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Metaller-Lohnrunde

Gewerkschaften fordern kräftiges Gehaltsplus

Bei den Verhandlungen zum neuen Kollektivvertrag der Metaller, die generell als Stimmungstest für die Lohnrunden in Österreich fungieren, ließen maßgebliche Gewerkschaften mit Rekordforderungen aufhorchen. 

2 Minuten Lesezeit
<p>Symbolbild (Metallarbeiter am Hochofen): Třinecké železárny via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:VysokePece1.jpg">Wikimedia Commons</a> [Attribution]</p>

Symbolbild (Metallarbeiter am Hochofen): Třinecké železárny via Wikimedia Commons [Attribution]

Wien. – Wie ORF.at am Donnerstag berichtet, stellen sich die größte und drittgrößte Teilgewerkschaft des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) eine kräftige Lohnrunde vor. Die Produktionsgewerkschaft (PRO-GE) und die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) vertreten zusammen mehr als eine halbe Million Mitglieder. Nun wollen sie 5 Prozent Gehaltsplus im kommenden Jahr.

Wirtschaftslage und Regierungskritik

Die Arbeitnehmervertreter begründen dies einerseits mit der guten Wirtschaftslage – andererseits aber auch mit Maßnahmen der Regierung. Auch deshalb fordert man zusätzlich einen höheren Überstundenzuschlag – und zwar 100 Prozent. PRO-GE-Chef Rainer Wimmer, außerdem Vorsitzender der Fraktion Sozialistischer Gewerkschafter (FSG) sieht diese Forderung als direkte Korrektur der jüngsten Arbeitsmarktpolitik. Seit 1. September 2018 gelten die neuen Arbeitszeitregeln.

Fachverband sieht sich als „falscher Adressat“

Wenig Verständnis für diese Forderungen hat unterdessen die Arbeitnehmerseite. Christian Knill, der Obmann des Facverbands Metalltechnische Industrie in der Wirtschaftskammer konterte die Forderungen. Zwar bekenne man sich zu einem „fairen Abschluss“. Gleichzeitig sei man der „falsche Adressat“, wenn Gewerkschaften mit der Arbeit der Bundesregierung unzufrieden seien. In Bezug auf die geforderte Lohnerhöhung verwies er darauf, dass gerade im Metallsektor ein Fünftel aller Betriebe rote Zahlen hätten schreiben müssen.

Metaller-Lohnrunde als Stimmungstest

Die „Metaller-Lohnrunde“ für die Beschäftigten in Metallindustrie und Bergbau macht in Österreich den traditionellen Anfang der Lohnverhandlungen. Ursprünglich geht diese auf die 2009 in die PRO-GE fusionierte Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN) zurück. Auch weil unmittelbar darauf die Gehaltsverhandlungen für den Handel mit über 500.000 Beschäftigten folgt, gelten diese Verhandlungen als Stimmungstest.

Kommt eine saftige Lohnerhöhung für die Metaller raus, können sich in de Regel auch viele weitere Branchen über ein kräftiges Gehaltsplus freuen. Nach der Sitzung am heutigen Dienstag kommt es planmäßig zu drei weiteren Verhandlungsterminen bei den Metallern. Diese sollen am 2., 16. und 19. Oktober über die Bühne gehen.

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