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Gesellschaft

Gauland-Debatte: Linke Kommentatoren kämpfen um Deutungshoheit

Julian Schernthaner

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Am Samstag erschien ein Gastbeitrag des AfD-Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Seitdem bleibt in einigen Konkurrenzmedien kein Stein auf dem anderen. Dabei ist keine fragwürdige Argumentation und kein plumper Vergleich zu schade. Der Grundtenor: Was nicht sein darf, kann nicht sein.

Kommentar von Julian Schernthaner

Der durchaus ausgewogene Kommentar des langjährigen CDU-Mannes beschäftigte sich mit dem Populismusbegriff und der Frage, weshalb es populistische Parteien brauche, um die Sorgen der einfachen Leute zu verstehen und bedienen. Er kritisierte darin eine globalisierte Klasse, welche in allen Institutionen sitze und traf auch sonst den Zahn der Zeit. Pointiert und angriffig, aber nicht aggressiv – und beinahe ein wenig staatsmännisch. So weit, so gut. Was folgte, war eine Realsatire im linksliberalen Blätterwald.

taz: Zweierlei Maß bei Politiker-Gastbeiträgen

Die erste Empörung in einem linksgerichteten Blatt kam – wie könnte es anders sein – von der Berliner taz. Sophie Spelsberg echauffierte sich lauthals darüber, dass man einem „Nationalisten” und „Rassisten” das Wort überlasse. Und das auch noch unkommentiert. Ganz besonders schlimm: dass dieser als Politiker die Möglichkeit habe, seine Meinung „ungefiltert in die Welt zu blasen”. Zeitungen seien kein geeigneter Ort dafür, die FAZ habe damit „eine der wichtigsten journalistischen Pflichten verraten”.

Natürlich „vergisst” Sophie Spelsberg mal eben, dass sie ihre Kolumne für ein Blatt schrieb, das selbst eine rege Vergangenheit mit Gastbeiträgen namhafter Politiker hat. Die Linken-Chefin Katja Kipping etwa schrieb in den vergangenen Jahren gleich mehrfach Gastbeiträge für die taz. Aber auf der linken Seite ist das ja kein Problem, da nennt man das „Haltung”. Da ist dann auch nicht wichtig, dass es sich bei Kipping tatsächlich um eine Berufspolitikerin wie aus dem Bilderbuch handelt, während Gauland selbst einst Herausgeber eines regionalen Leitmediums war.

Tagesspiegel: Durchschaubares Hitler-Argument

Den größten Vogel schoss dann allerdings der eigentlich traditionell mittige Berliner Tagesspiegel ab, indem der Historiker Wolfgang Benz in einem Gastkommentar Gauland – immerhin früher Kolumnist derselben Tageszeitung (!) – eine Diktion im Stile Adolf Hitlers nahelegte. Ähnlich drastisch und gefeiert durfte sich auch ein gewisser Michael Wolfssohn äußern. Übrigens derselbe Wolfssohn, der noch kürzlich selbst weithin als Buhmann galt, weil er als Jude das Recht anderer Juden verteidigte, sich in der AfD zu engagieren. Für das ultimative Argument der linken Debattenkunst, das argumentum ad Hitlerum, durfte er dann aber wieder herhalten.

Dieses Argument an sich wäre bereits problematisch genug, da es sich der simplen Prämisse bedient, dass etwas automatisch schlecht sein muss, weil es ein gescheiterter Maler aus Braunau einst tat, verfocht oder mochte. Neoklassische Architektur? Böse. Werbeplakate mit blonden Kindern? Noch böser. Eiernockerl mit grünem Salat? Ganz böse. Vegetarismus, Abstinenz vom Alkohol, Sommerfrische in den Bergen – immerhin nur theoretisch böse. Im politischen Kontext ist es aber linken Kommentatoren billig, damit ihr Narrativ zu bedienen, dass jeder Konservatismus und Faschismus lediglich Spielarten voneinander wären. Zwischen Marxismus und Marxismus-Leninismus wiederum möge man aber strikt trennen.

