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Meinung

Kolumne: Von den Gefahren russischer Bären im Blätterwald

Julian Schernthaner

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am

Für 90 Minuten besucht der russische Präsident Wladimir Putin die Hochzeit der österreichischen Außenministerin Karin Kneissl. Bild: kremlin.ru [CC BY 4.0} (Bild zugeschnitten)

Am gestrigen Samstag dominierte insbesondere ein Thema die weltweiten Schlagzeilen. Der russische Präsident Wladimir Putin besuchte die Hochzeit der österreichischen Außenministerin Karin Kneissl mit einem steirischen Unternehmer. Anhand der Berichterstattung vieler Medien könnte man davon ausgehen, man befände sich quasi in einem kriegsähnlichen Zustand gegenüber Russland. 

Kommentar von Julian Schernthaner

Jeder Mensch, der über ein wenig Allgemeinbildung verfügt, kennt vermutlich den dystopischen Roman 1984 des englischen Schriftstellers George Orwell. Einigermaßen zu Beginn des Buches konstatiert der Autor: “Ozeanien führte mit Eurasien Krieg: also hatte Ozeanien immer mit Eurasien Krieg geführt. […] Daraus folgte, dass jede vergangene oder zukünftige Verbindung mit ihm undenkbar war.” Und ähnlich verhält es sich mit dem westlichen Narrativ über Russland, das am besten niemals zu hinterfragen sei.

Das Märchen vom ‘bösen Iwan’

Denn, so lernt jedes Kind von klein auf: Der ‘böse Iwan’ steht vor der Tür. Das tut er zwar augenscheinlich schon seit 200 Jahren, ohne anzuklopfen. Aber schon morgen könnte er bis an die Zähne bewaffnet mitten in der Stube stehen. Denn eine potente Militärmacht, die keine Angriffskriege beginnt, die muss man schon im Zaum halten. Was vorgestern ein ‘notwendiger Präventivschlag’ war, war gestern eine Aufrüstung im Patt des Kalten Krieges.

Heute sind es vermeintliche Giftanschläge auf Spione und Wahlbeeinflussungen. Angesichts des Bösen, das im Osten, irgendwo hinter den Drachen schlummert, muss man vorbereitet sein. Alleine wie nahe der menschenverachtende Despot sein Land an amerikanische Armeebasen baut – so ein böser Mensch kann nur ausgesprochen Böses im Schilde führen. Und wehe, er lockt heute mit Öl und Gas – übermorgen holt er der Königin ihr Kind.

Goldlöckchen und der russische Bär

Nur so lässt sich verstehen, wieso westlichen Medien hier offenbar Anleihen bei den besten Märchenschreibern von Grimm bis Southey nehmen. Ja, das sind dieselben Philologen, welche über die Gefahren von kleinen Mädchen in den Wäldern berichten. Wenn das naive Goldlöckchen dem russischen Bär den Brei hinstellt, muss es doch damit rechnen, einst lebendig verspeist zu werden?

Da verfällt doch glatt das arme Rot… äh Blaukäppchen den Verlockungen des bösen Wolfes Wolodja. Man ist sich einig: Das ist ein Hechtsprung direkt in den Magen des gefräßigen Räubers mit der Pelzmütze. Kind, geh’ deinen Weg zur Oma. Komm nicht vom Wege ab und sprich mit keinen Fremden. Schon im März sorgte dementsprechend die heimische Weigerung, auf Zuruf russische Diplomaten wegen unbewiesener Vorwürfe auszuweisen, für hohe Wellen.

Inszenierter Aufruhr über Putin-Besuch

Der Märchenvergleich steht zwar nirgendwo wörtlich im Blätterwald. Aber zumindest die halbe heimische Parteienlandschaft war wegen des Privatbesuchs in den vergangenen Tagen in Aufruhr. Willig gaben deren Altpolitiker den Journalisten aus aller Welt ihre vermeintliche Bestürzung zu Protokoll. Experten wie der Innsbrucker Russlandexperte Gerhard Mangott sorgten sich um das Ansehen Österreichs.

Heilig in das Echo stimmte insbesondere die Sozialdemokratie. Klubchef Andreas Schieder etwa warf der Außenministerin eine fehlende Trennung zwischen Beruf und Privatleben vor. So lag es auch an den weiterhin ihre Oppositionsrolle suchenden Genossen, eine parlamentarische Anfrage zu den Kosten für den Steuerzahler zu betreiben. Denn, dass die Allgemeinheit dafür auch noch bezahlen muss, ist quasi die Höhe.

