Österreich Politik

Knalleffekt bei SPÖ: Parteichef Kern offenbar vor Rücktritt

Will noch heute seinen Rücktritt verkünden: SPÖ-Parteichef Christian Kern. Bild (Kern 2017): SPÖ Presse und Kommunikation via Flickr [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Aktualisiert (18.09.2018 19:52): In einer früheren Version berichteten wir unter Berufung auf einen Artikel der Presse über einen möglichen Einstieg von Hrn. Kern in die russische Gaswirtschaft. Dieses Gerücht stellte sich mittlerweile als falsch heraus, wir haben den Artikel entsprechend angepasst. Den übrigen neuen Erkenntnissen widmen wir am Mittwoch einen eigenen Artikel.


Nach etwas mehr als zwei Jahren an der SPÖ‐Spitze wird Christian Kern heute Dienstag Abend den Landesparteichefs seiner Partei gegenüber offenbar seinen Rücktritt verkünden. 

Wien. Wie unter anderem Presse und Kleine Zeitung berichten, wird sich der ex‐Kanzler aus der Politik zurückziehen. Der Schritt kommt anscheinend für weite Teile der Sozialdemokratie überraschend. Die Nachfolge ist dabei ebenso unklar wie die Gründe für den vermuteten eiligen Rückzug. In den vergangenen Tagen gab es diverse Spekulationen einschließlich einer Rückkehr des einstigen ÖBB‐Vorstandsvorsitzenden in die Wirtschaft.

SPÖ‐Parteichef seit 2016

Der scheidende rote Parteichef übernahm als Quereinsteiger im Mai 2016 die Parteiführung und das Kanzleramt von seinem Vorgänger Werner Faymann. Bei den vorgezogenen Neuwahlen verlor die SPÖ unter seiner Führung nicht zuletzt aufgrund einer Dirty‐Campaigning‐Affäre kurz vor dem Urnengang den ersten Platz. Weil sich FPÖ und ÖVP auf eine Koalitionsvereinbarung einigen konnten, blieb Kern nur der Gang in die Opposition.

Zuletzt verabschiedete die Partei unter seiner Führung ein neues Parteiprogramm, welches allerdings auch parteiintern heftige Kritik hervorrief – Die Tagesstimme berichtete.

Kern‐Nachfolge unklar

Bislang war man davon ausgegangen, dass Kern auch beim kommenden SPÖ‐Bundesparteitag im Oktober sich erneut der Wahl zum Parteichef stellen möchte. Dessen plötzlicher Abschied an der Spitze der Sozialdemokraten hinterlässt ein Vakuum, das offenbar niemand so recht füllen möchte. Der hoch gehandelte Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser bekundete bereits am Dienstag, für eine Nachfolge nicht zur Verfügung zu stehen.

Dasselbe gilt für den dem rechten Parteiflügel zugerechneten Hans‐Peter Doskozil, dieser soll bekanntlich Ende Februar den Posten als burgenländischer Landeshauptmann übernehmen. Insbesondere die innerparteilich starke Wiener Landespartei macht sich nun offenbar für Doris Bures stark. Die frühere Verkehrsministerin (2008 bis 2014) fungiert derzeit als Zweite Nationalratspräsidentin.

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