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Kultur

BÜCHER: Was Rechte von Marx lernen können

Stefan Juritz

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am

Buch "Marx von rechts" / Bild: Die Tagesstimme

Marx von rechts” lautet der kontroverse Titel der aktuellen Neuerscheinung des Jungeuropa Verlags aus Dresden. Bereits im Vorfeld sorgte das Buch für reges Interesse – schließlich gilt Karl Marx seit jeher als der linke Denker schlechthin.

Rezension von Stefan Juritz

Doch in Zeiten, in denen die zeitgenössische Linke bereits ihren Frieden mit dem kapitalistischen System geschlossen hat und die soziale Frage aus den Augen verliert, greifen die jungen „Neuen Rechten” ebendiese Frage wieder auf – und das ganz ohne Berührungsängste mit dem großen Philosophen aus Trier.

Von Marx Lernen?

Die „Neue Rechte” streitet um den Umgang mit der sozialen Frage, hält Herausgeber Philipp Stein im Vorwort zum Buch fest. Denn diese „Neue Rechte” ist bekanntlich sehr unterschiedlich, es finden sich darin libertäre bis eher sozialistische Standpunkte. Sobald der Name „Marx” fällt, kommen den meisten Rechten automatisch die Massenmorde kommunistischer Regimes in den Sinn.

Doch um den Marxismus als Doktrin und seine kommunistischen Jünger geht es den Autoren des vorliegenden Bandes nicht. „Marx von rechts” will zeigen, wie Gedanken des Philosophen für eine rechte Kapitalismus‐Kritik fruchtbar gemacht werden könnten.

Von Marx können wir Rechten lernen, was den Kapitalismus im Innersten zusammenhält und welche Mechanismen diesem sich selbst steuernden Riesen zu seinem Siegeszug verholfen haben.” (Philipp Stein)

Logik des Neubeginns

Das Buch ist in vier Kapitel unterteilt. Im ersten Teil zeichnet der deutsche Politikwissenschaftler Benedikt Kaiser eine kurze Geschichte rechter Kapitalismuskritik in Deutschland nach: von preußischen Konservativen wie Karl Rodbertus (1805–1875) über Vertreter des national‐ und sozialrevolutionären Flügels der Konservativen Revolution bis zur „Neuen Rechten”. Weiters gibt Kaiser einen Überblick über Das Kapital und benennt dabei auch Ideen und Begriffe für eine antikapitalistische Rechte.

Seiner Ansicht nach könne sich die Rechte – im Gegensatz zur Linken – dem Werk Marxens unbefangen nähern und im Rahmen einer „Logik des Neubeginns” das „intellektuell Spannende vom doktrinären und ‚irrenden’ Ballast scheiden”. Die Marx‐Lektüre sei jedenfalls nötig, so Kaiser, „weil jeder Antikapitalismus fruchtlos bleiben muss, der seine Auseinandersetzung – so kritisch sie auch sein möge – mit dem tiefschürfenden Kapitalismus‐Analytiker Marx scheute”.

Ich bin, was ich habe”

Der französische Philosoph und Vordenker der „Neuen Rechten”, Alain de Benoist, widmet sich dann in zwei Kapiteln dem „Warenfetischismus” und der „Wertkritik”. Im Kapitalismus werde der Marx’schen Analye zufolge die Ware zum „Fetisch”. Das drücke sich darin aus, dass soziale Beziehungen in der Gesellschaft nur noch durch die vermittelnde Rolle der Ware stattfänden. Die zwischenmenschlichen Beziehungen würden „verdinglicht” – alles und jeder werde zur Ware. Das Sein des Menschen beschränke sich letztlich auf das Haben: „Ich bin, was ich habe.” Die Dinge, die der Mensch selbst produziert, steuern ihn fortan.

Ende der Ideologien?

Am Ende des Buches kommt der italienische Geschichtsphilosoph und Marx‐Experte Diego Fusaro im Kapitel „Geschichte, Ideologie, Wahrheit. Marx und die Deduktion der Kategorien” zu Wort. Darin analysiert er unter anderem die Wirklichkeit verzerrende und scheinbar „ideologiefreie Ideologie der Rationalität”. Sie erwecke im Bewusstsein der Bewohner des „absolut‐totalitären Kapitalismus” die Illusion, sie lebten in einer „post‐ideologischen” Welt.

