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Interview

Van Grieken: „Vlaams Belang wird immer nach einem unabhängigen Flandern streben”

Redaktion

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Parteichef Tom Van Grieken / Bild: Vlaams Belang

Vlaams-Belang-Chef Tom Van Grieken spricht im exklusiven Tagesstimme-Interview über die Grundsätze und Ziele seiner Partei, über das Verhältnis zwischen den Volksgruppen in Belgien, den Grund für das schlechte Abschneiden des Vlaams Belang bei den letzten Parlamentswahlen und über die europäische Asylpolitik. 

Die Tagesstimme: Herr Van Grieken, Sie sind seit vier Jahren Vorsitzender der flämischen Partei Vlaams Belang. Können Sie unseren Lesern, die sich mit der Politik in Belgien bisher weniger beschäftigt haben, kurz zusammenfassen, wofür Ihre Partei steht?

Van Grieken: Vlaams Belang ist eine flämische Partei, die sich als patriotisch versteht und sich um einen unabhängigen Staat Flandern bemüht. Unsere Partei ist ohne Zweifel rechts der Mitte positioniert und konservativ eingestellt, denn wir möchten unsere Traditionen, Werte und unsere Kultur verteidigen und stehen für eine faire, aber strikte Einwanderungspolitik.

Unabhängiger flämischer Staat

Weiters befürworten wir strenge Maßnahmen zur Verbrechensbekämpfung und sind der Meinung, dass die Gesetze des Gastgeberlandes respektiert werden müssen. Die traditionelle Form der Familie sehen wir als Eckpfeiler der Gesellschaft. Die wichtigste Forderung des Vlaams Belang ist aber, dass wir einen unabhängigen flämischen Staat anstreben. Diese Unabhängigkeit bietet nämlich die beste Möglichkeit, die Zukunft und den Wohlstand Flanderns zu sichern.

Am 16. Juni 2015 hat Vlaams Belang gemeinsam mit dem französischen Front National, der niederländischen PVV, der österreichischen FPÖ und anderen Gleichgesinnten die Fraktion “Europa der Nationen und der Freiheit” gegründet, die nun im Europäischen Parlament vertreten ist. Gemeinsam kämpfen wir für ein Europa der souveränen Staaten und für ein Europa, das die nationale Eigenständigkeit und die Identität seiner Völker respektiert.

Die Tagesstimme: Bei der letzten Parlamentswahl im Jahr 2014 erlitt der Vlaams Belang schwere Verluste. Wie kam es zu diesem Absturz?

Van Grieken: Nach dem langanhaltenden Erfolg unserer Partei kamen wir von zwei Seiten unter Beschuss. Einerseits setzte die ‚traditionellen‘ Parteien auf einen sogenannten „cordon sanitaire“ (einen ideologischen ‚Sicherheitsgürtel’, Anm. d. Red), welcher uns überall eine Regierungsbeteiligung verwehrte.

Andererseits behauptete eine dieser Altparteien, die N‑VA (Neu-Flämische Allianz), dieselben Ziele wie Vlaams Belang zu verfolgen. So wurden sie zu den großen Gewinnern bei den Wahlen und sind nun in der Regierung. Leider sehen wir, dass sie ihren großen Worten keine Taten folgen lassen.

Man kann diese Partei mit dem Fall von Sarkozy in Frankreich vergleichen. Dieser gewann die Wahl gegen Jean-Marie Le Pen im Jahr 2007, indem er seine Ideen kopierte. Letztendlich enttäuschte er die Franzosen jedoch, als klar wurde, dass seine Versprechen nichts als Schall und Rauch waren und sich die Politik kaum änderte. Wie Abraham Lincoln einst schon sagte: “Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen und das ganze Volk einen Teil der Zeit. Aber man kann nicht das gesamte Volk die ganze Zeit täuschen”.

Realistische Alternativen bieten

Die Tagesstimme: Wie gedenken Sie, mit diesen Problemen für die nächste Parlamentswahl umzugehen?

Van Grieken: Umfragen zeigen regelmäßig, dass die Menschen genug von den traditionellen Politikern und von der althergebrachten Einwanderungspolitik – beziehungsweise deren Mängel – haben. Die machthabenden Parteien versprechen zwar, dass sich etwas ändern wird, doch die Zahlen sprechen für sich und sind der Beweis, dass sich die Situation nicht verbessert, sondern im Gegenteil sogar verschlechtert. Ich bin überzeugt: Wenn unsere Partei die Leute mit der Realität konfrontiert und realistische Alternativen bietet, werden sie uns auch unterstützen.

