil, teilt auf Social Media kräftig gegen alternative Medien aus. Auf Kritik reagiert sie jedoch mit Doppelmoral und Haarspalterei. Ein treffendes Beispiel für das Verhalten vieler Journalisten aus den sogenannten Mainstream-Medien.

Kommentar von Tino Taffanek

Letze Woche erschien beim Wochenblick ein Kommentar von Philipp Fehrerberger. Er beschäftigte sich mit den Äußerungen von Ingrid Brodnig, einer ehemaligen Profil-Journalistin. Brodnig argumentierte sinngemäß, dass im Journalismus nicht alle Meinungen vorkommen sollten. Ihrer Sicht nach könne dies dazu führen, dass Menschenrechte in Frage gestellt werden. Diese einseitige Ausrichtung wurde von Fehrerberger zurecht kritisiert.

Brodnig gegen Wochenblick

Soweit so richtig, aber noch nicht sonderlich spannend. Interessant wurde es, als Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) den Wochenblick-Artikel auf Facebook teilte. Das erfolgte zwar nicht mit dem offiziellen Profil des Vizekanzlers, sondern mit seinem Privatprofil, welches aber auch knapp 42.000 Follower aufweist. Brodnig reagierte umgehend mit einem Thread auf Twitter. Die Ausführungen von Brodnig strotzen dort nur von Doppelmoral und Hybris.

Bewertung voller Doppelmoral

Vom Wochenblick-Kommentar fühlt sie sich „an den Pranger gestellt“. Sie selbst hingegen „recherchierte“ über den Wochenblick und hat eine „große Geschichte gemacht“. Auch die Tatsache, dass der Artikel vom Wochenblick auf Facebook beworben wurde, stört Brodnig offenbar sehr. Dies ist bei Medien mit einer Facebookpräsenz jedoch gang und gäbe, worauf auch der Online-Chefredakteur des Wochenblickes, Johannes Schüller aufmerksam machte:

Brodnig erwähnte auch die Tatsache, dass der Beitrag bei Personen, die sich für die FPÖ interessieren, beworben wurde. Angesichts dessen, dass die FPÖ die größte dediziert patriotische Partei in Österreich ist, jedoch eine wenig aufschlussreiche Beobachtung. Wie, wenn nicht mit dieser Zielgruppe, sollte man politisch interessierte Patrioten für einen Werbealgorithmus definieren?

Quod licet Iovi…

Und das i‑Tüpfelchen: Der Vizekanzler teilte den Artikel. Insgesamt trieft das Wording der an sich renommierten Journalistin vor Doppelmoral – auch in ihrer Zusammenfassung. Sie selbst schreibt etwa „kritische Berichte“ über den Wochenblick, während derselbe ihre „negative Artikel“ widmet. Er wagt es „sogar“, den Beitrag auf Facebook zu bewerben, woraufhin ihn der Vizekanzler teilt.


Ein Medium ist um seine Reichweite bemüht – welch unglaubliche Freiheit. Auch das profil geizt bekanntlich nicht bei der  Bewerbung einiger seiner Kernbeiträge. Nicht selten geschieht dies sogar mit reißerischen Aufmachern als Schlagzeile. Als Mensch, an dem in Jahren klassischer Bildung auch ein paar Wortfetzen lateinischer Zunge hängenblieben, frage ich mich da wohl nicht alleine: Quod licet Iovi, non licet bovi? 

Brodnig gegen Unzensuriert.at

Während die Fehde von Brodnig gegen den Wochenblick noch nicht einmal wirklich abgekühlt war, holte sie bereits zum nächsten Schlag gegen ein patriotisches Medienprojekt aus. In einem weiteren – mittlerweile gelöschten – Thread auf Twitter versuchte sie Websites und Nutzer auf Social Media davon zu überzeugen, nicht auf die Website von Unzensuriert.at zu verlinken.

Das sei zu vermeiden, weil es das Google-Ranking der Website verbessere und User dorthin führe. Und mit diesen Usern werde dann auch noch mittels Onlinewerbung Geld verdient. Ob es auf der Homepage etwa interessante und relevante Informationen gibt, kümmert Brodnig wenig. Wenn ihr die Gesinnung der Betreiber nicht passt, rät sie einfach dazu, diesen bloß nicht die Möglichkeit einer eigenen Darstellung einzuräumen.

