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Meinung

Kolumne: „Der Verfassungsschutz ist eine politische Waffe!”

Patrick Lenart

Veröffentlicht

am

Symbolbild: Pixabay [CC0]

Die Alternative für Deutschland (AfD) steht wegen ihrer Erfolge unter Beschuss der Regierungsparteien, die eine mächtige Waffe im Kampf gegen die Störer ausgepackt haben: den Verfassungsschutz. Kaum ist eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz überhaupt in Erwägung gezogen, werden die Furchtsamen in der Partei nervös und wollen mit überschießenden Maßnahmen auf Nummer sicher gehen. Aber auch die Liberalen wollen den Schlag des Gegners nutzen, um den konservativen Parteiflügel loszuwerden. Doch beides wäre ein fataler Fehler, der zum Kalkül der Beobachtung gehört und dem AfD‐Chef Alexander Gauland bravourös Einhalt gebietet.

Kommentar von Patrick Lenart

Inzwischen müsste jedem politisch Interessierten gedämmert haben, dass der Verfassungsschutz vieles macht – aber die Verfassung schützt er nicht. Würde er es machen, wäre Merkel längst entmachtet, G20 in Hamburg bliebe ein feuchter Traum der Antifa, die linksterroristische Website Indymedia wäre offline und Politiker der AfD würden nicht im Wochenrhythmus mit Einschüchterungen und Angriffen zu kämpfen haben.

Der Verfassungsschutz ist eine politische Waffe

Nein, die Funktion des Verfassungsschutzes ist eine ganz andere: Er ist eine Waffe gegen politische Konkurrenz und missliebige Kritiker. Ich selbst habe am eigenen Leib erfahren, wie der ideologisch besetzte österreichische Verfassungsschutz um keine noch so dümmliche oder erfundene Argumentation verlegen ist, um Kritiker der etablierten Politik zu diffamieren. Sozialdemokraten und Kommunisten geben den Ton an und erklären mit vorgeschobenen Gründen, wer in Ordnung ist und wer nicht. Dass es in Deutschland nicht anders ist, daran kann es überhaupt keinen Zweifel geben. Ein kurzer Blick auf die Bundesländer Niedersachsen und Bremen genügt, in denen die AfD‐Jugendorganisation bereits jetzt unter Beobachtung steht.

In Niedersachsen verkündete der SPD‐Innenminister Boris Pistorius stolz, er habe entschieden, die Junge Alternative (JA) zu beobachten – mit dem entlarvenden Argument, es handle sich um eine verfassungsfeindliche Organisation. Wozu dann eigentlich eine Beobachtung? Wenn es feststeht, dann wäre die JA bereits verboten, und wenn dies nicht der Fall ist, dann könnte dies wohl erst eine Beobachtung ans Tageslicht bringen. Aber nein: Pistorius hat das Ergebnis der Beobachtung bereits vorgegeben. Die Präsidentin des niedersächsischen Verfassungsschutzes, Maren Brandenburger – auf Zuruf der Grünen zur ersten weiblichen Leiterin der Behörde ernannt –  macht eifrig mit. Kein Wunder, ist die Sozialdemokratin doch schon seit 1995 strammes SPD‐Parteimitglied.

Auch in Bremen steht die Junge Alternative unter Beobachtung – wieder unter einem Sozialdemokraten, dem Innensenator Ulrich Mäurer. Der dortige Verfassungsschutzpräsident Dierk Schittkowski steht brav zur Verfügung, war er doch schon zuvor „Senatsrat beim SPD‐Genossen Innensenator Mäurer“. In Nordrhein‐Westfalen, wo die AfD‐nahe „Patriotische Plattform” beobachtet werden soll, posaunte der Verfassungsschutzpräsident Burkhard Freier, die Plattform sei mit Sorge zu betrachten, insbesondere wegen ihrer ethnopluralistischen Positionierung. Wieder ein SPD‐Mitglied. Wer angesichts dieses Parteifilzes noch ernsthaft an die Unabhängigkeit des Verfassungsschutzes glaubt, der glaubt auch an die Unschuld einer Hure.

