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Gesellschaft

Kolumne: Wie Medien gezielt Stimmung gegen Patrioten machen

Julian Schernthaner

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am

Reichweitenstarke sogenannte ‚Qualitätsmedien’ machten mit tendenziöser Berichterstattung Stimmung gegen eine patriotische Gruppierung. Im nebulösen ‚Kampf gegen rechts’ heiligt der Zweck offenbar die Mittel – auch wenn man dabei journalistische Standards vernachlässigt. 

Kommentar von Julian Schernthaner

Am Freitag flatterte die Schlagzeile ins Haus, dass Identitäre in Deutschland für „über 100 Straftaten” verantwortlich seien. Als unbedarfter Nutzer digitaler Medien hinterlässt dies unumwunden den Eindruck, es handle sich um eine gemeingefährliche Gruppe. Immerhin erwartet man sich in Zeiten, wo brutale Messermorde etwa für die Tagesschau nur regionale Relevanz haben, irgendwelche Schwerverbrechen, die fürwahr nicht mehr als Kavaliersdelikt gelten können.

Heiße Luft – wenig dahinter

Sobald man die verdächtig ähnlichen Artikel diverser sogenannter Leitmedien öffnet, folgt allerdings die große Ernüchterung. Die parlamentarische Anfrage der Linksfraktion enthüllt nämlich keine Organmafia, keinen Waffenhandel, keine Zuhälterei oder Geldwäsche im großen Stil. Sogar tätliche Übergriffe – ohne diese näher zu spezifizieren – sind offenbar ausgewiesene Einzelfälle. Die Mehrheit der groß beworbenen Straftaten sind nicht verspeiste Kinder sondern ‚Propagandadelikte’ und Verwaltungsübertretungen.

Heißt konkret, irgendjemand hat sich an einem Aufkleber der Gruppe an einer Laterne gestoßen und deshalb Strafanzeige erstattet. In weiteren Fällen wurden offenbar Wände besprüht oder spontane Aktionen oder Kundgebungen nicht angemeldet. Also beinahe durch die Bank solche Delikte, wie sie auch bei linken Gruppierungen  zum Tagesgeschäft gehören. Übrigens: Dort gilt bekanntlich noch nicht einmal ein Sprengstofffund bei Akteuren eines preisgekrönten Bündnisses als Indiz für ein politisches Motiv. Ist ja auch ein „aufgebauschtes Problem”.

Erinnerung an IB-Prozess in Österreich

Spruchbänder, Aktionismus und Aufkleber als Indiz einer kolportierten hohen kriminellen Energie – kein Einzelfall im deutschen Sprachraum. Erst vergangenes Monat ging in Österreich eine Staatsanwaltschaft erstinstanzlich mit einem solchen Narrativ ordentlich baden. Weder eine Inkriminierung von Straßenkreide noch die Verwendung im öffentlichen Diskurs nicht unüblicher politischer Parolen reichten als Grundlage für eine kriminelle Vereinigung. Eine bundesweite ‚Pickerljagd’ begründete ebenso keine erhebliche Sachbeschädigung.

Nach zehn Prozesstagen stand in Graz letztendlich fest: Der Richter lässt sich auf dieses Spiel nicht ein. Unmissverständlich stellte er klar, dass auch einzelne (kleinere) Straftaten keine kriminelle Vereinigung begründen, sofern der Kernbereich einer Gruppierung eine legale Absicht hat – Die Tagesstimme berichtete. Mit diesem Urteil schuf er gewissermaßen Rechtssicherheit auch für andere Protestgruppen wie Greenpeace. Zwar legte der Staatsanwalt volle Berufung ein – aber bereits im Vorfeld kritisierten Rechtsexperten die Anklage intensiv.

Menschen lesen oft nur Überschriften

Freilich: Wer sich umfassend informieren will, liest den Artikel und entlarvt solche Schlagzeilen schnell als heiße Luft. Für eine schnelle Stimmungsmache reicht es aber. Denn wie praktisch ist es wohl, dass viele Menschen heutzutage aufgrund der Schnelllebigkeit unserer Zeit nur mehr Überschriften lesen. Und: wer hier die Aufmerksamkeit will, bedient sich entweder an Clickbaiting-Headlines, um Aufrufe zu erheischen – oder verpackt die Kernaussage in Überschrift, Anriss oder Beitext.

