Verbinde Dich mit uns

Gesellschaft

Speyer: Migrationskritische Texte sorgen bei Poetry Slam für Aufsehen

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Die Gedichtbeiträge einer 14-Jährigen, sorgten bei einer Veranstaltung in Speyer für Applaus – und einen Eklat um die Preisvergabe.

Aktualisiert (28.09.2018 16:40): Wir beriefen uns zwischenzeitlich auf Angaben aus dem Umfeld der Bundestagsabgeordneten, wonach Mutter und Tochter über Nachnamensgleichheit verfügen würden. Dies stellte sich mittlerweile als falsch heraus, wir haben den Artikel entsprechend angepasst. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

Speyer. Wie die regionale Tageszeitung Die Rheinpfalz berichtet, lösten die Texte der 14-jährigen Teilnehmerin Ida-Marie Müller einige Diskussionen aus. Beim Poetry Slam des Jugendstadtrats unter dem Motto „Zivilcourage” bezog sie Stellung zur Einwanderungsfrage und schaffte es durch ihre kontroverse Kritik, die Anwesenden in der Postgalerie zu spalten. Während weite Teile des Publikums anerkennend applaudierten, kam vor allem von Kritik und Veranstaltern Kritik.

Vorrunde: Kräftiger Applaus für laute Merkel-Kritik

In der Vorrunde sorgte ein Beitrag mit einem kritisch auf Angela Merkel umgedichteten Paternoster für Begeisterung im Publikum. Abgerundet wurden diese Ausführungen daraufhin mit provokanten Versen wie „Seht im Spiegel die Heuchler und liebt euren Nächsten, den Meuchler“.  Für diesen Beitrag erhielt sie den lautesten Applaus aller Teilnehmer und buchte damit problemlos das Ticket für die Finalrunde.

Neben Müller zog auch Laura Wolber mit einem Gedicht über ein 14-jähriges Flüchtlingsmädchen aus dem Sudan, sowie Yvonne Wittmann mit ihrem Beitrag über Erfahrungen in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Migranten, in die nächste Runde ein. Auf der Strecke blieben ein Beitrag über Rassismus sowie einer, welcher zur eigenständigen Meinungsbildung aufrief. Maßgeblich für den Aufstieg war in dieser Runde allein der Zuspruch des Publikums, nicht jener einer Jury.

Hier eine Videoaufzeichnung der ersten Runde, der Beitrag von Müller beginnt bei ca. 01:30 Minuten:

Finalbeitrag rechnet mit Willkommenskultur ab

Im Finale legte Müller schließlich noch eine Schippe drauf und hielt den Befürwortern der Willkommenskultur schonungslos den Spiegel vor. Sie kritisierte dabei eine ihrer Ansicht nach fehlerhafte Auslegung des Wortes „Zivilcourage”. Eingangs kritisiert sie die sprachpolitischen Auswirkungen der ‚political correctness’ und widmet sich anschließend den Folgen der Masseneinwanderung.

Der Reihe nach spricht sie dann über ‚Einzelfälle’, das „breite Bündnis” welches sich für die Multikulti-Ideologie hergibt und die Übertretungen im ‚Kampf gegen rechts’. Abgerundet wird der Beitrag von einem Fazit, welches den kolportierten Widerspruch nebeneinander stellt. Insgesamt ein mutiger Beitrag einer Jugendlichen, der trotz einzelner Buhrufe von den Zuschauern offenbar weitgehend gefeiert wurde.

Eklat um Ausschluss von Preisverleihung

Bereits während der Aufführung war den Verantwortlichen dieses Thema aber offenbar zu heiß. Zwischenzeitlich versuchten sie der Teilnehmerin dabei sogar das Mikrofon abzudrehen. Letztendlich entschied der Veranstalter, Müller von der Preisvergabe auszuschließen. Dies wurde bei Weitem nicht von allen in Publikum wohlwollend auf. Es kam folglich zu lauten Protesten einiger Zuschauer.

Den ersten Platz sprach das Kommittee letztlich Wolber für den Beitrag „Unsere liberale Welt” zu. Auf den zweiten Platz kam Wittmann, deren Beitrag „No Hatespeech/Vollidiot” sich mit Hetze im Netz beschäftigte.

