Wirtschaft

Phalanx Europa: Online‐Bezahldienst kündigt ohne Begründung

Zu sehen: Eines der beliebtesten T-Shirt-Motive der Marke "Phalanx Europa". Bildrechte: Identitäre Bewegung.

Der patriotische Versand „Phalanx Europa” musste am Donnerstagmorgen feststellen, dass der Online‐Bezahldienst SOFORT den Geschäftsvertrag fristlos kündigte. 

München/Griffen. Bei „Phalanx Europa” handelt es sich um ein beliebtes Label, welches nach Eigenbeschreibung „von Aktivisten für Aktivisten” agiert. Die Firma sieht sich laut Eigenbeschreibung als eine „Anlaufstelle für die patriotische Gegenkultur”. Zu erwerben sind dort unter anderem Bücher, Magazine, Aufkleber und T‐Shirts, deren Designs einen hohen Wiedererkennungswert besitzen.

Fristlos – ohne Angabe von Gründen

Am Donnerstagmorgen musste der Inhaber der Marke, Patrick Lenart, feststellen, dass der führende Online‐Bezahldienst SOFORT GmbH die bestehende Geschäftsbeziehung „mit sofortiger Wirkung” bzw. mit dem „nächstmöglichen Termin” kündige. Das Münchner Unternehmen, welches seit 2014 zur schwedischen Klarna‐Gruppe gehört, fordert Lenart außerdem dazu auf, sämtliche Hinweise und Logos, welche auf diese Partnerschaft deuteten, „unverzüglich” zu entfernen.

Brisant: Eine schlüssige Begründung für die Entscheidung liefert SOFORT dabei offenbar nicht. Dem Kunden gegenüber bitte man „um Verständnis”, dass man zu den „Entscheidungsgründen keine weitere Auskunft erteilen” könne. Auf schriftliche Anfrage der Tagesstimme an die Klarna‐Gruppe verteidigte man dieses Vorgehen. Man behalte es sich vor, die Zusammenarbeit mit Händlern zu beenden wenn diese Produkte vertrieben, die mit den „Grundsätzen des Unternehmens” nicht vereinbar seien oder „die Marke Klarna beeinträchtigen” könnten.

Keine Anzeichen für Kündigungsabsicht

Besonders verwundert zeigte sich Lenart gegenüber der Tagesstimme über den Umstand, dass es anscheinend keinerlei Anzeichen für eine entsprechende Absicht des Unternehmens gab. Zu keinem Zeitpunkt habe man die Auflösung der Partnerschaft angedroht, an eigene Versäumnisse oder Verletzungen von Vertragspflichten erinnere er sich nicht. Er habe sich seiner Auffassung nach stets vertragskonform verhalten.  Zu Fragen in diese Richtung wollte Klarna allerdings keine Angaben machen.

Mutmaßungen über politisches Motiv

Auf Twitter äußerte Lenart allerdings den Verdacht, dass diese Maßnahme in Verbindung mit seinen politischen Ansichten oder Aktivitäten stehen könnte. Der Kärntner, im Juli einer von siebzehn Angeklagten, welche im Identitären‐Prozess einen Freispruch vom Vorwurf der kriminellen Vereinigung und der Verhetzung erlangten (Die Tagesstimme berichtete), äußerte sich wie folgt:

Auch diese Mutmaßungen seitens des Phalanx Europa-Inhabers wollte die Klarna‐Gruppe gegenüber der Tagesstimme nicht kommentieren.


Aktualisiert (07.09.2018 12:19): Ursprünglich berichteten wir, dass eine Anfrage an die Klarna‐Gruppe unbeantwortet blieb. Nachdem diese sich am Freitagvormittag zur Sache äußerte, haben wir den Artikel entsprechend angepasst. 

1 Kommentar

Hier Klicken, um zu kommentieren

  • Was für tolle Demokratien sich in Europa anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt haben.
    Der Bürger darf seine Meinung sagen.
    Aber nur solange seine Meinung politisch wirkungslos bleibt!

    Sobald man etwas bewegt,.…. bekommt man von den Mächtigen eine auf die Finger.
    Nebenbei kamen die sogenannten Demokratien von oben, und nicht von unten, vom Volk.
    Die Oberen wissen schon warum.

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