Als Redakteur eines Onlinemediums habe ich jedes menschenmögliche Verständnis für die Notwendigkeit, sich mittels lebendiger Schlagzeilen seine Reichweite zu schaffen. Auch wir überlegen uns öfters, welcher Fokus bei unserer Leserschaft am ehesten Interesse und Reaktionen hervorruft – das ist völlig legitim. Allerdings sollte die Schlagzeile zumindest einen Teil des Inhalts widerspiegeln. Und da sollte man von etablierten Vollmedien erwarten können, selbst bei offensichtlichen Feindbildern seines Blattes zumindest einen Funken an Scheinneutralität zu wahren.

Journalistische Standards? Fehlanzeige!

Dass gleich mehrere sogenannten ‚Qualitätsmedien’ von Spiegel bis zur FAZ und zum Kurier hier etablierte journalistische Standards versäumen, spricht für sich. Nicht ein Beitrag dieser reichweitenstarken Medien erwähnt, ob es irgendeinen Versuch gab, eine Stellungnahme der betroffenen „Nazi-Hipster” (O‑Ton Spiegel) einzuholen. Dabei gilt zumindest für den Kurier ein entsprechender Ehrenkodex des österreichischen Presserats (Punkt 2.3), welcher genau dazu verpflichtet. Immerhin: Dessen Artikel löst die Überspitzung bereits im Anriss auf.

Die meisten der Übrigen müssen sich zumindest an dem Gebot zur Unschuldsvermutung (Punkt 11 des deutschen Pressekodex) orientieren. Das heißt, sie müssen zwischen Verdacht und erwiesener Schuld eine klare Unterscheidung erkennbar machen. Mit Ausnahme des Ausgangsberichts beim Handelsblatt suggeriert aber jeweils bereits die Überschrift, dass es sich um einen vermeintlich umumstößlichen Fakt handle. Zwar ist auch dessen Artikel durchaus tendenziös – aber mangels Vorverurteilung zweifelsohne von der Pressefreiheit gedeckt.

Zweierlei Maß bei Sorgfaltspflicht

Insgesamt zeigt diese Art der Berichterstattung eine Tendenz, wonach es zum guten Ton gehört, nicht mit Rechten zu reden. Sämtlicher selbst auferlegter Ethos fliegt hochkant über Bord, wenn es darum geht, die vermeintliche Gefährlichkeit patriotischer Aktivisten darzulegen. So achtet man zwar penibel darauf, den von ORF und linker Schickeria hofierten Jack Unterweger lediglich als „mutmaßlichen Serienkiller” zu bezeichnen. Immerhin gilt aufgrund dessen Suizids in der Zelle mangels Rechtskraft weiterhin die Unschuldvermutung.

Diese Sorgfalt ist bei den bösen Identitären, denen ein österreichisches Gericht unverständlicherweise einen ‚Freibrief’ erteilte, aber nicht notwendig. Diese „begehen” einfach eine Vielzahl von „Straftaten” – ein fait accompli obwohl bei genauer Recherche offensichtlich wird, es handelt sich zumindest teilweise um Taten, wo das deutsche Innenministerium lediglich einen Bezug herstellt. Es waren hier vornehmlich die ‚Qualitätsmedien’, welche sich hervortaten. Der viel gescholtene Boulevard beteiligte sich an dem dreckigen Spiel nicht.

Meinungsmache-Vorwurf ist hausgemacht

Angesichts solcher Berichterstattung, welche sich mehr auf eine existierende Hegemonie beruft als auf journalistische Standards, verwundert es kaum, dass sich immer mehr Menschen von etablierten Medien abwenden. Wer den Eindruck entstehen lässt, Abziehbilder stünden in der Nähe gewaltsamer Umstürze, darf sich den Vorwurf der Meinungsmache gefallen lassen. Und wer es verabsäumt, mittels ordentlicher Recherche Stellungnahmen beider Seiten einzuholen, dem kauft niemand die Neutralität ab.

Entsprechend sind es auch nicht die bösen Krakeeler rechtsgerichteter Parteien und Organisationen, welche solche Vorwürfe zu verantworten haben. Sie haben Begriffe von ‚Fake News’ bis ‚Lügenpresse’ zwar maßgeblich geprägt. Aber keine Wirkung ohne Ursache: Erschaffen haben die zugrundliegende Schieflage die betroffenen Blätter selbst. Die Geister, die sie riefen werden sie nun nicht los.  Auch darauf gründet sich der Erfolg alternativer Medienangebote, diese Lücken zu schließen.

1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Zickenschulze

    26. August 2018 at 22:08

    Dass der Kampf der Patrioten gegen die Lügen und Falschuntetstellungen hart ist und härter wird ist eh klar.
    Alles hat aber letztendlich einen Preis.
    Letztendlich übernimmt die Quittung sei es der einen oder anderen Seite der wem auch immer Gewogene.

