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Kultur

Aus feministischen Gründen: Schauspielerin erteilt Tochter Disney-Verbot

Julian Schernthaner

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Bild Disneyland Orlando: Pixabay / Bild Knightley: Flickr [beide CC0] / Collage: Die Tagesstimme.

Vor wenigen Tagen sorgte die englische Schauspielerin Keira Knightley (33) mit Äußerungen in einer US-Talkshow für Aufsehen. Demnach verbietet sie ihrer Tochter, gewisse Disney-Filme zu sehen, weil sie das Frauenbild darin für veraltet betrachtet. 

New York. – Die erfolgreiche Hollywood-Schauspielerin verdankt ihre Prominenz beliebten Blockbustern wie Fluch der Karibik oder King Arthur. Obwohl sie ihre Bekanntheit gerade durch erstere Filmreihe einer Disney-Produktion verdankt, kritisiert sie das Frauenbild gerade in älteren Zeichentrickfilmen des Konzerns. Als Gast in der NBC-Talkshow von Ellen DeGeneres erklärte sie nun, dass sie ihrer Tochter verbiete, diese zu sehen.

Märchenverfilmungen: Knightley kritisiert Frauenbild

Beispielhaft erwähnte Knightley dabei die Verfilmung des Märchens Aschenputtel (1950). Wie das RTL-Promiportal VIP.de berichtet, wartet die Protagonistin hier auf einen „reichen Kerl, der sie rettet”. Dies sei kein guter Ratschlag für Frauen, sie ist der Meinung, dass diese sich selbst „retten” sollten. Ebenso problematisch sieht sie Arielle – Die kleine Meerjungfrau (1989).  Denn dort gebe die weibliche Heldin für einen Mann die Stimme auf.

Knightley fiel bereits in der Vergangenheit durch ihre feministisches Engagement auf. Dabei sorgte sie schon in der Vergangenheit mitunter für einiges Stirnrunzeln unter Beobachtern. Erst kürzlich kritisierte sie in einem Essay die britische Herzogin Kate (34), weil diese sich nur wenige Stunden nach der Geburt ihres jüngsten Kindes makellos geschminkt der Presse präsentiert hatte.

Starke Frauen in den Vorlagen

Sowohl bei Aschenputtel als auch bei der kleinen Meerjungfrau liefern jahrhundertealte Erzählungen die literarischen Vorlage. Erstaunlich ist hierbei auch die Einordnung der Hollywood-Aktrice – denn beide zeigen eigentlich durchaus starke Frauen auf. Bei Grimm ist es der von der Mutter veranlasste Haselbaum, der die Verwandlung Aschenputtels ermöglicht. In der Urversion von Perrault geschieht sie sogar auf Initiative einer guten Fee – und die Bestrafung für die Schwestern bleibt aus.

Auch bei der kleinen Meerjungfrau – das bekannteste Märchen des dänischen Autors Hans-Christian Andersen – zeigt sich ein ähnlicher Befund. Hier rettet die Heldin den Prinzen, in den sie sich später verliebt. Sie entscheidet sich in eigenem Antrieb für ein Leben unter Menschen und emanzipiert sich so gewissermaßen von ihrer Familie. Als sie sieht, dass der Mann ihrer Begierde eine andere liebt, lässt sie ihn, statt Rache zu üben, ziehen und wird am Ende zu einem Luftgeist, der zum Glück der Menschen beiträgt.

Feministische Märchenkritik als Forschungsgebiet

Der Ansatz, Märchenvorlagen aus feministischer Sicht kritisch zu durchleuchten, ist übrigens kein neuer. Insbesondere im Bezug auf die Grimm’sche Geschichtensammlung widmen sich diverse Forscher der Aufarbeitung der in den Erzählungen tradierten Frauenbilder. Besonders beliebtes Kritikobjekt bilden dabei als „passive” Mädchen aufgefasste Hauptfiguren wie etwa Rotkäppchen.

