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Gesellschaft

Einzelhaft & Co.: So hart war Tommy Robinsons Gefängnisalltag

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Screenshot: YouTube - Video "EXCLUSIVE INTERVIEW: Tommy Robinson tells Ezra Levant about prison treatment" @ 01:34 (Bildausschnitt)

In zwei Interviews berichtete der britische Islamkritiker Tommy Robinson zum ersten Mal von den harten Bedingungen während seines kürzlichen zweimonatigen Gefängnisaufenthalts.

Der Journalist und Aktivist wurde Ende Mai infolge eines Livestreams außerhalb eines Gerichtsgebäudes wegen Störung des öffentlichen Friedens verhaftet. Binnen weniger Stunden befand damals ein Richter, er hätte gegen seine Bewährungsauflagen wegen Behinderung einer Gerichtsverhandlung verstoßen. Nachdem eine Berufungsinstanz dabei nun allerdings schwerwiegende Verfahrensfehler feststellte, durfte Robinson das Gefängnis auf Kaution verlassen – Die Tagesstimme berichtete.

Robinson von Gefängnisaufenthalt schwer gezeichnet

In den Wochen nach seiner Festsetzung protestierten in Großbritannien tausende Menschen für die Freilassung des bekannten Islamkritikers. Ein erstes Video nach der Haft, in dem er den Moment teilt, in welchem er seine Familie wiedersieht, zeigte Robinson stark abgemagert. Er scheint von der Haft gezeichnet – und Interviews für FoxNews sowie Ezra Levant von The Rebel bestätigen nun, weshalb.

Täglich 23,5 Stunden in Einzelhaft

Der Aktivist berichtet davon, man habe ihn zunächst in ein Gefängnis mit einer kleinen muslimischen Häftlingszahl gebracht. Nach kurzer Zeit verlegte man ihn jedoch in eine jener britischen Justizanstalten mit dem höchsten Anteil an islamgläubigen Insassen. Mit dem Argument, es geschähe zu seinem Schutz, verhängte man Einzelhaft über ihn. So verbrachte er nach eigenen Aussagen 23,5 Stunden des Tages in Isolation – die übrige halbe Stunde durfte er sich in einem Käfig unter Beobachtung die Füße vertreten.

Damit habe er unter dem Sicherheitsaspekt viel härtere Haftbedingungen erdulden müssen als die meisten anderen Insassen:

Es war der Umstand, dass sich die Tür jedes anderen Häftlings um acht Uhr morgens öffnet. Dann verbringen sie den Tag außerhalb ihrer Zelle – arbeiten, spielen Fußball und Billard. Um sechs Uhr abends werden sie dann wieder weggesperrt.”

Angst vor Fäkalienwurf und Vergiftung

Außerdem habe er – seine Zelle lag offenbar im Erdgeschoss, in der Nähe der internen Moschee – sich täglich mit Drohungen herumschlagen müssen. Es sei ihm während der jüngsten Hitzewelle nicht einmal möglich gewesen, seine Fenster zu öffnen. Zu groß war die Gefahr, dass Mithäftlinge erneut durch die Öffnung spucken oder gar Exkremente durchreichen könnten. Da das Essen im Gefängnis auch von muslimischen Häftlingen zubereitet wird, befürchtete er außerdem eine Vergiftung.

Mehrmals hätten diese ihn mit der Frage, wie denn sein Abendessen schmecke, aufgestachelt. Aus Sorge um sein leibliches Wohl konsumierte er nach eigenen Angaben stattdessen Dosentunfisch und Obst – und verlor auf diese Weise 20 Pfund. Den stillen Zwang zu diesem Gefängnisalltag empfindet der Journalist als absichtliche Schikane, um ihn „mental zu brechen”.

Wiederholte negative Erfahrungen im britischen Gefängnissystem

Es war nicht das erste Mal, dass Tommy Robinson hinter Gitter musste. Im Jahr 2014 etwa wurde ihm wegen Beihilfe zum Kreditbetrug der Prozess gemacht. Nach eigener Erklärung hätte er dabei – unwissentlich, aber fälschlicherweise – die Richtigkeit von Angaben eines Familienmitgliedes bestätigt und sich in einem Deal mit der Staatsanwaltschaft schuldig bekannt, um Schaden von seinen Verwandten abzuwenden.

