Gesellschaft

Wegen Islam‐Buch: SPD will Thilo Sarrazin erneut loswerden

By blu-news.org (Thilo Sarrazin) [CC BY-SA 2.0 ], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

Bereits zweimal hat die SPD erfolglos versucht, Sarrazin auszuschließen. Das neue Islam‐Buch des Publizisten sorgt nun erneut für Unmut in der Parteispitze.

In der SPD will man wieder einmal die Parteimitgliedschaft von Thilo Sarrazin prüfen. Grund dafür ist sein in Kürze erscheinendes Buch „Feindliche Übernahme: Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht”.

Stegner: Sarrazin passt besser zu „Rechtspopulisten”

Die SPD wird sehr genau prüfen, ob er seine Auflagen aus dem Parteiordnungsverfahren von 2011 erfüllt. Wer die Grundprinzipien von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität missachtet, hat in der SPD keine Heimat“, sagte der stellvertretende SPD‐Vorsitzende Ralf Stegner in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.).

Der SPD‐Vize hält Sarrazin nicht mehr für einen Sozialdemokraten und legt ihm daher einen Parteiaustritt nahe. Der 73‐jährige Ökonom und Autor passe mit seinen „üblichen Ressentiments gegen Minderheiten” viel besser „zu den Rechtspopulisten, die ja schon länger mit ihm werben”.

Weitere Kritik aus SPD

Auch der frühere SPD‐Chef Sigmar Gabriel kritisierte Sarrazin: „Er hat sich nie von seinen Ideen zur Wiederbelebung der Eugenik distanziert, obwohl das ganze Grundgesetz gegen diese schreckliche Verbindung genetischer und sozialer Fragen geschrieben wurde.“

Und auch Aydan Özoguz, Bundestagsabgeordnete und Mitglied des SPD‐Präsidiums, betontet: „Thilo Sarrazin hat sich längst von sozialdemokratischen Werten verabschiedet.“ Über den weiteren Umgang mit dem Autor werde sich das Partei‐Präsidium befassen, kündigte Özoguz an.

Sarrazin: „Parteiausschluss würde wieder scheitern”

Sarrazin sieht dem Bericht der F.A.S. zufolge einem weiteren Ausschlussverfahren gelassen entgegen. „Ein erneuter Versuch zum Parteiausschluss würde wieder scheitern“, sagte er der Zeitung „Ich kenne auch keinen verantwortlichen Funktionär, der ihn ernsthaft betreiben würde. Sie können mir aber glauben, dass mich nichts weniger beschäftigt als die Frage, wer wann und wo im Funktionärskader über meinen Ausschluss brütet.“

Neues Islam‐Buch

Mit seinem neuesten Buch hatte Sarrazin bereits vor Veröffentlichung für reichlich Schlagzeilen gesorgt. Die zur Verlagsgruppe Random House gehörende Deutsche Verlagsanstalt wollte das Buch trotz gültigen Vertrags nicht drucken (Die Tagesstimme berichtete). Einen neuen Verlag fand der 73‐Jährige jedoch umgehend. Der Münchener FinanzBuch Verlag wird das Buch Ende August veröffentlichen.

Seit der Veröffentlichung seines ersten Bestsellers „Deutschland schafft sich ab” (2010) würde die SPD Sarrazin am liebsten loswerden. Aus diesem Grund hatten die Sozialdemokraten bereits zwei (erfolglose) Parteiausschlussverfahren gegen den Autor geführt.


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