Wasser und Wein bei SPÖ – kein Sekt für Bundespräsident

Freilich könnte man das Steuergeld vom Polizeieinsatz für den verkappten Staatsbesuch anderweitig einsetzen. Für Energieringe rund um im Bau befindliche Krankenhäuser etwa. Oder für ‘Men only’-Schwimmkurse muslimischer Vereine. Russische Politiker hofieren dürfen schließlich auch nur Gesinnungsfreunde wie der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder. Und überhaupt: Als Altbundespräsident Heinz Fischer den Boden in Moskau küsste, waren das auch noch andere Zeiten.

Aber ganz schlimm ist natürlich, dass das heimische Staatsoberhaupt rein gar nichts vom Besuch hatte. Denn Alexander van der Bellen war nicht unter den Gästen. Und ein eigenes Intermezzo mit dem russischen Amtskollegen war ihm diesmal auch nicht vergönnt. Das linksliberale profil, welches bereits vor dessen erfolgreicher Wahl sicher war, es könne “nur einen geben”, band dessen (erzwungene) Abwesenheit gleich in seine Story ein.

Zweierlei Maß

Übrigens: Auch hier zeigt sich die Schieflage in der Bewertung. Denn als das Staatsoberhaupt dem russischen Präsidenten im Juni den roten Teppich ausrollte, hielt sich die Kritik in Grenzen. Obwohl dessen überbordende Freundlichkeit für so manchen Experten wie den bereits erwähnten Mangott durchaus befremdlich wirkte. Aber der ehemalige grüne Bundessprecher gehört eben zu den Guten.

Bei einer Außenressortchefin, welche Interviews auf Arabisch gibt und deren Jungdiplomaten böse Hemden mit Landsknecht-Motiven tragen, sind hingegen andere Maßstäbe zu setzen. Denn da droht künftiges Vassalentum und vollständige Isolation innerhalb Europas, Österreich wird da gleich zum “trojanischen Pferd“.

Österreichs wichtige Vermittlerrolle

Freilich hat die Einladung eines fremden Staatsoberhaupts vermutlich mehr mit einem Publicity-Stunt als der gemeinsamen Leidenschaft für Judo zwischen Bräutigam und dem russischen Präsidenten zu tun. Aber: Sie ist eigentlich positiv zu werten. Informelle Besuche stärken die Gesprächskanäle – und diese sind für ein neutrales Land wie Österreich unerlässlich.

Die Bedeutung Wiens am internationalen Parkett einschließlich UNO-Sitz gründet stark auf der traditionellen West-Ost-Vermittlerrolle unserer Heimat. Wir wären gut beraten, sie nicht auf dem Altar überholter Feindbilder zu opfern. Erst recht nicht auf Zuruf von Leuten, welche anderen Menschen vorschreiben möchten, wer ihnen am schönsten Tag des Lebens beiwohnen darf.


Aktualisierung: In einer früheren Version war die Rede davon, dass Bundespräsident Alexander van der Bellen nicht unter den “geladenen Gästen” war. Mittlerweile wurde bekannt, dass eine Einladung vorlag – das Staatsoberhaupt jedoch keine Folge leistet. Mehr dazu lesen Sie hier. Wir haben diese Kolumne deshalb nachträglich, den neuen Erkenntnissen entsprechend, geringfügig abgeändert.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    DAVID K ELKINS

    19. August 2018 at 20:23

    Great writing! Love the use of “1984” and European fairy tales to illustrate the author’s points! Very well done, Julian.

  2. Avatar

    Zickenschulze

    20. August 2018 at 3:08

    Wir befinden wir uns auf der Kippe von einem freien Land in eine NWO Diktatur.
    Neider raus aus dem Establishment.
    Die Anzahl der Neider an Putin und Karin Kneissl bestätigt deren Fähigkeiten.

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Meinung

Die ‘Enthüllungen’ über Identitären-Chef Sellner haben null Neuigkeitswert!

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

ASDF Bild: Martin Sellner (Identitäre Bewegung) bei einer Demonstration in Graz / Martin MAGA [CC BY-SA 4.0], von Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Am Dienstagabend gelang einem engagierten Recherchenetzwerk ein entscheidender Durchbruch im ewigen ‘Kampf gegen rechts’: Man informierte die Öffentlichkeit über längst bekannte Vorgänge und verkaufte diese Erkenntnissen als große Neuigkeit.

Kommentar von Julian Schernthaner.