Ganze wissenschaftliche Arbeiten beschäftigen sich in den Erziehungswissenschaften und Gender Studies mit diesem Themengebiet. Auch journalistische Bearbeitungen der literarischen Kulturgüter orientieren sich regelmäßig entlang dieser Achse.

Ewig junge Debatte

Eine Kuriosität lieferte im Vorjahr ein britischer Fall im Zuge der #MeToo-Debatte. Eine englische Mutter forderte ein Verbot des Märchens Dornröschen. Der Grund: dem Kuss, der die Königstochter aus ihrem hundertjährigen Schlaf weckt, ging keine Erlaubnis zuvor. In der Folge ergab sich auf Twitter eine rege Diskussion darüber, ob Märchen noch zeitgemäß seien. Am Ende der Debatte war das „Biest” der Kidnapper der Belle und Arielle eine Stalkerin.

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Kultur

Woke Hollywood und Star Wars

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ASDF Symbolbild (CC0)

Der Einzug linksideologischer Propaganda in der Filmindustrie ist bei weitem nichts Neues. Als Mittel zur Gesellschaftsformung ist Hollywood und das Kino spätestens seit den 1960ern ein altbewährtes. Mit dem kommenden Star Wars-Film könnte jedoch ein neuer Höhe- und eventuell Endpunkt erreicht werden.

Kommentar von Marvin T. Neumann

Dass Hollywood als rotes Pflaster gilt, ist bereits seit den 50ern bekannt. Damals, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, war es hingegen nur ein Teil der Industrie. In der goldenen Ära des amerikanischen Films gab es zwar bereits ein linkes Lager, mit Legenden wie Gene Kelly, Bette Davis oder Humphrey Bogart (Teil der „Committee for the First Amendment“, welche sich später als prokommunistische Organisation offenbarte). Dem gegenüber stand zu dieser Zeit jedoch noch ein konservatives Lager, die „Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideals“ mit Legenden wie John Wayne, Gary Cooper, Barbara Stanwyck oder Clark Gable. Seit der Kulturrevolution der 68er und der Ära des „New Hollywood“ ist eine rechte Fraktion jedoch Geschichte und die Implementierung von linkstendenziösen und subversiven (jedoch immer als gesellschaftskritisch titulierten) Botschaften steigerte sich mit der Zeit.

Neulinker Einschlag in der Popkultur

Der neulinke Einschlag ist allerdings erst zu Beginn des ausklingenden Jahrzehnts wirklich spürbar geworden. Da die Entscheidungsträger in den verschiedenen Industrien der Popkultur – Musik, Film, Theater – weitestgehend vom selben kosmopolitischen Citoyen-Schlag sind, ist der Einzug von globalistischer Demographie auf der Leinwand nicht verwunderlich. Der Grad an Intersektionalität ist hierbei der Maßstab jeder neuen Produktion. Wie viele nicht-weiße, nicht-westlich-europäische und nicht-männliche Schauspieler kann man in etablierte und populäre Filmrollen unterkriegen? Der Popkultur ist schließlich das Subversive, das Revolutionäre, das Antikulturelle und nicht normative ihr Kernelement. Es muss eben in erster Linie populär sein, Aufmerksamkeit generieren, Tabus brechen, Trends setzen und folgen. War es erst nur der provokante Hüftschwung eines Elvis Presley, so ist es jetzt die Besetzung von Transsexuellen und das Darstellen von ideologischen Mordphantasien.