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Gesellschaft

Erfolgreiche Hilfsaktion der steirischen Burschenschaften

Stefan Juritz

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am

Mit der Erntehelfer-Aktion wollen die steirischen Burschenschaften zeigen, dass Solidarität für sie nicht nur ein Lippenbekenntnis ist. Bisher wurden in verschiedenen Regionen der Steiermark etwa 1.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet. Doch die Aktion ist noch nicht zu Ende!

Bericht von Stefan Juritz

Die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Steirischer Burschenschaften, der insgesamt neun Grazer und zwei Leobener Verbindungen angehören, hatte diese Aktion Ende März ins Leben gerufen. Anlass dafür waren Meldungen aus dem Landwirtschaftsministerium, wonach wegen der Corona-Maßnahmen in Österreich 5.000 Erntehelfer fehlten. Es wurde sogar von gewaltigen Ernteausfällen gewarnt.

Kurz darauf veröffentlichten die steirischen Burschenschaften auf der Tagesstimme und dem Blog des Freilich-Magazins einen Aufruf zur Unterstützung der heimischen Landwirtschaft. „Die Lage ist also ernst. Die Bauern brauchen unsere Hilfe! Gerade in Krisenzeiten ist Solidarität gefragt. Für uns ist das mehr als nur ein reines Lippenbekenntnis. Jetzt ist es an der Zeit, mit anzupacken und unsere heimischen Bauern nicht im Stich zu lassen!”, hieß es damals.

1.000 Stunden ehrenamtliche Hilfe

Und nur wenige Wochen später fanden auch bereits die ersten ehrenamtlichen Hilfseinsätze der Burschenschafter statt. Organisiert vom ARGE-Vorsitz, der Grazer akademischen Burschenschaft Marko-Germania, halfen bisher rund 30 Personen in verschiedenen Regionen der Steiermark mit. Bis jetzt leisteten sie insgesamt knapp 1.000 Arbeitsstunden. Angepackt haben dabei jedoch nicht nur Burschenschafter – nein, es meldeten sich auch mehrere Personen, die mit Studentenverbindungen bislang nichts am Hut hatten. Vom Arzt bis zur Musikstudentin brachten sich völlig unterschiedliche Helfer ein.

Bei den ersten Hilfseinsätzen ging es aber noch nicht direkt um die Ernte. Mitte April setzten die Helfer stattdessen beispielsweise drei Tage lang zahlreiche Maronibäume in der Nähe von Stubenberg in der Oststeiermark ein. Die weiteren Einsätze fanden im April und im Mai bei Weinbauern in der Süd- und Weststeiermark statt. Dort half man beispielsweise beim Setzen eines neuen Weingartens und beim Ausbrechen überschüssiger Triebe an den Weinstöcken. Und wie es bei Weinbauern gute alte Tradition ist, durften alle Helfer am Ende des Tages auch stets die Weine von jenen Hängen verkosten, an denen sie zuvor selbst gearbeitet hatten. So kam auch trotz der Corona-Regelungen die Geselligkeit nie zu kurz.

Heuernte im Juni

Im Juni steht bereits der nächste Einsatz auf dem Programm. Diesmal werden Burschenschafter bei der Heuernte auf einer Alm in der Obersteiermark helfen. Die Aktion der ARGE Steirischer Burschenschaften ist also noch nicht zu Ende und Interessenten können sich melden. Nähere Informationen gibt es unter: [email protected].


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Gesellschaft

USA: Undercover-Recherche entlarvt paramilitärische Antifa-Strukturen

Julian Schernthaner

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am

Mit einer brisanten Enthüllung lässt jetzt das „Project Veritas” aufhorchen: Einem seiner Investigativ-Journalisten will es gelungen sein, eine besonders gewaltbereite Antifa-Gruppe zu infiltrieren. 

Portland, OR. – Dabei suchte sich der Undercover-Journalist, der zum Schutz seiner Identität mit Sonnenbrille und Gesichtsmaske im Video auftritt, nicht irgendeine Antifa-Ortsgruppe aus. Sondern er wählte dafür die „Rose City Antifa” in Portland im US-Bundesstaat Oregon. Bei der 2007 gegründeten Zelle handelt es sich um eine der ältesten aktiven Antifa-Gruppen im Land – und gleichzeitig um eine der rabiatesten, die sich öffentlich zur Militanz bekennen.