Bürgermeisterin verteidigt Ausschluss

Am Folgetag verteidigte die Stadtpolitik die Entscheidung, den Beitrag Höchsts von der Preisverleihung auszuschließen. Gegenüber der Rheinpfalz befand Bürgermeisterin Monika Kabs (CDU), die Veranstaltung habe dadurch eine Plattform für eine öffentliche AfD-Provokation geboten. Diese Zuschreibung bezieht sich auf den Umstand, dass ihre Mutter, Nicole Höchst, für die größte Oppositionspartei im Bundestag sitzt.

Die städtische Pressesprecherin Barbara Fresenius ergänzte, dass einige Passagen gar nicht zum Wettbewerbsthema passen würden. Diese fielen nach Ansicht von Fresenius eher in die Kategorie „Geistige Brandstifter schüren Ängste”. Dies vertrage sich allerdings nicht mit der Ausrichtung des Veranstaltungsrahmens. Die sogenannte „Interkulturelle Woche”, zu dem auch der Poetry Slam gehörte, wolle vielmehr ein „klare Bekenntnis” schaffen, dass Speyer eine „weltoffene, vielfältige und friedliche Stadt” sei.


Wir haben mit Erlaubnis der Mutter der Betroffenen den Volltext des zweiten Redebeitrages in einem Folgebeitrag veröffentlicht. Sie finden diesen hier

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Rainer Seifert

    28. September 2018 at 14:39

    2009 war ich der erste Vortragende beim ersten Deggendorfer poetry slam, was mir als Neuling die ersten zwei Minuten einige Nervosität bescherte. Zumal auch noch mehrmals das Mikro an mein eher durchschnittliches Körperformat angepasst werden musste. Im Jahr 2010 nahm ich noch einmal teil.

    Ich erinnere mich an keinen einzigen politischen Beitrag von anderen Teilnehmern. Obwohl einige wenige Kollegen dort ebenfalls wirklich gute Dichtkunst offerierten war das Ereignis doch eher eine Veranstaltung für Jugendliche, auf die auch die meisten Texte zugeschnitten waren. Aber das war schon alles ok so wie es stattfand.

    Dass nun heute diese Veranstaltungen zur Werbung für die schier unbegrenzte Aufnahme „Schutzsuchender” benutzt werden, hätte man sich denken können. Meine Anerkennung gilt daher allen Künstlern, die sich diesem Irrsinn entgegen stellen und deshalb vielleicht hinterher nach stalinistisch bewährter Art auch noch zur „Selbstkritik” genötigt werden. Wundern würde mich schon fast gar nichts mehr in diesem Linksstaat.

  2. Avatar

    H.Polak

    28. September 2018 at 21:53

    Also ich habe den ihren Beitrag der Vorrunde eigentlich sogar besser, gefunden, weil dieser auch eine humoreske Komponente hatte („Multikulti Trallala, hurra die ganze Welt ist da…”). Bei dem abgewandelten Gebet muss es sich aber um das Ave Maria gehandelt haben. Wäre es der Redaktion nicht möglich, auch die Erlaubnis zur Veröffentlichung des Vorrundenbeitrages zu erhalten.

  3. Avatar

    Michael Laue

    29. September 2018 at 12:56

    Nach Meinung der Bundeskanzlerin und ihrer Ja-Sager von CDU, CSU, SPD, FDP, Linke und Grüne bedeutet „weltoffene, vielfältige und friedliche Stadt” allerdings inzwischen, dass Deutsche davon ausgeschlossen sind. Und das betrifft nicht nur die sogenannte „rechte Ecke” des Landes, sondern generell alle Deutschen – einschließlich derer, die sich für ganz besonders Gute Menschen halten.
    Wir haben doch auch alle damals das Video des ZDF gesehen, wo Merkel die Deutschlandfahne angewidert entfernen ließ. War das nicht schon das deutlichste Zeichen?

    Ich begrüße den Mut der jungen Frau in Speyer außerordentlich. Sie hat es wirklich nicht leicht in dieser Welt der Gutmenschen. Eines Tages wird man sie für ihren Mut feiern. Aber dazu müsste das Merkel-Regime samt ihren Lakaien erst einmal aus den Angeln gehoben werden – wie schon im Jahr 1989 das DDR-Honecker-Regime aus den Angeln gehoben wurde – auch von jungen Leuten.