Auch in der Folge jenes Aufenthalts in einem Hochsicherheitsgefängnis erzählte er Schockierendes über seine angebliche Behandlung durch muslimische Mithäftlinge sowie durch Offizielle der Haftanstalt. In einem 40-minütigen Interview mit der US-amerikanischen Journalistin und früheren Schriftstellerin Brittany Pettibone berichtete Robinson im Frühjahr von seinen Erfahrungen und von Repression, welche er aufgrund seiner Islamkritik bereits habe einstecken müssen.

Dieses kam damals übrigens erst im zweiten Anlauf zur Fertigstellung. Vor dem ersten Versuch verweigerte man Pettibone und deren Lebensgefährten Martin Sellner, die Einreise auf die Insel – Die Tagesstimme berichtete.

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2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    krzysztof

    4. August 2018 at 18:29

    TR hat 20 Pfund aund nicht Kilo in Haft abgenommen. Schlimm genug also korigieren Sie bitte.

  2. Avatar

    Zickenschulze

    4. August 2018 at 21:04

    Selten ein Schaden ohne Nutzen.
    Das Leben trimmt uns auf Härte.
    Schwaches wird dem Verfall preis gegeben.
    Überlebenswertes trägt die Lasten den Bestand zu evlutionieren.

    Dem Körper scheint diese Abmagerungsvariante nicht schlecht bekommen zu sein.

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Gesellschaft

Wort zum Sonntag: Wer glaubt, lebt länger

Gastautor

Veröffentlicht

am

von

ASDF Symbolbild (CC0)

Studien belegen: Je häufiger der Gang in die Kirche, umso länger das Leben. Der regelmäßige Besuch von Gottesdiensten scheint mit zusätzlichen Lebensjahren belohnt zu werden. Er schützt vor kardiovaskulären Erkrankungen als auch vor Krebs.

Kolumne von Raphanus

Forscher fanden heraus, dass regelmäßige Kirchgänger 27 Prozent geringer von kardiovaskulär bedingten und 21 Prozent geringer von krebsverursachten Todesfällen betroffen sind. Gleichzeitig wiesen sie aber bei Menschen, die nichts von Gottesdiensten hielten, eine höhere Sterberate nach (hier zum Bericht der Ärzte Zeitung).

Religiöse Beteiligung und Lebensdauer

Eine andere Studie zum selben Thema kam zum Ergebnis, dass religiöse Menschen um 5,64 Jahre länger als Nichtgläubige lebten. Der Forscher Baldwin Way ist sich sicher: „Die Studie liefert überzeugende Beweise, dass es eine Beziehung zwischen religiöser Beteiligung und der Lebensdauer eines Menschen gibt.“

Wissenschaftler vermuten, dass der starke Zusammenhalt in religiösen Gemeinschaften die psychosoziale Resilienz erhöht und einen günstigen Einfluss auf die Lebensweise ausübt, da stark gesundheitsschädliches Verhalten bei frommen Menschen eher weniger zu erwarten sei.

Theologe sieht Studien kritisch

Der katholische Theologe Manfred Lütz hält aber nichts von Studien, wonach religiöse und betende Menschen länger leben. „Stellen Sie sich vor, bei der Studie wäre herausgekommen, wer betet, lebt kürzer. Würden Sie dann nicht mehr beten?“, so seine Frage, bei der er gleichzeitig vor einem Trend der „Gesundheit als Religion“ warnte.

Ob Beten zum längeren oder zum kürzeren Leben führt, sei völlig egal“, so der Theologe. „Wir sind nicht Christen, weil wir gesund sein wollen, sondern beten, um unsere Beziehung zu Gott erhalten“. Lütz wies weiter darauf hin, dass Jesus bereits mit 33 Jahren am Kreuz gestorben ist. „Das war nicht besonders gesund.“

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Gesellschaft

Nach Urteil im Fall Künast: Juristinnenbund zeigt sich empört

Joshua Hahn

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ASDF Bild (Renate Künast 2013): Stephan Röhl / Heinrich-Böll-Stiftung via Flickr [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Der Juristinnenbund fordert einen verbesserten Schutz für Frauen im Internet.

