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Gesellschaft

Polizeiruf 110’: Kontroverse um Antifa‐Werbesujets bei NDR‐Krimireihe

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Screenshot: ARD Mediathek [@ 16:57 min] (geringfügig zugeschnitten)

Für einiges Unverständnis in sozialen Medien sorgen derzeit diverse potenziell linksradikale Symbole und Slogans in der Büroeinrichtung einer Fernsehkommissarin. Die ebenfalls betroffene AfD kündigte eine Beschwerde beim Rundfunkrat an.

Berlin. – Beim Stein des Anstoßes handelt es sich um die am vergangenen Sonntag ausgestrahlte Folge der beliebten Polizeiserie Polizeiruf 110. Der gezeigte Fall betraf das Büro des Rostocker Ermittlerteams, für diese zeichnet der Norddeutsche Rundfunk (NDR) verantwortlich. In einer Szene sieht man hinter Kommissarin Katrin König – dargestellt von Anneke Kim Sarnau – gleich mehrere einschlägige Embleme, Aufkleber und Poster aufscheinen.

Mehrere einschlägige Parolen

Dabei bedient die Einstellung zahlreiche bekannte Slogans. Unter anderem finden sich Aufkleber mit der Aufschrift „FCK NZS” und „FCK AFD”. Außerdem ist ein Werbeplakat einer Antifa‐Gruppe zu sehen – einschließlich der Parole „Das ist unser Viertel”. Ein aufmerksamer Zuseher sammelte sämtliche Indizien, welche auf Sympathien der Ermittler zu linken Gruppen deuten:

Linksradikale Sympathien beim Polizeiruf?

Es ist nicht das erste Mal, dass die Antifa ihre Erwähnung in den Rostocker „Polizeiruf”-Folgen findet. Im Jahr 2012 freute sich ein örtlicher linksradikaler Blog etwa über eine Szene, in der Kommissarin König vor einem Antifa‐Graffiti telefoniert. In einem recht aktuellen Fall von „Bukow und König” dreht es sich um einen Mord an einer rechtspopulistischen Politikerin, wobei gegen die ‚Antifa’ gar nicht erst wegen eines möglichen politischen Motivs ermittelt wird.

Ebenfalls pikant: auch der Darsteller, welcher Kommissar Bukow spielt, ist kein unbeschriebenes Blatt im Hinblick auf die linke Suene. Denn der bekennende Linke drehte als Regisseur erste vor Kurzem eine wohlwollende Dokumentation über die Punkband „Feine Sahne Fischfilet”. In einem Zeit-Interview zum Kinostart des Films im April kritisierte er dabei auch die frühere Beobachtung der Skandalrocker durch den Mecklenburg‐Vorpommerschen Verfassungsschutz. Auch ein Poster dieser Gruppe ist im vorliegenden Krimi zu sehen.

Antifa‐Propaganda”: Scharfe Kritik von AfD‐Holm

Die AfD thematisierte diese Querverbindungen ebenfalls in ihrer Kritik. Der Jungen Freiheit zufolge monierte der stellvertretende Vorsitzende der AfD‐Bundestagsfraktion, Leif‐Erik Holm, dass es mittlerweile „offenbar […] zum guten Ton” gehöre, in öffentlich‐rechtlichen Sendungen „ganz offen Antifa‐Propaganda zu verbreiten” und gegen seine Partei zu „pöbeln”.

Ihm missfalle vor allem, dass „ausgerechnet ein mit Zwangsgebühren finanzierter” Sender hier gegen eine demokratische Partei hetze. Es könne nicht sein, dass deren Akteure meinten, „ihre unqualifizierte Meinung” sei das „Maß aller Dinge”. Als besonderen Irrsinn empfand Holm, dass die Antifa‐Werbung nun in einer Polizeiserie auftauche. Denn immer wieder würden linksextreme Gewalttäter insbesondere Polizisten attackieren.

Beschwerde beim Rundfunkrat

Die AfD bekundete ihre Absicht, beim Rundfunkrat eine Beschwerde gegen den NDR einzulegen. Romy Schult vom AfD‐Landesverband Mecklenburg‐Vorpommern, die für die Partei im NRD‐Rundfunkrat sitzt, wollte sich noch am Montag um die Sache kümmern. Sie verwies auf zahlreiche Hinweise von Bürgern im Bezug auf diese „Polizeiruf”-Folge.  Auch Mitglieder anderer Landesverbände kritisierten deren Inhalt.

