Kneissl-Hochzeit

Van der Bellen schlug Einladung offenbar aus

Am Donnerstag kamen brisante neue Details zur Hochzeit der österreichischen Außenministerin Karin Kneissl an die Öffentlichkeit. Bundespräsident Alexander van der Bellen blieb dieser fern – obwohl er offenbar eingeladen war. 

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<p>Bild (van der Bellen 2017): Manfred Werner (Tsui) via <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Frauen-Fußballnationalmannschaft_Österreich_EM_2017_Empfang_Bundespräsident_07_Alexander_Van_der_Bellen.jpg">Wikimedia Commons</a> [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">CC BY-SA 4.0</a>] (Bild zugeschnitten)</p>

Bild (van der Bellen 2017): Manfred Werner (Tsui) via Wikimedia Commons [CC BY-SA 4.0] (Bild zugeschnitten)

Wien/Gamlitz. Die samstägliche Eheschließung der Außenressortchefin auf FPÖ-Ticket mit einem steirischen Unternehmer sorgte in den vergangenen Tagen für hohe Wellen in der heimischen und internationalen Medienlandschaft. Gegenstand der Kritik war vor allem der 90-minütige Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Südsteiermark und der Hofknicks der Ministerin vor dem ausländischen Staatsoberhaupt.

Van der Bellen war eingeladen, kam aber nicht

Ebenfalls als schiefe Optik gilt, dass Bundespräsident Alexander van der Bellen, der Trauung nicht beiwohnte, dessen russisches Pendant hingegen schon. Wie die Kleine Zeitung unter Berufung auf die APA am Donnerstag berichtet, liegt dies allerdings nicht an einer fehlenden Einladung. Tatsächlich bestätigten nämlich sowohl Präsidentensprecher Reinhard Pickl-Herk als auch das Außenministerium, dass eine solche vorlag.

Enthüllungen über die ÖVP

Weshalb der frühere Bundessprecher der Grünen der Hochzeit dennoch nicht beiwohnte, ist nicht bekannt. Seinen russischen Amtskollegen, der seinen Besuch weiterhin als „streng private Reise“ bezeichnet, empfing das heimische Staatsoberhaupt hingegen zuletzt im Juni. Auch damals sorgte die freundliche Stimmung für einige Kritik von Russlandforschern wie dem Innsbrucker Politologen Gerhard Mangott.

Strache: Kneissl-Knicks als höfliche Geste

Außenministerium und die übrige Regierung sind indes um Kalmierung bemüht. Kritiker des Besuchs sehen aufgrund des zum ‚Kniefall‘ verklärten Knicks eine Beschädigung der Glaubwürdigkeit Kneissls. Sie befürchten, dass die traditionelle Vermittlerrolle Österreichs just während der EU-Ratspräsidentschaft schweren Schaden nehmen könnte. Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) ist hingegen der Ansicht, die Episode habe für Österreichs Rolle am diplomatischen Parkett einen „enormen Werbewert“. Den Knicks der Ministerin verteidigte er als höfliche Geste.

Die Österreicher selbst sind in der Bewertung der Umstände rund um die Hochzeit gespaltener Meinung. Einer Umfrage der Zeitung Österreich zufolge sehen 33 Prozent der heimischen Bürger eher einen Nutzen, aber auch 31 Prozent eher einen Schaden für das Ansehen des Landes.

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