Österreich Politik

Jetzt spricht Dönmez über Skandal‐Tweet: Was er wirklich meinte

Bild (Dönmez 2010): Gianmaria via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

Am Tag nach seinem Rauswurf aus dem ÖVP‐Parlamentsklub äußerte sich Efgani Dönmez detailliert zur Causa rund um seinen umstrittenen Tweet in Richtung der Berliner SPD‐Staatssekretärin Sawsan Chebli. 

In einem Blogeintrag bezog der frühere Grünen‐Bundesrat und kürzliche VP‐Mandatar Stellung zu den Vorwürfen gegen seine Person. Ihm wurde ein Tweet vom Wochenende zum Verhängnis, welchen Kommentatoren als sexistisch einstuften. Nachdem sich auch parteiinterne Kritik mehrte, warf man den Integrationsexperten kurzerhand aus der türkisen Fraktion – Die Tagesstimme berichtete.

Dönmez: Keine sexistischen Absichten

Dönmez, der als fraktionsloser – sogenannter „wilder” – Abgeordneter im Nationalrat verbleiben will, weist auch am Dienstag eine sexistische Absicht zurück. Er glaube nicht nur an Gleichberechtigung, sondern lebe diese sogar in seinem Alltag. Bei seinen Aussagen zu deren Karriere („Schau dir ihre Knie an, vielleicht findest du da eine Antwort”) habe es sich um keine sexuelle Anspielung gehandelt. Die Unterstellung, er sei ein Sexist, lehne er „aufs Schärfste” ab.

Kniefall” vor „reaktionären Migrantenorganisationen”

Vielmehr habe er damit auf den „offensichtlichen Kniefall einiger Politiker […] vor reaktionären Migrantenorganisationen” anspielen wollen. Das deutsche Sprichwort „in die Knie gehen” sei keine Erfindung seinerseits. Es stehe vielmehr dafür, seine „Haltung zu verlieren” und „Unterwürfigkeit” an den Tag zu legen. Der Fehler stehe oftmals im Auge des Betrachters, deshalb sehe er auch ein, dass seine „Wortwahl nicht passend” war.

Chebli‐Nähe zu politischem Islam?

Er sei, so Dönmez weiter, der „festen Überzeugung”, dass beide Geschlechter im Kampf gegen „reaktionäre Kräfte” eine Verantwortung trügen. Er habe sich stets gegen solche Bewegungen und die „Doppelbödigkeit einiger Parteien” gestellt. Es sei legbar, dass sich die Wege Cheblis mit Leuten aus dem Umfeld des politischen Islams, gekreuzt hätten.

Nicht nur hätte sie diese hofiert, sie verkehre deutschen Medienberichten zufolge auch mit extremistischen Palästinensergruppen, welche zum Boykott von Israel aufriefen. Darin bestünde der „eigentliche Beweggrund” für seine Äußerungen am Wochenende.

Dönmez kritisiert zweierlei Maß

Weiter wundere ihn die „Verbissenheit und Aufmerksamkeit” mancher Personen auf Twitter. Sobald er das Missverständnis bemerkte, habe er „zwei aufrichtige Entschuldigungen” und eine Berichtigung getätigt. „Politiker und Medienleute” würden mit ihrer Arbeit reaktionäre Migrantenverbände […] direkt und indirekt” unterstützen – obwohl diese eine „tatsächliche frauenverachtende Positionierung” hätten.

Er selbst werde jedoch wegen eines kleinen Fehlers sogleich „in die Wüste geschickt”. Wenn man dies konsequent durchziehen würde, so wären, so Dönmez, das Parlament samt seiner Regierungsbank sowie die Redaktionen des Landes „ziemlich leer”. Er bedauert deshalb den  „medialen Druck auf Partei und Bundeskanzler”, welcher diesen zu einer „völlig überzogenen Entscheidung” genötigt hätte. Diese nehme er gleichwohl zur Kenntnis und respektiere sie.

Kampfansage an Gegner

Dass er sein Mandat nicht zurücklegen werde, begründete er mit jahrelanger harter und gefährlicher Arbeit in den Themenbereichen Integration, Migration, Asylthematik und im Kampf gegen den politischen Islam. Dies lasse er sich „durch Unterstellungen nicht kaputt machen”. Diesen Gefallen wolle er seinen Gegnern nicht machen.

Abschließend kritisierte er als „Zeichen unserer Zeit”, dass man nicht gleichermaßen gegen jene, welche „diese bedenklichen Entwicklungen hereintragen”, vorgehe. Stattdessen gehe man mit „Vehemenz und Intensität” gegen jene wenigen Stimmen vor, welche diese „Fehlentwicklungen thematisieren” würden.

1 Kommentar

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  • Vielleicht hätte sich ED retten können, hätte er das Kniefall‐Argument unverzüglich präsentiert. Schade um ihn. Möglicherweise hat ihn als wohl Nicht‐Tanzschulabsolvent der Kneissl‐Knicks zu seinem Sager inspiriert.

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