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Meinung

Kolumne: Wer die traditionelle Ehe retten will, muss sie auch ernst nehmen

Patrick Lenart

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am

Bild: Patrick Lenart / Die Tagesstimme.

Sie sorgt wieder einmal für Schlagzeilen: Die Forderung nach einer “Ehe für alle”. Angeheizt wurde die Debatte Ende letzten Jahres durch einen höchstrichterlichen Entscheid, der eine Diskriminierung durch eingetragene Partnerschaft und Ehe erkannte und diese Diskriminierung aufhob. Es ist kein Zufall, dass am lautesten diejenigen über eine Öffnung für Homosexuelle jubeln, für welche die Ehe ohnehin nicht mehr ist als ein veraltetes Relikt.

Kolumne “Wir müssen reden” von Patrick Lenart

Am 4. Dezember 2017 erklärte der österreichische Verfassungsgerichthof, dass es eine Diskriminierung sei, wenn nur heterosexuelle Paare die Ehe und im Gegensatz dazu nur homosexuelle Paare die eingetragene Partnerschaft abschließen dürfen. Mit dem 1. Jänner 2019 solle deshalb die „Ehe für alle“ – aber auch die „Partnerschaft für alle“ – in Österreich Realität werden.

Experten, nicht das Volk

Vorweg muss hier die grundsätzliche Problematik betont werden, wenn Höchstrichter politische Entscheidungen treffen und damit fundamentale Fragen unseres Zusammenlebens nicht mehr vom Volk, sondern von Eliten entschieden werden. Es gibt seit Jahrzehnten eine generelle Tendenz, solche Entscheidungen an “Experten” auszulagern, anstatt sie dem Volk direkt oder indirekt zur Wahl zu stellen. Auch in diesem Fall ist dies hochproblematisch, da die Familie ein Fundament unserer Gesellschaft ist und hier eine Entscheidung über unsere Gesellschaft als solche – ob sie nun richtig ist oder nicht – von oben diktiert wird.

Zwei Funktionen der Zivilehe

Dabei wird sich über die Funktion der Ehe in der öffentlichen Debatte gerne ausgeschwiegen und lieber bunte Fahnen geschwenkt. Festzustellen ist, dass die Ehe abseits des sakralen Charakters durch die Kirche, der hier nicht Thema sein soll, recht profane Gründe hat. Auf der einen Seite geht es bei der „Zivilehe“ um eine gegenseitige Absicherung der Lebenspartner, auf der anderen Seite um eine Förderung des Kinderwunsches. Zwar stehen beide Funktionen in engem Zusammenhang und werden gerne durcheinandergebracht, sollten aber dennoch klar auseinandergehalten werden.

Ehe und eingetragene Partnerschaft

Die Funktion der gegenseitigen Absicherung sollte durch die Einführung der eingetragenen Partnerschaft ab dem Jahr 2010 auch homosexuellen Paaren zukommen. Und ich möchte betonen, dass ich die eingetragene Partnerschaft als einen begrüßenswerten Schritt ansehe, weil homosexuelle Paare eben auch mit vielen Problemen konfrontiert sind, denen heterosexuelle Paare gegenüberstehen und die auf andere Weise nicht befriedigend gelöst werden können. Unausgesprochen blieb aber klar, dass die Ehe im Gegensatz zur eingetragenen Partnerschaft etwas mit der Zeugung von Nachkommen zu tun hat und deshalb nur heterosexuellen Partnern zukommen solle.

Nivellierung des Unterschieds

Nun ist es aber so, dass der Unterschied zwischen der eingetragenen Partnerschaft und der Zivilehe kaum noch vernehmbar war. Das nahm der Verfassungsgerichtshof auch zur Begründung seiner Entscheidung: Seit 2010 sei „die eingetragene Partnerschaft der Ehe immer weiter angenähert worden, sodass die beiden Rechtsinstitute einander heute sowohl von der Ausgestaltung als auch von den Rechtsfolgen her trotz ‚vereinzelt bestehender Unterschiede’ weitgehend entsprechen. Gleichgeschlechtliche Paare dürfen Kinder (gemeinsam) adoptieren und die zulässigen Formen medizinisch unterstützter Fortpflanzung gleichberechtigt nutzen.“

Verfassungsgericht macht sich selbstständig

Ehe und eingetragene Partnerschaft seien somit bis auf den Namen gleich und man würde den Partnern nur aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ungleiche Bezeichnungen etikettieren. Gleiches sei somit ungleich behandelt worden, denn die sexuelle Orientierung sei kein hinreichender Grund für eine ungleiche Etikettierung. So weit, so richtig.

