Gesellschaft

Nach Tod im Hambacher Forst: Landesregierung stoppt Räumung

Foto von MaricaVitt [CC BY-SA 4.0 ], from Wikimedia Commons | Zugeschnitten

Die Kontroverse um die polizeiliche Räumung der Proteste am Hambacher Forst hält an. Tragischerweise kam es  jetzt zu einem ersten Todesfall, der die Situation weiter verkompliziert. 

Vorerst stellen die Polizeibeamten ihre Arbeit am Hambacher Forst ein. Am spätem Mittwochabend kam es zu einem ersten Todesfall. Ein Journalist stürzte von einer Brücke aus in die Tiefe und kam dabei ums Leben. Er erlag recht schnell seinen schweren Verletzungen von dem Sturz aus 15 Meter Höhe.

Räumung der Baumhäuser gestoppt

Nun will die Polizei heute erst einmal das Gelände sichern, um mögliche weitere Unfälle zu vermeiden. Die NRW‐Landesregierung hat ohnehin die Räumung der Baumhäuser auf unbestimmte Zeit gestoppt, bis sich der Vorfall aufgeklärt hat. Auch die Kriminalpolizei ermittelt, um zu prüfen, ob der Sturz auf Fremdeinwirkungen zurückzuführen ist. Momentan deutet jedoch nichts darauf hin.

Der nordrhein‐westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) appellierte außerdem an die Waldbesetzer die Blockade zu räumen, um Schlimmeres zu vermeiden. Denn der Sturz ist auf die ungesicherten Konstruktion zurückzuführen, die die einzelnen Baumhäuser miteinander verbindet. „Zu diesem Zeitpunkt fanden keine polizeilichen Maßnahmen in der Nähe der Unglücksstelle und am genannten Baumhaus statt”, betont die Polizei in ihrer Pressemeldung.

Auch der Energiekonzern RWE bekundete sein Bedauern über den Todesfall: „Wir sind zutiefst erschüttert und bedauern den tragischen Unfall im Hambacher Forst sehr.”

Journalist kannte Lage vor Ort

Der ums Leben gekommene Journalist dokumentierte seit längerem das Leben der Aktivisten vor Ort. Er kannte sich in dem Netzwerk der Baumhäuser gut aus und war ein erfahrener Kletterer. Neben dem Leben der Aktivisten dokumentierte er die Räumungsarbeiten der Polizei. Auf seinem Twitter‐Account gewährt er einen authentischen Einblick in das Geschehen am Hambacher Forst.

Solidarität erfährt der Journalist aus den Reihen der Aktivisten, die ihn in einer Facebook Stellungnahme auch als „Freund” bezeichnen. Am heutigen Donnerstag, den 20. September, um 17 Uhr, startet die erste Gedenkkundgebung.

Situation schwer einzuschätzen

Es bleibt abzuwarten, welche nachhaltige Wirkung der Tod auf die Proteste haben wird. Ob die Polizei vollständig zurückgezogen wird oder die Baumhäuser noch schneller als bisher geräumt werden, ist bisher noch nicht klar.

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