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Kultur

Mariä Himmelfahrt: Feiertag für katholische und orthodoxe Christen

Julian Schernthaner

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am

Besonders im alpenländischen Raum findet sich eine rege Marienverehrung, wie hier in der denkmalgeschützten barocken Filialkirche Maria Schnee in Afling (Gde. Kematen), Tirol. Bild: Jürgele via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0 (Bild zugeschnitten)

Insbesondere in katholischen und orthodoxen Regionen und Ländern feiern zahlreiche Christen jährlich am 15. August das Fest der Aufnahme Mariä in den Himmel.

Der Brauch, welcher vor allem für orthodoxe und katholische Regionen und Länder von Bedeutung ist, geht maßgeblich auf ein ursprüngliches Fest der Ostkirche aus dem 5. Jahrhundert zurück. Der Feiertag stützt sich auf den Glauben an die leibliche Aufnahme der Mutter Jesu in den Himmel und gilt in der römisch‐katholischen Kirche als Hochfest. In zahlreichen Regionen ist der Tag außerdem mit besonderen Brauchtümern verbunden.

Erste Belege in der Spätantike

Interessant ist dabei, dass das Neue Testament keinen abschließenden Aufschluss über die Aufnahme der Maria in den Himmel liefert. Der byzantinische Ritus – welchem alle orthodoxen und einige katholischen Kirchen folgen – stützt sich auf eine Niederschrift aus der Spätantike. Da das apokryphe Original allerdings verlorenging, stritten sich Theologen bis in die Neuzeit über diesen Umstand. In der römisch‐katholischen Kirche erklärte Papst Pius XII. die Erzählungen erst 1950 zum folgepflichtigen Dogma – und beendete die Debatte damit ein für allemal.

Marienprozessionen als Tagesbrauchtum

Im Volksmund erhielt das Fest schließlich durch Analogie den Namen ‚Mariä Himmelfahrt’. Eigentlich ist dies nicht ganz richtig, lateinische Texte unterscheiden penibel zwischen der Bezeichnung ascensio (Auffahrt) für Christi Himmelfahrt und assumptio (Aufnahme) für Mariä Aufnahme in den Himmel, wie das Fest eigentlich heißt. Der traditionellen Feierstimmung tut diese Verwischung jedenfalls keinen Abbruch. Im nordrhein‐westfälischen Münsterland sind Pilgerfahrten zu Gnadenbildern etwa seit dem 17. Jahrhundert belegt.

Die meisten Marienprozessionen finden an diesem Tag jedoch im oberdeutschen Sprach‐ und Kulturraum statt.  Zu den bekanntesten zählt die Lichterprozession zur bayerisch‐schwäbischen Wallfahrtskirche Maria Vesperbild in der Marktgemeinde Ziemetshausen. Ebenfalls tausende Gläubige wohnen jährlich der erst im späten 20. Jahrhundert geschaffenen Fatima‐Schiffsprozession am Bodensee bei.

Gesetzlicher Feiertag bei Katholiken und Orthodoxen

Da die Vorstellung einer leiblichen Aufnahme Mariä in den Himmel mit evangelischen Lehren nicht vereinbar ist, trennt sich die Bedeutung streng nach Konfession. In protestantischen Kirchen erinnert man deshalb an diesem Tag lediglich an den Tod der Gottesmutter. In vielen vordergründig katholischen Ländern wie Spanien, Polen oder Slowenien – aber auch in orthodoxen wie Bulgarien oder Griechenland – findet hingegen überhaupt ein arbeitsfreier, gesetzlicher Feiertag statt.

Im deutschsprachigen Raum gilt diese Regelung in Österreich für das gesamte Bundesgebiet, in Deutschland hingegen nur in zwei Bundesländern, sowie innerhalb dieser mit weiteren regionalen Einschränkungen. In der Schweiz anerkennen derzeit acht Kantone den gesetzlichen Status von Mariä Himmelfahrt als Feiertag.

Italien: Katholisches Land mit römischem Feiertag

Eine weitere Besonderheit findet sich in Italien: Das dort gefeierte Ferragosto geht nämlich eigentlich auf einen altrömischen Gedenktag zurück. Diesen Feiertag stiftete bereits Kaiser Augustus zur Erinnerung an die Eroberung Ägyptens im Jahr 29 v. Chr., er feierte einen dreitägigen Triumph. Der Festtag blieb bis heute – das gleichzeitige Kirchenfest hat deshalb in diesem besonders katholischen Land verblüffenderweise einen geringeren Stellenwert.