Doch interessant ist an dieser Stelle, dass der Verfassungsgerichtshof selbst die Grundlagen für seine Entscheidung schuf. Denn erst im Jahr 2015 hatte das Gericht das Adoptionsverbot für homosexuelle Paare gekippt und entschieden, dass es keinen Unterschied bei Adoption, Fortpflanzungsmedizin und Samenspende geben dürfe. Diese Aufhebung war nun das Argument für die “Ehe für alle”.

Kampf gegen die traditionelle Ehe

Letztendlich ging es diesmal rechtlich gesehen nur um eine Bezeichnung, da eingetragene Partnerschaften und Ehen ohnehin fast identisch sind. Doch es handelte sich auch um eine politische Entscheidung, die das Höchstgericht unzweideutig ausspricht: “Der Gesetzgeber verfolgte damals das Ziel, die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare abzubauen, blieb aber vor dem Hintergrund eines ‘bestimmten traditionellen Verständnisses’ bei zwei verschiedenen Rechtsinstituten, eben der Ehe und der eingetragenen Partnerschaft.” – eine Unterscheidung, die nun in einem zweiten Schritt zu Ungunsten des “bestimmten traditionellen Verständnisses” aufgelöst wurde.

Es ist also kein Zufall, dass diejenigen, welche die Ehe eigentlich ohnehin als Relikt betrachten, auch am lautesten für ihre Ausweitung auf “alle” schreien. Es ging ihnen um eine neue Definition von Ehe (und damit eine Abschaffung des traditionellen Verständnisses) als Mittel im Kampf gegen das traditionelle Familienbild als gesellschaftliche Norm.

Ehe muss ernst genommen werden

Die Entscheidung des Gerichts war nur die Konsequenz einer langandauernden Fehlpolitik, welche die Institution der Ehe und ihre Funktion zum Erhalt der Gesellschaft nicht mehr ernst nahm. Das Gericht behandelte diesmal nur mehr die Frage einer Bezeichnung. Die Ehe wurde nicht dadurch abmontiert, dass sie für Homosexuelle geöffnet wurde, sondern indem die Politik sie ihres gesellschaftlichen Nutzens beraubte. Es ist bezeichnend, dass zur Zerstörung der Ehe solange geschwiegen wurde, solange sie Heterosexuellen vorbehalten war.

Es liegt nun an der Politik, die Ehe wieder rechtlich sinnvoll auszugestalten: nämlich als eine Privilegierung von Mann und Frau als Mittel des demographischen Erhalts. Nur nebenbei ergeben sich dann auch sachliche Gründe, die eine Ungleichbehandlung rechtfertigen. Wem diese Funktion der Ehe aber egal ist, der soll lieber auch zur “Ehe für alle” schweigen.

Öffentliches Bewusstsein schaffen

Wichtiger aber noch ist das Schaffen eines öffentlichen Bewusstseins für die kulturellen und ökonomischen Folgen des Kindermangels. Denn die “Ehe für alle” ist nur ein Symptom mangelndem Bewusstseins für die demographische Katastrophe. Diese muss endlich angesprochen werden, bevor die Folgen unkontrollierbar werden. Bei 1,47 Geburten pro Frau und damit einem rapiden – und insbesondere konzeptlosen – Schrumpfen der Bevölkerung wäre dies längst an der Zeit. Ansonsten könnte die Zivilehe auch gleich mit unserem Volk abgeschafft werden, was der nächste – nur konsequente – Schritt wäre.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    St. Hoffeld

    15. September 2018 at 9:17

    “Unausgesprochen blieb aber klar, dass die Ehe im Gegensatz zur eingetragenen Partnerschaft etwas mit der Zeugung von Nachkommen zu tun hat und deshalb nur heterosexuellen Partnern zukommen solle.”
    “Es liegt nun an der Politik, die Ehe wieder rechtlich sinnvoll auszugestalten: nämlich als eine Privilegierung von Mann und Frau als Mittel des demographischen Erhalts.”