Denn jeder wünscht sich eine gute Zukunft für seine Kinder. Wenn wir den Kurs nicht ändern, befürchte ich aber, dass sich unser Land unwiederbringlich zum Schlechten hin verändern wird. Wir sind die einzige Partei, welche diese Problematik aufgreift – und folglich auch die einzige, welche passende Lösungen anbieten kann.

Die Tagesstimme: Im Herbst stehen Kommunalwahlen in Belgien an. Welches Ziel haben Sie sich gesetzt?

Van Grieken: Wir wünschen uns, dass unsere Kandidaten in allen Gemeinden, in denen wir Listen aufstellen, auch gewählt werden.

Die Tagesstimme: In Belgien leben mit den Flamen und Wallonen zwei große Volksgruppen. Wie ist das momentane Verhältnis zwischen den Volksgruppen? Gibt es weitere Autonomie-Bestrebungen?

Van Grieken: Ich möchte noch einmal klarstellen: Die Unabhängigkeit Flanderns ist etwas, wonach meine Partei immer streben wird. Wallonen und Flamen sind zwei unterschiedliche Bevölkerungsgruppen in zwei unterschiedlichen Ländern, die zusammengezwungen werden. Beide Gruppen haben ihr eigenes Parlament, ihre eigenen Gesetze, Zeitungen, Fernsehkanäle usw.

Gute Nachbarschaft wäre besser als schlechte Zwangsehe”

Politisch gesehen sind Flamen eher rechts, während Wallonen eher linke Parteien wählen. Dies führt zur unmöglichen Situation, in der die Regierung zwangsläufig immer eine der beiden Seiten enttäuschen wird. Eine gute Nachbarschaft wäre besser als die schlechte Zwangsehe, in der wir uns zur Zeit befinden.

Man kann natürlich sagen, dass wir einer gemeinsamen Gefahr gegenüberstehen. Denn wenn die derzeitige Masseneinwanderung nicht gestoppt wird, wird es bald keine Wallonen und Flamen mehr geben. Wir können uns dieser Gefahr jedoch gemeinsam stellen, indem wir, Vlaams Belang, mit Parteien in ganz Europa zusammenarbeiten und unsere Partnerschaften erweitern. Gleichzeitig wird sich aber keine der involvierten Parteien einmischen, wenn es um den Führungsstil in unserem Land geht und umgekehrt. So eine Partnerschaft können wir auch mit Wallonien eingehen.

Die Tagesstimme: Auf europäischer Ebene arbeitet der Vlaams Belang auch mit der österreichischen FPÖ und der italienischen Lega Nord zusammen. Beide Parteien sind jetzt in Regierungsverantwortung. Wie schätzen Sie die bisherige Arbeit ein? Sind die Parteien Vorbild für den Vlaams Belang?

Van Grieken: Die traditionellen Regierungsparteien Belgiens versuchen alles in ihrer Macht stehende, damit Vlaams Belang im Land nicht regieren kann. Dasselbe versuchte man auch in Österreich und Italien. Aber der Erfolg der FPÖ und der Lega zeigt, dass man die Altparteien auf demokratischem Wege schlagen kann.

Und wenn sie ihre Länder gut regieren, werden die Menschen in ganz Europa sehen, dass Parteien wie die unsere wirklich etwas verändern können. So gesehen, sind die Parteien definitiv ein Vorbild für Vlaams Belang.

Australiens „No Way”-Politik als Vorbild

Die Tagesstimme: Seit einigen Monaten bestimmt vor allem das Asyl- und Migrationsthema die EU-Politik. Welche Schritte müsste die Union aus Ihrer Sicht setzen, um zu einer Lösung zu gelangen?

Van Grieken: Zunächst glaube ich, dass jedes EU-Land das Recht dazu hat, seine Migrationspolitik zu bestimmen. Damit ich mich klar ausdrücke: Wenn ein Land keine Asylwerber aufnehmen möchte, dann muss es das auch nicht.

