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Werder Bremen droht AfD-Anhänger mit Entzug der Dauerkarte

Traditionell sind Politik und Fußball zwei voneinander unabhängige gesellschaftliche Bereiche. Doch damit ist schon seit geraumer Zeit Schluss. Immer öfter werden die Fankurven der Vereine zu Trägern von politischen Botschaften. Bei Werder Bremen spitzt sich dieser Konflikt jetzt zu. Der Präsident von Werder Bremen Hess-Grunewald, droht einem Fan, aufgrund seiner Sympathien gegenüber der AfD, die Dauerkarte zu entziehen.

2 Minuten Lesezeit
<p>Symbolbild, Fans von Werder Bremen /  Bild von  <a href="https://www.flickr.com/photos/markusunger/">UNGRY YOUNG MAN</a> / <a href="https://www.flickr.com/photos/markusunger/15483378677/in/photostream/">Flickr</a>/ <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2.0</a></p>

Symbolbild, Fans von Werder Bremen / Bild von UNGRY YOUNG MAN / Flickr/ CC BY-SA 2.0

Bremen. Bereits im September gab Hess-Grunewald ein klares Statement ab und ließ gegenüber dem Weser Kurier verlauten: „Werder gut finden und die AfD wählen, ist ein Widerspruch.“ Medial und auch vereinsintern erhielt Hess-Grunewald viel Zuspruch für seine klare Positionierung. Nach einigen Aussagen habe es jedoch auch vereinzelt kritische Stimmen gegeben.

Aufforderung zum Dialog?

Ein langjähriger Dauerkarten-Besitzer reagierte auf Hess-Grunewalds Aussagen und legte daraufhin seine Clubmitgliedschaft an. Sein Handeln begründete er in einer E-Mail an den Präsidenten. Dieser zeigte sich jedoch verwundert über die Reaktion des Fans. So verstand er seine eigenen Aussagen doch „als Aufforderung zum Dialog und zur Auseinandersetzung mit den Werten von Werder Bremen.“ Diese Aussagen gehen aus dem E-Mail-Verkehr zwischen dem besagten Fan und dem Präsidenten hervor, der der WELT exklusiv vorliegt.

Es scheint jedoch so, dass die Position von Hess-Grunewald nicht darauf abzielten, einen Dialog auf Augenhöhe über verschiedene politische Positionen zu führen. Vielmehr ginge es darum, wie Hess-Grunewald selbst bekräftigt, sich uneingeschränkt mit der Haltung für eine „offene, tolerante Gesellschaft ohne Ausgrenzung und Populismus“ zu identifizieren.

Entzug der Dauerkarte als mögliche Konsequenz

Wenn man als Werder-Fan seine „Dialogbereitschaft“ verweigert, kennt Hess-Grunewald jedoch auch andere Möglichkeiten damit umzugehen. So reagierte er auf die kritischen Ausführungen des langjährigen Dauerkartenbesitzers recht offensiv: „Darüber hinaus werden wir uns mit Ihrem Wunsch, die Dauerkarte behalten zu wollen, noch intensiv beschäftigen. Es ist nicht auszuschließen, dass wir in Zukunft Dauerkarten nur noch an Vereinsmitglieder ausgeben. Unabhängig davon werden wir uns ernsthaft mit der Frage beschäftigen, ob wir bei der hohen Nachfrage nach Dauerkarten von Menschen, die sich – anders als Sie – mit Werder Bremen und unseren Werten identifizieren, für die kommende Saison wieder eine Dauerkarte anbieten. Dafür haben Sie sicher Verständnis!“

Kritische Reaktionen auf die Position von Werder Bremen gab es insbesondere seitens der AfD. „Es ist Heuchelei, wenn Hess-Grunewald seine Äußerungen als Aufforderung zum Dialog bezeichnet“, teilte der sportpolitische Sprecher der AfD der WELT mit. Auch auf den Social Media-Kanälen der Partei tauchten weitere kritische Meldungen auf.

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