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Gesellschaft

Waldorfschule: Kinder bekamen Schulverweis wegen rechter Mutter

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

Bild: Die Tagesstimme

Weil die Mutter zweier Schüler für die neurechte „Sezession” schreibt, mussten ihre Söhne die Privatschule verlassen. Auch anderen Schülern wurden am letzten Schultag die Betreuungsverträge gekündigt. Das zog den Protest der betroffenen Eltern nach sich. Die Schulleitung äußert sich bisher nicht zu den Vorwürfen.

WIEN. Vergangene Woche, am Montag, den 3. September, protestierten Eltern und Schüler vor der Waldorfschule Wien‐West. Sie forderten den Rücktritt des Schulvorstands, weil fünf Schülern der Betreuungsvertrag gekündigt wurde und sie deshalb die Schule verlassen mussten. Mit Transparenten und Flugzetteln machten sie deshalb am Vormittag auf ihren Protest aufmerksam.

Mutter mit „falscher” politischer Gesinnung

Bei zwei Schülern, die von der Schule geworfen wurden, gab es bereits im Vorfeld politische Hintergründe: Die Mutter ist nämlich die Philosophin und neurechte Autorin Caroline Sommerfeld. Sie wurde bereits 2017 als Leiterin der Schulküche entlassen. Begründet wurde der Schritt damit, dass Sommerfeld für die neurechte „Sezession” schreibt.

Am letzten Tag des vergangenen Schuljahres setzte die Schulleitung den nächsten Schritt: Den beiden acht und zwölf Jahre alten Schülern wurde der Ausbildungsvertrag gekündigt. Die Eltern mussten für sie ohne Vorwarnung plötzlich eine neue Schule suchen. Laut Bericht der F.A.Z. hätten viele der noch anwesenden Kinder zu weinen begonnen, auch die Lehrerinnen hätten mit den Tränen gekämpft. Doch der Rauswurf war bereits beschlossene Sache, obwohl sich die Burschen nie etwas zuschulden kommen hatten lassen.

Stühle mit den Namen jener Kinder, die die Schule verlassen mussten. Bild: Die Tagesstimme

Unzulänglichkeiten an der Schule aufgedeckt”

Doch dieser Fall ist nicht der einzige, warum es am Montag zum Protest vor der Waldorfschule kam. Auch bei drei weiteren Schülern sei der Betreuungsvertrag aufgelöst worden – ebenfalls am letzten Schultag vor den Ferien und ohne Vorwarnung. Weder Lehrer noch Eltern seien vorher informiert worden. Ein Vater, dessen Sohn ebenfalls davon betroffen war, schilderte gegenüber der Tagesstimme, dass der Rauswurf ohne Begründung vollzogen worden sei. Er glaube aber, es liege daran, dass er „Unzulänglichkeiten an der Schule aufgedeckt” habe. Dabei sei es beispielsweise um „falsche Bilanzzahlen” gegangen. Außerdem habe er Sommerfelds Recht auf freie Meinungsäußerung verteidigt.

Eine weitere Mutter wiederum nahm ihr Kind freiwillig von der Schule, weil sie das Handeln der Schulleitung nicht mehr akzeptieren wollte. Besonders habe sie schockiert, dass man Eltern und Schüler erst am letzten Schultag von der Kündigung informiert habe.

Bild: Die Tagesstimme

Wir fordern den sofortigen Rücktritt des Vorstandes”

Die Waldorfschule Wien West war bis zum Erscheinen des Vorstandes ein Platz des Friedens, wo gegenseitiger Respekt vorherrschend war und die Kinder im Vordergrund standen, beschützt und gefördert”, stand auf dem Flugzettel, den die Eltern vor der Schule verteilten.

Jetzt ziehe man hingegen Lehrern und Kindern „den Boden unter den Füßen weg” – „die Leidtragenden sind viele Kinder, die in Unsicherheit und mit Verlustängsten ihre Ferien verbringen mussten. Zum Teil auch keinen Schulplatz gefunden haben und zudem noch all ihre Freunde verlieren.”

Und weiter: „Wir fordern den sofortigen Rücktritt des Vorstandes und Geschäftsführung damit diese Schule endlich wieder ihrer Ursprünglichkeit widmen kann. Nämlich allen Kindern einen sichern Platz zum Lernen zu bieten!”

Waldorfschule äußert sich nicht

Die Schule selbst äußert sich nicht zu den Vorwürfen. Eine schriftliche Anfrage der Tagesstimme an die Waldorfschule Wien‐West blieb bis zum jetzigen Zeitpunkt unbeantwortet.