    Da werden aber viele ältere oder aus anderen Gründen unfruchtbare heterosexuelle Paare nicht einverstanden sein, dass sie nicht mehr heiraten dürfen! Das aber wäre die erste Konsequenz aus den versponnen Gedanken von Patrick Lenhart!

    • Patrick Lenart

      Patrick Lenart

      15. September 2018 at 11:55

      Hallo! Danke für Deinen Kommentar, auf den ich kurz eingehen möchte. Der Unterschied liegt darin, dass Unfruchtbarkeit in jungen Jahren eine Krankheit ist – ob dies ein hinreichender Grund für eine Ungleichbehandlung sein soll, lasse ich mal offen. Ansonsten würde ich es tatsächlich so sehen, dass ältere Paare eine eingetragene Partnerschaft eingehen sollten, wenn – und das vorausgesetzt – die Ehe so ausgestaltet wird, dass Sie sich durch die eingetragene Partnerschaft durch Anreize zur Verwirklichung des Kinderwunsches unterscheidet. Von der Ehe als “heiligen Bund zwischen Mann und Frau geht”, also die kirchliche Ehe, ist hier in diesem Artikel nicht die Rede.

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Meinung

“FPÖ muss ihre Lehren ziehen, um patriotische Alternative zu bleiben”

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

ASDF Symbolbild (Strache 2008): Christian Jansky via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] [Bild zugeschnitten]

Viele Österreicher waren mit der FPÖ und ihrer Regierungsarbeit zufrieden und trotzdem ist sie vorerst gescheitert. Die Freiheitlichen müssen daraus ihre Lehren ziehen.

Kommentar von Stefan Juritz

Die “Ibiza-Affäre” hat zu einem politischen Erdbeben in Österreich geführt. Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache musste zurücktreten und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) löste die Koalition mit den Freiheitlichen auf.

Politisches Attentat vor der EU-Wahl

Bisher weiß niemand, von wem dieses pikante und illegal aufgezeichnete Video stammt, das die FPÖ-Politiker Strache und Gudenus im Jahr 2017 bei einem Privattreffen mit einer vermeintlichen Oligarchen-Nichte zeigt. War es wirklich ein westlicher Geheimdienst, wie manch ein Experte meint, oder vielleicht doch linke Aktivisten?

Jedenfalls wurde das Video offensichtlich ganz bewusst kurz vor der EU-Wahl veröffentlicht, um der FPÖ massiv zu schaden. Strache sprach hier vollkommen zurecht von einem “politischen Attentat”.

Gegner verhalten sich wie Gegner

Nun ist die Empörung über solch einen Eingriff in die Privatsphäre eines Politikers und Menschen selbstverständlich nachvollziehbar. Methoden wie diese sind völlig abzulehnen und die Urheber müssen ausgeforscht werden. Nur ändert das nichts an den Tatsachen und sollte der FPÖ die erste Lehre sein: Gegner verhalten sich nun einmal wie Gegner und eine Falle braucht immer denjenigen, der in sie tappt.

Natürlich ist es richtig, die Heuchelei vieler Medien und Politiker in der Causa aufzuzeigen und man könnte etwas zynisch darauf hinweisen, dass es bei den anderen Parteien wohl nicht viel anders aussieht, dass dieser Lobbyismus “part of the game” ist. Jedoch hat sich gerade die FPÖ unter Strache in den letzten Jahren immer als “soziale Heimatpartei” und Alternative zum rot-schwarzen Filz stilisiert. Nur, und das ist die zweite Lehre, dann muss sich die FPÖ auch wie eine echte Alternative und nicht wie der politische Gegner verhalten.

Es braucht eine patriotische Zivilgesellschaft

Die gesamte Affäre zeigt, wie schnell man trotz guter Arbeit in vielen Bereichen und positiven Veränderungen aus einer Regierung fliegen kann. Umso wichtiger wird es für die FPÖ sein, zu verstehen, dass es nicht nur auf Mandate und Wahlergebnisse ankommt. Von enormer Bedeutung ist ebenso der Aufbau einer patriotischen Zivilgesellschaft und echten “Mosaikrechten” (Benedikt Kaiser).

