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Skandalvideo: Schwarzer Rapper singt “Hängt die Weißen!”

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

Screenshot vom Musikvideo. Copyright: Nick Conrad /YouTube

Im Musikvideo foltern und töten zwei Schwarze einen Weißen. Der Refrain des anti-weißen Liedes lautet: “Hängt die Weißen! Hängt sie jetzt!” Frankreichs Innenminister sieht nun die Justiz gefordert.

Nizza. Der schwarze Rapper Nick Conrad hat mit einem rassistischen und gewaltverherrlichenden Lied auf YouTube für einen Sturm der Entrüstung in Frankreich gesorgt.

Folter und Mord

Das Musikvideo zeigt Filmszenen, in denen der Rapper und ein weiterer Schwarzer einen weißen Mann foltern und grausam töten. Dabei zwingen sie den am Boden liegenden weißen Mann, in den Randstein zu beißen. Anschließend tritt der Rapper auf den Kopf des Mannes – eine Anspielung auf eine berühmte Szene aus dem US-Film “American History X”.

Im Lied rappt Nick Conrad darüber, weiße Babys zu töten und ihre Eltern aufzuhängen, um Schwarze zu “unterhalten”. Im Refrain ruft er: “Hängt die Weißen! Hängt sie jetzt!”

Video gelöscht

Das Video war laut Bericht von Russia Today am 17. September hochgeladen worden und erreichte mehrere tausend Klicks. Seit Mittwoch ist das umstrittene Musikvideo von Nick Conrads Account gelöscht. Man findet es aber weiterhin auf anderen Profilen und Plattformen.

“Abscheulich und unglaublich brutal”

Das Musikvideo und der Liedtext werden in Frankreich momentan heiß diskutiert. Stimmen aus Politik und Zivilgesellschaft forderten die französischen Behörden auf, das Video löschen zu lassen und rechtliche Schritte einzuleiten.

Die “Internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus” (LICRA) verurteilte das Video und betonte, dass Meinungsfreiheit nicht bedeute, dazu aufrufen zu dürfen, “Weiße aufgrund ihrer Hautfarbe zu hängen”. „Der Aufruf zu Mord in Nick Conrads Video ist abscheulich und unglaublich brutal“, erklärte LICRA auf Twitter.

Anti-weißer Rassismus

Marine Le Pen, Vorsitzende der patriotischen Rassemblement National (früher: Front National), bezeichnete das Video als ein Beispiel für “anti-weißen Rassismus, über den kein selbsternannter Medienexperte spricht”. „Es gibt nichts Künstlerisches an dem, was schlicht und einfach ein Aufruf zu Hass und Mord ist“, twitterte Le Pen.

Selbst der französische Innenminister Gerard Collomb verurteilte das Musikvideo und bezog auf Twitter Stellung. Die Behörden würden derzeit hart daran arbeiten, das Video aus dem Internet zu entfernen. Es liege nun an der Justiz, “dieser abscheulichen Forderung nach Hass” angemessen Rechnung zu tragen.

“Botschaft der Liebe”

Conrad selbst verteidigte sein Werk gegenüber RTL damit, dass es eigentlich “eine Botschaft der tiefen Liebe” (“a message of deep love”) gewesen sei. Das Video sei zudem “tiefgründiger”, als es aussehe. Man wollte damit Leute zum Nachdenken bringen, indem man “die Rollen tauschte”, behauptet der Rapper.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Peter Hofmueller

    27. September 2018 at 13:49

    WIR werden uns noch wärmer anziehen müssen!Unfassbar!

  2. Avatar

    Rainer Seifert

    28. September 2018 at 19:21

    Südafrika ist überall?

    Man stelle sich nur vor, es wäre umgekehrt. So interessiert das natürlich keine Sau.

    • Avatar

      hajo

      9. Oktober 2018 at 13:16

      Da “bemüht” man sich um indigene Völker irgendwo im brasilianischen Amazonasgebiet,
      aber bald werden auch wir in der Minderheit sein.
      Die Mittel- Nord- und westeuropäischen Völker die ganz eigentlich zur heutigen Zivilisation und Demokratie beigetragen haben –
      (wenngleich nicht alles gutzuheißen ist und manche Auswirkungen sicher nicht wünschenswert)
      – diese sind offenbar nicht schützenswert?! Gegenwärtig ist die Erde bereits von mindestens 70% nicht weißer bzw. europäischer Bevölkerung besiedelt.