Aktualisiert (am 13.09.2018, 18:00):

Am Mittwoch, den 12. September, fand schließlich die Generalversammlung des Schulvereins statt. Wie Die Tagesstimme erfuhr, fand die Versammlung unter Security‐Bewachung statt, „um sich gegen Aktionen der Identitären zu wehren”. Für die Kosten sei der Kassier des Vereins selbst aufgekommen.

 

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5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    DieParty

    10. September 2018 at 22:54

    Sippenhaft. Das ist ja wie in alten Zeiten. 🙂

  2. Avatar

    Syrus Becker

    11. September 2018 at 16:00

    Die Nazis waren schon immer links

  3. Avatar

    Walter Froehlich

    11. September 2018 at 18:33

    Sommerfeld” schreibt sich „(Caroline) Sommerfeldt”, also mit dt.

  4. Avatar

    Rosemarie Bahr

    12. September 2018 at 15:51

    wieso läßt man jetzt die Kinder für etwas büßen, was sie nicht zu verantworten haben. Das die Eltern IHRE Meinung kundtun, ist ihr gutes Recht. Das ist Sippenhaft, das gab es schon einmal vor vielen Jahren.

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Deutschland

Berlin: Polizei will gegen „rechte Meinungen” in eigenen Reihen vorgehen

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Bild: Polizei Berlin / von Sebastian Rittau [CC0], von Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Die Polizeipräsidentin Berlins, Barbara Slowik, will in Zukunft stärker gegen rechte Meinungen innerhalb der Polizei vorgehen. Dies erklärte sie gegenüber der „Deutschen Presse‐Agentur“.

Berlin. – Unter anderem solle eine Datenbank etabliert werden, welche „rechtsmotivierte Taten“ intern dokumentiert. Slowik erklärte gegenüber der dpa, es gebe Einzelfälle, in welchen von Polizisten rechtsmotivierte Straftaten verübt würden. Gegen diese werde bereits vorgegangen.

Slowik will „problematische politischen Meinungen“ vorbeugen

Generell gebe es also „keine Veranlassung, von Strukturen in diesem Bereich auszugehen“. Wie die „B.Z. – Berlin“ berichtet, würde die Arbeit der Beamten in Problembezirken unter Umständen jedoch zu „problematischen politischen Meinungen“ führen.

Die Situationen, welche die Polizisten erleben, seien gewissermaßen ein „Zerrbild der Realität“: „Das prägt, wenn man da über Jahre ist. Das kann ja nicht ausbleiben. Und das ergibt dann ein gewisses Zerrbild der Realität, weil man das alltäglich erlebt.“

Fortbildungen gegen rechte Meinungen

Zur Prävention „rechter Meinungen“ sollen beispielsweise Fortbildungen abgehalten werden. Diese sollen die „interkulturelle Kompetenz und Stressbewältigung“ fördern, wie die „Junge Freiheit“ berichtet. Auch Psychologen sollen helfen und Gespräche mit den Beamten führen.

Eine „bestimmte Prägung“ der Polizisten solle in Zukunft auch dadurch verhindert werden, dass die Polizisten öfter den Einsatzort wechseln. „Rechtsmotivierte Taten“ sollen zudem in einer Datenbank zentral gesammelt werden, um sich so einen besseren Überblick über die Zustände verschaffen zu können.

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Gesellschaft

Aktion in Klagenfurt: Identitäre verärgert über Verurteilung ihres Aktivisten

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

ASDF Landesgericht für Strafsachen Graz / Bild: Die Tagesstimme

Am Freitag wurde ein steirischer Aktivist der patriotischen Identitären Bewegung (IBÖ) – vorerst nicht rechtskräftig – wegen schwerer Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Graz/Klagenfurt. – Beim Gegenstand der Verhandlung handelt es sich um die letzte offene Frage aus dem Mammutprozess gegen siebzehn Aktivisten und Sympathisanten der patriotischen Protestgruppe. Im Jänner erlangten alle siebzehn Angeklagten rechtskräftige Freisprüche in den Hauptanklagepunkten der Verhetzung und der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Lediglich die Frage einer vermeintlichen Körperverletzung durch einen Aktivisten an Oliver Vitouch, Rektor der Klagenfurter Uni, wurde zur Neubeurteilung an den vorherigen Stand verwiesen.

Aus Nötigung wird ’schwere Körperverletzung’

Die Frage stellte sich dabei, ob der Aktivist diesen als Beamten erkennen konnte – in welchem Fall dies automatisch eine schwere Körperverletzung darstellen würde. Das Gericht bejahte diese Annahme am Freitag – und erhöhte das Strafmaß des jungen Mannes von 180 Tagessätzen auf ein halbes Jahr Haft zur Bewährung. Angesichts dessen kritisieren die Identitären nun in einer Aussendung den umstrittenen Richterspruch.

