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Gesellschaft

Sozialwissenschaftler kündigt nach Beschimpfungen linker Studenten

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Bild Uni für Angewandte Kunst: Maclemo via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten) / Screenshot Twitter / Collage: Die Tagesstimme.

Der renommierte Sozialwissenschaftler Bernhard Heinzlmaier bekundete am Dienstag auf Twitter, seine Lehrtätigkeit an der Universität für Angewandte Kunst in Wien aufzugeben.

Wien. Heinzlmaier verfasste zahlreiche Werke und Studien im Bereich der Jugendforschung und Lebensstilforschung, aber auch zum Themenkomplex der Unternehmensberatung. Als Professor war er zuletzt unter anderem an der Grazer Fachhochschule Johanneum sowie an der Wiener Universität für Angewandte Kunst tätig. Nun kam es auf Twitter angeblich zu unschönen Szenen mit linken Studenten, einer davon offenbar an letzterer Institution.

Beschimpfungen gegen Uni-Professor

Der Forscher fiel in jüngerer Vergangenheit auch vermehrt mit Kritik an linken Akteuren und Parteien auf. In einer Diskussion, wo er unter anderem um Definitionen von „links” und rechts” bat, kam es nun offenbar zu Beschimpfungen. Zwei Teilnehmer sollen sich dabei auch auf seine universitäre Lehrtätigkeit bezogen haben und stellten diese infrage. Einer davon stellte anscheinend sogar Hausbesuche in den Raum.

Schriftliche Kündigung des Lehrauftrags

Heinzlmaier zog seinerseits seine Konsequenzen aus der Causa und kündigte am Dienstagabend kurzerhand seinen Rückzug von der Lehrtätigkeit an der Kunstuni an.

Einige Kommentatoren wollten darauf hin seine Beweggründe wissen. Er bekundete, er wolle einfach nicht mehr in diesem „Morast […] herumwühlen”. Er habe den Lehrauftrag nicht aus ökonomischer Notwendigkeit, sondern aus Neigung angenommen. Wenn Studenten der Universität der Ansicht seien, dies wäre Zeitverschwendung, wolle er einer „besseren Lösung nicht im Wege” stehen. Durch seinen Rückzug sei somit allen Beteiligten geholfen.

Franz: Angriff gegen Heinzlmaier „absolut inakzeptabel”

Die Reaktionen auf seinen angekündigten Rückzug waren in der Folge von Solidaritätsbekundungen geprägt, so etwa vonseiten des ehemaligen ÖVP-Nationalratsabgeordneten Marcus Franz. Der beliebte Arzt war im Juni selbst das Opfer einer persönlichen Kampagne mittels Schmähplakaten – Die Tagesstimme berichtete. Er bezeichnete die Äußerungen gegenüber Heinzlmaier als „absolut inakzeptabel” und forderte alle Seiten auf, solche Ausritte „zu verurteilen”.


Weiterlesen: 

Schmähplakate: Wiener Arzt beklagt „persönliche Hetze von Linken” (14.6.2018)

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8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    DieParty

    25. September 2018 at 21:34

    Muß es nicht heißen „nach Beschimpfung durch linke Studenten”. Oder ist das ein Austriazismus? Für Deutsche bedeutet der Satz, daß der Dozent die Studenten beschimpft hat.

    • Avatar

      Hesiod62

      26. September 2018 at 23:36

      Nein, das heißt es nicht, es ist nur nicht eindeutig. Man kann den Genitiv entweder als genitvus subjectivus oder obiectivus interpretieren.

    • Avatar

      Stefan

      27. September 2018 at 1:14

      Nein, das hieße dann „nach Beschimpfung von linken Studenten”.

      Wobei der Satz so, wie er im Text steht, natürlich eine ungeschickte Passivkonstruktion ist. „Nachdem er von linken Studenten beschimpft wurde” hätte ich geschrieben.