Auf lange Sicht wird allerdings nur eine strenge Haltung gegen Flüchtlingsschiffe helfen, wie wir sie von Australien kennen. Australiens Grenzpolitik ist mittlerweile eine der strengsten weltweit und kann in drei Kernpunkte zusammengefasst werden. Zum einen werden Flüchtlingsboote bereits am Meer abgewiesen oder abgeschleppt. Zum anderen werden Asylwerber dazu gezwungen, in Auffangzentren entlang des Pazifik in Nauru und Papua-Neuguinea zu leben. Weiters wird ihnen versichert, dass sie nie in Australien angesiedelt würden.

Europa muss dasselbe tun. Wir müssen die Boote abweisen oder abschleppen, Auffangzentren am anderen Ufer des Mittelmeeres errichten. Dort soll man die Asylweber unterbringen und ihnen klarmachen: Niemand, der unsere Grenzen illegal überschreitet, wird einen Platz in unserer Gesellschaft finden. Ich glaube, dies ist der einzige Weg, um das Sterben im Mittelmeer zu stoppen und die unhaltbare Einwanderungswelle zu bezwingen.

Die Tagesstimme: Steve Bannon, Ex-Berater des US-Präsidenten Donald Trump, will die europäischen Rechtsparteien bei der EU-Wahl im Jahr 2019 unterstützen. Was halten Sie von diesen Plänen?

Van Grieken: Natürlich begrüße ich jede Person und Idee, die uns aus der desaströsen Situation befreien kann, in der wir uns dank der traditionellen Regierungsparteien befinden. Dennoch bleibe ich jenen Kräften gegenüber skeptisch, die sich darum bemühen, die patriotischen Kräfte in Europa zu spalten. Probieren geht aber jedenfalls über studieren. Ich hoffe, dass wir nach den nächsten Wahlen gezielte Schritte setzen können. Und mit “wir” meine ich alle, die eine bessere Zukunft für Europa wollen.

Die Tagesstimme: Vielen Dank für das Interview!

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Interview

Sellner: „Die Nutzung digitaler Plattformen muss ein Grundrecht werden!”

Julian Schernthaner

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ASDF Bild: Ehem. Facebook-Seite Martin Sellner

Im Interview mit der Tagesstimme spricht der patriotische YouTuber, Aktivist und Leiter der Identitären Bewegung Österreich (IBÖ), Martin Sellner, über Meinungsfreiheit, die lebendige Kultur Europas und den Zustand seiner Bewegung.

Die Tagesstimme: Sehr geehrter Herr Sellner, nachdem Sie eine Hausdurchsuchung während Ihres Urlaubs in Osttirol überraschte, löschte YouTube Ihren Kanal ausgerechnet, als Sie sich gerade auf dem Weg in Ihre Flitterwochen befanden. Wie nervenaufreibend ist das Wissen, dass man als Aktivist und Systemkritiker seine Ruhephasen nie wirklich planen kann?

Martin Sellner: Es ist natürlich etwas mühsam und auf Dauer zehrend, dafür ist unser Leben nicht langweilig! Ich wollte mein Leben immer so leben, dass ich, würde ich es als Film sehen, nicht wegklicken würde. Das ist derzeit der Fall. Ich bin immer gespannt, was als nächstes passiert, und wie es weitergeht.

Die Tagesstimme: Die Löschung Ihres YouTube-Kanals mit über 100.000 war nicht die erste in jüngerer Vergangenheit, die einen patriotischen Kommentator betraf. Was bedeuten diese Schläge gegen kritische Stimmen für die demokratische Willens- und Meinungsbildung?

Sellner: Es sind enorme Attacken, die uns auch vom Wesentlichen ablenken. Meine letzten Videos zB beschäftigten sich zu einem guten Teil mit den Sperren von mir und Niki [Kanal „Neverforgetniki” von Niklas Lotz, Anm. d. Red.], einem anderen betroffenen Youtuber. Damit geht der Fokus von den wichtigen Themen verloren und man gerät in die Defensive. Die ständigen Einschnitte in den patriotischen Diskurs verzerren auch die gesamtgesellschaftliche Debatte und sabotieren die Demokratie.

Die Tagesstimme: Ihr Kanal wurde nach einem Einspruch und anwaltlichem Beistand wiederhergestellt. Welche weiteren Schritte planen Sie gegen YouTube – oder ist durch die zweite erfolgreiche Wiederherstellung nach „Neverforgetniki” die Gefahr für patriotisch-kritische Stimmen auf der Plattform vorerst gebannt?

