Deutschland Politik

Gauland fordert „friedliche Revolution” gegen das „System Merkel”

Bild: Alexander Gauland / By Olaf Kosinsky [CC BY-SA 3.0 de], from Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

AfD‐Chef Alexander Gauland rechnet im FAZ‐Interview mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel ab. 

In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat der Parteivorsitzende der AfD Alexander Gauland Stellung bezogen und eine „friedliche Revolution” gegen das „System Merkel” gefordert. Mit diesem System meinte er aber nicht nur die Bundeskanzlerin, sondern all jene, die die Politik Merkels mittragen würden. „Das sind auch Leute aus anderen Parteien und leider auch aus den Medien”, so Gauland. Diese möchte er „aus der Verantwortung vertreiben”.

Laut Gauland könne man dieses Vorgehen als „friedliche Revolution” bezeichnen. Den Vorwurf, dass es sich dabei um eine Revolution handle, die die Institutionen angreifen würde, wies der Parteivorsitzende von sich. Es sei kein „Umsturz der grundgesetzlich garantierten Ordnung.” Außerdem sage kein Mensch – „jedenfalls kein vernünftiger Mensch und keiner, der irgendeine Parteifunktion hat‐, dass die freiheitlich‐demokratische Grundordnung weg muss”.

Wir sind der Pfahl im Fleische eines politischen Systems, das sich überholt hat.” (Alexander Gauland)

Keine Angst vor Beobachtung durch Verfassungsschutz

In den letzten Tagen und Monaten wurde vermehrt darüber diskutiert, ob die AfD vom Verfassungsschutz beobachtet werden soll. Der Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) meinte etwal, dass „die Hetzjagden von Chemnitz” einen Wendepunkt markiert hätten. Wie aber mittlerweile bekannt ist, haben die von den Medien beschriebenen „Hetzjagden” in dieser Form nicht stattgefunden (Die Tagesstimme berichtete).

Angesprochen auf die Gründe für die Beobachtung der „Jungen Alternative” in Niedersachsen und Bremen wegen angeblicher Kontakte zu Rechtsextremen, meinte Gauland, dass er die genauen Gründe nicht kenne. Bevor aber irgendwelche Konsequenzen gezogen werden, werde die Partei sich juristisch dagegen wehren. Teile der Partei auszugrenzen, habe er schon immer für falsche gehalten.

Wir müssen erst gelassen die Begründung für die Beobachtung juristisch prüfen. Schnelle Antworten sind völlig falsch”, so der Parteivorsitzende im Interview. Vor einer Beobachtung habe er jedoch keine Angst. Diese führe aber dazu, dass der gesellschaftliche Druck auf Einzelpersonen steige und man sich stets rechtfertigen müsse. Auf die Frage hin, ob eine Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz das Ende der Partei bedeuten würde, meinte Gauland: „Nein. Im Gegenteil. Ich erwarte, dass wir bei jeder Beobachtung nur mehr Stimmen bekommen.”


Weiterlesen:

Seehofer gegen Beobachtung der AfD durch Verfassungsschutz

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