    • Avatar

      Wafthrudnir

      27. September 2018 at 10:24

      Im Österreichischen (wie übrigens auch im Lateinischen) gibt es sowohl den Genetivus subjectivus als auch den Genetivus objectivus, die man nur mit Hilfe des Zusammenhangs unterscheiden kann, „Beschimpfungen linker Studenten“ kann also sowohl eine Beschimpfung sein, die von den Studenten ausgeht, als sich eine, die an diese gerichtet ist. Ich bin übrigens überrascht, daß es diese Konstruktion im Bundesdeutschen offenbar nicht gibt.

      • Avatar

        Hesiod62

        27. September 2018 at 11:37

        Diese Konstruktion gibt es schon, doch legt man Wert auf Eindeutigkeit und verwendet deshalb die genannten Konstruktionen mit „von“ oder „durch“.
        Mit der fortschreitenden Entfernung des Lateinunterrichts aus dem gymnasialen Lehrprogramm wird auch die Kenntnis etwas ausgefeilterer grammatikalischer Phänomene verschwinden.

      • Avatar

        Süddeutscher

        28. September 2018 at 15:43

        Gibt’s im Süddeutschen auch. Ob es Hochdeutsch ist, weiß ich nicht.

    • Avatar

      blot

      27. September 2018 at 12:24

      Ist nicht falsch, aber …
      Hätte man präziser formulieren können.

  2. Avatar

    Rienzi

    27. September 2018 at 9:13

    Nach Beschimpfungen linker Studenten …” – der Plural ‚Beschimpfungen’ zeigt an, daß die ‚Studenten’ geschimpft haben, nicht der Dozent. Hätte der Dozent gegen die Studis gewettert, hieße es wohl eher „Nach Beschimpfung linker Studenten …”.

    Dein Kommentar ist jedoch zweifellos angebracht: „nach Beschimpfung durch linke Studenten” würde sprachlichen Mißverständnissen vorbeugen.

    Schön zu lesen, daß es noch Zeitgenossen gibt, die sich über unsere Sprache Gedanken machen. Ist leider selten geworden.

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Gesellschaft

Merkel: „Eine Pandemie kennt keine Feiertage“

Joshua Hahn

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am

Angesichts der aktuellen Situation hat die Bundesregierung beschlossen, die Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus bis nach Ostern zu verlängern. Die Bundeskanzlerin forderte außerdem die Bevölkerung dazu auf, auf Familienbesuche zu verzichten.

Berlin. – Laut Bericht der „Tagesschau“ gab Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder bekannt, dass die Maßnahmen bis mindestens zum 19. April gültig seien. Insbesondere in Bezug auf die anstehenden Feiertage richtete die Kanzlerin den dringenden Appell an die Bürger, auf Familienbesuche zu verzichten: „Eine Pandemie kennt keine Feiertage“.

 „Weit entfernt“ von Zielen

Merkel zufolge sei man „weit davon entfernt“, die vorgesehenen Ziele bei der Bekämpfung des Coronavirus zu erreichen. Es sei nicht unwahrscheinlich, dass die Maßnahmen auch nach der aktuellen Frist fortbestehen müssten. Aktuell zumindest sei eine Lockerung der Maßnahmen „bei weitem“ nicht denkbar.

Laut Bericht der „Bild“ bestätigte auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) diese Tendenz und warnte vor „voreiligen Exit-Debatten“ – trotz dem teils positiven Trend in Deutschland. Bislang sind in Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Ländern trotz teilweise hoher Zahlen von Erkrankten vergleichsweise wenige Patienten an Covid-19 verstorben.

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Gesellschaft

Grazer Volkskundemuseum sucht Objekte aus dem Corona-Alltag

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

Das Volkskundemuseum möchte den aktuellen Umgang mit der Pandemie dokumentieren und die verschiedensten Objekte sammeln, die den Alltag in Zeiten von Corona sichtbar machen.

Graz. – Dass die Corona-Krise Auswirkungen auf alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens hat, merkt man schon an der von diesem Thema dominierten medialen Berichterstattung. Weil der Einfluss so groß ist, hat sich das Grazer Volkskundemuseum dazu entschlossen, seine Dauerausstellung neu zu konzipieren. Das Museum will nun Dokumente und Objekte sammeln, die den Alltag in Zeiten des Coronavirus sichtbar machen.