Anstatt von einer Übernahme der Kronen-Zeitung zu träumen, müssen freie patriotische Medien aufgebaut und unterstützt sowie Journalisten ausgebildet werden. Anstatt die Universitäten weiterhin aufzugeben, weil “die Studenten eh links sind und nicht FPÖ wählen”, muss gerade dort eine intellektuelle Auseinandersetzung stattfinden.

Als dritte Lehre also: Ohne ein starkes politisches Vorfeld wird es keinen wirklichen patriotischen Wandel in Österreich geben. Einzelne (gute) Regierungsreformen allein werden keinen langfristigen Erfolg erzielen.

Linke jubeln zu Unrecht

Die FPÖ-Gegner jubelten am Wochenende über Straches Rücktritt und das Ende der türkis-blauen Koalition. Doch sie dürfen nicht vergessen, dass die FPÖ-Regierungsbeteiligung nicht an ihren Inhalten, nicht am Wähler, nicht an den Burschenschaften oder Identitären (vorerst) gescheitert ist.

Es liegt hingegen an einem persönlichen Fehler zweier FPÖ-Spitzenfunktionäre – und an Bundeskanzler Kurz, der die Situation für sich und seine Partei ausnützen möchte. Dieser Umstand sollte den Freiheitlichen eine weitere Lehre sein, denn er zeigt, dass es Kurz nicht um eine konservative Wende in Österreich, sondern bloß um seinen eigenen Machtausbau geht.

Glaubwürdigkeit als patriotische Alternative

Es bleibt nur zu hoffen, dass die FPÖ ihre Lehren daraus zieht und sich ihre Glaubwürdigkeit als patriotische Alternative bei jenen bewahrt, die nun enttäuscht sind – denn für eine patriotische Wende braucht es auch eine authentische FPÖ in der Regierung.

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Meinung

Die ‘Enthüllungen’ über Identitären-Chef Sellner haben null Neuigkeitswert!

Julian Schernthaner

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ASDF Bild: Martin Sellner (Identitäre Bewegung) bei einer Demonstration in Graz / Martin MAGA [CC BY-SA 4.0], von Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Am Dienstagabend gelang einem engagierten Recherchenetzwerk ein entscheidender Durchbruch im ewigen ‘Kampf gegen rechts’: Man informierte die Öffentlichkeit über längst bekannte Vorgänge und verkaufte diese Erkenntnissen als große Neuigkeit.

Kommentar von Julian Schernthaner.

Es schlug wie eine Bombe in der heimischen Medienlandschaft ein. Gleich mehrere Mails soll Martin Sellner mit dem späteren Christchurch-Attentäter gewechselt haben. Und ganz besonders schlimm: Es soll ein vermeintliches Angebot an den damals geheimdienstlich unbekannten und unbescholtenen Spender gegeben haben, sich auf einen Kaffee oder ein Bier zu treffen, sollte es diesen jemals nach Wien verschlagen.

Sellner-Gate No. 2: Staatsskandal ante portas?

Mehr brauchte es nicht, dass die versammelte linke Reichshälfte in eine Mischung aus Hysterie und Jubelstimmung verfiel. Was jeder normal denkende Mensch als Höflichkeitsfloskel an einen x-beliebigen Spender deuten würde, gilt nun als hochbrisantes Detail. Und was Sellner bereits vor Wochen in einer Pressekonferenz erklärte, wird zur Exklusivstory hochgepusht.

Und gerade, weil dieser einen Teil offenbar des Schriftverkehrs zuerst archivierte und den Verlauf dann löschte, sah SPÖ-Bundesgeschäftsführer Drozda einen hohen Aufklärungsbedarf und witterte sogleich einen neuen, handfesten Staatsskandal der Sonderklasse. Alles noch viel schlimmer als bislang angenommen!

Opposition visiert den Spielball an…

Er forderte deshalb Innenminister Kickl auf, zu erklären, ob jemand Sellner vor der Hausdurchsuchung gewarnt hätte. Die Regierung jedenfalls stecke “bis zum Hals im Identitären-Problem”. Dieses Framing bediente er übrigens unabhängig davon, dass ein solches Vorgehen als Verschleierungstaktik ganz offensichtlich untauglich wäre und in krassem Gegensatz zum Bild eines konspirativ agierenden kriminellen Netzwerks stünde.