Es schlug wie eine Bombe in der heimischen Medienlandschaft ein. Gleich mehrere Mails soll Martin Sellner mit dem späteren Christchurch-Attentäter gewechselt haben. Und ganz besonders schlimm: Es soll ein vermeintliches Angebot an den damals geheimdienstlich unbekannten und unbescholtenen Spender gegeben haben, sich auf einen Kaffee oder ein Bier zu treffen, sollte es diesen jemals nach Wien verschlagen.

Sellner-Gate No. 2: Staatsskandal ante portas?

Mehr brauchte es nicht, dass die versammelte linke Reichshälfte in eine Mischung aus Hysterie und Jubelstimmung verfiel. Was jeder normal denkende Mensch als Höflichkeitsfloskel an einen x-beliebigen Spender deuten würde, gilt nun als hochbrisantes Detail. Und was Sellner bereits vor Wochen in einer Pressekonferenz erklärte, wird zur Exklusivstory hochgepusht.

Und gerade, weil dieser einen Teil offenbar des Schriftverkehrs zuerst archivierte und den Verlauf dann löschte, sah SPÖ-Bundesgeschäftsführer Drozda einen hohen Aufklärungsbedarf und witterte sogleich einen neuen, handfesten Staatsskandal der Sonderklasse. Alles noch viel schlimmer als bislang angenommen!

Opposition visiert den Spielball an…

Er forderte deshalb Innenminister Kickl auf, zu erklären, ob jemand Sellner vor der Hausdurchsuchung gewarnt hätte. Die Regierung jedenfalls stecke “bis zum Hals im Identitären-Problem”. Dieses Framing bediente er übrigens unabhängig davon, dass ein solches Vorgehen als Verschleierungstaktik ganz offensichtlich untauglich wäre und in krassem Gegensatz zum Bild eines konspirativ agierenden kriminellen Netzwerks stünde.

In eine ähnliche Kerbe schlug anschließend Peter Pilz – und ein paar Stunden lang schien ein altbewährtes Rezept aufzugehen. Das Narrativ des rechtsextremen Innenministers, welcher sich medienwirksam distanzieren muss, weil innerhalb des ‘ganz widerlichen’ rechten Spektrums neue Skandälchen brutzeln würden war bereits angerichtet, das Süppchen duftete bereits den ganzen Gang entlang…

…und zielt auf vom Tisch genommene Kugel

…und Kickl spielte das perfide Spiel nicht mit. Nüchtern erklärte er, dass diese ‘Enthüllungen’ keine neuen Erkenntnisse zum Fall brächten. Die erhobenen Vermutungen seien schließlich “nichts neues” sondern die Grundlage für die Ermittlungen. Seine persönliche Einschätzung wiederum sei nicht weiter relevant.

Bäm. Die Träumereien mancher Journalisten nach Untersuchungshaft für Sellner verpufften ebenso gegenstandslos wie die persönlichen Verschwörungstheorien einiger Oppositionspolitiker. Die Billardkugel, um den ungeliebten Innenminister als Begünstiger allen Übels im Land endgültig zu versenken – sie war mit einem Stoß vom Tisch.

Sensible Informationen als politische Waffe

Was überbleibt ist also lediglich die Frage: Wie kann es sein, dass neuerlich sensible Polizeiakten so mir nichts, dir nichts in einschlägigen Medienkreisen landen? Immerhin – und sei dieser Vorwurf noch so hanebüchen und auf Unwahrheiten basierend – handelt es sich ja gegenwärtig um Terrorermittlungen und somit wahrlich um keinen Pappenstiel.

Und da sollte man doch annehmen können, dass einige Diskretion geboten sei. Gerade bei der angeblich allgegenwärtigen Sorge um den Ruf der heimischen Geheimdienste im Ausland. Aber die erwähnt man natürlich nur, wenn man sie als politische Waffe opportun gegen den rechtsrechten Innenminister verwenden kann. Als Infostrang für die linke Seite von Politik bis Antifa hingegen sind diese Datenlecks eine stets willkommene Quelle.

Schmierentheater zulasten friedlicher Patrioten

Je mehr man sich die Anatomie der Geschichte also ansieht, desto mehr gewinnt man den Eindruck: Der Hauptzweck der ganzen Sache ist gar nicht die Aufklärung. Denn zur weitreichenden Stigmatisierung unliebsamer Personen setzt man offenbar sämtliche Rechtsstaatlichkeit auf Spiel – und zwar überaus leichtfertig.

Was bislang möglicherweise am in Österreich besonders heiligen Amtsgeheimnis vorbei herauskam, hatte jedenfalls kaum tatsächliche, wirklich das öffentliche Interesse betreffende Substanz und bedingte keine derart überbordene Praxis. Es erfüllte einzig und allein den Zweck, dass “irgendwas hängen blieben sollte”, ein einziges Schmierentheater zulasten friedlicher Patrioten.