Nach einem Bericht von Unzensuriert führte ein von Brodnig aus diesen Gründen veröffentlichter Screenshot nun bereits zu juristischen Schritten gegen sie. Irgendwas mit einem Zauberlehrling und Geistern…

Fragwürdige Ansichten einer EU-Beraterin

Freilich könnte man auch an obigen Ausführungen zweierlei Kritikpunkte anbringen. Einerseits könnte man in den Verdacht geraten, ebenso zu reagieren und bloß keine eigene Darstellung der Betroffenen zuzulassen. Auch aus diesem Grund habe ich ihren Twitter-Beitrag eingebettet – jeder Leser soll sich sein eigenes Bild machen können. Der zweite Einwand wäre jener, dass es sich bei Brodnigs Ausführungen ja um private Denkanstöße mangelnder Relevanz handle.

Das mag zwar sein – aber man sollte nicht vergessen, dass Brodnig im Jahr 2017 von der damaligen SPÖ/ÖVP-Regierung zum sogenannten „Digital Champion“ ernannt wurde. Diesen Titel trägt sie auf ihrem Twitter-Profil mit einigem Stolz umher – und wird somit auch daran gemessen. In dieser Funktion soll sie die Europäische Kommission beraten und als Botschafter für den „Digitalen Binnenmarkt“ der EU fungieren. Eine durchaus relevante Position, wo Brodnigs einseitige Ansichten Schaden an der Meinungsfreiheit im Internet anrichten könnten.

Bröckelnde Position linker Journalistin

Die gute Nachricht ist aber, dass hier eine bröckelnde Position vertreten wird. Denn sonst könnte Brodnig nicht nur austeilen, sondern auch einstecken. Dann müsste sie sich in ihrer Kritik am Wochenblick nicht auf Doppelmoral und Wortklaubereien mit derselben faktischen Bedeutung verlassen. Abgesehen davon haben viele linke Journalisten wie Brodnig in ihrem Handwerk ohnehin meist wenig Substanz zu bieten.

Auch deshalb sieht sie vermutlich ihre sprichwörtlichen Felle davon schwimmen. Aber anstatt sich zu überlegen, wie man diese zurückerlangen kann, ohne dabei aussehen zu müssen wie ein begossener Pudel, baut sie lieber einen Damm in den Argumentationsfluss Anderer. Denn welch’ Schimpf und Schand’ wäre es, schwömmen die Felle weiter flussabwärts an den Badegästen in der großen Stadt vorbei.

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Gesellschaft

Ich habe geschossen”: Angeklagter gesteht Mord an Walter Lübcke

Stefan Juritz

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Der Hauptangeklagte Stephan E. hat vor Gericht den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) gestanden.

Frankfurt/Main. – „Ich habe geschossen”, ließ der 46-Jährige am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht Frankfurt/Main seinen Anwalt erklären. E. zeigte sich reuig und bezeichnete die Tat als „feige und grausam”. Was er und sein mitangeklagter mutmaßlicher Komplize H. getan hätten, werde „immer unentschuldbar bleiben”, sagte der Hauptangeklagte an die Familie Lübcke gerichtet.

Widerruf vom Widerruf

Im Juni 2019 war der CDU-Politiker Lübcke auf der Terrasse seines Wohnhauses erschossen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft E. vor, Lübcke aus rechtsextremer Motivation getötet zu haben. Der 46-Jährige hatte den Mord bereits in seiner ersten Vernehmung wenige Tage nach seiner Festnahme gestanden. Damals erklärte er noch, allein gehandelt zu haben, widerrief das Geständnis allerdings kurze Zeit später. In der zweiten Version schilderte er – diesmal im Beisein eines Anwalts – die Tat gänzlich anders: Demnach habe nicht er, sondern sein mutmaßlicher Komplize H. die Waffe gehalten, als sich versehentlich ein Schuss aus der Waffe gelöst habe.


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Gesellschaft

Das, was fehlen wird”: Ein Nachruf auf Addendum

Stefan Juritz

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Die Rechercheplattform Addendum hinterlässt eine große Lücke in der österreichischen Medienlandschaft.