Der Schock und die Inszenierung sind die Mittel der Wahl, die Avantgarde die einzig wertvolle Form von Künstler. Normen zu brechen ist hier die Norm selbst. Wenn also massive Gewalt oder Obszönität seit der Jahrtausendwende nicht mehr wirklich wirkt, dann wohl der Angriff auf die Identitätsfundamente der westlichen Zivilisation, durch absurde Neubesetzung oder Umgestaltung bekannter popkultureller Tropen, womit man dann angeben kann, man hätte „das Patriarchat“, Trump-Wähler oder irgendwelche imaginären Faschisten getroffen. So ist ein neuer Terminator androgyn-weiblich und der nächste James Bond eine schwarze Frau – oder wird zumindest von solcher in den Schatten gestellt. Wenn sich der Kinogänger oder bekennende Fan eines Filmgenres erbost über die obsessive Zurschaustellung geistiger Verirrungen von Hollywood-Autoren und Produzenten zeigt, kann die Presse jegliche Kritik zurückschlagen und alle einfach als toxische, regressive Männer beleidigen. Die Meinungsblase belohnt es in jedem Fall.

Ideologie statt Innovation

Parallel zur Hyperideologisierung Hollywoods setzte eine hyper-neoliberale Entwicklung ein. Das Kino unterliegt nun mehr gänzlich ökonomistischer Gesetze: Filme werden immer einem Testpublikum präsentiert, es gibt Berater für Berater und Leidenschaft für den Film ist nur noch als lukrative Komponente des Publikums präsent. Die Kunst ist fast völlig der Gewinnorientierung gewichen.

Aus diesem Grund wird seit über einem Jahrzehnt ein Filmefranchise der 80er und 90er nach dem anderen aufgewärmt. Jeweils gibt es einen „Soft Reboot“, mit ideologisch optimierter Besetzung und einem progressiveren Plot-Element und fertig ist der nächste Blockbuster. Da Hollywood in seinem Bestreben, ökonomisch effizient zu sein, kein Risiko mehr eingehen will, wird der kreative Bankrott mit postmoderner Ideologie kompensiert. Man vermag nur noch das Alte, Beliebte zu nehmen, im eigenen Weltbild zu ersaufen und dem nostalgiegetriebenen Zuschauer vorzusetzen. Dies scheint zwar an Effektivität zu verlieren (der neuste Woke-Blockbuster, Terminator: Dark Fate, scheiterte kolossal an der Kinokasse), aber zumindest im Moment noch das Dogma zu sein.

Die Dekonstruktion des Kriegs der Sterne

So ist mit der Akquirierung von Star Wars durch Disney der vermutlich größte Mythos der Popkultur unter die linksbunten Räder gekommen. Das Filmstudio kaufte im Jahre 2012 die Rechte zur größten Kinomarke für vier Milliarden Dollar auf. Kommerziell war lediglich der Auftakt-Film, Das Erwachen der Macht (2015), ein wirklicher Kassenschlager. Rogue One (2016) und Die letzten Jedi (2017) legten zwar gut nach, doch seitdem die progressive Agenda der Chefin von Lucasfilm, Kathleen Kennedy, an Überdeutlichkeit gewonnen und die Qualität der Produktionen darunter gelitten hat, scheint man eher unter den Erwartungen zu liegen.

Während George Lucas, der Erfinder von Star Wars, sich an klassisch-europäische Mythen und Erzähltraditionen orientierte und diese mit kreativen Sci-Fi-Interpretationen verschmolz, interessiert sich die Executive-Armee in Los Angeles mehr für die gigantische Reichweite, mit der sie ihre Verachtung für all das, was diese Filme einst ausmachte, als Fortschritt propagieren kann – dem Lobesgesang der Massenmedien und dem Geldbeutel der loyalen Fans sicher.

Der ursprüngliche Held der Saga, Luke Skywalker, eine ins Weltall gesetzte Kombination aus Siegfried, König Arthus und Odysseus, der, unwissend seiner Abstammung und bedeutenden Blutlinie, auf große Abenteuer geht, seinen Vater als eigentlichen Gegner stellen muss (man denke an das Hildebrandlied) und zum Retter des Universums sowie eines mystisch-antiken Geistlichenordens (die Jedi) wird, ist in der woken Adaption von Disney lediglich ein gescheiterter Einsiedler, der natürlich von der übertalentierten jungen, weiblichen Protagonistin geschlagen wird. Für das linksprogressive Hollywood gibt es natürlich keine weisen Legenden, nur alte weiße Männer, die Platz machen müssen.

