Österreich Politik

Ellensohn‐Tweet: Jetzt kontert FPÖ auf Springerstiefel‐Sager!

Bild Pro-Chemnitz-Kundgebung: privat / Screenshot: Twitter / Collage: Die Tagesstimme

Aussagen des Wiener Grünen‐Politikers David Ellensohn, welche die FPÖ in ein mutmaßlich rechtsextremes Licht rückten, will FP‐Landesparteisekretär Michael Stumpf nicht auf sich sitzen lassen und schießt mit einer augenzwinkernden Empfehlung zurück.

Wien. Am Vormittag sorgte ein Tweet des grünen Wiener Klubobmanns David Ellensohn für einiges Aufsehen. Demnach wären die Freiheitlichen, hätten die Vorfälle von Chemnitz in Österreich stattgefunden, „Seite an Seite in Springerstiefel mit Nazis” marschiert – Die Tagesstimme berichtete. In einer Aussendung folgte nun die gesalzene Retourkutsche des Wiener FPÖ‐Landesparteiskretärs Michael Stumpf.

Vorwurf der mangelnden parteiinternen „Aufmerksamkeit”

In einer Mischung aus scharfer Kritik und einer ordentlichen Portion Wiener Schmäh echauffierte sich Stumpf über die „psychische Ausnahmesituation”, in welcher sich Ellensohn aufgrund der internen Querelen seiner Partei wohl befinde. Der künftige Kandidat für den Vorsitz der Wiener Grünen verkrafte es seiner Meinung nach offenbar nicht, „in der zweiten Reihe stehen zu bleiben müssen”. Es ermangle diesem deshalb wohl an Aufmerksamkeit und Zuneigung seiner Landesparteichefin Maria Vassilakou.

FP‐Stumpf: Grünen‐Klubobmann braucht „dringend Hilfe”

Bereits vor der Sommerpause hätten sich entsprechend Indizien ergeben, dass Ellensohn, nach Aufmerksamkeit „geradezu lechzt”. Ende Juni hatte er die Freiheitlichen in einer Gemeinderatssitzung als „empathielose Arschlöcher” bezeichnet. Da sich dessen „Aufmerksamkeitsdefizit” offenbar über die Sommermonate „nicht verbessert” habe, legte Stumpf „solidarisch” nahe, dass der grüne Klubobmann „dringend Hilfe” benötige.

Appell an Rathauskollegen: „Umarmt Ellensohn!”

Aus diesem Grund bitte er die Rathauskollegen aller Fraktionen, diesem Anerkennung zu spenden. Wann auch immer diese Ellensohn „im Rathaus, auf der Straße oder auf dem Fahrrad” begegneten, sollten ihn diese umarmen. Außerdem solle man ihm lobend mitteilen, dass er „ganz toll” sei. Die gesamte Wiener FPÖ wünsche Ellensohn „baldige Besserung”. Man hoffe außerdem, dass „die Maria (Vassilakou, Anm.) in Zukunft nicht mehr ganz so garstig” zu ihm sei.

Ellensohn selbst nahm diese Empfehlung offensichtlich mit Humor. Auf Twitter bekundete er, er hätte deshalb „sehr laut lachen” müssen:

Facebook‐Post als wahrscheinlicher Auslöser

Als wahrscheinlicher Auslöser für die Ellensohn‐Tirade gelten die Social‐Media‐Aktivitäten von FPÖ‐Vizekanzler Heinz‐Christian Strache. Dieser teilte auf Facebook einen Artikel des oberösterreichischen Wochenblick. Dessen Chefredakteur legte dabei in einem Meinungsstück seine Ansicht dar, dass das „Blutbad” an einem 35‐jährigen Deutschen, nicht die Proteste, das eigentlich schockierende an den Vorgängen in Chemnitz seien.

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