VS‐Beobachtung ist ein harter Schlag

Natürlich ist die Vorgehensweise nicht so plump, wie es die offensichtlichen personellen Verquickungen und die ungenierte öffentliche Nutzung der Behörde für die eigene Partei vermuten lassen. Missstände, die man eigentlich nur aus Dokus über totalitäre Staaten kennt – denn wo sonst verkünden Parteien öffentlich, die Konkurrenz verbieten zu wollen und deren Anhänger systematisch zu kriminalisieren? Denn nichts anderes ist bereits die Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Alleine die Beobachtung führt zu Entlassungswellen, etwa aus dem staatlichen Dienst. Wer beruflichen Erfolg hat, gerät durch die Mitgliedschaft in der Partei unter Druck und riskiert seine soziale Existenz.

Meinungsfreiheit gibt es unter solchen Bedingungen nicht mehr. Die Partei kann deshalb stolz darauf sein, jemanden wie Alexander Gauland an der Spitze zu haben. Im Interview mit der F.A.Z. antworte er auf die Frage, ob ihn die Beobachtung durch den Verfassungsschutz zu denken gebe: „Das gibt mir zu denken. Aber nicht in dem Sinne, in dem Sie sich das vorstellen. Sondern in dem Sinne, dass wir offensichtlich für die Konkurrenten so gefährlich geworden sind, dass diese jetzt zu administrativen Mitteln greifen.” Angst habe er vor der Beobachtung keine – sie würde der AfD nur noch mehr Stimmen bringen.

Keine Panik

Diese Gelassenheit ist es, was die AfD jetzt braucht. Denn eines sollte klar sein: Das Verhalten der Partei wird für das Ergebnis nicht ausschlaggebend sein, solange die Partei eine Gefahr für Macht und Geld der Etablierten ist. Das Ergebnis der Beobachtung ist immerhin schon vorgegeben. Deshalb sucht der Verfassungsschutz auch nirgends nach Tatsachen, sondern nach Gründen. Ich selbst habe erlebt, wie selbst die ungeniertesten Lügen als Argumente herangezogen werden, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Und seien diese noch so offensichtlich!

Deshalb ist eine klare Linie für die eigene Basis, aber auch für den politischen Beobachter, wichtiger als die Einstufung durch den Verfassungsschutz: Man darf sich die Verfassungsfeindlichkeit nicht aufzwingen lassen. Es ist von Gauland nur richtig nochmal zu betonen, dass seine „friedliche Revolution […] kein Umsturz der grundgesetzlich garantierten Ordnung” ist. Der Narrensaum – ohnehin kaum vorhanden – darf keine Chance wittern, die Partei so zu gestalten, wie sie sich die Etablierten wünschen.

Nur Gemeinsam

Am anderen Ende stehen die Liberalen, denen ebenfalls Einhalt geboten werden muss. Sie schüren jetzt gezielt die Ängste der Parteibasis, um den missliebigen konservativen Flügel auszuschalten. Dabei brauchen sie den konservativen Flügel genauso, wie der konservative Flügel den liberalen. Denn die Alternative für Deutschland ist in erster Linie nicht zur Durchsetzung liberaler oder konservativer Positionen da, sondern zum Wegfegen des Parteienfilzes, der sich den Staat zur Beute gemacht hat, damit echte politische Debatten überhaupt erst stattfinden können

Soll frisches Blut in den Staatsapparat, wird das nur mit dem breiten ideologischen Bündnis gelingen, das die AfD eben darstellt. Die Konservativen haben das verstanden – die Liberalen scheinen nach Lucke, Petry & Co noch immer lernresistent zu sein. Der Begriff „Salamitaktik“ scheint ihnen völlig unbekannt. Damit ist eine Taktik gemeint, die sich immer auf das äußerste Stück konzentriert. Ist eine Scheibe ab, kommt die nächste dran, bis die Salami zerstückelt daliegt.

Auch hier hat Gauland perfekt reagiert und die unrühmliche Abgrenzung der Jungen Alternative von ihren beobachteten Landesgruppen kritisiert: „Ich habe es immer für falsch gehalten, Teile der Partei auszugrenzen. Das tue ich auch in diesem Fall.“ Wenn der Parteichef schneidiger reagiert als die Parteijungend, sollten die Alarmglocken läuten. Denn innerhalb der klaren Kante ist völlige Solidarität geboten! Nicht nur innerhalb der AfD, sondern innerhalb des gesamten Milieus des „Neuen Patriotismus”!

