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US‐Historiker‐Kommission: Südstaaten‐Denkmäler bleiben stehen

Symbolbild (Arlington National Cemetery): Tim1965 via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

In den USA entfacht regelmäßig ein Streit um den Umgang mit Konföderierten‐Denkmälern. Viele sind deshalb bereits entfernt oder zumindest an einen anderen Ort verlegt worden. Im Bundesstaat North Carolina hat eine Historiker‐Kommission nun entschieden: Die Denkmäler bleiben.

CHAPEL HILL. In der Stadt Raleigh im US‐amerikanischen Bundesstaat North Carolina sorgen drei umstrittene Konföderierten‐Denkmäler für Unmut. Anstatt die Denkmäler aber zu entfernen oder zu verlegen, werden sie nun mit Informationstafeln ergänzt. Diese geben zukünftig zum Beispiel Auskunft über Geschichte der Sklaverei oder die Bürgerrechtsbewegung in den USA.

Zusätzliches Denkmal für Afro‐Amerikaner

Die Kommission hat weiters entschieden, dass ein zusätzliches Denkmal errichtet werden soll, um jene afro‐amerikanische Bürger zu ehren, die in der Geschichte der USA einen wichtigen Beitrag geleistet haben.  Sie wies außerdem darauf hin, dass sie eine vollständige Entfernung der Monumente nicht vorschlagen konnte.

Das vollständige Entfernen der Denkmäler konnte die Kommission nicht vorschlagen. Grund dafür ist ein Gesetzes aus dem Jahr 2015. In diesem heißt es, dass das Entfernen von Denkmälern nur dann möglich ist, wenn es um den Schutz der Denkmäler geht oder wenn größere Bauvorhaben bevorstehen.

Silent Sam“-Statue gestürzt

Nur zweit Tage bevor die Kommission ihre Entscheidung verlautbarte, kam es am Campus der University of North Carolina zu Unruhen. Das Denkmal, das im Jahr 1913 errichten worden war, um an die „Söhne der Universität zu erinnern, die 1861 bis 1865 für ihr geliebtes Südland gestorben sind“, wie es auf der UNC‐Webseite heißt, wurde gestürzt.

Ungefähr 250 Studenten und andere Personen, die Denkmäler dieser Art kritisieren, demolierten die „Silent Sam“-Statue. Bereits vor Monaten sollen Studenten und einige der Lehrkörper dazu aufgerufen haben, das Denkmal zu entfernen.

Konföderierten‐Denkmäler häufig im Visier

Auf Videos, die in sozialen Netzwerken kursieren, ist zu sehen, wie Demonstranten in Jubelgeschrei ausbrechen. Am Ende des Videos sieht man, wie ein Demonstrant auf die Statue spuckt.

Wie die Nachrichtenseite CNN berichtet, reiht sich dieser Vorfall in eine Reihe ähnlicher Aktionen ein. In dem Bundesstaat Tennessee und in den Städten New Orleans und Baltimore wurden Denkmäler dieser Art bereits verlegt oder komplett entfernt.

Kritik an Gesetz

Der Gouverneur des Bundesstaates North Carolina, Roy Cooper, forderte bereits in seiner Stellungnahme von vor einem Jahr dazu auf mehrere Statuen zu entfernen. Weiters meinte er, dass das Gesetz aus dem Jahr 2015 abgeschafft werden sollte, damit örtliche Behörden und der Staat wieder mehr Entscheidungsbefugnis bezüglich dieser Thematik haben.

Der Gouverneur hat mittlerweile auch die Bewohner dazu aufgerufen, eine Petition zu starten. Mithilfe dieser soll das im Jahr 2015 beschlossene Gesetz geändert werden.  Auch wenn er das Stürzen der „Silent Sam“-Statue am Uni‐Campus nicht befürwortet, so sieht er darin doch ein klares Zeichen dafür, dass die Bewohner im Grunde gegen Konföderierten‐Denkmäler sind.

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