Gesellschaft

Die Cop‐Map ist ein „Hassportal”

Bild: Polizei Berlin / von Sebastian Rittau [CC0], vom Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Das Kollektiv Peng! sorgt mit der Website Cop Map, über die der Standort von Polizisten und Polizeieinsätze gemeldet werden können, aktuell wieder für Aufregung.

Berlin. Seit einigen Tagen sorgt eine Onlineanwendung, die vom Berliner Künstlerkollektiv Peng! programmiert wurde, für Aufregung. Über die Cop Map können Nutzer „Personenkontrollen, Zivicops, Berittene Polizei und Streifen überall” in der Stadt melden, heißt es auf der Webseite. Hintergrund der Aktion ist laut den Aktivisten die Reform des bayerischen Polizeiaufgabengesetzes (PAG). Mehrere Politiker übten bereits Kritik an dem Portal. Auch für die Polizei Berlin ist die Karte ein Skandal.

Verleumderische Darstellung der Polizeiarbeit

Wir als Polizei Berlin verwahren uns ausdrücklich gegen die verleumderische Darstellung der polizeilichen Arbeit. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen täglich für die Sicherheit in dieser Stadt und handeln im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben“, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf der Berliner Morgenpost. In dem zur Kampagne zugehörigen Video erklären mehrere Personen, von wem die tatsächliche Gefahr ausgehe: „Als Journalist komme ich mit den verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen in Kontakt. Aber sobald die dabei sind, werde ich vorsichtig”, so Chris. Für die Studentin Joyce sind Polizisten „ganz klar kein Freund und Helfer, sondern eine Bedrohung.”

Tortenwurf auf AfD‐Politiker

Die Sprecherin der Gruppe Peng!, Nina Los, sagte der Berliner Morgenpost, dass sie ein Tool schaffen wollten, „um Menschen, die von Polizeigewalt betroffen sind, zu helfen”. Das Kollektiv ist 2016 bekannt geworden. Damals störten zwei verkleidete Männer eine nicht‐öffentliche Sitzung der Bundesprogrammkommission der Alternative für Deutschland (AfD) in einem Hotel in Kassel. Während einer der zwei Männer die ganze Aktion filmte, warf der zweite Mann eine Sahnetorte auf die AfD‐Politiker Beatrix von Storch und Albrecht Glaser.

Aufruf zu Straftaten

Anfang September erhielt Peng! den Aachner Friedenspreis. Immer wieder sorgt das Kollektiv mit seinen Aktionen für Aufregung. Erst Anfang 2018 startete man die Kampagne „Deutschland geht klauen”, mit der man Menschen dazu aufrief, Straftaten zu begehen. In einem Interview mit dem Stern Magazin erklärte ein Aktivist, dass sich die Kampagne auf „acht Produkte spezialisiert” hat. Wegen Aktionen wie dieser wird das Kollektiv häufig kritisiert. Bei der Aktion „Fluchthelfer” forderten sie Menschen sogar dazu auf, Geflüchteten Mitfahrgelegenheiten über eine europäische Grenze anzubieten, sich also als Fluchthelfer zu betätigen.

Politiker kritisieren die Cop Map

Der CDU‐Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus, Burkard Dregger, kritisierte die jüngste Aktion und sprach von einem „Hassportal”, das sich weder mit Kunst noch Satire rechtfertigen lasse. Auch der innenpolitische Sprecher der AfD‐Fraktion, Karsten Woldeit, forderte eine schnelle Abschaltung der Seite. „Es wäre schon Grund genug für ein Verbot, dass die Meldungen auf dieser Seite dazu geeignet sind, polizeiliche Maßnahmen zu sabotieren”, so Woldeit. Der Sprecher für Daten‐ und Verfassungsschutz der Linkspartei, Niklas Schrader, mahnte zu mehr Gelassenheit. Er sehe darin eine „Kunstaktion, die davor warnen will, dass Gesetzesverschärfungen wie in Bayern im Endeffekt alle betreffen.”

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1 Kommentar

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  • Wer es heutzutage zu was bringen will und Friedens‐ und ähnliche Preise abräumen, muss möglichst weit linksaußen sein, sich für ungebremste Einwanderung aller notleidenden Erdbewohner aussprechen, damit auch in Europa bald Not und Elend herrschen werden, weil dies unbezahlbar ist, und irgend wa smachen, was sich an den Staat oder an andere Dumme als Kunst verkaufen lässt.

    So wie die aus Aleppo stammenden aufrecht stehenden Lastwagen in Dresden. Für das dafür erforderliche Geld hätte man vielen Menschen wenigstens mal kurzfristig helfen können, die wirkliche Not leiden, nämlich in ihrer Heimat.

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