Welt

Mehrere Mittelmeer‐NGOs für EU‐Menschenrechtspreis nominiert

Symbolbild: Schiff einer Mittelmeer-NGO / Ra Boe / Wikipedia [CC BY-SA 3.0 de or GPL], from Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Der diesjährige Sacharow‐Preis könnte an eine der Mittelmeer‐NGOs gehen, die neben einem Filmemacher und einem marokkanischen Regierungskritiker für den sogenannten Menschenrechtspreis nominiert sind.

Straßburg. Auch in diesem Jahr wird der Sacharow‐Preis vergeben, der besonderes Engagement für Menschenrechte und Grundfreiheiten ehrt. Das EU‐Parlament hat bereits Ende September mitgeteilt, dass sich neben dem in Russland inhaftierten Filmemacher Oleg Senzow und den marokkanischen Regierungskritiker Nasser Zefzafi mehrere Mittelmeer‐NGOs unter den Nominierten befinden.

SOS Méditerranée unter den Nominierten

Zu den nominierten NGOs zählen unter anderem SOS Méditerranée, Ärzte ohne Grenzen, Sea Watch und Mission Lifeline. Die Hauptaufgabe dieser Organisationen besteht laut Selbstbild darin, Migranten, die sich auf den Weg nach Europa gemacht haben, aus dem Mittelmeer zu retten. Vor allem die Tätigkeit von SOS Méditerranée ist mittlerweile aber stark erschwert. Seit Panama dem Schiff ihre Flagge entzogen hat, sucht das NGO-Schiff„Aquarius 2“ nach einem neuen Flaggenstaat. Bereits vergangene Woche hatte SOS Méditerranée daher die europäischen Regierungen um eine Flagge gebeten. Wie der Präsident des türkischen Roten Halbmonds, Kerem Kinik, nun mitgeteilt hat, bietet er den Betreibern der „Aquarius 2“ an, das Schiff unter der Flagge der Türkei weiterzuführen.

Protest gegen Mittelmeer‐NGO

Die Organisation wird von konservativen und rechten Akteuren aber immer wieder kritisiert. Das Eintreffen des Schiffes vergangene Woche in Marseille hat beispielsweise die Generation Identitaire, die französische Identitäre Bewegung, zum Anlass genommen, um eine Aktion im Büro der SOS Méditerranée durchzuführen und ein Transparent mit der Aufschrift „SOS mediterranee complice du trafic d’êtres humains“ zu entrollen. Nach der Aktion wurden die Betroffenen für 48 Stunden in Polizeigewahrsam genommen. Sie mussten außerdem ihre Handys abgeben und stehen nunmehr unter behördlicher Beobachtung. Das erklärte ein Aktivist gestern in seinem Facebook‐Status (Die Tagesstimme berichtete).

Preis ehrt Einsatz für Menschenrechte

Der Sacharow‐Preis für geistige Freiheit wird seit 1988 jährlich vom Europäischen Parlament verliehen. Mit dem Preis werden „Persönlichkeiten und/oder Organisationen geehrt, die sich für die Menschenrechte und Grundfreiheiten einsetzen“, heißt es auf der Seite des Europäischen Parlaments. Der Preis wird am 12. Dezember im Europäischen Parlament in Straßburg verliehen.Weiterlesen:

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1 Kommentar

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  • Ob das im Sinn von Sacharow ist, kann wohl geklärt werden. Sacharow verstarb 1989. Die in rechtlicher Grauzone agierenden NGOs und die damit verbundene unkontrollierte Masseneinwanderung hätte er nach meiner Einschätzung kritisch gesehen.

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