Die gute, alte Deutungshoheit

Ganz besonders wird das proverbiale Schachspiel mit einer Taube allerdings offensichtlich, wenn man feststellt, woran sich Gauland tatsächlich orientierte. Denn die Passagen, in denen er über die globale Klasse spricht, erinnern stark an einen Gastbeitrag eines gewissen Michael Seemann. Teilweise übernimmt Gauland ganze Sätze des Artikels aus dem Jahr 2016 beinahe im Wortlaut. Dreimal dürfen Sie, werter Leser, nun raten, in welchem Medium dieser erschien. Richtig: Im Tagesspiegel. Also irgendwo ein klassisches Eigentor, und zwar direkt unters Lattenkreuz.

Interessant dabei: der Artikel Seemanns dreht sich um die politische Hegemonie in Deutschland – und um eine Analyse patriotischer Gegenbewegungen. Dessen Anriss beginnt mit den Worten: „Das Bürgertum hat die Deutungshoheit verloren. Eine neue, die globale Klasse hat die Herrschaft übernommen. Sie kontrolliert den Diskurs und die Moral.” Und genau darum geht es bei der Debatte um den FAZ-Beitrag Gaulands eigentlich. Nicht um den Inhalt, nicht um Politikerkommentare an sich. Es geht rein darum, die mühsam errungene Deutungshoheit zu erhalten und Konservative von deren Rückgewinnung abzuhalten.

1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Rainer Seifert

    10. Oktober 2018 at 22:19

    Es gibt echte Nazi Wortschöpfungen, die heute wirklich kein Mensch mehr gebrauchen dürfte.

    Die eine: Volkswagen ! Bitte das Wort langsam auf der Zunge zergehen lassen. Ein Wagen für das Volk sollte geschaffen werden, den sich auch Arbeiter leisten konnten. Nun ja, das hat inzwischen ganz gut geklappt – von den bekannten Mauscheleien und Betrügereien mal abgesehen. Aber dafür kann der „Führer” ja nicht.

    Das zweite Wort ist noch wesentlich schlimmer: Wolfsburg ! Burg der Wölfe. oder was soll der Name ausdrücken? An Werwölfe dachte damals sicher noch keiner der herrschenden Nazi Clique. Aber alleine „Wolf”. Hitlers Lieblingsbezeichnung für sich selber- einfach schrecklich. Er nannte sich im privaten Umfeld – auch im Briefverkehr mit seiner Schwester in Wien – Wolf. Überbringer war – zumindest in einigen Fällen – sein Bewacher SS Mann Misch.

    Und sein Quartier? Richtig, das war die Wolfsschanze. Also die Schanze für ihn, den Wolf und seinen Mitwölfe. Echt gruselig, oder?

    Autobahn” ist dagegen noch eines der eher harmlosen Wörter aus dem NS Wortschatz. Bekanntlich haben die Nazis sich ja unter anderem auch an der deutschen Sprache vergriffen. Nun ja, das soll auch später noch vorgekommen sein.

    Aber wie man die Stadt Wolfsburg so mit dem von einem Massenmörder gegebenen Namen existieren lässt, wo sich weitaus harmlosere Bezeichnungen, je nach Momentum und wie es gerade so passt, sich schon längst auf dem Index gelehrter Professoren gegen Rechtsextremismus befinden, das konnte mir noch keiner dieser angeblich Weisen erklären. Natürlich kann es aber auch darin begründet sein, dass unter diesen Herrschaften weniger die Bildung, als viel mehr die Einbildung zu finden ist.

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Gesellschaft

Erfolgreiche Hilfsaktion der steirischen Burschenschaften

Stefan Juritz

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am

Mit der Erntehelfer-Aktion wollen die steirischen Burschenschaften zeigen, dass Solidarität für sie nicht nur ein Lippenbekenntnis ist. Bisher wurden in verschiedenen Regionen der Steiermark etwa 1.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet. Doch die Aktion ist noch nicht zu Ende!

Bericht von Stefan Juritz

Die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Steirischer Burschenschaften, der insgesamt neun Grazer und zwei Leobener Verbindungen angehören, hatte diese Aktion Ende März ins Leben gerufen. Anlass dafür waren Meldungen aus dem Landwirtschaftsministerium, wonach wegen der Corona-Maßnahmen in Österreich 5.000 Erntehelfer fehlten. Es wurde sogar von gewaltigen Ernteausfällen gewarnt.