„Trainiert einfach, wie man Augen aussticht”

Das erste Video ging am Mittwoch ins Netz. Bei der Frage wie gewalttätig die Gruppe ist, stößt der Reporter auf unglaubliche Abgründe. In internen Schulungen werden dabei unverblümt Taktiken diskutiert, mit dem einzigen Ziel, einem Gegenüber möglichst viel körperlichen Schaden zuzufügen. Als wäre es das Normalste der Welt, erklärt einer der Linksextremisten: „Trainiert einfach, wie man Augen aussticht. Dafür muss man nicht viel Druck ausüben.”

Dabei räumt die Recherche auch mit der gängigen Darstellung von linker Seite auf, dass ‚die Antifa kein Verein’ sei. Denn der Reporter beschreibt verpflichtende Schulungen, die er als ‚Mitglied auf Probe’ besuchen musste. Diese fanden geheim in einem schalldichten Hinterzimmer eines Buchladens statt, weiß der Undercover-Journalist zu berichten. Zudem erzählt er von den konspirativen Methoden seiner Anwerbung für die linksextreme Gruppe.

Zweiter Teil zeigt paramilitärische Trainingseinheiten

Was ein Mitglied der straff organisierten Antifa-Gruppe dabei klarstellt: „Es geht nicht um Boxen, es geht nicht um Kickboxen, es geht darum, einen Feind zu vernichten.” Ständig ist dabei die Rede von bewaffneter Aktion – oder wie ein heimlich gefilmter Teilnehmer eines Treffens erklärt: „Das Hauptziel ist es, raus zu gehen und möglichst gefährliche Dinge so sicher wie möglich zu erledigen.“ Wie effizient für dieses Vorgehen trainiert wird, stellt dabei ein Folgevideo heraus, das am Donnerstag ins Netz ging.

Dieses zeigt Szenen mit Baseballschlägern sowie rabiate Schlag- und Wurftechniken. Was aussieht wie ein normales Training in einem Kampfsportverein, bekommt erneut durch die Tonspur einen Beigeschmack. Ein Coach sagt etwa: „Wenn du einen guten Schlag in die Leber oder die Niere schaffst, sind sie ziemlich außer Gefecht. Sie werden sich krümmen und heftige Schmerzen verspüren.” Direkt in der Folge erwähnt er auch gefährliche Rippenbrüche als Option.

„Safe-Space für Aggressionen”

Auf Fairness zielt diese Ausbildung nicht ab, wie er weiter ausführt – sondern auf ‚Hit & Run’-Taktiken: „Ein guter Körperstoß gibt dir alle Zeit der Welt, während sie sich krümmen. Du könntest weglaufen – oder sie richtig verdreschen, wenn du die Person absolut nicht magst.” An dieser Stelle lachen einige weibliche Teilnehmer. Das Ganze geht weiter im Takt, eine weitere Sequenz zeigt den bewaffneten Kampf gegen Polizisten.

Was dabei schockiert, ist weniger der Umstand, dass durchaus legitime Techniken der Selbstverteidigung gelehrt werden. Sondern, dass diese offenbar vor allem in offensivem Potenzial im politischen Kampf zum Einsatz kommen sollen. Oder, wie ein Trainer die Rolle des Trainingszentrums erläutert: „Das hier ist ein ’safe-space’, um Aggressionen zu üben.”

Antifa-Apologeten versuchen Enthüllungen zu verschleiern

Kaum war der erste Teil online, versuchten einschlägige Kreise diesen Umstand zu verschleiern. Ein Twitter-Konto mit sechs Millionen Followern, das sich als Sprachrohr der „Anonymous”-Bewegung geriert, rief etwa dazu auf, den Hashtag #ExposeAntifa zu kapern. Wie FlinkFeed berichtet, soll es zudem sogar zu Hackangriffen auf das Twitter-Konto von Project Veritas‑Chef James O’Keefe gekommen sein.

Dieser wiederum will sich vom Gegenwind nicht einschüchtern lassen: „Es schaut ganz so aus, also ob unsere trendende Serie genau den richtigen Leuten ans Bein pinkelt.” Die beiden bisherigen Videos sollen nur der Auftakt einer längeren Aufdeckung über Antifa-Machenschaften sein, die auf dem YouTube-Kanal des Projekts laufend in kleinen Ausschnitten erscheinen soll.