In eine ähnliche Kerbe schlug anschließend Peter Pilz – und ein paar Stunden lang schien ein altbewährtes Rezept aufzugehen. Das Narrativ des rechtsextremen Innenministers, welcher sich medienwirksam distanzieren muss, weil innerhalb des ‘ganz widerlichen’ rechten Spektrums neue Skandälchen brutzeln würden war bereits angerichtet, das Süppchen duftete bereits den ganzen Gang entlang…

…und zielt auf vom Tisch genommene Kugel

…und Kickl spielte das perfide Spiel nicht mit. Nüchtern erklärte er, dass diese ‘Enthüllungen’ keine neuen Erkenntnisse zum Fall brächten. Die erhobenen Vermutungen seien schließlich “nichts neues” sondern die Grundlage für die Ermittlungen. Seine persönliche Einschätzung wiederum sei nicht weiter relevant.

Bäm. Die Träumereien mancher Journalisten nach Untersuchungshaft für Sellner verpufften ebenso gegenstandslos wie die persönlichen Verschwörungstheorien einiger Oppositionspolitiker. Die Billardkugel, um den ungeliebten Innenminister als Begünstiger allen Übels im Land endgültig zu versenken – sie war mit einem Stoß vom Tisch.

Sensible Informationen als politische Waffe

Was überbleibt ist also lediglich die Frage: Wie kann es sein, dass neuerlich sensible Polizeiakten so mir nichts, dir nichts in einschlägigen Medienkreisen landen? Immerhin – und sei dieser Vorwurf noch so hanebüchen und auf Unwahrheiten basierend – handelt es sich ja gegenwärtig um Terrorermittlungen und somit wahrlich um keinen Pappenstiel.

Und da sollte man doch annehmen können, dass einige Diskretion geboten sei. Gerade bei der angeblich allgegenwärtigen Sorge um den Ruf der heimischen Geheimdienste im Ausland. Aber die erwähnt man natürlich nur, wenn man sie als politische Waffe opportun gegen den rechtsrechten Innenminister verwenden kann. Als Infostrang für die linke Seite von Politik bis Antifa hingegen sind diese Datenlecks eine stets willkommene Quelle.

Schmierentheater zulasten friedlicher Patrioten

Je mehr man sich die Anatomie der Geschichte also ansieht, desto mehr gewinnt man den Eindruck: Der Hauptzweck der ganzen Sache ist gar nicht die Aufklärung. Denn zur weitreichenden Stigmatisierung unliebsamer Personen setzt man offenbar sämtliche Rechtsstaatlichkeit auf Spiel – und zwar überaus leichtfertig.

Was bislang möglicherweise am in Österreich besonders heiligen Amtsgeheimnis vorbei herauskam, hatte jedenfalls kaum tatsächliche, wirklich das öffentliche Interesse betreffende Substanz und bedingte keine derart überbordene Praxis. Es erfüllte einzig und allein den Zweck, dass “irgendwas hängen blieben sollte”, ein einziges Schmierentheater zulasten friedlicher Patrioten.

Anpatzversuche und ein zusehends nackter Kaiser

So viel ist nämlich gewiss: Irgendwelche – übrigens hier diversionell erledigten – Schweinereien aus der Jugendzeit finden sich auch bei so manchem Politiker aller Couleur. Und mit Spender- und Rundbrieflisten aus Ermittlungen, die in einem Freispruch endeten, kann man maximal halbgare Anpatzversuche gegenüber Würdenträgern und Funktionären betreiben. Freilich, nachdem man eine vormals unanstößige Sache zuerst minutiös madig machte.

Und so dient die ganze Causa immer mehr dazu, ungewollt die wirklichen Schieflagen im Land aufzudecken. Ein Rechtsstaat, der seine eigenen Gesetze nicht achtet – und eine Medienlandschaft, in der treibende Elemente die Sensation zusehends vor die journalistischen Lauterkeit stellen. Gut möglich also, dass aufgrund dieses Übereifers am Ende nicht Sellner und die Identitären isoliert dastehen. Sondern, dass sich ihre Gegner soweit entblößt haben, dass jedes Kind den Kaiser als nackt erkennt.