Im süditalienischen Land ruht traditionell beinahe das gesamte amtliche und gesellschaftliche Wirken – viele Italiener verbringen um den Feiertag herum Kurzurlaube in den Bergen oder am Meer. Trotz der langen Kontinuität des Feiertags handelt es sich bei dieser Sommerfrische allerdings um eine jüngere Entwicklung. Diese sind eigentlich ein Relikt der faschistischen Erholungs‐ und Vergnügungsindustrie unter Benito Mussolini. Infolge der Beliebtheit setzten Touristiker aber auch nach dessen Ende auf Ferragosto‐Sonderangebote, welche ihre Landleute dankbar annahmen.

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Moritz

    15. August 2018 at 19:32

    Als (traditioneller) Katholik lese ich diese Artikel sehr gerne. Danke!

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Kultur

Kommentar: Rammstein provozieren, Rammstein regen auf…

Monika Šimić

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ASDF Bild: Rammstein bei einem Konzert im französischen Nîmes vor zwei Jahren / Julien Damelet [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Rammstein ist eine der bekanntesten, wenn nicht sogar die bekannteste und erfolgreichste Band im deutschsprachigen Raum, die dem Genre „Neue Deutsche Härte” zuzuordnen ist. Bereits seit 25 Jahren schafft es die Gruppe mit ihren Texten und Auftritten zu provozieren, aufzuregen und zu begeistern. Im Rahmen ihrer aktuellen Europa‐Tournee ließen Rammstein einen Fan offenbar mit einem mulmigen Gefühl im Bauch zurück. Der Grund: die beim Konzert gesungenen Worte „Deutschland, Deutschland über allen”. Gleich vorweg – besagter Fan bin nicht ich.

Kommentar von Monika Šimić

Groß war die Aufregung, als Rammstein nach zehn Jahren Pause ihr neuestes Album veröffentlichten. Das neue, unbetitelte Album, das etwa mit Titeln wie „Deutschland”, „Ausländer” oder „Sex” aufwartet, war für viele ein Garant für Provokation. Dass Rammstein aber immer schon provozieren, sollte bekannt sein. Und obwohl sich die Gruppe mit „Deutschland” politisch eindeutiger als jemals zuvor äußerten, sorgte das Lied mit dem dazugehörigen Musikvideo für Kritik und Aufregung. An dieser Stelle empfehle ich jedem Leser, sich selbst ein Bild von dem „Skandal‐Lied” zu machen, ohne hier näher darauf eingehen zu wollen (das Video kann man sich hier zu Gemüte führen).

Deutschland, Deutschland über allen”

Auf der aktuellen Stadion‐Tour durch Europa darf der Song „Deutschland“ im Repertoire freilich nicht fehlen. Und so gaben Rammstein das Lied auch am vergangenen Wochenende im Münchner Olympiastadion vor mehr als 70.000 Fans zum Besten. Während das Konzert, wie ich zu behaupten wage, für den Großteil ein Augen‐ und Ohrenschmaus war, äußerte zumindest ein Fan auf Twitter ihre Bedenken ob der von Rammstein und dem Publikum gesungenen Worte „Deutschland, Deutschland über allen” gepaart mit einer angeblichen „Gruppendynamik”.

Abgesehen von dieser individuellen Erfahrung war die Stimmung bei den restlichen Fans im und rund ums Stadion – auch am nahegelegenen Olympiaberg machten Besucher es sich gemütlich – überaus euphorisch. Mit Begeisterung lauschten Zehntausende Besucher zunächst dem Duo Jatekok, das das Rammstein‐Album „Klavier” vierhändig auf dem Piano spielten. Anschließend folgten Rammstein, die die Menge mit einer ausgewogenen Mischung aus bekannten und neuen Liedern begeisterten.