  3. Avatar

    Andra Kente

    9. Oktober 2018 at 14:07

    Wieviele Fälle in Frankreich gibt es denn schon, in denen weiße Franzosen Schwarze gefoltert und ermordet haben? Ich kenne nur ein Video, das im Internet kursiert, in dem sich Nordafrikaner brüsten, einen Weißen totgeschlagen zu haben.

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Politik

Szijjarto: EVP soll mit FPÖ und Lega zusammenarbeiten

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

ASDF Bild: Heinz-Christian Strache (FPÖ) und Viktor Orban (Fidesz) / Bild: Szecsődi Balázs/Miniszterelnöki Sajtóiroda, Botár Gergely/kormany.hu (Bild zugeschnitten)

„Nach der Wahl wird klar werden, wer in der EVP einen größeren Einfluss auf die Entscheidungsfindung bekommt“, so Szijjarto

Budapest. Wenn es nach dem ungarischen Außenminister Peter Szijjarto geht, müsse sich die Europäische Volkspartei (EVP) für eine Kooperation mit “patriotischen Kräften” wie der FPÖ und der italienischen Lega öffnen. Damit will Ungarns Regierung unter Vitkor Orban (Fidesz) die EVP im Falle eines Erstarkens dieser Parteien in Richtung Zusammenarbeit mit ebendiesen führen.

Szijjarto droht mit dauerhaftem Austritt auf EVP

„Nach der Wahl wird klar werden, wer in der EVP einen größeren Einfluss auf die Entscheidungsfindung bekommt“, so Szijjarto. Orbans Fidesz-Partei gehört genauso wie die ÖVP und die CDU/CSU in Deutschland der konservativen EVP an. Allerdings wurde die Mitgliedschaft Ungarns Mitte März suspendiert.

Falls die EVP ihre Zusammenarbeit mit Sozialdemokraten und Liberalen fortsetze, werde man dauerhaft austreten, drohte Außenminister Szijjarto. „Wenn sich das nicht ändert, müssen wir notwendige Entscheidungen treffen”. Die konservative europäische Partei sei generell weit von ihrer einst christlich-demokratischen Linie abgewichen. Ungarns Außenminister betonte, dass er sich eine Ausrichtung der EVP wie zu Zeiten des deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl wünsche. Vor allem wegen der Flüchtlingspolitik steht die ungarische Regierung der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisch gegenüber.

Orban will mit “dynamischen Typen” zusammenarbeiten

Anfang Mai besuchte Italiens Innenminister Matteo Salvini den ungarischen Premier in Budapest (Die Tagesstimme berichtete). Orban betonte im Rahmen der Gespräche, dass er mit “dynamischen, vitalen Typen” zusammenarbeiten wolle. Außerdem ist er der Ansicht, dass sich die EVP Salvinis Ansichten zu eigen machen müsste.

EU-Kommissar und CDU-Politiker Günther Oettinger sieht indes trotz des Zerwürfnisses der EVP mit Orban und Fidesz Signale für eine Versöhnung nach den EU-Wahlen. „Es gibt Anzeichen, dass Ungarn einen proeuropäischen Kopf in die Kommission schicken will. Das wäre ein Signal, dass Orban in der Mitte Europas bleiben will”. Gleichzeitig warnt er Orban vor einem Schulterschluss mit Salvini und Marine Le Pen (Rassemblement National).

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Welt

Orban besucht Trump im Weißen Haus

Monika Šimić

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ASDF Bild (Viktor Orbán 2014): European People's Party via Flickr [CC BY 2.0]

Mit Orban ist zum ersten Mal seit 14 Jahren wieder ein ungarischer Ministerpräsident zu Gast im Weißen Haus.

