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Albanien: Frontex soll gegen unerwünschte Migration vorgehen

Bild: Flickr; Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres - FRONTEX [CC BY 2.0]

Die neu getroffene Vereinbarung soll ein schnelleres Reagieren seitens der EU auf geänderte Migrationsbewegungen ermöglichen.

Brüssel/Tirana. Die EU‐Kommission teilte mit, dass heute ein Abkommen beschlossen wurde, das den Einsatz der EU‐Grenzschutzagentur Frotex in Albanien festlegt. Die Agentur soll künftig auf albanischem Hoheitsgebiet gegen nicht erwünschte Migration eingesetzt werden können. Dennoch müsste Albanien Frontex‐Einsäzen auf eigenem Hoheitsgebiet jedes Mal zustimmen. Durch diese Vereinbarung soll die EU in Zukunft schneller auf geänderte Migrationsbewegungen und grenzüberschreitende Kriminalität reagieren und diese besser bekämpfen können.

Weitere Balkanstaaten sollen folgen

Das Abkommen wurde von EU‐Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos als „Meilenstein in der externen Zusammenarbeit der EU im Bereich Grenzmanagement“ bezeichnet. „Ich hoffe, dass diese Vereinbarung den Weg für eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem gesamten westlichen Balkan ebnen wird.“ Die EU‐Kommission gibt an, dass dies die erste Vereinbarung dieser Art mit einem Drittstaat sei. Es sollen aber bereits Entwürfe für ähnliche Vereinbarungen mit Mazedonien und Serbien vorliegen, weitere sollen mit Bosnien und Herzegowina und Montenegro folgen. Bevor die Vereinbarung mit Albanien aber in Kraft tritt, muss das Europaparlament dieser noch zustimmen.

Täglich mehr Migranten in Spanien

Wie die Deutsche Welle aktuell berichtet, wählen indes immer mehr Flüchtlinge den Weg nach Spanien. Beinahe täglich steigt dort die Zahl der Migranten, die über das Mittelmeer kommen. In den ersten Oktobertagen sollen laut der Vereinten Nationen 353 Migranten pro Tag angekommen sein. Im August und September sollen es durchschnittlich 225, in den ersten fünf Monaten des Jahres nur 54 Migranten pro Tag gewesen sein. Mittlerweile hat Spanien Italien in Sachen Flüchtlingen schon längst überholt. Bereits 38.000 Migranten, überwiegend aus Afrika, hat Spanien in diesem Jahr aufgenommen. Deutlich weniger Menschen kamen 2018 in Italien (21.000 Menschen) und in Griechenland (23.500 Menschen) an. Im vergangenen Jahr waren es bis Anfang Oktober 107.000 in Italien, 20.000 in Griechenland und etwa 12.000 in Spanien. Als Grund für den Rückgang vermuten Helfer, dass sich die kompromisslose Politik der neuen italienischen Regierung unter Schleppern herumgesprochen hat.

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