Die perfekte Ideologie ist jene, die sich dadurch unsichtbar macht, indem sie das Ende der Ideologien zelebriert.” (Diego Fusaro)

All jene hingegen, welche die derzeitigen Zustände infrage stellen, klagt man schließlich als „Ideologen” an. Dadurch sollen Alternativen zur herrschenden Marktlogik gar nicht mehr gedacht werden können. Kapitalismus und Liberalismus präsentieren sich als scheinbar „natürliche” und einzige Lebens‐ und Gesellschaftsformen.

Fazit

Aufgrund der Ereignisse seit der Asylkrise 2015 haben weite Teile des patriotischen Milieus den Fokus auf die Realpolitik, Vernetzung und den Aufbau von Strukturen gelegt. Dadurch sind grundsätzliche Fragen abseits von Einwanderung, Asyl und der demographischen Entwicklung ins Hintertreffen geraten. Das Buch „Marx von rechts” wirkt dem nun entgegen. Die Diskussion um das von Rechten zumeist eher stiefmütterlich behandelte Thema „Wirtschaft” ist damit eröffnet!


Das Buch „Marx von rechts” kann man für 22 Euro beim Jungeuropa Verlag oder Phalanx Europa bestellen.

Weiterlesen:

Marx von rechts”: Kontroverse Neuerscheinung beim Jungeuropa Verlag

Was Rechte bei Karl Marx entdecken können – Interview mit Benedikt Kaiser (II)

Felix Menzel: „Der Globalkapitalismus ist kein Naturgewächs”

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Kultur

Werner Olles zeigt „Grenzgänger des Geistes” im Porträt

Redaktion

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ASDF Symbolbild. Hintergrund Bibliothek (CC0) / Buch: privat / Collage: Die Tagesstimme

Unter dem Buchtitel „Grenzgänger des Geistes – Vergessene, verkannte und verfemte Schriftsteller des 20.Jahrhunderts“ versammelt der Autor Werner Olles in 66 Beiträgen 68 Kurzbiografien.

In der kurzen Einleitung betont der Autor, dass die Auswahl der Schriftsteller bewusst auf subjektiven Gründen beruht und eine große Vielfalt gegeben ist. So reicht die Auswahl vom Nationalbolschewisten Ernst Niekisch über den antibürgerlichen „Kirchenvater“ Léon Bloy oder den Dadaisten Johannes Theodor Baargeld bis zum Pazifisten Erich Kästner.

Nonkonformisten gegen das System

Der Schwerpunkt der Auswahl liegt auf „den linken Leuten von rechts“ und auf Autoren, die zum Katholizismus konvertiert sind. Die große Gemeinsamkeit aller Autoren findet sich jedoch in ihrem Nonkonformismus und Widerstand gegen das jeweils herrschende System.

Die Beiträge sind in den Jahren 1993 bis 2018 entstanden und wurden größtenteils in der Junge Freiheit veröffentlicht. Weiter Publikationsorte waren die sedisvakantistische römisch‐katholische Zeitschrift Einsicht, die Wochenzeitung Zur Zeit und die mittlerweile eingestellten Zeitschriften Criticón und Gegengift. Es handelt sich somit um einen Sammelband bereits zuvor publizierter, wenn auch überarbeiteter Artikel.

Kurze Porträts

Die Porträtbeiträge sind mit durchschnittlich vier Seiten sehr kurz gehalten und bieten in ihrer essayistischen Form nur einen ersten Einblick in Leben und Werk der Schriftsteller. Werner Olles hat bewusst auf einen lexikalischen Charakter verzichtet und erhebt auch keinen Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit. Es geht ihm in erster Linie „um die Verteidigung von Idealen, Überzeugungen, Ideen, Werten und Träumen.“

Das Buch ist im Mai 2019 im Bublies‐Verlag erschienen und kann hier für 19,80 Euro bestellt werden: „Grenzgänger des Geistes. Vergessene, verkannte und verfemte Schriftsteller des 20. Jahrhunderts” (Werner Olles)

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Kultur

Zur Tyrannei der Werte”: Eberhard Straub spricht in Marburg

Stefan Juritz

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ASDF Eberhard Straub bei einem Vortrag. © Simon Kaupert

Eberhard Straub und der Jungeuropa Verlag setzen am Wochenende ihre Lesereise in Marburg fort.

