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Chemnitz

Wolfsfiguren zeigen Hitlergruß

Eine Kunstaktion in Chemnitz, bei der Wolfsfiguren zu sehen waren, die den Hitlergruß zeigten, veranlassten am Donnerstag einige Passanten dazu vor dem Karl-Marx-Monument stehen zu bleiben.

3 Minuten Lesezeit
<p>Bild: &#8222;Kunstaktion gegen Hass&#8220; – Hitlergruß-zeigende Wölfe vor Marx-Kopf in Chemnitz aufgestellt / Screenshot <a href="https://www.youtube.com/watch?v=pc-zdRN2L_4">YouTube</a> @ 02:47 min </p>

Bild: „Kunstaktion gegen Hass“ – Hitlergruß-zeigende Wölfe vor Marx-Kopf in Chemnitz aufgestellt / Screenshot YouTube @ 02:47 min

Chemnitz. Am Donnerstag staunten einige Stadtbewohner von Chemnitz wahrscheinlich nicht schlecht, als sie am Karl-Marx-Monument vorbeigingen und dort insgesamt zehn Wolfsplastiken vorfanden. Diese sind Teil einer Kunstaktion und der Ausstellung „Die Wölfe sind zurück?“, die der Bildhauer Rainer Opolka dort installiert hatte, um gegen zunehmenden Hass und Gewalt zu protestieren. Neben den Wölfen waren auch Schilder mit Sätzen wie „Wo gehetzt wird, wird später auch getreten!“ zu sehen.

Wölfe zeigen Hitlergruß

Bei dem eintägigen Projekt vor dem Karl-Marx-Monument konnten Passanten insgesamt zehn Wolfsplastiken entdecken, von denen fünf den Hitlergruß zeigten. Einige weitere waren in einer Angriffspose zu sehen, wieder andere hatten Augenbinden und waren an der Leine. Dies sei eine Anspielung auf Politiker wie den Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke gewesen, so Opolka. Ergänzt wurden die Plastiken durch große Schilder, auf denen Sätze wie „Wo gehetzt wird, wird später auch getreten!“ und „Herr Maaßen und Herr Seehofer: Rechtsradikalismus ist die Mutter aller Probleme.“ Mit dem letzten Satz bezieht sich der Künstler wohl auf die vor wenigen Tagen getätigte Aussage des deutschen Innenministers Horst Seehofer. Auf einem weiteren Schild ist der Satz „Nicht jeder trauert! AfD/Pegida und Nazis instrumentalisieren unsere Angst und hetzen!“ zu lesen. Die Reaktionen der Passanten fielen sehr unterschiedlich aus.

Chemnitz als Ausstellungsort war spontane Entscheidung

Als Grund Chemnitz als Ausstellungsort zu wählen, nannte Opolka die Ereignisse der vergangenen Wochen.  Er sieht das Projekt als Reaktion auf die aggressiven Proteste nach dem gewaltsamen Tod eines Deutschen in Chemnitz. „Es ist etwas faul, wenn Terroristen oder Kriminelle morden, aber es ist ebenso problematisch, wenn der Hitlergruß gezeigt, Menschen wegen ihrer Hautfarbe gejagt, Asylheime angesteckt, Journalisten angegriffen und jüdische Restaurants überfallen werden“, sagte der Künstler. Vor allem über die Hetzjagden gibt es seit mehreren Tagen teils hitzige Diskussionen. Bisher gibt es jedoch keine Beweise dafür, dass die Hetzjagden so wie sie von den Medien beschrieben wurden, auch tatsächlich stattgefunden haben.

Dialog stiften

Der Künstler betont, dass sich die Ausstellung in keinster Weise gegen die Bürger oder die Stadt Chemnitz selbst, sondern gegen Hass und Gewalt gerichtet habe. Mit der Kunstaktion versucht er einen Dialog zu stiften. „Wir müssen wieder lernen, miteinander zu diskutieren“, sagte Opolka. Auch er redet mit allen Interessierten, die er bei der Kunstaktion antrifft, unter anderem mit dem lokalen Chef der Pegida-Bewegung. „Wir haben konstruktiv gestritten, einer Meinung waren wir nicht.“ Im Unterschied zum Shitstorm bei Facebook aber gehe es gesittet zu, erzählte er.

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