Aufdeckungen haben enormes politisches Sprengpotenzial

Die Enthüllungen haben jedenfalls das Potenzial, richtig aufzuwühlen, und mit so manchem Mythos über vermeintlich friedliche Linksaußen aufzuräumen. Und auch die Politik hat bereits angebissen: Der republikanische Abgeordnete Matt Gaetz aus Florida sprach daraufhin Klartext: „Es ist glasklar, dass diese Leute sich nicht für Politik engagieren. Sie sie engagieren sich für den Terrorismus.”

Erst vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Donald Trump seine Absicht erklärt, die Antifa in den Vereinigten Staaten als terroristische Organisation einzustufen. Dieser Schritt sorgte im europäischen Ausland sowohl für Lob als auch Kritik – Die Tagesstimme berichtete. Zumindest dürfte die Publikation für die öffentliche Debatte just zur rechten Zeit kommen.


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Gesellschaft

Weltumwelttag: Österreich gefährdet durch Verbauung sein „Naturkapital”

Monika Šimić

Veröffentlicht

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Während sich die Coronavirus-Krise mittel- bzw. langfristig sogarpositiv auf manche Bereiche der Umweltpolitik auswirken könnte, zerstört die fortschreitende Verbauung des Landes den Lebensraum vieler Tierarten.

Wien. – Angesichts des heutigen Weltumwelttags mahnt der Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Hagelversicherung, Dr. Kurt Weinberger, vor dem fortschreitenden Verlust an Boden und gleichzeitig vor der Zuspitzung der Umweltkrise durch Bodenverbrauch, Ressourcenschwund und dem Biodiversitätsverlust. Die Therapie in diesem Zusammenhang sei langwierig, der Erfolg nicht vielversprechend. Man müsse jetzt handeln, fordert Weinberger.

Gefahren durch Verbauung

Dabei sollte uns die Erfahrung der Corona-Krise Mut machen: „Nötige Veränderungen und Maßnahmen zum Schutz von Klima, Umwelt und Biodiversität werden ebenfalls alle Lebensbereiche betreffen, aber keineswegs so dramatische Einschnitte bringen wie die Corona-Maßnahmen, die in hohem Maße akzeptiert werden. Beginnen wir mit dem Schutz unserer Lebensgrundlage, dem brennendsten Umweltproblem Österreichs”, so Weinberger.

In einer Aussendung nannte er die drei größten Gefahren durch den Flächenverbrauch, nämlich die Senkung des Selbstversorgungsgrades, die negativen Auswirkungen auf Österreich als Tourismusland, und den Rückgang der Artenvielfalt.

Mehrheit will keine weitere Verbauung

Durch die Verbaaung von Flächen würde der Selbstversorgungsgrad Tag für Tag sinken und Österreich durch Importe zunehmend verletzbar, betont Weinberger. „Beim Brotgetreide haben wir mittlerweile nur noch einen Selbstversorgungsgrad von 87 %, bei Spargel von 49 % und bei Erdbeeren von 35 %”, heißt es dazu in der Aussendung. Der Boden sei aber essentiell für die Lebensmittelproduktion, das hätte auch die Coronavirus-Krise deutlich gezeigt. „Von Beton kann man nicht abbeißen.”

Aber auch die Kulturlandschaft und somit das Tourismusland Österreich leide unter etwa dem Baggerschaufeln. Laut einer market-Umfrage kritisieren 4 von 5 Österreichern die „Verschandelung” Österreichs und wollen keine weitere Verbauung. Durch diese nimmt auch die Artenvielfalt ab. So leben rund 1,5 Millionen Regenwürmer in einem Hektar Boden. Pro Tag werde also die Lebensgrundlage von rund 20 Millionen Regenwürmern zubetoniert, kritisiert Weinberger.

„Es gibt keine zweite Chance”

„Faktum ist: Wir brauchen den Boden zum Leben wie die Luft zum Atmen. Der Boden ist die Haut der Erde, und weder Erde noch Mensch sind ohne Haut überlebensfähig”. Wir bräuchten daher einen Wandel hin zu einem „intelligenteren Wirtschaftsdenken”, erklärt Weinberger. Der Wohlstand einer Volkswirtschaft sei nicht nur an der Kennzahl des Bruttoinlandsprodukts, sondern auch am Erhalt seines Naturkapitals wie Boden, Luft oder Wasser zu beurteilen. Auch das Humankapital gehöre als Messgröße in die Beurteilung miteinbezogen. „Diese Lehren müssen wir ziehen und diese Chance müssen wir für unsere nachfolgenden Generationen nützen – eine zweite gibt es nich”, appelliert Weinberger anlässlich des heutigen Weltumwelttages.


Wir schreiben aus Überzeugung!
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