Phänomen Rammstein

Trotzdem sind Rammstein eine zutiefst missverstandene Gruppe. Sie sahen sich, vor allem in der Vergangenheit, häufig mit dem Nazi‐Vorwurf konfrontiert – unberechtigterweise. Immer wieder musste man sich distanzieren. Und dabei ist die Gruppe einfach ein Phänomen unserer Zeit, in der es gilt, sich mittels provokanter Ästhetik und Texte in Szene zu setzen, um alle möglichen Sinne zu reizen. Wer das nicht versteht, muss das Konzept hinter Rammstein noch einmal genauer betrachten. Erst kürzlich verteidigte Eiskunstlauf‐Legende Katarina Witt Rammstein, die regelmäßig und weltweit ganze Stadien füllen, gegen Kritiker. „Wer sich wirklich inhaltlich, nicht bloß oberflächlich, mit ihnen beschäftigt, wird schnell merken, dass sie nicht in die rechte Ecke gehören, in die man sie hineindrückt”. Für sie sei die Musik von Rammstein „hohe Kunst, nicht einfach ein krachendes Konzert, sondern eine riesige Theaterinszenierung”.

Fesselnde Worte

Das Vermischen von Kunst und Politik ist ohnehin zu vermeiden. Musik sollte um der Musik Willen gehört werden, und nicht, weil einem die politische Ausrichtung eines Künstlers gefällt. Fakt ist, dass die Texte von Rammstein durch Lindemanns poetische Ader stets zu etwas Besonderem werden, wodurch er es auch schafft, stellenweise bizarr anmutende Texte erfolgreich an den Fan zu bringen. Lindemann versteht es wie kein anderer die Schönheit und den Reichtum der deutschen Sprache aufzuzeigen. Das beweist der Rammstein-Frontmann nicht nur mit seinen Liedtexten, sondern auch mit seinen Gedichten. Als Rammstein beim München‐Konzert am Samstag eines der ruhigeren, älteren Lieder („Ohne Dich”) anstimmten, bescherten sie ihren Fans wohl den schönsten Moment. Mit der aktuellen Tour durch Europa, die Ende August mit zwei ausverkauften Konzerten im Wiener Ernst‐Happel‐Stadion enden wird, geht der Erfolg der deutschen Gruppe – hoffentlich noch lange – weiter.

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Kultur

Fall Krause: Sächsische Kulturministerin kritisiert Ausladung

Julian Schernthaner

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ASDF Veranstaltungsort der Leipziger Jahresausstellung: Die Spinnerei. Bild Spinnerei: Don-kun via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten) / Bild Eva-Maria Stange (2013): Martin Rulsch via Wikimedia Commons] (umrandet) [beide CC BY-SA 4.0] / Collage: Die Tagesstimme.

Erstaunlichen Rückenwind bekommt der bekannte Künstler Axel Krause in der Causa rund um seine Ausladung von der Leipziger Jahresausstellung nun von unverhoffter Seite.

Leipzig/Dresden. – Die sächsische Kulturministerin Eva‐Maria Stange (SPD) äußerte ihr Unverständnis mit der Ausladung des renommierten Künstlers aufgrund seiner kolportierten Nähe zur patriotischen Alternative für Deutschland (AfD). Dies berichtet die Junge Freiheit unter Berufung auf die Dresdner Neueste Nachrichten.

Stange: „Ausgrenzung ist der falsche Weg”

Es ginge nicht, so Stange, dass „Menschen wegen ihrer politischen Haltung stigmatisiert und gesellschaftlich ausgeschlossen werden”. Bei der AfD handle es sich um eine demokratisch gewählte Partei. Sie verstehe zwar, dass man deren Ausrichtung „nicht teilt und aus guten Gründen ablehnt”. Man lebe allerdings in einer Demokratie.

Diese fordere die Menschen auf, sich „mit Positionen auseinanderzusetzen”. Ausgrenzung sei „der falsche Weg, damit spaltet man die Gesellschaft”. Die Ausübung der Kunst‐ und Meinungsfreiheit gelte weiters auch für konservative Verlage auf Buchmessen. Ein Ausschluss sei „keine Lösung” – zumindest solange keine extremistischen, verfassungsfeindlichen Meinungen vertreten würden.

Ausladung von Krause wegen politischer Äußerungen

Die Posse rund um die Ausladung von Krause begann wenige Tage vor dem anvisierten Beginn der 26. Leipziger Jahresausstellung. Nachdem sich einige Künstler aufgrund dessen Sympathien mit der AfD weigerten, gemeinsam auszustellen, lud man ihn kurzerhand einfach aus. Zeitweise stand dann später sogar die völlige Absage der Veranstaltung im Raum – Die Tagesstimme berichtete.