Sellner: Nein, die Gefahr besteht immer. Youtube ist komplett unvorhersehbar, die Regeln sind nicht nachvollziehbar und der Konzern fühlt sich keiner Rechenschaft schuldig. Das betrifft alle großen Plattformen. Damit sind Youtube, Facebook, Twitter und Co. wie eine feindliche Matrix, die sich jederzeit gegen uns richten kann.

Die Tagesstimme: Befürworter derartiger Sperrungen verweisen regelmäßig auf das Recht privater Firmen, eigene Geschäftsbedingungen durchzusetzen. Inwiefern irrt diese Ansichtsweise bei Angeboten wie Facebook, YouTube, usw.?

Sellner: Genauso absurd wäre es wenn einem ein Telefonanbieter den Vertrag kündigen würde, weil man sich im Gespräch positiv über die AfD äußert. Wenn ein Unternehmen eine globale Monopolstellung hat und zu einer unumgänglichen Bedingung für erfolgreiche digitale Kommunikation geworden ist, dann greift die privatrechtliche Vertragsfreiheit nicht mehr.

Die großen digitalen Plattformen zu nutzen, muss im Rahmen der Strafgesetze ein Grundrecht werden, ebenso wie man öffentliche Verkehrsmittel benutzen darf und ein Recht auf ein Bankkonto hat.

Die Tagesstimme: Was schreiben Sie linken und bürgerlichen Personen ins Stammbuch, welche sich über Sperrungen rechter Akteure auf sozialen Netzwerken – wie in Ihrem Fall, mitunter vorschnell – freuen?

Sellner: Ihnen könnte das Lachen noch im Halse stecken bleiben. Ich werde alles dafür tun, dass Rechte, wenn sie eines Tages politische Macht innehaben sollten, nicht so verlogen, totalitär und heuchlerisch agieren werden.

Die Tagesstimme: Sie haben für Ihre Hochzeitsreise die italienische Hauptstadt Rom auserkoren. Welchen Symbolwert hat die ‚ewige Stadt’ für einen Liebhaber europäischer Kultur, insbesondere für einen Katholiken?

Sellner: Rom ist eines der Herzen Europas. Hier sieht man was Europa wirklich ist: kein Vertrag, kein Bündel an abstrakten „Werten”, sondern greifbare, konkrete Tradition. Es ist lebendige Geschichte, heidnische Antike, christliches Mittelalter und die Moderne. All das sieht und erlebt man in Rom: dass Europa lebendig ist.

Die Tagesstimme: Sie haben sich für die Ehe – und eigenen Aussagen zufolge auch für die Gründung einer Familie – entschieden. Viele Menschen, auch im patriotischen Lager, zweifeln, ob es in turbulenten Zeiten überhaupt noch angebracht sei, diesen Weg zu gehen. Welche aufmunternden Worte geben Sie diesen Menschen mit?

Sellner: Ich würde sie fragen, wer denn ein Interesse daran hat, dass sie so denken und sich im schlimmsten Fall das Wichtigste im Leben, eine unwiederbringliche Chance, rauben lassen. Gerade und ausgerechnet jetzt müssen wir trotzdem ‚Ja zum Leben’ sagen und das bedeutet in letzter Konsequenz ‚Ja zur Familie’.

Die Tagesstimme: Sie sind Leiter der österreichischen Identitären. In den letzten Monaten war die Identitäre Bewegung nicht mehr aufgrund ihres Aktionismus, sondern nur noch wegen Razzien, Gerichtsverfahren oder Ähnlichem in den Medien. Wird die IB diesen Druck überstehen?

Sellner: Selbstverständlich. Druck schafft Diamanten und der erwünschte Effekt der Repression, die soziale Isolation, ein Verlust der Unterstützer und Wegfall der Aktivisten, traten trotz schwersten Geschützen nicht ein. Im Gegenteil: die IB ist bekannter denn je und zum Faktor der Innenpolitik geworden.

Die Tagesstimme: Man muss jedoch festhalten, dass die IB nicht mehr so stark mobilisieren kann wie noch 2015/2016 während der Hochphase der Asylkrise. Hat die IB vielleicht ihren Zenit überschritten – und hat der Aktivismus der vergangenen Jahre überhaupt etwas im Land ändern können?

