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Gesellschaft

SWR-Satireprojekt: Weiße, heterosexuelle Männer haben „Gendefekt”

Julian Schernthaner

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am

Screenshot: YouTube [@00:16] (zugeschnitten)

Bereits Ende September veröffentlichte das Satireprojekt „Bohemian Browser Ballett” einen Sketch, dessen Aussagen das Potenzial für einigen gesellschaftlichen Zündstoff haben.

Berlin. – Beim „Bohemian Browser Ballett” handelt es sich um ein YouTube-Projekt, welches von der offiziellen ARD/ZDF-Jugendschiene funk mit jährlich 45 Millionen Euro finanziert wird. Die Sendung von Head-Autor Christian Brandes sieht sich dabei selbst als „linksgrünversiffter Stachel im Arsch der Revolutionäre”. Die Federführung über das funk-Angebot obliegt der zweitgrößten ARD-Rundfunkanstalt Südwestrundfunk (SWR). Über das Portfolio der so unterstützten Projekte berichtete die Tagesstimme bereits im August.

Weißer, heterosexueller Mann” als Makel

Das Video beginnt mit der Szenerie einer gynäkologischen Praxis. Dort bricht eine werdende Mutter in Tränen aus, als die Frauenärztin ihr eröffnet, dass sie einen „weißen, heterosexuellen Mann” gebären wird. Auf die Nachfrage des Kindesvaters nach einer möglichen Abtreibung, beteuert die Medizinerin, dies sei nicht das „Ende der Welt”. Sie händigt den künftigen Eltern eine Broschüre über den Umgang mit dem offenbar makelbehafteten Kind aus.

Lebenswerte Existenz nicht mehr möglich”

Dessen Inhalt bezeichnet die Geburt als weißer, heterosexueller Mann als „schweres Schicksal”. Denn „Frauen und andere Minderheiten” seien in dessen sämtliche Lebensbereiche „eingedrungen”, etwa in Arbeitswelt und bei der Entlohnung. Weiße, heterosexuelle Männer müssten zudem „permanent Verantwortung” für ihr „eigenes Handeln übernehmen”. Unter diesen Umständen sei eine „lebenswerte Existenz nicht mehr möglich”.

Weiß, männlich, hetero als „Gendefekt”

Was bis dahin unter dem Deckmantel der Satire als pointierte feministische Kritik durchgeht, schaltet in der Folge einen Gang höher. Aufgrund einer Gruppe mit den Namen „Ein Herz für weiße, heterosexuelle Männer” bestünde nun wieder „Hoffnung”. Man vermittle solche Individuen künftig an „Familien aus der ganzen Welt”. Mehrere Fotomontagen zeigen hellhäutige Kinder mit dunkelhäutigen Adoptiveltern.

Bei der Begründung kommt dann der Hammer: „Denn kein Mensch, sollte aufgrund eines Gendefekts diskriminiert werden”. Auch weiße, heterosexuelle Männer – dem Sketch zufolge offenbar quasi wie eine schwere Behinderung – könnten ein „erfülltes Leben haben”. Man berate betroffene Eltern gerne, so die Gynäkologin vom Anfang. Am Ende sieht man einen glücklichen Jungen von einer Schaukel springen.

September: Aufregung um Fake-AfD-Wahlstand

Es ist nicht das erste Mal, dass das gebührenfinanzierte Projekt die Grenzen des guten Geschmacks gründlich auslotet. Erst im September inszenierte das „Bohemian Browser Ballett” der Berliner Turbokultur GmbH einen angeblichen AfD-Wahlkampfstand in der Bundeshauptstadt. Dabei stellten die Komparsen sogar eine vermeintliche Hetzjagd auf Migranten durch Menschen in rechtsradikaler Szenekleidung nach. Eine der Darstellerin bezeichnete ihr Mitwirken in sozialen Medien dabei als „politische Mission” – Die Tagesstimme berichtete.


Weiterlesen: 

Unfassbar: Inszeniertes AfD-Video stammte offenbar von SWR-Satireprojekt (14.9.2018)

Jugendkultur und politische Erziehung: Was ist eigentlich funk? (21.8.2018)

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Saure Gurke

    16. Oktober 2018 at 22:45

    Krank! Im Auftrage krank.
    Was gibt‚s denn da zu diskutieren?
    Wer da hinhorcht, hat bereits ein Problem mit sich selbst.