Anpatzversuche und ein zusehends nackter Kaiser

So viel ist nämlich gewiss: Irgendwelche – übrigens hier diversionell erledigten – Schweinereien aus der Jugendzeit finden sich auch bei so manchem Politiker aller Couleur. Und mit Spender- und Rundbrieflisten aus Ermittlungen, die in einem Freispruch endeten, kann man maximal halbgare Anpatzversuche gegenüber Würdenträgern und Funktionären betreiben. Freilich, nachdem man eine vormals unanstößige Sache zuerst minutiös madig machte.

Und so dient die ganze Causa immer mehr dazu, ungewollt die wirklichen Schieflagen im Land aufzudecken. Ein Rechtsstaat, der seine eigenen Gesetze nicht achtet – und eine Medienlandschaft, in der treibende Elemente die Sensation zusehends vor die journalistischen Lauterkeit stellen. Gut möglich also, dass aufgrund dieses Übereifers am Ende nicht Sellner und die Identitären isoliert dastehen. Sondern, dass sich ihre Gegner soweit entblößt haben, dass jedes Kind den Kaiser als nackt erkennt.

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Meinung

Ring frei: Auch für die Freiheitlichen Studenten

Monika Šimić

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am

ASDF Bild: Wahlplakate zur ÖH-Wahl 2019 - Plakate des RFS fehlen / Bild privat

“Während sich die Mutterpartei zu immer neuen Umfragehochs aufschwang, dümpelt der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) seit mehreren Jahren beinahe durch das gesamte Bundesgebiet im niedrigen einstelligen Bereich herum.”

In Österreich finden alle zwei Jahre die Wahlen zur Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) statt, wo Studenten ihre Vertreter auf Bundesebene und Hochschulebene, aber gleichzeitig auch ihre Studienvertreter wählen. In diesem Jahr fallen die Wahlen aber fast mit den EU-Wahlen zusammen. Während Bürger europäischer Länder ihre Vertreter zwischen dem 23. und 26. Mai wählen können, dürfen sich Studenten für die Wahl ihrer Vertreter zwischen dem 27. und 29. Mai zur Wahlurne begeben. Im Vorfeld gab es deshalb auch Kritik seitens der ÖH. Es wird nämlich befürchtet, dass die ohnehin schon niedrige Wahlbeteiligung unter den Studenten – 2017 nahmen nur knapp über 23 Prozent aller Wahlbeteiligten in Graz an den Wahlen teil – aufgrund der EU-Wahlen noch weiter sinken könnte.

Überall süße Wahlzuckerl

Wie bei jeder Wahl versuchen die antretenden Fraktionen auch heuer mit ihren „Wahlzuckerln“ so viele Wähler wie nur möglich zu ködern. Ihre Wahlversprechen präsentierten sie nun etwa in den jeweiligen Interviews mit der ÖH-Zeitschrift Libelle, die im Rahmen der Wahl allen antretenden Fraktionen dieselben Fragen gestellt hat. Nämlich warum man gerade sie wählen sollte, welche Schwerpunkte sie auszeichnen und welche drei Dinge sie an den Unis ändern würden, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Außerdem wurden sie gefragt, welche Ideen sie haben, um die Situation sozial schlechter gestellten Studenten zu verbessern und was sie zu jenen Studenten sagen wollen, die die ÖH-Wahlen für sinnlos bzw. uninteressant halten. Abschließend kam auch die Frage, mit welcher Fraktion eine Koalition denkbar wäre. Eine Sammlung der “besten” Aussagen finden Sie am Ende des Beitrags.

Hat der RFS aufgegeben?

An der Grazer Karl-Franzens-Universität (KFU Graz) werden bei den Wahlen Ende Mai die unabhängige Fachschaftsliste Uni Graz (FLUG), die Jungen Liberalen Studierenden (JUNOS), die Aktionsgemeinschaft (AG), der Verband Sozialistischer Studenten (VSSTÖ), die Grünen Alternativen Studenten (GRAS) und der Kommunistische Studentenverband (KSV-KJÖ), antreten. Und während sich die Mutterpartei zu immer neuen Umfragehochs aufschwang, dümpelt der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) seit mehreren Jahren beinahe durch das gesamte Bundesgebiet im niedrigen einstelligen Bereich herum. Als hätte man sich damit abgefunden, dass radikale Hochschulpolitik eine linke Spielwiese ist und das mit dem Marsch zurück durch die Institutionen nichts wird, tritt der RFS in Graz nur an einer der vier Hochschulen überhaupt an.