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Meinung

Ring frei: Auch für die Freiheitlichen Studenten

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

ASDF Bild: Wahlplakate zur ÖH-Wahl 2019 - Plakate des RFS fehlen / Bild privat

“Während sich die Mutterpartei zu immer neuen Umfragehochs aufschwang, dümpelt der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) seit mehreren Jahren beinahe durch das gesamte Bundesgebiet im niedrigen einstelligen Bereich herum.”

In Österreich finden alle zwei Jahre die Wahlen zur Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) statt, wo Studenten ihre Vertreter auf Bundesebene und Hochschulebene, aber gleichzeitig auch ihre Studienvertreter wählen. In diesem Jahr fallen die Wahlen aber fast mit den EU-Wahlen zusammen. Während Bürger europäischer Länder ihre Vertreter zwischen dem 23. und 26. Mai wählen können, dürfen sich Studenten für die Wahl ihrer Vertreter zwischen dem 27. und 29. Mai zur Wahlurne begeben. Im Vorfeld gab es deshalb auch Kritik seitens der ÖH. Es wird nämlich befürchtet, dass die ohnehin schon niedrige Wahlbeteiligung unter den Studenten – 2017 nahmen nur knapp über 23 Prozent aller Wahlbeteiligten in Graz an den Wahlen teil – aufgrund der EU-Wahlen noch weiter sinken könnte.

Überall süße Wahlzuckerl

Wie bei jeder Wahl versuchen die antretenden Fraktionen auch heuer mit ihren „Wahlzuckerln“ so viele Wähler wie nur möglich zu ködern. Ihre Wahlversprechen präsentierten sie nun etwa in den jeweiligen Interviews mit der ÖH-Zeitschrift Libelle, die im Rahmen der Wahl allen antretenden Fraktionen dieselben Fragen gestellt hat. Nämlich warum man gerade sie wählen sollte, welche Schwerpunkte sie auszeichnen und welche drei Dinge sie an den Unis ändern würden, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Außerdem wurden sie gefragt, welche Ideen sie haben, um die Situation sozial schlechter gestellten Studenten zu verbessern und was sie zu jenen Studenten sagen wollen, die die ÖH-Wahlen für sinnlos bzw. uninteressant halten. Abschließend kam auch die Frage, mit welcher Fraktion eine Koalition denkbar wäre. Eine Sammlung der “besten” Aussagen finden Sie am Ende des Beitrags.

Hat der RFS aufgegeben?

An der Grazer Karl-Franzens-Universität (KFU Graz) werden bei den Wahlen Ende Mai die unabhängige Fachschaftsliste Uni Graz (FLUG), die Jungen Liberalen Studierenden (JUNOS), die Aktionsgemeinschaft (AG), der Verband Sozialistischer Studenten (VSSTÖ), die Grünen Alternativen Studenten (GRAS) und der Kommunistische Studentenverband (KSV-KJÖ), antreten. Und während sich die Mutterpartei zu immer neuen Umfragehochs aufschwang, dümpelt der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) seit mehreren Jahren beinahe durch das gesamte Bundesgebiet im niedrigen einstelligen Bereich herum. Als hätte man sich damit abgefunden, dass radikale Hochschulpolitik eine linke Spielwiese ist und das mit dem Marsch zurück durch die Institutionen nichts wird, tritt der RFS in Graz nur an einer der vier Hochschulen überhaupt an.

Die versprochene Sammlung der „besten“ Aussagen

Im Folgenden Abschnitt noch die versprochene Sammlung der “besten” Aussagen aus den Interviews mit den einzelnen Fraktionen:

“Wir wollen eine Mensa, bei der man gerne essen geht, da auch wir ab und zu Hunger haben!” (RFS)

“Studieren ist schon stressig genug, da sind NahtodErlebnisse auf dem Weg zur Prüfung eindeutig zuviel.” (GRAS)

“Mit jeder, die sich für einen freien und offenen Hochschulzugang einsetzt und unsere Werte teilt.” (KSV-KJÖ)

“Es ist nötig, die Vertretung der Interessen der breiten Mehrheit der Studierenden wieder in den Vordergrund zu stellen.” (KSV-KJÖ)

“In der momentanen politischen Lage ist es besonders wichtig, dass Interessensvertretungen stark agieren können und dabei bestärkt sie gerade eine hohe Wahlbeteiligung!” (VSSTÖ)

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