Gesellschaft

Chemnitz: Hitlergruß‐Tatverdächtiger hatte offenbar RAF‐Tattoo

Pro-Chemnitz-Kundgebung am Montag, den 27. August 2018 / Bild: privat

Ein Bild, das durch die Medien ging: Ein Mann zeigt mitten in Deutschland den Hitlergruß. Nun verdichten sich die Hinweise, dass diese Person ein Tattoo zu Ehren der Rote Armee Fraktion (RAF) trug. Dabei handelt es sich um eine ehemalige linksterroristische Vereinigung.

Chemnitz. Tagelang rankten sich Gerüchte rund um einen Mann, der bei der Pro‐Chemnitz‐Demo am 27. August einen sogenannten ‚Hitlergruß’ zeigte. In sozialen Medien wollten diverse Kommentatoren ihn als mutmaßlich linksgerichteten Provokateur entlarvt haben. Als Beleg diente diesen ein Bildausschnitt von einer Tätowierung am Handrücken – mit dem Schriftzug „RAF”.

Fotomontage oder echtes Bildmaterial?

Nachdem sich einige Medien, darunter watson und T‐Online (Titel: „Hitlergruß von links? Wie Rechte Fake News verbreiten”) schnell festlegten, dass es sich um eine Fotomontage handle, mussten diese nun zurückrudern. Watson-Chefredakteurin Gesa Mayr räumte am späten Mittwochabend ein: Höchstwahrscheinlich handle es sich um gar kein ‚Fake’. Eine weiterführende Recherche hätte nun ergeben, dass man nicht mehr ausschließen könne, dass das Foto echt ist.

Man beruft sich in seiner Richtigstellung auf Hinweise, wonach das Bild ursprünglich auf einem Flickr‐Account auftauchte, welcher der linken Szene zuzuordnen ist. Dieser berichte häufig fotodokumentarisch über „rechtsextreme Veranstaltungen”. Auch ein Facebook‐Video von VICE zeige zumindest zwei der drei Buchstaben (A und F). Selbst im eigenen Bildmaterial sei in manchen Einstellungen ein Schatten zu erkennen. Auch T‐Online veröffentlichte am Mittwoch eine Korrektur seiner Darstellung.

RAF‐Terror hielt Deutschland in Atem

Die linksterroristische Organisation RAF zeichnete ab 1970 für über 33 Morde in Deutschland verantwortlich. Drei Generationen an Tätern versetzten mit Entführungen und Tötungsdelikten an Menschen aus dem öffentlichen Leben, insbesondere aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, jahrelang in Schrecken. Die Aktivitäten der Gruppe für reichlich gesellschaftliche Debatten. Immer wieder kam es dabei zu Solidaritätsbekundungen linker Splittergruppen.

Unter den zeitweisen Anwälten der ersten RAF‐Generation befanden sich auch mehrere später hochrangige SPD‐Politiker wie ex‐Bundeskanzler Gerhard Schröder und dessen Bundesinnenminister Otto Schily, außerdem der langjährige Grünen‐Spitzenpolitiker Hans‐Christian Ströbele.  Im Jahr 1998 löste sich die Gruppierung schließlich endgültig auf.

2 Kommentare

Hier Klicken, um zu kommentieren

  • Daß Schröder RAF‐Anwalt war, stimmt nicht.
    Ströbele hingegen ist sogar wegen Unterstützung der RAF vorbestraft – und saß trotzdem für die GrünInnen im Bundestag. Man stelle sich das wütende Geheul der GutmenschInnen vor, wenn ein AfD‐Abgeordneter vorbestraft wäre wegen Unterstützung des angeblichen NSU…

    • Ströbele errang übrigens in Berlin Mitte auch das einzige Direktmandat der Grünen bei einer Bundestagswahl. Ob gar mehrfach weiß ich nicht. Dies sagt so einiges über die Zusammensetzung der dortigen Bevölkerung nach der Wende aus. Die Gegend war bis Kriegsende eines der Armenviertel Berlins (Scheunenviertel, berüchtigte Mulackstraße, Rotlicht, Ganoven). Zu DDR Zeiten heruntergekommene Häuser, danach kamen die „Sanierer” und Miethaie.

      Man stelle sich die Reaktion der „Guten” vor, wenn eine rechte Band, die früher Texte im Programm gehabt hätte, wo aufgefordert worden wäre, Asylbewerber zu verprügeln und die gegröhlt hätte, Geschäftsstellen linker Parteien wären nur „einen Steinwurf entfernt” bei einer Gedenkveranstaltung für einen ermordeten Menschen aufgetreten wäre.

      Das Argument, nun haben sie doch aber ihr Programm (und angeblich ihre Meinung) geändert, wäre von jeglicher mainstream Journaille verrissen und verhöhnt worden.

      Gibts so nicht. Richtig. Aber umgekehrt ist das alles kein Problem, wie auch Frau Göring Eckardt, die in Chemnitz studiert hat, ( haha bist zum Abbruch, und das in Theologie) im ZDF bei Dunja Hayali bestätigte. Die Fischfiletband gehört nämlich zu den „Guten.”

Newsletter

Jetzt in den Newsletter eintragen und wöchentlich die Top-Nachrichten erhalten!
Newsletter

Neues von Anbruch

Jordan Peterson – Gegengift oder Gift?

Der Name Jordan Peterson ist momentan in aller Munde. Doch worum geht es in seinem neuen Buch überhaupt und birgt seine Weltsicht auch Problematiken?

 

… weiterlesen