Gesellschaft

Wiesbaden: Erdogan‐Statue wieder entfernt

Der türkische Präsident Erdogan - hier mit dem R4bia-Zeichen der Muslimbruderschaft - sympathisiert im Disput zwischen Israel und den Palästinensern mit der muslimischen, arabischen Minderheit. Bild (Erdogan 2014): Wikimedia Commons [CC0]

Am Dienstagabend kam es in Wiesbaden zu Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Unterstützern des türkischen Präsidenten Erdogan. Die mittlerweile entfernte Erdogan‐Statue war der Grund für die aufgebrachte Stimmung.

WIESBADEN. Die goldfarbene Statue des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sorgte am Dienstagabend für erhitzte Gemüter und eine aggressive Stimmung. In der Stadt Wiesbaden kam es zwischen Erdogan‐Anhängern und Gegnern zu verbalen Auseinandersetzungen, aber auch zu Handgreiflichkeiten, wie Ordnungsdezernent Oliver Franz gegenüber der Nachrichtenseite FAZ.NET erklärte. Dabei gaben sich viele der Erdogan‐Gegner lautstark als Kurden zu erkennen. Etwa 100 Polizisten waren im Einsatz, um die Lage am Platz der Deutschen Einheit unter Kontrolle zu halten und notfalls einzuschreiten, da die Einsatzkräfte auch Stichwaffen gesichtet hatten.

Stadtverwaltung überrascht

Im Rahmen des Wiesbadner Biennale‐Festivals wurde am Montag die etwa vier Meter hohe goldfarbene Erdogan‐Statue am Platz der Deutschen Einheit installiert. Allerdings sorgte sie bei den Betrachtern schon seit dem ersten Tag für Irritationen. Die Wiesbadner Stadtverwaltung zeigte sich selbst überrascht. Das Aufstellen einer „menschenähnlichen Statue“ sei im Vorfeld des Kunstfestivals nämlich genehmigt worden. Es war ihnen aber nicht klar, „dass es sich dabei um eine Erdogan‐Statue handeln wird“. Nachdem die Polizei den Platz am Dienstagabend ohne besondere Vorkommnisse geräumt hatte, baute die Feuerwehr die Statue wieder ab.

Staatstheater‐Intendant verteidigt Kunstaktion

Als Teil der diesjährigen Wiesbadner Biennale, die unter dem Motto „Bad News“ steht, verteidigte der Wiesbadner Staatstheater‐Intendant Uwe Eric Laufenberg das Aufstellen der Erdogan‐Staue. Er sah die Aktion als ein Statement für freie Meinungsäußerung. „Wir haben die Statue aufgestellt, um über Erdogan zu diskutieren“, erklärte Laufenberg. „Das geht überall. Die Kunst ist dazu da, zu zeigen, wie es ist“. Weil von der Kunstaktion keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgegangen war, wollte die Stadt zunächst nicht einschreiten.

Erdogan zu Besuch in Berlin

Der türkische Staatschef wird am 28. und 29. September zu einem Staatsbesuch in Berlin erwartet. Viele Kritiker machen Erdogan für Menschenrechtsverletzungen in der Türkei mitverantwortlich und werfen ihm vor, ein autoritäres Herrschaftssystem installiert zu haben.

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