Welt

Nach Protest gegen Mittelmeer‐NGO: 22 Identitäre festgenommen

Bild: Twitter Romain Espino

Gestern führten Aktivisten der Generation Identitaire gleich zwei Aktionen durch, bei denen Transparente entrollt wurden, um zum einen gegen die Tätigkeiten einer NGO und zum anderen gegen den Auftritt eines kontroversen Rappers zu protestieren.

Marseille/Lille. Am Freitagnachmittag begaben sich mehrere Aktivisten der Generation Identitaire in das Büro von SOS Mediterranee, um dort eine Protestaktion durchzuführen. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich etwa fünf bis sechs Mitarbeiter der NGO vor Ort. Die Polizei nahm unterdessen 22 Personen vorläufig fest. Etwa zur gleichen Zeit führten Aktivisten der Bewegung auch in der französischen Stadt Lille eine Aktion durch. Auf Twitter fordert der damalige Gründer der Linkspartei Parti de Gauche nun die Auflösung der Bewegung.

Menschenhandel durch NGO

Bei der Aktion im Büro von SOS Mediterranee haben die Aktivisten ein Banner aus dem Fenster gehalten, auf dem „SOS mediterranee complice du trafic d’êtres humains” zu lesen war. Sie werfen der NGO also eine Komplizenschaft in Bezug auf Menschenhandel vor. Das Rettungsschiff „Aquarius 2” ist am Donnerstag in Marseille angekommen. Es wird aber weiterhin nach einem neuen Flaggenstaat gesucht. Zuletzt hatte Panama angekündigt, das Schiff aus seinem Schiffahrtsregister zu streichen und ihm somit die Flagge zu entziehen.

Protest gegen kontroversen Rapper

In Lille haben Aktivisten der Bewegung am Freitagabend eine weitere Banneraktion durchgeführt. Etwa ein Dutzend Mitglieder haben auf dem Dach einer Veranstaltungshalle ein Transparent mit der Aufschrift „pas de rappeur islamiste à Lille” entrollt. Damit wollte man auch in der Stadt im Norden Frankreichs gegen den Auftritt des kontroversen Rappers Médine protestieren, der dort gestern Abend dennoch aufgetreten ist. Bereits Ende September hatte die Bewegung gegen den geplanten Auftritt des Rappers im Bataclan protestiert. Bei den Terroranschlägen im November 2015 hatten Islamisten in der französischen Hauptstadt insgesamt 130 Menschen getötet. Allein bei der Attacke auf das Bataclan gab es 90 Todesopfer. Die Bewegung wertete die Konzertabsage als Erfolg.

Demonstrationen in mehreren europäischen Städten

Jean‐Luc Mélenchon äußerte sich ebenfalls auf Twitter zu der Aktion in Marseille. In dem Tweet fordert der französische Politiker nunmehr die Auflösung der Bewegung. Außerdem ruft er zur Teilnahme an Demonstrationen auf, die heute in mehr als 30 französischen und anderen europäischen Städten stattfinden und die Rettungsaktion unterstützen sollen.

1 Kommentar

Hier Klicken, um zu kommentieren

Newsletter

Jetzt in den Newsletter eintragen und wöchentlich die Top-Nachrichten erhalten!
Newsletter

Neues von Anbruch

 

Arbeit am Mythos“: Die 300 aus Georgien

Die Geschichte der 300 Spartiaten, die gegen eine Übermacht von Persern kämpften und zeitweise bestehen konnten, ist durch die Hollywood‐Produktion überall bekannt. In Georgien ereignete sich im 18. Jahrhundert ein recht ähnliches Szenario.
300 Georgier verteidigten ihre Hauptstadt bis zuletzt und konnten der gewaltigen Armee der Perser zeitweise standhalten. Die 300 Georgier wurden von der orthodoxen Kirche heilig gesprochen und fanden Einzug in die Kultur Georgiens. Auch ein beeindruckendes Kunstwerk wurde den 300 gewidmet.

… weiterlesen