Kurz darauf veröffentlichten die steirischen Burschenschaften auf der Tagesstimme und dem Blog des Freilich-Magazins einen Aufruf zur Unterstützung der heimischen Landwirtschaft. „Die Lage ist also ernst. Die Bauern brauchen unsere Hilfe! Gerade in Krisenzeiten ist Solidarität gefragt. Für uns ist das mehr als nur ein reines Lippenbekenntnis. Jetzt ist es an der Zeit, mit anzupacken und unsere heimischen Bauern nicht im Stich zu lassen!”, hieß es damals.

1.000 Stunden ehrenamtliche Hilfe

Und nur wenige Wochen später fanden auch bereits die ersten ehrenamtlichen Hilfseinsätze der Burschenschafter statt. Organisiert vom ARGE-Vorsitz, der Grazer akademischen Burschenschaft Marko-Germania, halfen bisher rund 30 Personen in verschiedenen Regionen der Steiermark mit. Bis jetzt leisteten sie insgesamt knapp 1.000 Arbeitsstunden. Angepackt haben dabei jedoch nicht nur Burschenschafter – nein, es meldeten sich auch mehrere Personen, die mit Studentenverbindungen bislang nichts am Hut hatten. Vom Arzt bis zur Musikstudentin brachten sich völlig unterschiedliche Helfer ein.

Bei den ersten Hilfseinsätzen ging es aber noch nicht direkt um die Ernte. Mitte April setzten die Helfer stattdessen beispielsweise drei Tage lang zahlreiche Maronibäume in der Nähe von Stubenberg in der Oststeiermark ein. Die weiteren Einsätze fanden im April und im Mai bei Weinbauern in der Süd- und Weststeiermark statt. Dort half man beispielsweise beim Setzen eines neuen Weingartens und beim Ausbrechen überschüssiger Triebe an den Weinstöcken. Und wie es bei Weinbauern gute alte Tradition ist, durften alle Helfer am Ende des Tages auch stets die Weine von jenen Hängen verkosten, an denen sie zuvor selbst gearbeitet hatten. So kam auch trotz der Corona-Regelungen die Geselligkeit nie zu kurz.

Heuernte im Juni

Im Juni steht bereits der nächste Einsatz auf dem Programm. Diesmal werden Burschenschafter bei der Heuernte auf einer Alm in der Obersteiermark helfen. Die Aktion der ARGE Steirischer Burschenschaften ist also noch nicht zu Ende und Interessenten können sich melden. Nähere Informationen gibt es unter: [email protected].


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Gesellschaft

USA: Undercover-Recherche entlarvt paramilitärische Antifa-Strukturen

Julian Schernthaner

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Mit einer brisanten Enthüllung lässt jetzt das „Project Veritas” aufhorchen: Einem seiner Investigativ-Journalisten will es gelungen sein, eine besonders gewaltbereite Antifa-Gruppe zu infiltrieren. 

Portland, OR. – Dabei suchte sich der Undercover-Journalist, der zum Schutz seiner Identität mit Sonnenbrille und Gesichtsmaske im Video auftritt, nicht irgendeine Antifa-Ortsgruppe aus. Sondern er wählte dafür die „Rose City Antifa” in Portland im US-Bundesstaat Oregon. Bei der 2007 gegründeten Zelle handelt es sich um eine der ältesten aktiven Antifa-Gruppen im Land – und gleichzeitig um eine der rabiatesten, die sich öffentlich zur Militanz bekennen.

„Trainiert einfach, wie man Augen aussticht”

Das erste Video ging am Mittwoch ins Netz. Bei der Frage wie gewalttätig die Gruppe ist, stößt der Reporter auf unglaubliche Abgründe. In internen Schulungen werden dabei unverblümt Taktiken diskutiert, mit dem einzigen Ziel, einem Gegenüber möglichst viel körperlichen Schaden zuzufügen. Als wäre es das Normalste der Welt, erklärt einer der Linksextremisten: „Trainiert einfach, wie man Augen aussticht. Dafür muss man nicht viel Druck ausüben.”