  4. Avatar

    Michael Frank

    30. September 2018 at 22:00

    Es ist beschämend zu sehen, dass in einer Stadt wie Speyer nicht das offene Wort, nicht die Meinungsfreiheit, nicht die Freiheit der Kunst gilt. Stattdessen ist nur die herrschende Meinung erwünscht, bei Abweichung muss selbst eine Minderjährige mit schärfsten Angriffen auch von Seiten der Stadt rechnen. Wenn es drauf ankommt, ist von Toleranz plötzlich nichts mehr zu spüren. Erbärmlich. Man will keine Künstler, man will Hofschranzen. Gewollt ist nicht Kunst, gewollt ist Kitsch.
    Dass es nur um die Selbstbestätigung einer Ideologie ging, macht Frau Fresenius ja selbst deutlich:

    Die sogenannte „Interkulturelle Woche”, zu dem auch der Poetry Slam gehörte, wolle vielmehr ein „klare Bekenntnis” schaffen, dass Speyer eine „weltoffene, vielfältige und friedliche Stadt” sei.”

    Ein „klare Bekenntnis”! Amen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Gesellschaft

Urteil gegen „Liebig34”: Linksradikale müssen besetztes Haus räumen

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

Der Rechtsstreit dauert bereits seit dem Vorjahr an und wurde von Ausschreitungen der Antifa überschattet.

Berlin. – Die anliegende Rigaer Straße ist bekannt für  die von Linksradikalen und Linksextremisten besetzten Häuser. Zum erweiterten Umfeld dieser Häuser zählt auch das „Projekt Liebig 34“, welches sich mit Adresse in der Liebigstraße in einem Eckhaus zur berüchtigten „Rigaer” befindet. Dieses muss nun geräumt werden.

Mietvertrag lief aus – Besetzer blieben einfach

Ursprünglich hatten die Initiatoren der „anarcha-queer-feministischen“ Wohngemeinschaft einen Mietvertrag mit dem Eigentümer des Hauses. Dieser lief im Jahr 2018 aus. Da sich jedoch sämtliche Bewohner weigerten, auszuziehen, zog der Vermieter vor Gericht – mit Erfolg. Wie unter anderem die Welt berichtet, gab das Landesgericht jetzt der Räumungsklage statt.

Zudem müssen die rund 20.000 Euro Mietschulden abbezahlt werden. Wie bereits beim Prozessauftakt gab es auch im Vorfeld der Verhandlung Übergriffe aus dem gewaltbereiten Antifa-Milieu.

Auto von Anwalt mit Säure übergossen

Mutmaßliche Linksextremisten verübten unlängst einen Anschlag auf das Auto des Anwalts vom Kläger, indem sie dieses mit Buttersäure übergossen. In einem mutmaßlichen Bekennerschreiben auf einer einschlägigen linksextremen Plattform wurde vom Anwalt als dem Vertreter „eines der größten Immoarschlöcher der Stadt“ gesprochen.

Bereits beim Prozessauftakt kam es zu Ausschreitungen im Landgericht. Die Verhandlung wurde anschließend ins Kriminalgericht verlegt, um Sicherheit gewährleisten zu können.

Das Viertel um die Rigaer Straße ist bekannt für linksautonome Umtriebe. In der jüngeren Vergangenheit wurden dort mehrfach Polizisten attackiert und teils gezielt verletzt. – Die Tagesstimme berichtete regelmäßig über diese Übergriffe.

Weiterlesen

Gesellschaft

Prozess gegen afghanischen Messerstecher von Wullowitz beginnt in Linz

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Am heutigen Mittwoch beginnt am Landesgericht Linz der mit Spannung erwartete Prozess gegen jenen Afghanen, der vergangenen Herbst im nördlichen Mühlviertel zuerst seinen Asylbetreuer und dann einen Landwirt erstochen haben soll. 

Linz. – Es war ein Fall, der ganz Österreich fassungslos hinterließ. Nach einem Streit wohl über Dienstzeiten bei der gemeinnützigen Tätigkeit, die ihm der Rotkreuz-Mitarbeiter vermittelt hatte, stach der Afghane zu. Anschließlich flüchtete er und attackierte den Bauern Franz G., um dessen Auto als Fluchtfahrzeug zu missbrauchen. Die filmreife Flucht endete schließlich in Linz, nun wird ihm ein Doppelmord vorgeworfen.

Tatverdächtiger gab kürzlich Opfern die Schuld

Erst nach einigen Tagen war Gewissheit: Auch das zweite Opfer überlebte die Horror-Tat nicht. Erst vor zwei Wochen stellte sich dann heraus: Der mutmaßliche Täter Jamal A. (33) zeigt keinerlei Reue. Wie die Heute kürzlich berichtete, finde er es zwar nicht gut, dass zwei Menschen durch ihn sterben mussten.

