Welt

Straßburg: Soros‐Stiftung verklagt Ungarn vor Menschenrechtsgericht

Bild (George Soros 2012): Stephan Roehl / Heinrich-Böll-Stiftung via Flickr [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Die Open Society Foundation (OSF) des US‐amerikanischen Milliardärs George Soros verklagt die ungarische Regierung vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR).

Straßburg. – Wie ORF.at am Montag vermeldet, reichte die in New York beheimatete Stiftung am EGMR in Straßburg Klage gegen Ungarn ein. Die Gesellschaft, welche europaweit linke und asylfreundliche Initiativen und NGOs unterstützt, fordert das Gericht dabei auf, die „Demokratie zu verteidigen”. Dieses möge die jüngsten ungarischen Gesetze aufheben.

Stop Soros”-Gesetz erschwert NGO‐Arbeit

Die Klage der OSF bezieht sich auf das sogenannte „Stop Soros”-Gesetz, welches die Regierung unter Premier Viktor Orbán im Juni erließ. Dieses stellt die Aktivitäten von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) im Asylbereich unter Beobachtung der dortigen Regierung. Gleichzeitig schafft es einen Straftatbestand der „Beihilfe zur illegalen Migration”, mehrjährige Haftstrafen drohen.

Die neuen Gesetze bilden auch ein maßgebliche Grundlage für den kürzlichen Beschluss des EU‐Parlaments, ein Artikel‐7‐Rechtsstaatsverfahren gegen Ungarn einzuleiten. Die OSF unterhielt über mehrere Jahre ein Büro in Budapest, der Geburtsstadt Soros’. Aufgrund der Bemühungen der ungarischen Regierung, deren Treiben ein Ende zu bereiten, zog diese Ende August nach Berlin um.

Mehrere Verfahren gegen Ungarn

Die ungarische Regierung sieht die Aktivitäten rund um die Soros‐Stiftungen und andere von ihm finanzierten Projekte seit Jahren kritisch. Sie ist von der Existenz eines „Soros‐Plans” überzeugt, mit welchem jährlich bis zu einer Million Migranten in Europa angesiedelt werden. In diesem Zusammenhang unterstellte der UNO‐Ausschuss für Menschenrechte im Frühjahr sogar antisemitische Tendenzen – der 1930 als György Schwartz geborene Soros ist jüdischer Abstammung.

Nachdem Orbán das nunmehrige Gesetz bereits im Wahlkampf im Frühjahr ins Spiel brachte, laufen dessen Gegner nach Inkrafttreten Sturm. Neben der OSF‐Klage und dem Rechtsstaatverfahren droht Ungarn auch ein Verfahren vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH). Die EU‐Kommission legte bereits im Juli eine entsprechende Klage ein – Die Tagesstimme berichtete.


Weiterlesen:

EU‐Parlament stimmt für Rechtsstaatsverfahren gegen Ungarn (12.9.2018)

EU‐Kommission verklagt Ungarn wegen Asyl‐ und Abschiebepolitik (20.7.2018)

Ungarn beschließt „Stop Soros”-Gesetz (20.6.2018)

4 Kommentare

Hier Klicken, um zu kommentieren

  • Es ist nicht hinnehmbar wenn sich jemand in die Geschäfte eines Staates einmischt. Die Regierung Ungarns hat alles Recht auf seiner Seite. Es ist ein unabhängiger Demokratischer Staat. Der Präsident Victor Orban ist der Regent der das Volk schützt. Was auch immer Herr Soros beabsichtig, es sind unlautere Dinge und bringen dem ungarischen Volk nur Nachteile. Es wäre wunschenswert wenn das Gericht den Antrag zurück weist. Für mich ist Soros ein alter seniler Mann, daran auch sein Vermögen nichts.Sie

  • unzählige anzeigen gingen bereits beim Europäischen Gerichtshof ein, bis jetzt wurde der Beschuldigte (Ungarn) freigesprochen oder es kam nicht zur Verhandlung. Typisch für diese Gruppierung ist, dass jedes Mittel recht wäre, und ist, um die Macht wieder zurückzuerlangen oder sie zu erweitern.
    Schlepperunwesen wird in Ungarn, aber auch in anderen EU Staaten bestraft.
    Ohne die Afrikanische Werbung für Europa, wären nicht so viele Afrikaner nach Europa gekommen. Soros schaltete Werbeblöcke in den Lokalradios und ließ Instruktionen auf arabischer Sprache drucken, wo die besten Routen und die günstigesten Grenzübergänge eingetragen waren. auch zu Ungehorsam gegen die Polizei rief er auf, denn „die dürfen nichts tun” stand in dem Papier.
    Die NGOs „retteten” „Flüchtlinge” 20 km vor der Afrikanischen Küste und schleppten sie 500 km nach Europa. Dafür wurden sie gut bezahlt, vermutlich von Soros.
    Ungarn macht es richtig.

Newsletter

Jetzt in den Newsletter eintragen und wöchentlich die Top-Nachrichten erhalten!
Newsletter

Neues von Anbruch

Jordan Peterson – Gegengift oder Gift?

Der Name Jordan Peterson ist momentan in aller Munde. Doch worum geht es in seinem neuen Buch überhaupt und birgt seine Weltsicht auch Problematiken?

 

… weiterlesen