Steinmeier

Wohlstand und Gesellschaft ohne Einwanderer „nicht denkbar“

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lud zu einer ‚türkisch-deutschen Kaffeetafel‘ im Schloss Bellevue. Dabei bekannte er sich auch zu jener Gedankenschule, welche Deutschland als Einwanderungsland sieht. 

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<p>Symbolbild (Steinmeier 2016); US Department of State [CC0]</p>

Symbolbild (Steinmeier 2016); US Department of State [CC0]

Berlin. Bei der Veranstaltung an seinem ersten Amtssitz entrüstete sich der frühere SPD-Außenminister Steinmeier über einen vermeintlichen Alltagsrassismus in Deutschland. Gleichzeitig unterstrich er die Rolle von Einwanderern für den Erfolg der Gesellschaft in der Bundesrepublik. Eine Diskussion über die Themen Zugehörigkeit und Ausgrenzung sowie Integration und Abschottung betrachtet das Staatsoberhaupt als „notwendig“.

Bundespräsident für inklusiven Heimatbegriff

Wie die Junge Freiheit am Donnerstag berichtete, beinhaltet aus Steinmeiers Sicht der Heimatbegriff die Geschichten der Einwanderer. Deutschland sei für viele Menschen „neue Heimat“ geworden – gleichzeitig müsse niemand „seine Wurzeln verleugnen. Gelebte und gefühlte Heimat gäbe es auch „im Plural“, der Begriff sein „kein Mittel zum Zweck der Ausgrenzung“. Umso mehr hätten ihn die jüngsten Schilderungen vieler Migranten unter dem Hashtag #MeTwo „unruhig“ gestimmt.

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Steinmeier: Keine „Deutschen auf Bewährung“

Ein „permanenter Verdacht“ gegen Zugewanderte sei nämlich „verletzend“ und beschämend – für den Einzelnen wie für das gesamte Land. Rassismus und Diskriminierung, so Steinmeier, würden die Würde des Menschen verletzten und die Demokratie beschädigen. Es gäbe deshalb auch keine „Deutschen auf Bewährung“, welche sich die Zugehörigkeit stets neu verdienen müssten. Dennoch höre er immer wieder von in Deutschland geborenen Einwandererkindern, dass sie trotz einiger Anstrengung ein solches Zugehörigkeitsgefühl erfahren würden.

Wohlstand ohne Zuwanderer „nicht denkbar“

Dies kritisierte er auch aus dem Gesichtspunkt, dass Deutschland viele Menschen aus Italien, Griechenland, Spanien, Portugal oder der Türkei aus wirtschaftlichen Gründen gebeten habe, hierzulande zu arbeiten. Ohne diese Personen und deren nachkommende Familien wäre der wirtschaftliche Wohlstand der Deutschen, ja sogar die „heutige Gesellschaft gar nicht denkbar“. Dies habe man nämlich gemeinsam geschafft. Als Präsident dieses Landes sei er deshalb zu Dank verpflichtet.

Integration keine Einbahnstraße

Dem Streit um die Frage, ob Deutschland ein Einwanderungsland sei, kann Steinmeier nichts abgewinnen. Dass Zuwanderung stattfinde, sei „Tatsache“, auch weil man Menschen zur Einwanderung aufgefordert habe. Diese werde auch in Zukunft so stattfinden. Gleichzeitig betrachtet er Integration weder als „Gnade noch Geschenk“ und nicht als „voraussetzungslosen Anspruch auf Erfüllung“. Tatsächlich verpflichte sie beide Seiten, aufeinander zuzugehen und Vorurteile zu hinterfragen: Jene „die seit Generation Deutsche sind“ – und die Zuwanderer.

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