Sellner: Selbstverständlich. Der metapolitische Posten der IB erzeugt immer wieder nötige, erfrischende Dissonanzen im Propagandachor der linken Globalisten. Die IB hat durch ihren sichtbaren Widerstand, dem metapolitischen Linksruck die Stirn geboten und eine ganze Generation junger Patrioten geprägt und gebildet. Solange die IB existiert, ist die Frage nach dem Bevölkerungsaustausch präsent. Das ist der Grund für die bisher erfolglose Vernichtungskampagne, die seit April 2018 ununterbrochen läuft.

Selbstverständlich hat sich die IB in ihrem Auftreten an diesen Zustand angepasst und fokussiert ihre Kräfte auf die Abwehr der wöchentlichen Angriffswellen. Doch das sind keine Mobilisierungsprobleme, kein öffentliches Desinteresse oder Passivität der Aktivisten. Es ist ein Zeichen unserer metapolitischen Bedeutung, unserer Wirksamkeit und der Nervosität der Antidemokraten. Sie sind zurecht nervös, denn wir werden uns weiter friedlich für eine offene Debatte einsetzen und ein Faktor bleiben, mit dem man rechnen muss.

Die Tagesstimme: Vielen Dank für das Gespräch!

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Interview

Urban (AfD): „Wir wollen stärkste Kraft in Sachsen werden!”

Julian Schernthaner

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ASDF Bild (Jörg Urban vor dem sächsischen Landtagsgebäude in Dresden): © AfD Landesgruppe Sachsen [Mit freundlicher Genehmigung/Pressefoto]

Am Sonntag wird das sächsische Volk seine neuen Vertreter für den Landtag wählen. Im Interview mit der Tagesstimme spricht AfD-Spitzenkandidat Jörg Urban über die Ziele seiner Partei – und darüber, weshalb der Geist von 1989 heute wichtiger denn je ist.

Die Tagesstimme: Sehr geehrter Herr Urban, am 1. September wählt Sachsen einen neuen Landtag. Ihre Partei dürfte Umfragen zufolge gut abschneiden. Was sind die zentralen Schwerpunkte Ihrer Partei für den kommenden Urnengang – und mit welchem Ergebnis wären Sie zufrieden?

Jörg Urban: Wir wollen stärkste Kraft in Sachsen werden, um tatsächliche Veränderungen im Land bewirken zu können. Ganz oben auf der Agenda stehen dabei die Abschaffung der Bargeldleistungen von Asylbewerbern, die Abschaffung der GEZ und die Einführung von kostenlosem Schulessen sowie kostenloser ÖPNV für Rentner, Lehrlinge und Schüler.

Die Tagesstimme: Die Zusammenstellung der Landesliste verlief holprig, quasi erst in letzter Minute revidierte ein Gericht die Kürzung selbiger durch den Landeswahlausschuss auf 18 Personen; nun sind es 30 Kandidaten. Was ist in diesem Fall schief gelaufen – und wie kann man solchen Situationen zukünftig entgegenwirken?

Urban: Die AfD Sachsen hat bei der Einreichung der Wahlliste keine Fehler gemacht. Das sieht auch das Verfassungsgericht so. Die Landeswahlleitung hat der Listenstreichung nicht existente gesetzliche Vorgaben zugrunde gelegt. Wir werden nach der Wahl juristisch gegen diesen Willkürakt vorgehen. Egal wie das Wahlergebnis ausfällt.

Die Tagesstimme: Die anderen Parteien haben eine Zusammenarbeit mit Ihrer Partei bereits im Vorhinein ausgeschlossen. Bei der Bürgermeisterwahl in Görlitz vereinten sich sogar alle übrigen Kräfte, um einen AfD-Oberbürgermeister zu verhindern. Was bedeuten derartige taktische Blockbildungen für unsere Demokratie?

Urban: Es bedeutet zuerst, dass die AfD die einzige Oppositionspartei ist,  nicht nur in Sachsen. Für die Demokratie bedeutet es, dass diese Art ‚Nationale Front‘ der Altparteien ein stückweit an Zustände wie in der DDR erinnert. Der Wählerwille wird nicht geachtet, um einen politischen Mitbewerber zu verhindern. Das wird aber auf Dauer nicht gelingen.

Die Tagesstimme: Sie gelten als Vertreter oder zumindest Sympathisant des nationalkonservativen AfD-Flügels rund um Björn Höcke. Immer wieder gibt es Angriffe von inner- und außerhalb der Partei auf diese Strömung. Wie wichtig ist die Vermeidung von Grabenkämpfen innerhalb einer Partei für deren Glaubwürdigkeit?