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Gesellschaft

Triple-A-Sager: Staatsanwaltschaft verlangt Auslieferung von Kickl

Julian Schernthaner

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am

ASDF Bild: Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) / Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Die Staatsanwaltschaft Graz möchte gegen Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) wegen angeblicher Verhetzung ermitteln und fordert daher die Aufhebung seiner parlamentarischen Immunität.

Graz. – Wie die Kronen Zeitung berichtet, sind Aussagen des freiheitlichen Spitzenpolitikers bei einer Parteitagsrede im September der Anlass für die Ermittlungen. Damals rechnete er mit der Asylpolitik seiner Vorgänger ab – diese hätten Österreich ein „Triple-A-Rating” angedeihen lassen, nämlich „aggressive afghanische Asylwerber”. Daraufhin zeigte ihn eine Pro-Asyl-NGO wegen Verhetzung an – Die Tagesstimme berichtete.

Immunitätsausschuss soll im Dezember entscheiden

Die Organisation Fairness-Asyl sah darin nämlich die Absicht, „öffentlich die Menschenwürde einer ethnischen und nationalen Gruppe” herabzusetzen. Kickl versuche nach deren Ansicht „gezielt die öffentliche Meinung gegen afghanische Asylwerber” aufzustacheln. Dies markiere einen „Tiefpunkt des öffentlichen Diskurses”. Wegen der Aussagen verlangt die Staatsanwaltschaft Graz nun die Auslieferung des blauen Klubchefs.

Die Beratung über diese Angelegenheit im Immunitätsausschuss des Nationalrats soll Anfang Dezember stattfinden, die FPÖ kündigte bereits an, dem Begehren der Behörde nicht zustimmen zu wollen. Im Regelfall genießen Mandatare aller Gebietskörperschaften eine parlamentarische Immunität für die Dauer ihres Amtes. Entsprechend muss das Hohe Haus zuerst grünes Licht für eine Strafverfolgung erteilen.

Zwei weitere Auslieferungen gefordert

Es ist nicht der einzige Fall, in dem Justizbehörden derzeit die Auslieferung freiheitlicher Politiker wünschen. Die Leobener Staatsanwaltschaft etwa fordert die Aufhebung der Immunität von Wolfgang Zanger infolge dessen Verstrickung in die jüngsten Liederbuch-Affäre befindet. Obwohl beide bekannten Ausschnitte keine Versatzstücke von NS-Ideologie beinhalten, steht der Vorwurf der Wiederbetätigung nach §3g Verbotsgesetz im Raum.

In dieselbe Richtung geht das Begehr der Staatsanwaltschaft St. Pölten nach Auslieferung des nunmehr wilden Landtagsabgeordneten Martin Huber. Der frühere blaue Klubobmann in Niederösterreich witzelte am 20. April 2014 auf Facebook darüber, dass er allen Geburtstagskindern gratulieren wolle. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe machte FPÖ-Chef Norbert Hofer von seinem Durchgriffsrecht Gebrauch und suspendierte Huber umgehend.


Weiterlesen:

Nach Parteitag-Rede: Pro-Asyl-NGO zeigt Kickl wegen Verhetzung an (16.9.2019)

Die alten Germanen”: Das ist die Geschichte des berüchtigten Liedes (1.11.2019)

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Gesellschaft

Kurzehen verkauft: Asylwerber soll 1.000 Euro pro Heirat gezahlt haben

Monika Šimić

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ASDF Bild: Pro Kurzehe soll der Asylwerber 1.000 Euro bezahlt haben / Bild: Pexels (CC0)

Der afghanische Asylwerber soll sich außerdem alle paar Monate ein neues Mädchen gesucht und immer wieder geheiratet haben.

Linz. Der Imam einer Linzer Moschee soll mit dem Verkauf von Kurzehen gutes Geld gemacht haben. Bisher haben sich fünf minderjährige Mädchen und junge Frauen bei der Polizei gemeldet. Das berichtete gestern der ORF.