Marburg (Lahn). – Am kommenden Samstagabend veranstaltet der Jungeuropa Verlag einen Vortragsabend mit Eberhard Straub. Der Historiker und langjährige FAZ‐Redakteur wird in der Villa der Marburger Burschenschaft Germania über sein neu aufgelegten Buch „Zur Tyrannei der Werte” sprechen.

Mit dem Wert beginnt die Herrschaft der Moral”

Eberhard Straub wird in Marburg zu einem Thema referieren, das angesichts der Ausfälle von Peter Tauber, Katrin Göring‐Eckardt und der generellen Instrumentalisierung des Mordes an Walter Lübcke aktueller kaum sein könnte: die ‚Tyrannei der Werte’ und die Herrschaft der Moralisten. Das Wörtchen ‚Wert’ hat dabei nicht nur Konjunktur, es ist die inflationär genutzte Waffe der Etablierten zur Erhaltung der eigenen Macht. Mit dem Wert beginnt die Herrschaft der Moral”, heißt es im Veranstaltungshinweis des Jungeuropa Verlags.

Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr in der Lutherstraße 3, 35037 Marburg (Lahn). Anmelden kann man sich mit vollständigem Namen unter [email protected] Der Eintritt ist frei.

Dritte Station der Lesereise

Der Vortrag in Marburg ist die nun dritte Station der Lesereise. Davor sprach Straub bereits in Berlin und Dresden. Doch noch ist die Veranstaltungsreihe nicht vorbei. Wie die Tagesstimme erfuhr, können sich Veranstalter – auch aus Österreich -, die einen Vortrag mit Eberhard Straub organisieren wollen, beim Jungeuropa Verlag melden.

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Neue „Herr der Ringe”-Serie soll „Game Of Thrones” übertreffen

Stefan Juritz

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ASDF Symbolbild "Der Herr der Ringe" (CC0)

Die erste Staffel der „Herr der Ringe”-Vorgeschichte wird voraussichtlich im Jahr 2021 starten.

Amazon Prime will eine eigene Serie produzieren, die es mit dem Fantasy‐Epos „Game Of Thrones” aufnehmen oder diesen gar übertreffen kann. Insgesamt 250 Million Dollar hat der US‐Konzern deshalb für die Rechte an der neuen „Herr der Ringe”-Serie auf den Tisch gelegt. Der größte Konkurrent Netflix hatte das Nachsehen.

Aufstieg und Fall Saurons

Geplant sind laut Medienberichten fünf Staffeln aus der Fantasywelt von J.R.R. Tolkien. Die Dreharbeiten müssen laut Focus-Bericht spätestens Ende November 2019 beginnen, ansonsten verliere Amazon die Rechte an der Serie wieder. Die erste Staffel wird voraussichtlich im Jahr 2021 starten.

Die Handlung der Serie spielt im Zweiten Zeitalter – also noch vor der „Herr der Ringe”-Trilogie und dem „Hobbit”. Genaue Details zum Inhalt sind aber noch kaum bekannt. Jedoch behandelt das Zweite Zeitalter in Tolkiens Werk den Aufstieg und Fall des Dunklen Herrschers Sauron.

Prime heizt Spekulationen an

Auf dem Twitter‐Profil „The Lord of the Rings on Prime” veröffentlichen die Macher nach und nach neue Details und heizen damit die Spekulationen weiter an. So ist etwa auf der letzten veröffentlichten Landkarte die Insel Númenor, die zwischen Mittelerde und den Unsterblichen Landen lag, neu aufgetaucht – ein Zeichen dafür, dass das Inselreich in der Serie vorkommen wird.

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