Der finale Tropfen?

In knapp zwei Wochen wird mit Der Aufstieg Skywalkers der letzte Streifen der offiziell 9‑Filme-Star Wars-Saga in die Kinos kommen. Als vermutlich größtes Kinofranchise ist Star Wars vor dem „Go woke, go broke“-Prinzip zwar relativ gut geschützt – Anhänger der „Spaceopera“ tendieren dazu, aus Nostalgie und Popkult für fast alles mit dem Namen drauf Geld auszugeben – gänzlich immun ist es dennoch nicht. Seit der achten Episode gibt es eine nicht unbeachtliche Fan-Gemeinde, die sich aktiv gegen die Subversion des Filmeuniversums und Degradierung ihrer Helden stark macht. Die Fandom Menace (An Episode eins, The Phantom Menace angelehnt) produziert in Videos und auf Blogs regelmäßig Kritik an der politisch korrekten Ausrichtung ihrer Lieblingsfilmreihe unter Disney. Nach veröffentlichten Leaks um den kommenden letzten Film, die seit einigen Wochen von angeblich frustrierten Mitarbeitern des Filmstudios an die Öffentlichkeit gespielt werden, bereitet diese Anhängerschar den nächsten großen Boykott und anschließenden Shitstorm vor, und auch Schauspieler der alten Garde, wie Mark Hamill (Luke Skywalker), geben ihrem Unmut über die linksprogressive Ausrichtung immer mehr Raum.

Wie der Regisseur des Films, J. J. Abrams, andeutete, wird es diesmal sogar eine „Repräsentation der LGBTQ-Gemeinde“ geben. Ein oder mehrere Charaktere im Film könnten also in einer homosexuellen Romanze vertieft sein. Daneben wird die weibliche Hauptfigur, die ohne wirkliche Hindernisse zur scheinbar mächtigsten Person in der ganzen Saga empor steigt, wohl den ganzen Ruhm für sich gewinnen, inklusive den der geliebten Helden aus den Originalfilmen. Als Vorabwarnung und präventiver Schadensbegrenzung wurde eine mögliche „Spaltung“ bei den Reaktionen zum Film von Abrams persönlich vorausgesagt. Beim letzten Mal konnte Disney sich im Angesicht der Kritik mit den üblichen „Sexisten und Rassisten“-Vorwurf über Wasser halten. Doch das könnte das letzte Mal gewesen sein. Weitere Filmproduktionen sind vorerst auf Eis gelegt, obwohl mindestens drei bereits in Planung waren. Die Köpfe im Disney-Hauptquartier haben die Verluste wahrgenommen und womöglich wird Kennedy ihr Büro räumen müssen. Ob auch Disney und Lucasfilm ihre Fehler einräumen werden und dies einen Wandel im Woke Hollywood bedeuten könnte, bleibt abzuwarten, sicher ist lediglich eines: Disney hat sich mit seinem buntlackierten Star Wars bereits mächtig verkalkuliert.

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Kultur

Krampus: Auch in moderner Form ein lebendiges Brauchtum

Julian Schernthaner

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ASDF Längst ein Publikumsmagnet: Krampusläufe aller Art - wie hier in Ried im Innkreis. Bild: privat / Die Tagesstimme

In weiten Teilen des Alpenraums treibt am 5. Dezember – am Vorabend des Nikolaustags – traditionell der Krampus sein Unwesen. Was hat es mit dem Brauch auf sich?

Es ist ein raues Treiben, welches sich immer größerer Beliebtheit erfreut – und doch einer der eindrucksvollsten, einigermaßen authentischen heimischen Bräuche. Insbesondere in den beiden Wochen vor dem Nikolaustag laufen in zahlreichen Orten Kreaturen mit Fell und teuflischer Gestalt umher – oftmals gesammelt in sogenannten ‚Passen’.