Die versprochene Sammlung der „besten“ Aussagen

Im Folgenden Abschnitt noch die versprochene Sammlung der “besten” Aussagen aus den Interviews mit den einzelnen Fraktionen:

“Wir wollen eine Mensa, bei der man gerne essen geht, da auch wir ab und zu Hunger haben!” (RFS)

“Studieren ist schon stressig genug, da sind NahtodErlebnisse auf dem Weg zur Prüfung eindeutig zuviel.” (GRAS)

“Mit jeder, die sich für einen freien und offenen Hochschulzugang einsetzt und unsere Werte teilt.” (KSV-KJÖ)

“Es ist nötig, die Vertretung der Interessen der breiten Mehrheit der Studierenden wieder in den Vordergrund zu stellen.” (KSV-KJÖ)

“In der momentanen politischen Lage ist es besonders wichtig, dass Interessensvertretungen stark agieren können und dabei bestärkt sie gerade eine hohe Wahlbeteiligung!” (VSSTÖ)

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Meinung

Kolumne: Wenn das linke Publikum über Morddrohungen jubelt

Joshua Hahn

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am

ASDF Symbolbild AfD-Wahlkampf: By Ziko van Dijk [CC BY-SA 3.0], from Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

Während einer Talkshow zur Bremer Bürgerschaftswahl im Mai kam es zu einem Tiefpunkt der politischen Debatte, welche die moralische Verkommenheit einiger Linker bestens aufzeigt. Die Empörung in gängigen Medien blieb jedoch – wenig überraschend – aus.

Kommentar von Joshua Hahn

Unlängst stieß ich über Twitter auf einen Tweet, welcher einen Ausschnitt aus einer norddeutschen Talkshow beinhaltete. Das Format des Regionalmagazins „buten un binnen“ beschäftigte sich mit der Bremer Bürgerschaftswahl, was erst einmal recht uninteressant anmutet. 

Applaus für Verhinderung von Wahlveranstaltungen

Besonders sehenswert ist auch nur der besagte Ausschnitt, welcher es dafür in sich hat. Zu sehen ist Frank Magnitz, der Sprecher des Landesverbands der AfD Bremen. 

Während er die Tatsache anspricht, dass ein großer Teil der geplanten Wahlkampfveranstaltungen nicht mehr durchführbar ist, weil der politische Gegner alles für eine Verhinderung tut, ist ein eingängiges Klatschen des Publikums zu vernehmen. 

Auch das ist in Anbetracht der letzten Jahre „Anne Will“, „Maybrit Illner“ und co. zwar ärgerlich, erstaunen oder gar schocken tut dies jedoch nicht mehr wirklich. 

Jubel bei Erwähnung von Morddrohungen 

Die Szene, welche nachhaltig beeindruckt, ist folgende: Magnitz spricht gegen Ende des Ausschnittes an, dass zuletzt sogar Veranstaltungen aufgrund konkreter Morddrohungen gegen einen Vermieter und dessen Familie abgesagt werden mussten. 

Und wie hat das Publikum darauf reagiert? Nicht etwa mit einem angemessenen Schweigen, sondern mit einer Steigerung des Applauses, welcher zeitweise in regelrechten Jubel ausartete, was deutlich und unmissverständlich im Video zu sehen ist. 

Der letzte Anstand geht komplett verloren

Offenbar wird nun nicht einmal mehr ein Minimalpensum an Anstand bewahrt, vielmehr scheint es nun offen möglich zu sein, seine Freude über Morddrohungen am politischen Gegner öffentlich zur Schau zu stellen. 

Der mediale Aufschrei, der hätte erfolgen müssen, blieb selbstredend aus. Die moralische Verkommenheit des linken Spektrums nimmt neue Ausmaße an. So sind viele Linke dazu bereit, immer extremere Maßnahmen zur Meinungsunterdrückung des politischen Gegners anzuwenden.

Fraglich bleibt, wie sich die Spirale aus einem Verschwinden eines Minimums an Anstand und einem zunehmenden Hang zur Gewalt weiterentwickeln wird.

Wie die Situation wäre, hätte das Publikum die Morddrohungen an einem linken Vermieter gefeiert, ist dagegen gut denkbar: Der mediale Aufschrei wäre so sicher gewesen wie das Amen in der Kirche. 

Aber während die politische Linke Gefallen an immer extremeren Maßnahmen zur Meinungsunterdrückung findet, lässt es sich gut über eine vermeintliche Gewaltaffinität des rechten Spektrums und dessen Verfassungsfeindlichkeit diskutieren. 

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