Gesellschaft

Hambacher Forst: Polizei räumt Baumhäuser

Baumhäuser im Hambacher Forst. Foto von MaricaVitt [CC BY-SA 4.0 ], from Wikimedia Commons

Seit mittlerweile 2012 besetzen mehrere Umweltaktivisten den Hambacher Forst, um gegen die bevorstehende Rodung des Waldes zu protestieren. Damit ist jetzt Schluss, heute wurden die ersten Protestteilnehmer gewaltsam aus dem Weg geräumt.

Merzenich. Am heutigen Donnerstagmorgen begann der Großeinsatz der Polizei am nordrhein‐westfälischen Hambacher Forst. Mehrere Hundertschaften und etwaige Spezialteams waren vor Ort. Ausgerüstet mit schwerem Gerät und speziellen Hebebühnen versuchte die Polizei, die von den Aktivisten bewohnten Baumhäuser zu räumen.

Energiekonzern rodet 12.000 Jahre alten Wald

Im kommenden Herbst will der deutsche Energieversorgungskonzern RWE mit der Rodung des rund 12.000 Jahre alten Waldes fortsetzen. Es soll eine weitere Fläche des Waldes freigelegt werden, um das angrenzende Braunkohletagebaugebiet zu vergrößern.

Bereits vergangene Woche wurde mit den ersten Räumungsarbeiten begonnen. Dabei wurde die Polizei von einigen radikalen Umweltaktivisten körperlich angegriffen. Mit der heute beginnenden Räumung werden weitere schwere Ausschreitungen erwartet.

Umweltaktivisten fordern Solidarität

Seit nun etwa sechs Jahren bewohnen Aktivisten die Wälder in Baumhäusern. Dadurch sind die Proteste zum Symbol eines anhaltenden Kampfes um den Klimaschutz geworden. Doch das Gebiet langfristig zu halten, scheint unwahrscheinlich, denn der rechtliche Weg zur Räumung wurde von dem nordrhein‐westfälischen Bundesministerium geliefert. Auf teils dubioser Grundlage wie „Waldbrandgefahr” wurde der Erlass durchgesetzt.

Die Proteste erfahren medial nach wie vor sehr große Aufmerksamkeit. Auch in den sozialen Medien rufen Aktivisten zur weiteren Unterstützung auf.

Umweltschutz in linker Hand

Die Proteste gegen den Braunkohleabbau zeigen wieder einmal, dass sich der Umweltschutz ganz unter linker Vorherrschaft befindet. Obgleich es auch für patriotische Kräfte großen Anlass zur Sorge gibt, wenn nach und nach alle natürlichen Forst‐ und Waldvorkommen zugunsten eines gewinnorientierten Konzerns geopfert werden. Als Symbol dafür stehen die Jahrhunderte alten Eichen, die nun abgeholzt werden.

Gerade in Anbetracht der großen Grundsympathie, die Umweltschützer in der öffentlichen Wahrnehmung erfahren, stellt sich die Frage, warum hier eine eigentlich konservative Domäne ohne Gegenwehr dem politischen Gegner überlassen wird.

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