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UN‐Flüchtlingskommissar: Die Migrationskrise in Europa ist Produkt einer falschen Wahrnehmung

Foto von unbekanntem Autor (http://www.unhcr.org/568e82ff6.html) [CC BY-SA 4.0 ], via Wikimedia Commons/ Zugeschnitten: Die Tagesstimme

Der Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UN), Filippo Grandi, kritisiert die anhaltende Debatte über die Flüchtlingskrise. In Europa sei die Flüchtlingskrise schlichtweg nicht existent, sondern Ergebnis einer falschen politischen Wahrnehmung, betont Grandi in einem Interview.

Der Italiener Filippo Grandi hält sich in den Medien eigentlich eher zurück. In einem Interview mit dem Handelsblatt äußerte Grandi sich jetzt jedoch ausführlich und verurteilt die Rhetorik der Rechtspopulisten in Europa. Auch mit der Regierung seines Heimatlandes Italien um Matteo Salvini rechnet er ab.

Filippo zur Folge sei die Flüchtlingskrise nämlich keine wirkliche Krise. Vielmehr sei die Flüchtlingskrise das Produkt einer verfälschten Wahrnehmung und einer von Rechtspopulisten beeinflusste Debatte. „Die ständige Problematisierung der Migration schürt eine Atmosphäre der Angst und manchmal sogar der Feindseligkeit, die sehr gefährlich ist“, hält Grandi dem deutschen Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) entgegen. Seehofer stellte nämlich fest, dass die Migration „die Mutter aller Probleme sei”. Das sieht Grandi anders.

Keine echte Flüchtlingskrise in Europa

Die wirklichen Flüchtlingskrisen gebe es in Kenia, Bangladesch oder im Libanon, nicht in Europa, so Grandi. Die Flüchtlingskrise in Europa sei also nicht nur weniger drastisch als die in den afrikanischen Ländern, sondern schlichtweg nicht existent. „Wir reden die ganze Zeit über eine Flüchtlingskrise in Europa, die so gar nicht existiert”.

Außerdem plädierte Grandi dafür, die Seenotrettung weiter zu unterstützen. Die betroffenen europäischen Länder sollten die Schiffe in ihre Häfen lassen, um ein mögliches Asylverfahren zu prüfen. Zugleich meint Grandi aber auch, es könne nur eine europäische Lösung für die Flüchtlinge geben. Klar ist für Grandi ebenfalls, dass man sowohl die libyische Küstenwache unterstützen sollte, als auch die landesinternen Institutionen, um das Land nachhaltig zu stabilisieren.

 

2 Kommentare

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  • Filippo Grandi… „Europa hat keine Flüchtlingskrise… ‚See„notrettung”´ muss ausgedehnt werden…”

    Dieser Filippo Grandi sollte das Buch ‚Defende Europe´ von Alexander Schleyer lesen oder selbst vor die lybische Küste fahren, damit er weiß wie die Afrikaner wirklich nach Europa kommen. Von Seenotrettung kann da jedenfalls nicht im Ansatz gesprochen werden. Es ist ein Shuttle‐Service. Jeder, der etwas anderes erzählt lügt ganz bewusst.

  • Wer Verhältnisse wie in Kenia, Bangladesch und dem Libanon will, der muss nur immer weiter fleißig die illegale Einwanderung fördern.

    Am schlauesten macht es die Türkei. Nie und nimmer sind dort drei Millionen Menschen in den Lagern und werden versorgt. Aber dafür kassiert Erdogan. Man stelle sich nur mal vor, wie die Bevölkerung einer Großstadt in Lagern unterkommen sollte. Hundert Lager a 30 000 Menschen, 1000 Lager a 3000 Menschen oder wie?

    Nach Schätzung einer Expertin befinden sich gerade einmal 10% davon in Lagern, die anderen draußen. Wenn überhaupt so viele in der Türkei Schutz suchten.

    Alle anderen müssten nur ihren Verstand einschalten. Geht natürlich nur, wenn überhaupt welcher vorhanden ist.

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