Notizen, Tagebücher, Fotos

Corona erfordert von uns allen neues Alltagshandeln und auch Strategien, mit dieser schwierigen und sich tagtäglich ändernden Situation zurechtzukommen. Das Volkskundemuseum möchte den aktuellen Umgang mit der Pandemie dokumentieren und sammelt deshalb Notizen und Objekte, die den Alltag in Zeiten von Corona sichtbar machen”, beschreibt Kuratiorin Birgit Johler den Aufruf. Es sei ein wichtiges Anliegen, auch Veränderungen und Einschnitte in die Gesellschaft zu dokumentieren, wie es auf der Website des Volkskundemuseums heißt. Gesucht werden daher die unterschiedlichsten Dinge, die den neuen Alltag der Menschen wiederspiegeln. Laut Beschreibung auf der Website fällt eine Aufmunterung für Mitbewohner ebenso darunter wie ein Zeichen nachbarschaftlicher Unterstützung, eine Dankesbekundung für geleistete Hilfe, ein Tagebuch oder Auszüge davon, ein Foto von getroffenen Schutzmaßnahmen in der Arbeit oder ein Familienvideo an die Großeltern.

Jeder kann mitmachen

Auch wenn das Museum seit 7. Jänner geschlossen hat, schlafen die für die neue Ausstellung Verantwortlichen nicht. Man baue bereits um und eröffne im Frühjar 2021, heißt es auf der Seite weiter. Themenbereiche der Ausstellung sollen zunehmender Wohlstand, steigender Konsum, Herkunft, Veränderungen in der Arbeitswelt, Mobilität und Migration (in die und aus der Steiermark), Umwelt, Gegenkultur und Gegentrends oder etwa „richtig wichtig ‚Steirisches” sein.

Wer dem Museum Objekte für die „Corona-Ausstellung” zur Verfügung stellen möchte, kann über ein Webformular Kontakt mit dem dafür zuständigen Mitarbeiter aufnehmen und dabei auch gleich Objektvorschläge einreichen. Hier geht’s zum Formular!

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BKA-Chef nennt Attentat von Hanau „eindeutig rechtsextremistisch”

Stefan Juritz

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Das Bundeskriminalamt (BKA) hält das Attentat von Hanau doch für rassistisch motiviert. Medienberichte über einen anderslautenden BKA-Abschlussbericht wies der Chef der Behörde zurück.

Berlin/Hanau. – Vor wenigen Tagen hatten mehrere deutsche Medien wie die Süddeutsche Zeitung und der NDR unter Berufung auf einen Abschlussbericht des Bundeskriminalamts (BKA) berichtet,  dass die Ermittler den Anschlag von Hanau nicht als rechtsextremistisch bewerten. Demnach hätte der Schütze Tobias R. seine Opfer so ausgewählt, um größtmögliche Aufmerksamkeit für seinen Verschwörungstheorien über Geheimdienste zu bekommen, Rassismus sei jedoch nicht das Hauptmotiv gewesen. Auch die Tagesstimme übernahm diese Informationen in ihrer Berichterstattung.

BKA-Chef dementiert

Am Dienstag wies BKA-Chef Holger Münch entsprechende Meldungen zurück. Auf Twitter dementierte er, dass einen solchen Abschlussbericht derzeit gebe und betonte, dass die Ermittlungen weiter andauerten. Trotz der laut Münch weiter laufenden Ermittlungen ist für ihn jedoch klar: „Das BKA bewertet die Tat als eindeutig rechtsextremistisch. Die Tatbegehung beruhte auf rassistischen Motiven.“

Attentat von Hanau

Mitte Februar hatte Tobias R. an mehreren Orten in der hessischen Stadt Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Später fand die Polizei ihn und seine Mutter tot in seiner Wohnung auf. Die Ermittler gehen davon aus, dass er zuerst seine Mutter und dann sich selbst erschoss. In einem 24-seitigen Bekennerschreiben fanden sich fremdenfeindliche Passage und verschwörungstheoretische Ansichten, die auf eine psychische Störung hindeuten. So glaubte Tobias R., er werde von einem Geheimdienst überwacht, der sogar Gedanken lesen („mind controll”) und Menschen steuern könne.

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