Käufer soll afghanischer Asylwerber sein

Käufer der Kurzehen soll laut dem Bericht ein Asylwerber aus Afghanistan sein, dem unter anderem vorgeworfen wird, zwei Mädchen, 17 und 18 Jahre alt, mit Crystal Meth gefügig und abhängig gemacht zu haben. In einer Linzer Moschee in der Humboldtstraße soll er sie dann kurzzeitig geheiratet haben. Für 1.000 Euro pro Kurzehe soll ihm das ein Imam möglich gemacht haben. So soll der Asylwerber sich alle paar Monate ein neues Mädchen gesucht und immer wieder geheiratet haben.

Solche Kurzehen werden Mutʿa-Ehen genannt und sind nach islamischem Recht der sogenannten Zwölferschiiten möglich. Dem 34-jährigen Afghanen war diese Form der Ehe offensichtlich wichtig. Laut Polizei soll der Asylwerber viel auf die Scharia halten und sehr gläubig sein.

Afghane mittlerweile in U‑Haft

Bisher haben sich bei der Polizei fünf Frauen gemeldet, der Afghanse selbst sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Vorher soll sich der Mann noch ein großes Drogennetzwerk aufgebaut haben, mit dem er die Kurzehen finanziert haben dürfte. Gemeinsam mit einem anderen Afghanen und einem Nigerianer habe er sich angeblich die Linzer Drogenszene mehr oder weniger aufgeteilt, so die Ermittler. Auf den Straßen haben die mutmaßlichen Dealer ihre Telefonnummern verteilt, die Belieferung der Kunden erfolgte dann quasi auf Telefonbestellung.

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Deutschland

Scholz (SPD) will Männervereinen Steuervorteile entziehen

Joshua Hahn

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ASDF Bild (Symbolbild): Dick Aalders from BERGSCHENHOEK, Nederland [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Der sozialdemokratische Finanzminister Olaf Scholz hat angekündigt, Vereinen, welche nur Männer als Mitglieder akzeptieren, den Gemeinnützigkeitsstatus aberkennen zu wollen. 

Berlin. – Die Maßnahme hätte diverse Auswirkungen auf die Vereine, so könnten diese beispielsweise nicht mehr von Steuervorteilen profitieren. Laut Scholz soll das gesamte Gemeinnützigkeitsrecht geändert werden.

Gemeinnützigkeitsrecht soll geändert werden

Wie der „Spiegel“ berichtet, erklärte der Finanzminister: „Vereine, die grundsätzlich keine Frauen aufnehmen, sind aus meiner Sicht nicht gemeinnützig. Wer Frauen ausschließt, sollte keine Steuervorteile haben und Spendenquittungen ausstellen.“

An einer entsprechenden Gesetzesänderung werde derzeit bereits gearbeitet. Betroffen vom Gesetz wären beispielsweise verschiedene Schützenvereine oder Sportclubs. 

Der Vorschlag des Sozialdemokraten stößt nicht zuletzt bei Juristen auf Kritik. So zweifelte der auf Gemeinnützigkeitsrecht spezialisierte Anwalt Thomas von Holt laut der „Welt“ an, dass das geplante Gesetz mit dem Gleichbehandlungsgebot vereinbar ist, solange es sich lediglich auf Männer- und nicht auch auf Frauenvereine bezieht.

Kritik von CDU/CSU

Der Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Bareiß (CDU) hält die geplante Maßnahme für einen „Angriff auf das Ehrenamt, die Freiheit und das Vereinsleben“. Dies berichtete unter anderem die „Zeit“. Man solle froh sein, wenn sich Menschen für das Gemeinwohl engagierten. 

Der CSU-Generalsekretär Markus Blume gab an, dass es schlicht „absurd” sei, Vereine „in gut und schlecht“ zu unterteilen, indem man sie nach „Genderaspekten“ beurteilt. Gegenüber der „dpa“ erklärte er: „Vereine steuerlich zu benachteiligen, weil sie mit ihrem Angebot nur an Frauen oder nur an Männer richten, ist grundfalsch.“

Ob geplant ist, dass die Gesetzesänderung in gleichem Maße auf Vereine zutrifft, welche explizit aus Frauen bestehen, wurde von Scholz bislang nicht angesprochen.

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