Krampus und Perchten: Wohl vorchristlicher Ursprung

Der eigentliche Krampusbrauch war ursprünglich weit verbreitet – und erhielt sich dann zeitweise nach einem Kirchenbann nur in entlegenen Gegenden. Spätestens ab Mitte des 17. Jahrhunderts begleitet der Krampus dann den heiligen Nikolaus bei seiner Einkehr und bestraft die unartigen Kinder. Trotz seines an den Teufel angelehnten Aussehens dürfte der Ursprung allerdings bereits in vorchristlicher Zeit liegen.

Dasselbe gilt für den verwandten Perchtenbrauch, den Volkskundler traditionell mit der mythischen heidnischen ‚Wilden Jagd’ in Verbindung sehen. Deren eigentliches Laufdatum wäre zwischen Weihnachten und Dreikönigstag – und soll die bösen Geister des Winters vertreiben. Längst haben sich aber vielerorts Perchten- und Krampusläufe in Ästhetik und Datum vermischt, die lange klare Abgrenzung besteht längst nicht mehr.

Höchst vielfältiger Brauch

Dabei ist der regionalen Vielfalt keine Grenzen gesetzt. In weiten Teilen Bayerns ist eine Krampuspass etwa ohne „Kraxenmandl” nicht komplett. Die „Tamperer”-Perchten im Unterinntal vertrommeln ganz urtümlich den Frost. Die Osttiroler „Kleibeif” messen sich mit den Männern des Dorfes mitunter beim ‚Tischziachn’, die vehement eine Tafel verteidigen müssen. Moderne Gruppen setzen wiederum oft aufwändige Shows mit Licht und Rauch, lehnen ihre Masken mitunter an Fantasy- oder Horrorfilme an.

Gerade weil kaum zwei Täler das Kulturgut auf dieselbe Art und Weise feiern, wird einem Zuschauer selten langweilig. Die von Traditionalisten wohl nicht ganz zu Unrecht kritisierte Vermischung von Einflüssen sorgt gleichzeitig für einen dynamischen Erhalt des Brauches. Das Spektakel begeistert Jung und Alt – sowohl dörfliche Läufe als auch gemeinsame Auftritte mehrerer Passen ziehen mittlerweile hunderte Zuschauer in den Bann. Beim Datum sprechen sich die Brauchtumsgruppen öfter ab.

Debatte um Sicherheit bei Läufen

Ebenso zahlreich wie seine Bewunderer sind unterdessen die Kritiker des Brauches. Diese bekommen immer dann etwas Rückenwind, wenn es im Umfeld eines Laufes zu Verletzten kommt. Allerdings fällt bereits seit Jahren auf, dass mitunter auch Raufereien erst Stunden nach dem Umzug in der medialen Rezeption noch mit diesem in Verbindung gebracht werden. Der umgekehrte Fall – in Niederösterreich wurde erst vor drei Wochen ein Krampus von einem Besucher schwer verletzt – findet weitaus geringer Beachtung.

Trotz einzelner Unkenrufe ist das Brauchtum aber schon seit Jahren gesitteter Natur. So lässt etwa Kufstein bereits seit über zehn Jahren seine Krampusse namentlich registrieren. In Haiming (auch Tirol), einem der größten Läufe, lässt man nur Krampusse aus dem Dorf mitlaufen. In zahlreichen Orten – so auch bei jenem Umzug mit knapp zwei Dutzend Gruppen, den der Autor am vergangenen Samstag im oberösterreichischen Ried im Innkreis besuchte – sorgen wiederum Absperrungen für zusätzliche Sicherheit.