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    DAVID K ELKINS

    29. September 2018 at 20:58

    Where can I get a schedule of ‚far‐right’ events in Europe for 2019? When I try to get info thru normal channels, all I get is anti‐European propaganda. I’m interested in Pegida, Generation Identity, Europe‐for‐Europeans, Tommy Robinson, Orban, and other populist‐supporting events taking place in 2019, as I will be visiting from America.

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Meinung

Der Verfassungsschutz als dankbares Instrument gegen Unliebsame

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

ASDF Symbolbild: Pixabay [CC0]

Linke Experten diktieren dem Verfassungsschutz und der Politik, welche Gruppen und Positionen „rechtsextrem” sind – und verrücken damit den Rahmen des Sagbaren auf gefährliche Weise.

Kommentar von Julian Schernthaner.

Eigentlich soll der Verfassungsschutz jene beobachten, welche dieselbe bedrohen. Aber längst dient er als politisches Mittel, um jene zu schikanieren, welche Dinge sagen, welche die Inhaber der gegenwärtigen Hegemonie nicht hören wollen. Dabei geht es weniger um den Schutz einer deshalb nur mehr als Lippenbekenntnis existierenden, freiheitlich‐demokratischen Grundordnung, sondern darum, Unliebsame mit stigmatisierenden Vorwürfen aus der politischen Geltung zu stoßen.

Migrationskritik offenbar „rechtsextrem”

Ein besonderes Beispiel findet derzeit in Österreich statt. Das sechste Jahr in Folge befinden sich die Identitäre Bewegung im Bericht des dortigen Verfassungsschutzes. Die Behörde definiert eigentlich drei notwendige Kriterien für ihren Rechtsextremismusbegriff: Ablehnung der Normen eines demokratischen Verfassungsstaates, Wunsch nach einer von Ungleichheit geprägten Gesellschaftsordnung und Gutheißung politischer Gewalt. Erörterung dieser am Beobachtungsobjekt? Fehlanzeige.

Stattdessen stützt sich die Argumentation darauf, dass sie als „wesentliche Trägerin der ‚Islam‐ und Asylfeindlichkeit’ ” gelte. Als weiteres Indiz gilt die Warnung vor dem Bevölkerungsaustausch und einer „Islamisierung Europas”. Auch der Hinweis, dass die „autochthone Bevölkerung” (Anführungszeichen der Behörde) durch Zuwanderung gefährdet sei, ist Teil der Einstufung. Allesamt Positionen, welche eigentlich unzweifelhaft Teil des demokratischen Diskurses sind.

Experten vom linken Rand haben Deutungsmonopol

Natürlich, derartige Behörden konsultieren auch Einschätzungen Dritter. Mit dem Schönheitsfehler, dass die Mehrzahl der sogenannten ‚Experten’ in Österreich zumeist exponiert linke Aktivisten sind. Einige davon gehören dem auf Initiative eines Marxisten gegründeten Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) an. Andere machen aus ihren linksradikalen Verstrickungen keinen besonderen Hehl, treten bei der Antifa auf. Eine ‚Expertin’ kandidierte einst gar für die Kommunisten.

All sie haben eine Art Deutungsmonopol darüber erschaffen, wer angeblich ‚rechtsextrem’ sei. Entlastende Gegenbelege deuten sie dabei als vermeintliche Tarnstrategie. Und plötzlich darf etwa die Privatmeinung von Mitarbeitern einer Stiftung, welche auch die FPÖ als „rechtsextreme Partei” sieht, als Blaupause für Bewertungen einer Behörde herhalten. Und damit bloß niemand das Narrativ hinterfragen kann, gelten nunmehr sogar „alternative Medien” – sprich, die gesamte patriotische Publizistik – vorsorglich als „rechtsextrem”. Kein Witz.

Forderungen übernehmen – Vorreiter abschaffen

Gefährlich wird die Sache erst, wenn diese Verschwörungstheorien in konkrete Sachpolitik münden. Am Freitag war es so weit: ÖVP‐Spitzenpolitiker Blümel forderte die Änderung des Vereinsrechts, um Vereine im Umkreis „extremistischer Organisationen” leichter aufzulösen. Die Forderung zielt explizit auf die Identitären ab – eine Gruppe, die aufgrund ihrer programmatischen Gewaltfreiheit gar nicht im BVT‐Bericht auftauchen dürfte.