Urban: Jede Volkspartei hat Repräsentanten verschiedener politischer Strömungen in ihren Reihen. Das ist richtig und wichtig, um Meinungsvielfalt unter einem Dach bündeln zu können. Ich selbst betrachte mich allerdings nicht als Anhänger einer speziellen innerparteilichen Strömung. Meine Aufgabe als Landesvorsitzender ist der Zusammenhalt der Partei.

Die Tagesstimme: Sie befanden in den vergangenen Tagen, dass die CDU keine konservative Partei mehr sei und Ex-Verfassungsschutzpräsident Maaßen ein „Sprachrohr” Ihrer Partei wäre – was dieser vehement ablehnt. Auch Parteikollegen stellten den Konservatismus der Union infrage. Was erhoffen Sie sich davon, die Positionen des Mitbewerbers anstelle der eigenen so kurz vor der Wahl ins Zentrum der Debatte zu rücken?

Urban: Die sächsische CDU ist tatsächlich keine konservative Partei mehr. Sie ist unter den Herren Kretschmer und Dierks zu einem Ableger Merkelscher Egalität geworden. Uns ist es wichtig, Signale an CDU-Mitglieder und alle Bürger zu senden, die diesen Linkskurs der CDU ebenfalls ablehnen.  

Die Tagesstimme: Sachsen als Bundesland ist ein Ort, in welchem patriotische Bürgerinitiativen und ‑plattformen sich eines großen Zulaufes erfreuen. Wie wichtig ist Ihrer Ansicht nach eine funktionierende patriotische Zivilgesellschaft neben der AfD für das Gelingen einer nachhaltigen patriotischen Wende?

Urban: Die sächsische AfD begrüßt jede Bürgerbewegung, die sich auf dem Boden des Grundgesetzes bewegt und friedlich gegen die Missstände in unserem Land demonstriert.  

Die Tagesstimme: Ihre Kollegen in Brandenburg, wo am selben Tag gewählt wird, rufen zur „friedlichen Revolution am Stimmzettel” auf. Welche Umstände in Deutschland erinnern denn an die DDR – und weshalb sollte ausgerechnet Ihre Partei die Erbin der Demonstrationen von 1989 sein?

Urban: Wer in Deutschland heute eine politische Meinung äußert, die außerhalb des Mainstream liegt, muss damit rechnen, berufliche Nachteile bis hin zur Kündigung in Kauf zu nehmen. Zudem wurden weder bei der Grenzöffnung, noch bei der Einführung des Euro oder der sich abzeichnenden Mithaftung sächsischer Bürger für die Schulden anderer EU-Länder die Bürger gefragt. Es wird immer wieder über deren Köpfe hinweg entschieden.

Zudem hinterfragen immer weniger Medien die Regierungsarbeit, was ihre Aufgabe wäre, sondern verunglimpfen die einzige Oppositionspartei bei jeder Gelegenheit. Das sind zwar noch keine Zustände wie in der DDR, aber wir bewegen uns gefährlich in diese Richtung. Dem gilt es – wie 1989 – entschlossen entgegenzutreten.

Die Tagesstimme: Vielen Dank für das Gespräch!

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Deutschland

Straße und Parlament dürfen für uns kein Gegensatz sein”

Redaktion

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ASDF AfD-Kandidat und "Zukunft Heimat"-Gründer Dr. Christoph Berndt. Foto: privat

In wenigen Wochen findet die Landtagswahl in Brandenburg statt. Die Tagesstimme hat deshalb ein Interview mit dem AfD-Kandidaten Dr. Christoph Berndt geführt. Darin spricht der Gründer von Zukunft Heimat e.V. über seinen Slogan „Bürger-Bewegung ins Parlament”, Björn Höcke und den „Flügel” sowie die Wahlziele der AfD.

Die Tagesstimme: Herr Berndt, Sie sind der Begründer des patriotischen Bürgerinitiative „Zukunft Heimat“ in Cottbus und haben dort seit mehreren Jahren Demonstrationen gegen die Asyl- und Migrationspolitik der Bundesregierung organisiert. Nun kandidieren Sie bei der Landtagswahl in Brandenburg auf Listenplatz zwei der AfD. Wieso nun dieser Schritt von der Straße in das Parlament?

