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Dänische Polizei vereitelte offenbar Attentat von iranischem Geheimdienst

Symbolbild (Dänisches Polizeiauto): User Heb via Wikimedia Commons [CC BY-SA 2.5] (Bild zugeschnitten)

Wie sich nun herausstellte, dürften dänische Exekutivbeamten durch eine beherzte Großaktion vor etwa einem Monat einen möglichen Anschlag auf einen der separatistischen Gruppe ASMLA angehörigen Exil‐Iraner verhindert haben. 

Kopenhagen. – Wie das deutsche Nachrichtenmagazin Spiegel berichtet, plante ein iranischer Geheimdienst offenbar einen Anschlag im skandinavischen Land. Ein großer Polizeieinsatz brachte die Infrastruktur auf der Insel Seeland, auf der sich auch die Hauptstadt Kopenhagen befindet, am 28. September teilweise zum Erliegen. Diverse Medien im Land beklagten in der Folge die strenge Geheimhaltung des dänischen Geheimdienstes rund um die Aktion.

Geplantes Attentat auf Separatisten‐Anführer

Wie sich nun herausstellte, sollte das Attentat einem in Dänemark lebenden führenden Mitglied der iranischen Oppositionsgruppe ASMLA gelten. Die iranische Regierung stuft die Gruppe als terroristische Vereinigung ein. Die ASMLA kämpft ihrerseits für einen unabhängigen Staat der arabischen Minderheit in der ölreichen Provinz Chusestan. Der militante Flügel der Bewegung bekannte sich seit 2005 zu zahlreichen Anschlägen im Iran.

In Verbindung mit den Attentatsplänen nahmen die dänischen Behörden einen Iraner mit norwegischer Staatsbürgerschaft am 21. Oktober in Untersuchungshaft. Er soll dem iranischen Geheimdienst ermöglicht haben, auf dänischem Staatsgebiet aktiv zu werden. Weiters soll er in die Planung des vereitelten Anschlags eingebunden gewesen sein. Der Verdächtige wiederum bestreitet jede Beteiligung.

ASMLA‐Gründer 2017 in Holland erschossen

Es wäre nicht die erste Tötung eines führenden ASMLA‐Mitglieds gewesen. Im Vorjahr wurde der Gründer der separatistischen Gruppe, Ahmad Mola Nissi, vor seinem Wohnhaus in Den Haag (Niederlande) erschossen. Dort hatte sich dieser seit 2005 dort im Exil befunden. Aufgrund der weiterhin bestehenden Gefahrensituation befinden sich drei Angehörige der Bewegung in Dänemark derzeit unter besonderem Polizeischutz.

Allerdings ermitteln die dänischen Behörden auch gegen diese Männer wegen der mutmaßlichen Billigung eines Terroranschlags am 22. September 2018 in der westiranischen Stadt Ahvaz. Dort töten bewaffnete Kämpfer einer 2015 aus der ASMLA ausgeschiedenen Splittergruppe insgesamt 25 Menschen bei einer Militärparade.

1 Kommentar

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  • Schöner Vorgeschmack auf das, was Europa noch erwarten wird.

    Wäre der Anschlag gelungen, hätte man ihn wenigstens Rechtsradikalen zuschieben können.

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