Besonders kurios: Im selben Atemzug will jener Maßnahmen gegen Islamismus forcieren. Vier Maßnahmen gegen den politischen Islam – und eine gegen diejenigen, welche schon länger vor dem politischen Islam warnen – und teilweise genau aus diesem Grund überhaupt erst als „extremistisch” gelten. Er fordert also eine Einschränkung 150 Jahre alter Grundrechte für jene, welche dieselben Sachen kritisieren wie er selbst.

Deutschland: Linksradikalismus als Empfehlungsschreiben

Wer meint, es handelt sich um einen alpenländischen Sonderfall, demonstriert an einer besonders exponierten Gruppe, irrt. Denn beim deutschen Nachbarn ist man längst einen Schritt weiter. Linksradikale Biographien in der ehemaligen ‚Neuen Linken’ oder als frühere Mitarbeiter von eng mit der Antifa verbandelten Politikerinnen gelten dort als Empfehlungsschreiben für Expertentätigkeiten.

Ganz ungeniert geht man dabei in jenen neuen Bundesländern mit einer linken Koalition vor. Im rot‐rot‐grünen Thüringen präsidiert ein Stiftungsrat der Amadeu‐Antonio‐Stiftung über den den Verfassungsschutz. Ja, das ist dieselbe von einer ehemaligen Stasi‐Mitarbeiterin initiierte und geleitete Einrichtung, die mitunter bereits Zöpfe als Indiz für ein völkisches Elternhaus wertet. Antifa‐Kongresse erhalten dort dafür Demokratiepreise.

Brandenburg: Linksextreme berichten an Verfassungsschutz

Besonders alarmierend sind auch die Vorgänge in Brandenburg. Dort ist nämlich im ominös‐nebulösen ‚Kampf gegen Rechts’ alles billig. Linksradikale und sogar Linksextreme können dort nicht nur in den Genuss öffentlicher Mittel der Demokratieförderung gelangen. Nein, es besteht sogar die Möglichkeit zu einem regen Informationsaustausch zwischen Linksextremisten und Verfassungsschutz – Die Tagesstimme berichtete.

Welche Art von Informationen dann bereits als „rechtsextremistisch” gelten dürfen, mögen die Götter wissen. Denn bereits Zuarbeiter vermeintlich seriöser (und trotzdem ausgewiesen linker) Akteure riechen allzu schnell angebliche ‚Faschisten’ in jedem erdenklichen Publikum. All dies befördert ein Klima, wo man bereits bundesweite Verfassungsschutzpräsidenten aus dem Amt jagt, weil sie Chuzpe besitzen, die Authentizität von „Antifa Zeckenbiss” anzweifeln.

Katapult gegen Parteien und Verschiebung des Diskurses

Natürlich wollen linke Experten nicht nur irgendwelche Gruppierungen im Vorfeld aus dem Diskurs bringen. Denn deren Stigmatisierung kann auch als Katapult gegen politische Parteien dienen. Sobald eine Gruppierung als „rechtsextrem” gilt, kann man jeden AfD‐ oder FPÖ‐Politiker, der irgendwann mit einem solchen „Extremisten” im Raum war, nach bewährter Salamitaktik unter Generalverdacht stellen. Bürgerliche wie Blümel, welche dafür verantwortliche ‚Experten’ fälschlicherweise in der „Mitte” verordnen, fressen diesen daraufhin aus der Hand.

Deren daraus ewige Fähigkeit die Torpfosten zu verschieben mündet schließlich auch darin, lange in bürgerlichen Parteien völlig konsensfähige Positionen als „rechtsextrem” zu brandmarken und somit unsagbar zu machen. Denn dieselbe Asylkritik für welche die Identitären marginalisiert werden sollen, stand vor dreißig Jahren problemlos auf CDU‐Plakaten. Und deren schrittweise Kriminalisierung ist die eigentliche Bedrohung der freiheitlichen Demokratie.


