Gesellschaft

Sachsen: Erneute Demonstrationen in Chemnitz

Symboldbild: Demonstration in Chemnitz / Bild: privat

Wie die Regionalzeitung Dresdner Neueste Nachrichten berichtet, hat die Pro Chemnitz-Bewegung gestern wieder zu einer Demonstration aufgerufen.

Chemnitz. In der sächsischen Großstadt kam es gestern erneut zu einer Demonstration, an der laut Polizeiangaben etwa 2350 Menschen teilgenommen haben. Organisiert wurde der Protestmarsch von der Initiative Pro Chemnitz. Als Demonstrationsort wurde, wie schon bei den letzten Demonstrationen, der Platz rund um das Karl‐Marx‐Monument gewählt. Die Demonstrationsteilnehmer riefen Parolen wie „Widerstand, Widerstand“, „Wir sind das Volk“, „Lügenpresse“ und „Merkel muss weg“. Jedoch gab es auch diesmal Gegenproteste, an denen sich etwa 1000 Demonstranten, darunter viele aus Dresden und Leipzig, beteiligten. Zu Ausschreitungen sei es diesmal aber nicht gekommen. Laut eines Sprechers der Pro Chemnitz-Bewegung soll auch am kommenden Freitag wieder eine Protestkundgebung am Karl‐Marx‐Monument stattfinden.

Großaufgebot der Polizei

Polizeibeamte aus mehreren Bundesländern kamen nach Chemnitz, um die Demonstration zu sichern und die lokale Polizei während der Protestkundgebung zu unterstützen. Die Behörden registrierten im Verlauf des gestrigen Tages insgesamt sechs Straftaten. Alle Straftaten waren Verstöße gegen das Versammlungsgesetz, wie Behördensprecherin Silvaine Reiche erklärte. Während der zwei Demonstrationen fand vor dem Chemnitzer Theater parallel dazu ein Konzert gegen Fremdenfeindlichkeit statt. Hunderte Künstler aus mehr als 40 Kulturhäusern beteiligten sich an dem Konzert.

Chemnitzer sind frustriert

Seit der tödlichen Messerattacke in Chemnitz sind alle Augen auf die sächsische Großstadt gerichtet. Seit knapp zwei Wochen berichten die Medien nunmehr täglich über die dortigen Vorkommnisse. Viele Chemnitzer reagieren mittlerweile genervt auf das mediale Interesse. Beim Bürgerdialog am 30. August sprach Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) mit den besorgten und aufgebrachten Bürgern. Viele kritisierten die Berichterstattung, die ihrer Meinung nach zu einseitig sei.

Eine Frau meinte, dass sie jede lebens‐ oder menschenverachtende Aktion verabscheue. „Und das wird aber leider von den Migranten oft durchgeführt, man kann das nicht einfach wegwischen“. Ein älterer Mann spricht das niedrige Sicherheitsgefühl in der Stadt an. Nachdem die Veranstaltung beendet war, erklärte eine Frau: „Für mich war es eine ehrliche Meinung, und ich will in einer Stadt leben, friedlich miteinander. Multikulti gerne. Aber ich möchte auch sagen dürfen, dass Ausländer, die sich daneben benehmen, hier nichts im Land zu suchen haben.“

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2 Kommentare

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  • Könne Journalisten darüber verwundert sein, als „Lügenpresse” benannt zu werden?

    Ich wollte meinen Ohren nicht trauen.

    Am 06.09. durfte ein Reporter, der Herr Wolfgang Henschel war das, im Bayerischen Rundfunk (B% aktuell) mehrfach in den Nachrichten zur jeweils vollen Stunde verkünden, am AfD Trauermarsch in Chemnitz hätten 2500 Rechtsradikale teilgenommen.

    Die Kundgebung habe ich 45 Minuten als Video gesehen. Und zwar bemerkte ich nur ganz normale Bürger.

    Auf meine Protestmail an den BR bekam ich natürlich keine Antwort. Lügenreporter.

  • M. Kretschmer, H. G. Maassen, die Generalstaatsanwaltschaft, sie alle haben den Öffentlich Rechtlichen öffentlich widersprochen: Es gab keine Hetzjagd in Chemnitz. Aber das ist nicht ganz richtig: Wenn man zu zehnt im Rudel auf drei Staatsbürger einprügelt und einsticht, dann ist das exakt das, eine Jagd mit einem Toten und zwei schwerverletzten als Resultat.
    Inzwischen weiss man auch was passiert ist: Eine Bankkarte sollte geraubt werden und als die Opfer nicht nachgegeben haben, hat man schnell zehn Leute zusammengetrommelt. Dann hat man sich im Rudel auf die Jagd gemacht.

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