Sie erwähnen dabei, dass sich der ursprüngliche Vorwurf lediglich auf einen Nötigung belief – und nun als schwere Körperverletzung gehandelt wird. Denn dieses verschärfte Delikt benötigt zwingend einen gezielten Vorsatz. Der Aktivist versicherte stets, sich aus dem Griff des Rektor lediglich losgerissen zu haben – und diesen dabei „höchstens […] leicht berührt” zu haben. Dieser werde deshalb auch „in Berufung gehen”.

Identitäre: Rektor für Ortsfremden nicht „am Anzug” erkennbar

Besonders kurios: Ursprüngliche Medienberichte des ORF nach der Aktion an der Klagenfurter Alpe‐Adria‐Universität schrieben nämlich davon, dass Vitouch gar „nicht verletzt” worden sei. Dieser habe im Gegenteil damals selbst von einem „leicht verschmerzbarer Schlag in die Magengrube” gesprochen. Auch diesen Umstand kritisiert die Pressemeldung der Identitären.

Insbesondere nämlich gäbe es mangels eines ärztlichen Attests „keine Beweise”, wonach Vitouch wie behauptet noch über längere Zeit Schermzen gespürt hätte. Auch den Vorwurf, wonach der verurteilte Aktivist den Rektor wie in der Verhandlung unterstellt „am Anzug” hätte identifizieren können, weisen sie zurück: „Wie aber soll jemand, der nicht aus Klagenfurt stammt und nicht an der dortigen Universität studiert, dies erkennen?”

IB‐Chef Sellner: Rektor gab sich als „aggresiver Typ”

Der Leiter der österreichischen Identitären, Martin Sellner, äußerte sich bereits am Samstag in einem Video zum Urteil. Er erinnerte dabei an den friedlichen Charakter der damaligen Protestaktion. Nachdem diese den Saal verließen, sei ein „vollkommen wütender, aufgelöster, aggressiver Typ” des Weges gekommen, um sich den Aktivisten entgegen zu stellen. Nach Aussage eines anderen Identitären hätte er diesen zu Boden gerissen.

Anschließend habe sich Vitouch dann an den nunmehrigen Verurteilten „geklammert”. Nachdem dieser sich losriss, sei es zum angeblichen Schlag in die Magengrube gekommen. Eine feststellbare Körperverletzung hätte sich allerdings nicht ereignet. Er hofft dennoch auf den „Rechtsstaat und die unabhängige Justiz”, dass die letzte Instanz das Urteil noch kippe.

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Gesellschaft

Einwanderung: Deutschland wächst um weitere 400.000 Migranten

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Symbolbild (CC0)

Im vergangenen Jahr hatte Deutschland einen Einwanderungsüberschuss zu verzeichnen. Insgesamt lag dieser netto bei circa 400.000 Migranten.

Wiesbaden. – Das statistische Bundesamt Wiesbaden stellte am Dienstag die Einwanderungszahlen für das Jahr 2018 vor. Die Zuwanderer kamen vor allem aus den anderen EU‐Staaten. Wie unter anderem die „Welt“ berichtete, gab es insgesamt 1,58 Millionen Zuzüge. Verrechnet mit den etwa 1,18 Millionen Auswanderern ergibt dies ein Netto‐Plus von 400.000 Migranten. 

Die meisten Einwanderer sind EU‐Bürger

Zumeist kamen diese aus dem EU‐Ausland. Die Migranten aus anderen EU‐Mitgliedsstaaten machten insgesamt einen Zuwachs von 202.000 aus. Den größten Teil der EU‐Einwanderer bildeten Zuwanderer aus Kroatien, Bulgarien und Rumänien. Aus Rumänien kamen 68.000, aus Kroatien 29.000 und aus Bulgarien 27.000. Auf Einwanderer aus der EU folgten Asiaten, sonstige Europäer sowie Afrikaner.

34.000 Afrikaner zugewandert

Es wanderten 118.000 Asiaten ein, 85.000 Migranten aus europäischen Nicht‐EU‐Ländern und insgesamt 34.000 Afrikaner. Unter den asiatischen Einwanderern befanden sich neben 34.000 Syrern und 14.000 Iranern auch insgesamt 17.000 Inder.

Außerdem hat Deutschland wie bereits im Jahr 2017 einen Abwanderungsverlust zu verzeichnen, wie die „Junge Freiheit“ berichtete. Nur circa 202.000 deutsche Staatsbürger kamen aus dem Ausland in die Republik zurück – etwa 262.000 verließen diese jedoch. 

Insgesamt fiel die Netto‐Einwanderung etwas niedriger aus als im vorangegangenen Jahr – 2017 lag diese noch bei circa 416.000.

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