Washington D.C. – Am heutigen Montag empfängt US-Präsident Donald Trump den ungarischen Regierungschef Viktor Orban im Weißen Haus. Begleitet wird Orban von Außenminister Peter Szijjarto, wie es in ungarischen Medien heißt. Über den Arbeitsbesuch ist noch nicht viel an die Öffentlichkeit gedrungen. Regierungsinformationen zufolge sollen aber die Themen Energie, Sicherheit und Verteidigung (NATO) sowie bilaterale Beziehungen auf der Tagesordnung stehen. Erst im April wurde eine Verteidigungskooperation beschlossen, die den USA sehr wichtig war.

Kritik an Besuch

Im Vorfeld des Besuches äußerten US-Kongressmitglieder ihre Bedenken über den Empfang des ungarischen Premiers und forderten Trump auf, das Treffen abzusagen. Nach Angaben der US-Regierung ist mit Orban zum ersten Mal seit 14 Jahren wieder ein ungarischer Ministerpräsident zu Gast im Weißen Haus. Orban ist außerdem der vierte mitteleuropäische Regierungschef, den Trump innerhalb von drei Monaten empfängt. Den Anfang machte Mitte Februar Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), dann folgten der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis und der slowakische Premier Peter Pellegrini.

Umgekehrt empfing Orban im Februar US-Außenminister Mike Pompeo. Das war der erste Besuch eines Chefdiplomaten der USA in Budapest seit acht Jahren. Anfang Mai waren außerdem Italiens Ministerpräsident Matteo Salvini und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) bei Orban zu Gast (Die Tagesstimme berichtete).

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Politik

Italien: Sea-Watch wieder im Mittelmeer unterwegs

Monika Šimić

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ASDF Symbolbild: Eines der Schiffe der Mittelmeer-NGO "Sea Watch" / Hol and [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Am Wochenende kündigte Innenminister Matteo Salvini jedoch hohe Strafen für Schiffsbetreiber von Mittelmeer-NGOs an.

Rom. Die deutsche NGO Sea-Watch ist seit Kurzem wieder im Mittelmeer unterwegs. Nachdem ein niederländisches Gericht eine Blockade aufgehoben habe, “sind wir endlich wieder unterwegs ins Suchgebiet”, twitterte die Organisation am Samstagabend. Zuletzt wurde die “Sea-Watch 3” wie andere NGO-Schiffe auf dem Meer blockiert und konnte wegen eines Rechtsstreits in den Niederlanden nicht in See stechen und damit auch keine Migranten mehr nach Europa bringen. Nun fährt sie wieder unter niederländischer Flagge.

Salvini will NGOs aktiver bekämpfen

Italiens Innenminister Matteo Salvini kündigte unterdessen am vergangenen Wochenende hohe Strafen für Schiffsbetreiber von Mittelmeer-NGOs an. Ein vom italienischen Parlament verabschiedetes Sicherheitspaket soll noch strenger gestaltet werden. Das aus zwölf Punkten bestehende Maßnahmenpaket sieht drakonische Strafen für private Schiffe vor, die Migranten im Mittelmeer aufnehmen und nach Europa bringen wollen.

Den Schiffsbetreibern drohten Geldstrafen zwischen 3.500 und 5.000 Euro für jeden Migrant, den sie an Bord nehmen, berichtete Salvini am Freitagabend laut Medienangaben. Wenn das Schiff mit italienischer Flagge unterwegs ist, droht dem Betreiber der Lizenzentzug bis zu einem Jahr. Mit diesen Maßnahmen will Salvini die NGOs aktiver bekämpfen.

“Mare Jonio” beschlagnahmt

Seit seiner Ernennung zum Innenminister vor fast einem Jahr betreibt Salvini eine Politik der “geschlossenen Häfen”. Private Schiffe von Mittelmeer-NGOs dürfen daher nicht in Italien landen. Wie der Kurier berichtet, ist die Zahl der Migrantenlandungen seit Anfang 2019 um 91 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018 zurückgegangen.

Justizbehörden beschlagnahmten vor wenigen Tagen außerdem das Schiff “Mare Jonio” der privaten italienischen Organisation “Mediterranea”, nachdem es mit 30 Personen an Bord am Freitag auf Lampedusa gelandet war. Nun ermitteln die Behörden wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung, wie italienische Medien berichten.

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