Gleichzeitig, so seine Ansicht, trügen beide Opfer „selbst Schuld an ihrem Tod”. Weiters, so die Ansicht des strenggläubigen Muslims: „Nur Allah kann über mich richten”. Der Tatverdächtige kam im Jahr 2015 offenbar mit Unterstützung von Schleppern nach Österreich.

Laut Gutachten war Afghane zurechnungsfähig

Der ORF wiederum zitiert den geständigen Mann am heutigen Mittwoch mit der Darstellung, dass Jamal A. die beiden Opfer gar nicht töten, sondern nur erschrecken hätte wollen. So oder so: Obwohl der Mann eine Wahnerkrankung besitzt, stuft ihn ein Gutachten als zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig ein. Egal, ob das Urteil letztendlich auf zweifachen Mord oder auf ein anderes Tötungsdelikt lautet, steht dem Afghanen demnach wohl eine lange Freiheitsstrafe ins Haus.

Für den Mann gilt selbstverständlich bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung. Für Stirnrunzeln sorgte in diesem Zusammenhang die Ankündigung der einschlägig bekannten Anwältin Astrid W., Identitären-Leiter Martin Sellner verklagen zu wollen. Dieser hatte wenige Tage nach der bestialischen Tat den mutmaßlichen Täter in einer Gedenkrede als „Mörder” bezeichnet – Die Tagesstimme berichtete.


Weiterlesen:

Wegen Gedenkrede: Anwältin verklagt Identitären-Leiter Sellner (21.10.2019)

Messerattacken in Wullowitz: Nun auch zweites Opfer verstorben (18.10.2019)

Messerattacke in Asylunterkunft: Streit wegen Arbeit als Auslöser (16.10.2019)


Sie wollen ein politisches Magazin ohne Medienförderung durch die Bundesregierung? HIER gibt es das FREILICH Magazin im Abonnement: www.freilich-magazin.at/#bestellen

Weiterlesen

Gesellschaft

Erfurt: Mutmaßlich linksextremer Farbanschlag auf AfD-Wahlkreisbüro

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Am Wochenende machten sich mutmaßliche Linksextremisten an einem AfD-Büro in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt zu schaffen. 

Erfurt. – Am Sonntag schmierten unbekannte Täter einschlägige Symbole und politische Parolen auf die Hausfassade und Fensterscheiben. Obwohl es sich dabei um das Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten Stephan Brandner handelt, dürften die Schmierfinken zumindest mit einem Teil der Aufschriften auf AfD-Thüringen-Chef Björn Höcke abzielen.

Nicht einziger Angriff auf AfD-Büro am Wochenende

In roter Sprühfarbe stehen die Parolen „FCK NZS”, „Fickt AfD”, „Volksverdummung Olé” und „Deshalb AfD, Björn, wir haben dir ein Denkmal gebaut”. Damit nehmen die unbekannten Täter wohl auch Bezug auf die Aktion des linksradikalen Zentrum für politische Schönheit, das einst das Berliner Holocaust-Mahnmal in Höckes Nachbargarten nachbauten und dafür auch strafrechtliche Ermittlungen gegen sich hervorrief.

Der Sachschaden wird laut Nordbayerischem Kurier auf etwa 3.000 Euro geschätzt. Im rot-rot-grün regierten Thüringen sind diverse gewaltbereite, linksextreme Gruppen aktiv, immer wieder kommt es zu Angriffen auf Parteibüros der AfD. Deren Einrichtungen sind bundesweit häufig Ziel politischer Gewalt, erst einen Tag zuvor beschmierten mutmaßliche Linksextremisten in Stralsund die Front eines AfD-Büros mit dem Zahlencode 161 („Anti-Faschistische Aktion”).

AfD-Brandner: „Wir weichen nicht!”

Brandner, dessen Wahlkreisbüro wiederholt zum Ziel solcher Attacken wird, gab sich in sozialen Medien trotz des ungustiösen Angriffs kämpferisch. Er macht dabei auch das Vorfeld des politischen Mitbewerbers verantwortlich. Allerdings hätte derartige Anschläge keinerlei Wirkung. Denn: „Das macht mich und uns von der AfD nur noch stärker! Wir weichen nicht und arbeiten weiter für ein besseres Deutschland,” so der Bundestagsmandatar auf Twitter.


Sie wollen ein politisches Magazin ohne Medienförderung durch die Bundesregierung? HIER gibt es das FREILICH Magazin im Abonnement: www.freilich-magazin.at/#bestellen

Weiterlesen

Werbung

Werbung

Schwerpunkt

Beliebt