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MDR-Rauswurf wegen Kritik: Fans starten Petition für Uwe Steimle

Julian Schernthaner

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ASDF Symbolbild (MDR-Gebäude in Leipzig): Geisler Martin via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

Die Entscheidung des MDR, die Zusammenarbeit mit dem beliebten Unterhaltungskünstler Uwe Steimle aufzukündigen, sorgt für breite Kritik. Nun kommen ihm seine Fans zu Hilfe.

Leipzig. – Maßgeblich für die Entscheidung, den Kabarettisten vor die Tür zu setzen, war der Bild zufolge unter anderem ein Interview in der konservativen Jungen Freiheit im Vorjahr. In diesem warf er den öffentlich-rechtlichen Angeboten vor, eine mangelnde Staatsferne zu pflegen. Den ARD-Journalisten Claus Kleber verglich er dabei mit dem DDR-Propagandisten Karl-Eduard von Schnitzler alias „Sudel-Ede”.

Steimle: „Das ist für mich ein Berufsverbot”

Für den Mitteldeutschen Rundfunk ist die Begründung für das Steimle-Aus klar. „Wiederholt” habe dieser „die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks infrage gestellt”. Neuerliche Kritik am MDR zeige „mangelnde Loyalität” gegenüber dem Sender, dies mache eine weitere Zusammenarbeit „unmöglich”. Man habe bereits nach dem JF-Interview klargemacht, dass seine Aussagen „nicht akzeptabel” seien.

Steimle zeigte sich gegenüber ebendieser Jungen Freiheit entsetzt: „Das ist für mich ein Berufsverbot und nichts anderes. Das erinnert mich an finsterste Zeiten.” Bereits zuvor hätte ihm der Sender verboten, sich in seiner Sendung Steimles Welt, die seit 2013 lief, satirisch zu äußern. Der für seinen markanten sächsischen Dialekt bekannte Humorist sieht darin eine Aufforderung zur „Selbstzensur”.

Humorvolle Sendung zeigte mitteldeutsches Leben

Das Erfolgsrezept seines Leibformates war dessen Publikumsnähe: In drei bis fünf Folgen jährlich tourte Steimle mit einem 312er-Wartburg durch das Sendegebiet, besuchte dabei oft einfache Menschen und fragte sie über ihre Lebensrealitäten. Er stellte zahlreiche kleine Betriebe ebenso vor wie Kuriositäten, Sehenswürdigkeiten und Spezialitäten. Damit machte er die regionale Kultur auch abseits der großen Wege für Jedermann greifbar.

Auch so mancher Prominenter kam bei Steimle immer wieder zu verschiedensten Themen zu Wort, darunter ein bekannter Theologe, eine DDR-Radsportlegende oder ein Hallenser Kunstmaler. Immer wieder garnierte er seine 45- bis 90-minütigen Sendungen dabei mit einer gehörigen Portion Humor. Insgesamt erschienen 18 Folgen der Kultserie – die letzte am 17. November.

Fans wollen „einzigartiges Format” erhalten

Seine Fans machen deshalb nun gegen die Absetzung von Steimles Welt mobil. In einer »Online-Petition«, die nach einem Tag bereits über 7.000 Unterstützer findet, appelliert man an die Vernunft der MDR-Intendatin Carola Wille. Es handle sich um ein „einzigartiges Format, das auf unterhaltsame Weise die Menschen und das Leben in Mitteldeutschland dokumentiert”, so der Beitext. Ziel sind 50.000 Unterschriften.

Verantwortlich für die Petition zeichnet Jens Mahlow. Dieser richtet in Meißen ein jährliches Steampunk-Festival aus und ist in der Region auch als Islamkritiker bekannt. Seiner Ansicht nach Missachten die MDR-Verantwortlichen „den Willen der Zuschauer und Beitragszahler”. Eine ähnliche Petition trug bereits im Vorjahr, als eine Absetzung von Steimles Welt erstmals im Raum stand, nach eigenen Aussagen zum Umdenken beim öffentlich-rechtlichen Sender bei.

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