Berlin. – Unlängst entschied das Landgericht Berlin, dass die Politikerin der Grünen, Renate Künast, diverse Beschimpfungen auf Facebook hinnehmen muss. Im Internet empörten sich viele Privatpersonen sowie Politiker über das Urteil, nun schaltet sich auch der Juristinnenbund ein.

Meinungsäußerungen legitim

Vor einigen Tagen entschied das Landgericht in Berlin, dass Renate Künast einige Beschimpfungen unter bestimmten Umständen hinnehmen muss. Sie wurde auf Facebook von einem Kommentator unter anderem als „altes grünes Drecksschwein“ bezeichnet, worauf die Politikerin vor Gericht zog, um an die personenbezogenen Daten des Users zu kommen. Dies berichtete der „Spiegel“.

Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass der User einen Link zu einem Artikel kommentierte, in welchem die Frage aufgeworfen wurde, ob Künast im Jahr 1986 sexuelle Handlungen mit Minderjährigen bagatellisierte. Von verschiedenen Seiten kam umgehend Kritik am Urteil auf.

Juristinnenbund empört

Der Deutsche Juristinnenbund (DJB) zeigte sich empört über das Gerichtsurteil. Die DJB-Präsidentin Maria Wersig erklärte laut „n‑tv“: „Wir brauchen eine zügige Weiterentwicklung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes“. Es käme zu häufig vor, dass sich Frauen, welche sich öffentlich äußerten, von einer „zum Teil organisierten Meute attackiert“ würden. 

Es dürfe nicht passieren, dass Frauen im Netz dazu gezwungen werden, den öffentlichen Diskurs zu meiden. Künast selbst erklärte, das Urteil, wonach die Kommentare „haarscharf an der Grenze des von der Antragstellerin noch Hinnehmbaren“ seien, anfechten zu wollen.

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Deutschland

Hessische Landesregierung will Meldesystem für „Hass-Kommentare“ etablieren

Joshua Hahn

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ASDF Symbolbild: Pixabay [CC0]

Das System solle dabei helfen, „Hetze“ öffentlich zu „ächten“, so der Ministerpräsident Hessens, Volker Bouffier (CDU).

Wiesbaden. – Die hessische Landesregierung hat bekannt gegeben, ein Meldeportal für die Bekämpfung von „Hass-Kommentaren“ einführen zu wollen.

Hass gehört nicht zur Meinungsfreiheit“

Am Donnerstag erklärte Bouffier gemeinsam mit seinem Vertreter von den Grünen, Tarek Al-Wazir, dass „Hass-Kommentare“ nicht durch die Meinungsfreiheit gedeckt seien. Bouffier sagte laut der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Auch im Netz ist die Würde des Menschen zu bewahren.“

Nun soll ein Portal etabliert werden, auf welchem Nutzer vermeintliche „Hass-Postings“ und Gewaltaufrufe melden können. Das Netzwerk solle die strafrechtliche Verfolgung der Kommentatoren erleichtern. Beide forderten die „Ächtung“ solcher Kommentare. Al-Wazir betonte, dass er die Menschen generell dazu ermutigen wolle, „für ein weltoffenes und vielfältiges Hessen aufzustehen“. Die Meldung von Kommentaren sei dabei ein „klares Stopp-Signal“ gegenüber den Kommentatoren.

Konferenz für Demokratie geplant

Des Weiteren ist laut Angaben der beiden Politiker eine „Konferenz für Demokratie und Respekt, gegen Gewalt und Hetze“ in Planung. Dies berichtet unter anderem die „Junge Freiheit“. Neben der Polizei und verschiedenen Medienvertretern soll auch das hessische „Demokratiezentrum“ bei der Veranstaltung mitwirken. Mitglied des Zentrums ist unter anderem ein Antifa-Verband, die „Antifaschistische Bildungsinitiative“.

Zu den genauen Maßstäben äußerte sich der Ministerpräsident nicht. So ließ er die Frage, ab wann ein „Hass-Kommentar“ ein solcher ist, unbeantwortet. 

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