Weiterlesen (Auswahl):

ÖVP‐Blümel will Vereinsrecht ändern, um Identitäre aufzulösen (16.8.2019)

Brandenburg: Linke Netzwerke dürfen für Verfassungsschutz spionieren (15.8.2019)

Rechtsextreme Identitäre”: Stigmatisierende Einstufung auf dem Prüfstand (28.3.2019)

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Deutschland

Straße und Parlament dürfen für uns kein Gegensatz sein”

Redaktion

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ASDF AfD-Kandidat und "Zukunft Heimat"-Gründer Dr. Christoph Berndt. Foto: privat

In wenigen Wochen findet die Landtagswahl in Brandenburg statt. Die Tagesstimme hat deshalb ein Interview mit dem AfD‐Kandidaten Dr. Christoph Berndt geführt. Darin spricht der Gründer von Zukunft Heimat e.V. über seinen Slogan „Bürger‐Bewegung ins Parlament”, Björn Höcke und den „Flügel” sowie die Wahlziele der AfD.

Die Tagesstimme: Herr Berndt, Sie sind der Begründer des patriotischen Bürgerinitiative „Zukunft Heimat“ in Cottbus und haben dort seit mehreren Jahren Demonstrationen gegen die Asyl‐ und Migrationspolitik der Bundesregierung organisiert. Nun kandidieren Sie bei der Landtagswahl in Brandenburg auf Listenplatz zwei der AfD. Wieso nun dieser Schritt von der Straße in das Parlament?

Berndt: Bislang kandidiere ich ja nur, aber abgesehen davon dürfen Straße und Parlament für uns kein Gegensatz sein. Die Verteidigung des Eigenen, die Bewahrung und wo nötig die Wiederherstellung unseres Nationalstaates ist eine umfassende Aufgabe. Straßenprotest, parlamentarische Arbeit und metapolitische Hinterfragung müssen ineinandergreifen. Ich verstehe die AfD als Teil einer Volksbewegung und denke, dass ich als Stimme der Bürgerbewegung in der Partei wahrgenommen werde. Sollte ich in den Landtag gewählt werden, dann eben auch als Stimme der Bürgerbewegung im Parlament. Ich kandidiere schließlich auch mit dem Slogan: „Bürger‐Bewegung ins Parlament!

Die Tagesstimme: Werden Sie die Arbeit bei „Zukunft Heimat“ fortsetzen?

Berndt: Auf jeden Fall! Ich habe meinen Platz gefunden. Ich bin Teil der patriotischen Bürgerbewegung und kann mir nichts Besseres vorstellen. Und ich will meinen Teil dazu beitragen, um das Brandenburger Kooperationsmodell von AfD und Bürgerbewegung fortzuentwickeln.

Die Tagesstimme: In den Umfragen sieht es sehr gut aus für die AfD. Wie lautet das Wahlziel?

Berndt: Aus meiner Sicht gibt es zwei Ziele: Erstens so viele Stimmen wie möglich zu gewinnen und vielleicht sogar stärkste Kraft in Brandenburg zu werden. Zweitens mit der eigenen Stärke eine Regierungsbildung von SPD‐Linken‐Grünen zu verhindern.

Die Tagesstimme: Welche Themenschwerpunkte setzen Sie persönlich im Wahlkampf?

Berndt: Die Blickrichtung, die uns von den konkurrierenden Parteien unterscheidet: Die AfD hält am Volk und am Nationalstaat fest. CDU, SPD, FDP, Linke und Grüne, zumindest ihre Führungen, verneinen das Volk (Habeck), definieren es zur Bedeutungslosigkeit um (Merkel) und halten den Nationalstaat für überholt. Daraus ergibt sich alles Weitere: Die Ablehnung der illegalen Masseneinwanderung, die Forderungen nach besserer Bildung (die Hälfte der Brandenburger Schüler lernt nicht richtig Lesen und Rechnen), einer vernünftigen Energie‐ und Umweltpolitik (Stopp des Baus von Windkraftanlagen, keinen ideologiegetriebenen Kohleausstieg) und mehr direkter Demokratie (Hürden für Volksentscheide senken), um Beispiele zu nennen.

Die Tagesstimme: In den vergangenen Wochen wurde intensiv über Richtungsstreits in der AfD und speziell über Björn Höcke und den „Flügel“ diskutiert. Können Sie die Kritik an Höcke nachvollziehen und wie stehen Sie zum „Flügel“?

Berndt: Diskussionen gehören zu einer lebendigen Partei, auch solche über Personen. Und auch Björn Höcke hat ein Recht darauf, kritisiert zu werden. Im Fall der AfD und speziell von Höcke werden Diskussionen aber immer wieder von Gegnern außerhalb der Partei befeuert. Das kennen wir seit Jahren, und das sollten alle berücksichtigen, die Höcke kritisieren. Ich kann und will mir eine AfD ohne Björn Höcke und den „Flügel” nicht vorstellen.