Dabei räumt die Recherche auch mit der gängigen Darstellung von linker Seite auf, dass ‚die Antifa kein Verein’ sei. Denn der Reporter beschreibt verpflichtende Schulungen, die er als ‚Mitglied auf Probe’ besuchen musste. Diese fanden geheim in einem schalldichten Hinterzimmer eines Buchladens statt, weiß der Undercover-Journalist zu berichten. Zudem erzählt er von den konspirativen Methoden seiner Anwerbung für die linksextreme Gruppe.

Zweiter Teil zeigt paramilitärische Trainingseinheiten

Was ein Mitglied der straff organisierten Antifa-Gruppe dabei klarstellt: „Es geht nicht um Boxen, es geht nicht um Kickboxen, es geht darum, einen Feind zu vernichten.” Ständig ist dabei die Rede von bewaffneter Aktion – oder wie ein heimlich gefilmter Teilnehmer eines Treffens erklärt: „Das Hauptziel ist es, raus zu gehen und möglichst gefährliche Dinge so sicher wie möglich zu erledigen.“ Wie effizient für dieses Vorgehen trainiert wird, stellt dabei ein Folgevideo heraus, das am Donnerstag ins Netz ging.

Dieses zeigt Szenen mit Baseballschlägern sowie rabiate Schlag- und Wurftechniken. Was aussieht wie ein normales Training in einem Kampfsportverein, bekommt erneut durch die Tonspur einen Beigeschmack. Ein Coach sagt etwa: „Wenn du einen guten Schlag in die Leber oder die Niere schaffst, sind sie ziemlich außer Gefecht. Sie werden sich krümmen und heftige Schmerzen verspüren.” Direkt in der Folge erwähnt er auch gefährliche Rippenbrüche als Option.

„Safe-Space für Aggressionen”

Auf Fairness zielt diese Ausbildung nicht ab, wie er weiter ausführt – sondern auf ‚Hit & Run’-Taktiken: „Ein guter Körperstoß gibt dir alle Zeit der Welt, während sie sich krümmen. Du könntest weglaufen – oder sie richtig verdreschen, wenn du die Person absolut nicht magst.” An dieser Stelle lachen einige weibliche Teilnehmer. Das Ganze geht weiter im Takt, eine weitere Sequenz zeigt den bewaffneten Kampf gegen Polizisten.

Was dabei schockiert, ist weniger der Umstand, dass durchaus legitime Techniken der Selbstverteidigung gelehrt werden. Sondern, dass diese offenbar vor allem in offensivem Potenzial im politischen Kampf zum Einsatz kommen sollen. Oder, wie ein Trainer die Rolle des Trainingszentrums erläutert: „Das hier ist ein ’safe-space’, um Aggressionen zu üben.”

Antifa-Apologeten versuchen Enthüllungen zu verschleiern

Kaum war der erste Teil online, versuchten einschlägige Kreise diesen Umstand zu verschleiern. Ein Twitter-Konto mit sechs Millionen Followern, das sich als Sprachrohr der „Anonymous”-Bewegung geriert, rief etwa dazu auf, den Hashtag #ExposeAntifa zu kapern. Wie FlinkFeed berichtet, soll es zudem sogar zu Hackangriffen auf das Twitter-Konto von Project Veritas‑Chef James O’Keefe gekommen sein.

Dieser wiederum will sich vom Gegenwind nicht einschüchtern lassen: „Es schaut ganz so aus, also ob unsere trendende Serie genau den richtigen Leuten ans Bein pinkelt.” Die beiden bisherigen Videos sollen nur der Auftakt einer längeren Aufdeckung über Antifa-Machenschaften sein, die auf dem YouTube-Kanal des Projekts laufend in kleinen Ausschnitten erscheinen soll.

Aufdeckungen haben enormes politisches Sprengpotenzial

Die Enthüllungen haben jedenfalls das Potenzial, richtig aufzuwühlen, und mit so manchem Mythos über vermeintlich friedliche Linksaußen aufzuräumen. Und auch die Politik hat bereits angebissen: Der republikanische Abgeordnete Matt Gaetz aus Florida sprach daraufhin Klartext: „Es ist glasklar, dass diese Leute sich nicht für Politik engagieren. Sie sie engagieren sich für den Terrorismus.”