Berndt: Bislang kandidiere ich ja nur, aber abgesehen davon dürfen Straße und Parlament für uns kein Gegensatz sein. Die Verteidigung des Eigenen, die Bewahrung und wo nötig die Wiederherstellung unseres Nationalstaates ist eine umfassende Aufgabe. Straßenprotest, parlamentarische Arbeit und metapolitische Hinterfragung müssen ineinandergreifen. Ich verstehe die AfD als Teil einer Volksbewegung und denke, dass ich als Stimme der Bürgerbewegung in der Partei wahrgenommen werde. Sollte ich in den Landtag gewählt werden, dann eben auch als Stimme der Bürgerbewegung im Parlament. Ich kandidiere schließlich auch mit dem Slogan: „Bürger-Bewegung ins Parlament!

Die Tagesstimme: Werden Sie die Arbeit bei „Zukunft Heimat“ fortsetzen?

Berndt: Auf jeden Fall! Ich habe meinen Platz gefunden. Ich bin Teil der patriotischen Bürgerbewegung und kann mir nichts Besseres vorstellen. Und ich will meinen Teil dazu beitragen, um das Brandenburger Kooperationsmodell von AfD und Bürgerbewegung fortzuentwickeln.

Die Tagesstimme: In den Umfragen sieht es sehr gut aus für die AfD. Wie lautet das Wahlziel?

Berndt: Aus meiner Sicht gibt es zwei Ziele: Erstens so viele Stimmen wie möglich zu gewinnen und vielleicht sogar stärkste Kraft in Brandenburg zu werden. Zweitens mit der eigenen Stärke eine Regierungsbildung von SPD-Linken-Grünen zu verhindern.

Die Tagesstimme: Welche Themenschwerpunkte setzen Sie persönlich im Wahlkampf?

Berndt: Die Blickrichtung, die uns von den konkurrierenden Parteien unterscheidet: Die AfD hält am Volk und am Nationalstaat fest. CDU, SPD, FDP, Linke und Grüne, zumindest ihre Führungen, verneinen das Volk (Habeck), definieren es zur Bedeutungslosigkeit um (Merkel) und halten den Nationalstaat für überholt. Daraus ergibt sich alles Weitere: Die Ablehnung der illegalen Masseneinwanderung, die Forderungen nach besserer Bildung (die Hälfte der Brandenburger Schüler lernt nicht richtig Lesen und Rechnen), einer vernünftigen Energie- und Umweltpolitik (Stopp des Baus von Windkraftanlagen, keinen ideologiegetriebenen Kohleausstieg) und mehr direkter Demokratie (Hürden für Volksentscheide senken), um Beispiele zu nennen.

Die Tagesstimme: In den vergangenen Wochen wurde intensiv über Richtungsstreits in der AfD und speziell über Björn Höcke und den „Flügel“ diskutiert. Können Sie die Kritik an Höcke nachvollziehen und wie stehen Sie zum „Flügel“?

Berndt: Diskussionen gehören zu einer lebendigen Partei, auch solche über Personen. Und auch Björn Höcke hat ein Recht darauf, kritisiert zu werden. Im Fall der AfD und speziell von Höcke werden Diskussionen aber immer wieder von Gegnern außerhalb der Partei befeuert. Das kennen wir seit Jahren, und das sollten alle berücksichtigen, die Höcke kritisieren. Ich kann und will mir eine AfD ohne Björn Höcke und den „Flügel” nicht vorstellen.

Die Tagesstimme: Obwohl die AfD stärkste Kraft werden könnte, haben die anderen Parteien eine Koalition mit der AfD bereits ausgeschlossen. Was halten Sie von dieser Ankündigung und wäre die AfD bereit für eine Regierung?

Berndt: Solange die anderen Parteien unter der Fuchtel von Globalisten stehen, käme für mich auch aus AfD-Sicht keine Koalition in Frage. Sollten die Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen für CDU und SPD schlecht ausgehen, wird sich Merkel nicht halten. Dann können sich neue Konstellationen ergeben. Angst vor einer Regierungsübernahme muss die AfD nicht haben. Nirgendwo in Deutschland. Was die jetzigen Regierungen in den Ländern und im Bund zu bieten haben, kann die AfD locker übertreffen.

Die Tagesstimme: Vielen Dank für das Interview!

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