Die Tagesstimme: Obwohl die AfD stärkste Kraft werden könnte, haben die anderen Parteien eine Koalition mit der AfD bereits ausgeschlossen. Was halten Sie von dieser Ankündigung und wäre die AfD bereit für eine Regierung?

Berndt: Solange die anderen Parteien unter der Fuchtel von Globalisten stehen, käme für mich auch aus AfD‐Sicht keine Koalition in Frage. Sollten die Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen für CDU und SPD schlecht ausgehen, wird sich Merkel nicht halten. Dann können sich neue Konstellationen ergeben. Angst vor einer Regierungsübernahme muss die AfD nicht haben. Nirgendwo in Deutschland. Was die jetzigen Regierungen in den Ländern und im Bund zu bieten haben, kann die AfD locker übertreffen.

Die Tagesstimme: Vielen Dank für das Interview!

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Meinung

Wort zum Sonntag: „Wird die katholische Kirche unterwandert?”

Gastautor

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am

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ASDF Symbolbild (CC0)

Die katholische Kirche befindet sich aktuell im extremen Wandel und die Geschwindigkeit, mit der die vielen Änderungen unter Papst Franziskus angestoßen werden, stoßen vielen Gläubigen sauer auf. Nicht wenige vermuten hinter diesen Vorgängen eine bewusste Zerstörung katholischer Tradition.

Kolumne von Raphanus

Einer der Kritiker ist Dr. Taylor Marshall, der in seinem Buch Infiltration: The Plot to Destroy the Church from Within behauptet, die katholische Kirche sei seit Mitte des 19. Jahrhunderts Angriffen von Modernisten und Marxisten ausgesetzt, die den Plan verfolgten, die katholische Kirche von innen heraus zu untergraben und zu zerstören.

Unterwanderung statt Vernichtung

Ihr Ziel sei es, die Lehre der katholischen Kirche, ihre Liturgie und ihre Mission zu ändern und das Priestertum, das Bischofsamt und schließlich die Kardinalsämter zu infiltrierten – alles mit dem Ziel, einen der ihren zum Papst zu wählen.

Zur Untermauerung seiner These beruft sich Dr. Marshall unter anderem auf ein Dokument aus dem Jahre 1859, das einen Plan für die Unterwanderung der katholischen Kirche entwarf. Demnach sei es nicht mehr das erklärte Ziel der Gegner der katholischen Kirche, diese zu vernichten, sondern durch Unterwanderung die Kirche für ihre eigenen Ziele zu benutzen.

In dem historisch belegten Dokument Alta Vendita heißt es unter anderem: „Um also einen Papst nach unserem Herzen zu sichern, ist es eine vorrangige Aufgabe, für diesen Papst eine Generation zu bilden, die dem von uns gewünschten Königreich würdig ist. Lassen wir alte und reife Männer beiseite und gehen wir stattdessen zur Jugend und, wenn möglich, sogar zu Kindern“, um dort diesen Einfluss geltend zu machen. Die jahrzehntelange Arbeit war ihnen dabei durchaus bewusst, wie Taylor schildert.

Kommunisten als Priester

So soll nicht nur der Einfluss des Katholizismus in der Gesellschaft ausgemerzt, sondern die Struktur der katholischen Kirche auch dafür benützt werden, um Prinzipien und Ziele zu fördern, die der katholischen Lehre widersprechen und sie schwächen.

Marshall zeigt auf, dass in den 1930er‐Jahren Kommunisten heimlich begannen, katholische Seminare zu infiltrieren, um dort ihre eigenen Männer als Priester und schließlich als Bischöfe, Kardinäle oder sogar als Papst zu pflanzen.

Nun kann man von Theorien der »Verschwörung« halten, was man will. Sind sie aber historisch nachgewiesen bzw. durch gerichtlich beeidete Aussagen ehemaliger Kirchengegner belegt, darf man durchaus hellhörig werden und einen zweiten, genaueren Blick wagen. Wenn dann noch die Früchte, an denen sie erkannt werden sollen, den Vermutungen entsprechen, sollte man vielleicht noch etwas genauer hinschauen.

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