Österreich Politik

Steiermark: SPÖ nun auch für Kopftuchverbot an Schulen

Bild: Michael Schickhofer / Karl Gruber / Wikimedia Commons /  (Bild zugeschnitten)

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) schließt ein Kopftuchverbot an Schulen für Mädchen unter 14 Jahren nicht aus. Die SPÖ Steiermark spricht sich nun ebenfalls für ein Kopftuchverbot an der Unterstufe aus. Die FPÖ Steiermark fordert das Verbot schon seit längerem.

Graz. Bildungsminister Heinz Faßmann hat eine „breite Diskussion“ über die „Religionsthematisierung innerhalb der Schule“ gefordert. In der Steiermark ist dieses Thema schon seit längerem ein Diskussionspunkt. Sowohl die FPÖ als auch die SPÖ sprechen sich für ein Kopftuchverbot aus.

Möglichkeit zur Entfaltung

In den steirischen Kindergärten und an Volksschulen sei das Kopftuch zwar kein Thema, vereinzelt tragen aber Mädchen zwischen zehn und 14 Jahren ein Kopftuch, sagte Bildungslandesrätin Ursula Lackner (SPÖ). Mit dem Kopftuchverbot gehe es Lackner primär darum, für diese Schülerinnen einen Freiraum zu schaffen, „und Mädchen die Möglichkeit zu geben, sich frei zu entfalten, alle Möglichkeiten des Mädchenseins auszuloten und dann zu einem späteren Zeitpunkt gut entscheiden zu können, ob das Kopftuch das Richtige ist oder nicht. Diese Freiheit soll den Mädchen gegeben werden.“

Ab sofort ist die Forderung nach einem Kopftuchverbot auch Parteilinie der steirischen SPÖ. Der SPÖ‐Chef Michael Schickhofer zog hier einen Vergleich und meinte, dass man sich als Jugendliche im katholischen Glauben auch erst mit 14 für oder gegen eine Firmung entscheiden könne. „Für die steirische SPÖ ist ganz klar, dass wir alle radikalen Elemente eines Islam ablehnen und dass jeder, der in Österreich lebt, zu respektieren hat, dass es zu unserem gesellschaftspolitischen Grundkonsens gehört, dass Männer und Frauen gleiche Rechte haben.“ Ein liberaler Islam sei selbstverständlich willkommen, sagte Schickhofer weiter.

Integrationsprobleme an steirischen Schulen

Bei der Bildungslandesrätin Ursula Lackner gehen regelmäßig Beschwerden von Lehrern ein, die sich über Probleme bei der Integration muslimischer Schüler äußern (Die Tagesstimme berichtete). Aus diesem Grund lud Lackner gestern Lehrer zu einem runden Tisch ein, die Probleme mit muslimischen Schülern gemeldet hatten. Ziel des Treffens sei gewesen, Lehrer künftig verstärkt zu unterstützen und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

FPÖ fordert Kopftuchverbot für Lehrkräfte

Die FPÖ Steiermark fordert indes ein Kopftuchverbot für steirische Lehrer und Kinderbetreuer, weil diese eine Vorbildfunktion für Schüler und Kindergartenkinder hätten, argumentierte FPÖ‐Klubobmann Stefan Hermann. Das Verbot müsse insbesondere für islamische Religionslehrer gelten. Bei der nächsten Landtagssitzung am kommenden Dienstag wollen die Freiheitlichen einen entsprechenden Antrag einbringen. Auch die steirische ÖVP vertritt diese Ansicht.

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