Erst vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Donald Trump seine Absicht erklärt, die Antifa in den Vereinigten Staaten als terroristische Organisation einzustufen. Dieser Schritt sorgte im europäischen Ausland sowohl für Lob als auch Kritik – Die Tagesstimme berichtete. Zumindest dürfte die Publikation für die öffentliche Debatte just zur rechten Zeit kommen.


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Gesellschaft

Weltumwelttag: Österreich gefährdet durch Verbauung sein „Naturkapital”

Monika Šimić

Veröffentlicht

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Während sich die Coronavirus-Krise mittel- bzw. langfristig sogarpositiv auf manche Bereiche der Umweltpolitik auswirken könnte, zerstört die fortschreitende Verbauung des Landes den Lebensraum vieler Tierarten.

Wien. – Angesichts des heutigen Weltumwelttags mahnt der Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Hagelversicherung, Dr. Kurt Weinberger, vor dem fortschreitenden Verlust an Boden und gleichzeitig vor der Zuspitzung der Umweltkrise durch Bodenverbrauch, Ressourcenschwund und dem Biodiversitätsverlust. Die Therapie in diesem Zusammenhang sei langwierig, der Erfolg nicht vielversprechend. Man müsse jetzt handeln, fordert Weinberger.

Gefahren durch Verbauung

Dabei sollte uns die Erfahrung der Corona-Krise Mut machen: „Nötige Veränderungen und Maßnahmen zum Schutz von Klima, Umwelt und Biodiversität werden ebenfalls alle Lebensbereiche betreffen, aber keineswegs so dramatische Einschnitte bringen wie die Corona-Maßnahmen, die in hohem Maße akzeptiert werden. Beginnen wir mit dem Schutz unserer Lebensgrundlage, dem brennendsten Umweltproblem Österreichs”, so Weinberger.

In einer Aussendung nannte er die drei größten Gefahren durch den Flächenverbrauch, nämlich die Senkung des Selbstversorgungsgrades, die negativen Auswirkungen auf Österreich als Tourismusland, und den Rückgang der Artenvielfalt.

Mehrheit will keine weitere Verbauung

Durch die Verbaaung von Flächen würde der Selbstversorgungsgrad Tag für Tag sinken und Österreich durch Importe zunehmend verletzbar, betont Weinberger. „Beim Brotgetreide haben wir mittlerweile nur noch einen Selbstversorgungsgrad von 87 %, bei Spargel von 49 % und bei Erdbeeren von 35 %”, heißt es dazu in der Aussendung. Der Boden sei aber essentiell für die Lebensmittelproduktion, das hätte auch die Coronavirus-Krise deutlich gezeigt. „Von Beton kann man nicht abbeißen.”

Aber auch die Kulturlandschaft und somit das Tourismusland Österreich leide unter etwa dem Baggerschaufeln. Laut einer market-Umfrage kritisieren 4 von 5 Österreichern die „Verschandelung” Österreichs und wollen keine weitere Verbauung. Durch diese nimmt auch die Artenvielfalt ab. So leben rund 1,5 Millionen Regenwürmer in einem Hektar Boden. Pro Tag werde also die Lebensgrundlage von rund 20 Millionen Regenwürmern zubetoniert, kritisiert Weinberger.

„Es gibt keine zweite Chance”

„Faktum ist: Wir brauchen den Boden zum Leben wie die Luft zum Atmen. Der Boden ist die Haut der Erde, und weder Erde noch Mensch sind ohne Haut überlebensfähig”. Wir bräuchten daher einen Wandel hin zu einem „intelligenteren Wirtschaftsdenken”, erklärt Weinberger. Der Wohlstand einer Volkswirtschaft sei nicht nur an der Kennzahl des Bruttoinlandsprodukts, sondern auch am Erhalt seines Naturkapitals wie Boden, Luft oder Wasser zu beurteilen. Auch das Humankapital gehöre als Messgröße in die Beurteilung miteinbezogen. „Diese Lehren müssen wir ziehen und diese Chance müssen wir für unsere nachfolgenden Generationen nützen – eine zweite gibt es nich”, appelliert Weinberger anlässlich des heutigen Weltumwelttages.


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