Es ist nicht das erste Mal, dass Krause innerhalb des Kulturbetriebs schlechte Erfahrungen wegen seiner politischen Gesinnung machte. Bereits im August des Vorjahres kündigte ihm seine langjährige Galerie, weil sie dessen Ansichten „weder teilen noch mittragen wollte”. Krause gilt als einer der wichtigsten Vertreter der sogenannten ‚Neuen Leipziger Schule’

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Kultur

Babiš: Sudetendeutscher Tag in Tschechien wäre „Provokation”

Julian Schernthaner

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ASDF Bild (Andrej Babiš): Pixabay [CC0]

Mit der Ankündigung von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), man wolle irgendwann einen Sudetendeutschen Tag in Tschechien abhalten, hat man im östlichen Nachbarland keine Freude.

Regensburg/Prag. – Wie der ORF am Montag berichtet, geht Ministerpräsident Andrej Babiš von der liberal‐populistischen ANO mit diesem Vorschlag nicht konform. Der Parteigründer und bekannte Unternehmer bezeichnete eine allfällige Umsetzung des Vorstoßes als „nicht zu akzeptierende Provokation”. Auch tschechische Sozialdemokraten und Konservative kritisierten die Äußerungen.

Seehofer träumt von Sudetendeutschem Tag in Tschechien

Babiš bezog sich auf eine Festrede des deutschen Bundesinnenministers Horst Seehofer (CSU) bei der Veranstaltung im oberpfälzischen Regensburg. Dieser lobte dort die Entwicklung der gegenseitigen Beziehungen hin zu einer Normalisierung. Unter anderem nahm 2016 erstmals ein tschechischer Kulturminister teil und drückte das Bedauern über die einstige Vertreibung in einer Rede aus.

Abgerundet”, so Seehofer unter großem Applaus, sei der Aussöhnungsprozess allerdings erst, wenn „wir mal einen Sudetendeutschen Tag in Tschechien begehen”. Damit erinnert er an die ursprünglich böhmische Heimat der einst etwa drei Millionen Heimatvertriebenen mit deutscher Muttersprache.

Sudetendeutscher Tag: Traditionsreiche Veranstaltung

Der Sudetendeutsche Tag findet seit 1950 immer am Pfingstwochende in wechselnden Städten im deutschsprachigen Raum statt, am häufigsten in Augsburg und Nürnberg. Stets kommen zehntausende Besucher, auch die Politik gibt sich ein Stelldichein. Regensburg kam in diesem Jahr erstmals zum Zug, das diesjährige Motto lautete „Ja zur Heimat im Herzen Europas“.

Die Veranstaltung kennt zahlreiche heimatliche Elemente. So findet alljährlich ein Volkstumsabend und ein Volkstanzfest statt, ebenso ein böhmisches Dorffest am Pfingstsamstag. Den Abschluss am wichtigen Pfingstsonntag machen Messe und Hauptkundgebung sowie Treffen an nach Heimatlandschaften und Heimatkreisen aufgeteilten Messeständen.

Ohne Entschädigung enteignet: Aussöhnung schleppend

Die Vertreibung von mindestens 2,9 Millionen Sudetendeutschen nach dem Krieg fußte auf der Einführung der 143 präsidialen sogenannten Beneš‐Dekrete. Diese erklärten den Löwenanteil der deutschen Minderheit in Böhmen und Mähren über Nacht zu Staatsfeinden. Ihr Besitz wurde beschlagnahmt, ihre Dörfer oftmals entvölkert. Die meisten von ihnen flohen nach Bayern, nur etwa 220.000 Böhmendeutsche konnten seinerzeit in der damaligen Tschechoslowakei bleiben.

Historiker streiten seitdem darüber, ob das Vorgehen als Völkermord einzustufen sei. Und rein formell sind die völkerrechtlich höchst umstrittenen Bestimmungen auch weiter in Kraft, werden aber aktuell nicht mehr durchgesetzt. Die Aussöhnung verläuft schleppend, wobei die Volksgruppen mittlerweile langsam aufeinander zugehen. Etwa bei der Restauration einer 600 Jahre alten Kirche im grenznahen Zuggers – Die Tagesstimme berichtete.

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