Kommentar von Stefan Juritz

Die Nachricht verbreitete sich am Dienstag wie ein Lauffeuer: Red-Bull-Chef Didi Mateschitz stellt Addendum ein!  Er und Quo-Vadis-Veritas-Geschäftsführer Michael Fleischhacker seien „nach eingehender, von wechselseitiger Wertschätzung geprägter Diskussion” zum „einvernehmlichen Entschluss gekommen, die Aktivitäten der Stiftung und die Rechercheplattform Addendum einzustellen”, hieß es schließlich in einer kurzen Aussendung.

Wichtige Rechercheplattform

Es ist das überraschende Ende eines ambitionierten Medienprojekts, das letztlich nur drei Jahre lang bestand. Angeblich soll Mateschitz seit 2017 rund sieben Millionen Euro in den Aufbau einer Rechercheplattform für investigativen Journalismus fernab des klassischen „Mainstreams” gesteckt haben. „Das, was fehlt” wollte Addendum zeigen.

Gerade zu Beginn wurde das Projekt sehr kritisch und teilweise auch mit einer großen Portion Neid betrachtet. Doch Addendum lieferte von Anfang an hochwertige Arbeit ab. Bereits die erste Recherche zum Thema „Asyl” hob sich sehr positiv von den etablierten Medien ab. Es folgten zahlreiche weitere Projekte zu den verschiedensten Themen und Addendum konnte sich einen guten Ruf als sachliches und kritisches Medienprojekt erarbeiten. Speziell im Zuge der Corona-Pandemie war Addendum ein sehr wichtiges – und fast das einzige – Gegengewicht zu den vielen regierungsfreundlichen Medien, die lieber Sonderförderungen kassierten, anstatt die Corona-Maßnahmen kritisch zu hinterfragen. Darüber hinaus konnte die Rechercheplattform gerade auch im Bereich des Datenjournalismus glänzen.

Zu geringe Reichweite

An der Qualität der Arbeit kann das Einstampfen des Projekts also nicht gelegen haben. „Trotz erheblichen Mitteleinsatzes” und „einer Reihe erfolgreicher und relevanter Rechercheprojekte” sei es „insgesamt nicht gelungen”, die Zielsetzungen der Stiftung in „ausreichendem Maß” zu erfüllen, begründete Red Bull den Schritt. Addendum wurde wohl schlicht zu wenig gelesen; in Anbetracht der finanziellen Mittel blieb die Reichweite zu gering.

Das Einstellen der Rechercheplattform, die sich immer als Ergänzung zum „Mainstream” verstanden hat, ist ein Verlust für die heimische Medienlandschaft. Addendum war nicht „rechts” oder „patriotisch”, wie Linke dem Projekt oft vorwarfen, aber sachlich und unaufgeregt. Es hinterlässt eine große Lücke: „Das, was fehlen wird.”


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Rechercheplattform „Addendum” stellt Arbeit ein

Stefan Juritz

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Nach knapp drei Jahren ist Schluss. Die Medienplattform habe ihre Zielsetzung nicht ausreichend erfüllt, heißt es in einer Aussendung.

Salzburg. – Das österreichische Medienprojekt Addendum stellt seine Aktivitäten ein. Das gab die von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz gegründete Quo Vadis Veritas Privatstiftung in einer Aussendung am Dienstag überraschend bekannt. „Nach eingehender, von wechselseitiger Wertschätzung geprägter Diskussion sind Dietrich Mateschitz als Stifter der Quo Vadis Veritas Privatstiftung und Michael Fleischhacker als Geschäftsführer der Quo Vadis Veritas Redaktions GmbH zu dem einvernehmlichen Entschluss gekommen, die Aktivitäten der Stiftung und die Rechercheplattform Addendum einzustellen”, heißt es in der Aussendung.

Zielsetzung nicht erfüllt

Der Grund: „Trotz erheblichen Mitteleinsatzes” und „einer Reihe erfolgreicher und relevanter Rechercheprojekte” sei es „insgesamt nicht gelungen”, die Zielsetzungen der Stiftung in „ausreichendem Maß” zu erfüllen. Mateschitz wolle sich bei seiner Unterstützung journalistischer Aktivitäten stattdessen stärker auf „lösungsorientierte Projekte jenseits der politischen Alltagsauseinandersetzungen” konzentrieren.

Addendum wurde im Jahr 2017 gegründet. Herausgeber und Chefredakteur ist Michael Fleischhacker, der sich mit Niko Alm die Geschäftsführung teilt.


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