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Rainer Seifert

    12. November 2018 at 19:00

    Ist Idiotie ansteckend? Neueste Geschehnisse könnten dies vermuten lassen. Sonst ist es doch seltsam, was manche Leute für ein Demokratieverständnis haben.

    Schade, dass die Landtagswahlen in einigen neuen Bundesländern erst im Herbst 2019 sind. Da wird die CDU wohl Farbe bekennen müssen, ob sie noch weiter nach links rückt und mit den Nachfolgern der Unterdrückungspartei SED eine Koaltion bildet oder mit der demokratisch gewählten AfD.

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Gesellschaft

Theaterverband erfand Meuthen‐Zitat

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Bild (Meuthen beim Bundesparteitag der AfD im Jahr 2017): Olaf Kosinsky [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

In einem Interview mit der „dpa“ führte der Bühnenvereinspräsident ein Zitat an, welches angeblich von Jörg Meuthen (AfD) getätigt wurde. Nun stellte sich heraus, dass die Worte so nie benutzt wurden.

Berlin. – Trotz des falschen Zitats wurden die Leser zum Großteil nicht auf den Fehler hingewiesen.

Linksversiffter Kunstkadaver“

Wie die „Junge Freiheit“ berichtet, erklärte der Bühnenvereinspräsident Ulrich Khuon gegenüber der „dpa“, dass die „Neue Rechte“ lediglich ein „Gesinnungstheater“ wünsche, welches ihren Idealen entspräche. So habe Jörg Meuthen beispielsweise die Worte „linksversiffter Kunstkadaver“ benutzt. Diese Wortwahl gleiche der der Nationalsozialisten und ähnele dem Propagandabegriff der „entarteten Kunst“.

Ein Pressesprecher der Alternative für Deutschland intervenierte damals und erklärte, dass das Zitat so nie getätigt wurde. 

Der Bühnenverein sagte daraufhin aus, Khuon habe sich „geirrt“.

Keine weitreichenden Richtigstellungen

Obwohl der Bühnenverein dem AfD‐Politiker mit dem falschen Zitat und dem daraus resultierenden Vorwurf, Meuthen würde dem Nationalsozialismus nahestehen, erheblich hätte schaden können, fand keine umfassende Richtigstellung statt.

Die Nachrichtenagentur „dpa“ schickte zwar eine neue Fassung inklusive eines Korrekturhinweises an die Abonnenten und Kunden. 

Da allerdings nicht erwähnt wurde, dass ein inkorrektes Zitat gestrichen worden war, wurde zwar von den gängigen Medien die korrigierte Fassung übernommen, jedoch ohne den Hinweis, um welchen Fehler es sich handelte. 

Für den Leser war der Fehler also nicht ersichtlich. 

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Gesellschaft

Joachim Gauck fordert „erweiterte Toleranz in Richtung rechts“

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Bild (Ex-Bundespräsident Joachim Gauck):Tohma (Diskussion) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Der Ex‐Bundespräsident Joachim Gauck warnte in einem Interview mit dem „Spiegel“ vor dem Erstarken des Nationalismus. Trotzdem plädierte er für eine „erweiterte Toleranz in Richtung rechts“.

Berlin. – Gauck sprach sich außerdem gegen den laut ihm vorherrschenden „Antipluralismus“ aus.

Wir verlieren uns selbst“

Wie unter anderem die „Welt“ berichtet, sagte Gauck bereits in der Vergangenheit mehrmals, dass der Umgang mit der AfD nicht optimal gewesen sei. Es habe eine mediale Tendenz gegeben, „zu früh Stoppschilder zu setzen“. 

Zwar lehne er selbst die Positionen der Alternative vehement ab, trotzdem sei es ein Fehler, permanent „das Höllentor von Auschwitz“ ins Spiel zu bringen. 

In einem Interview kritisierte er nun erneut den Umgang mit dem rechts‐konservativen Lager. Wörtlich sagte er: „Wir verlieren uns selbst, wenn wir so tun, als wäre es zu gefährlich, in großer Offenheit zu debattieren, weil das Volk sofort wieder umkippen könnte und eine Diktatur wählen würde“.

Regierung hat Themen nicht ausreichend versorgt“

Man müsse einräumen, dass die Regierung durchaus Versäumnisse bei bestimmten Themen zu verzeichnen habe. 

Gauck plädierte dafür, nicht jeden, der konservativ ist, „für eine Gefahr für die Demokratie zu halten und aus dem demokratischen Spiel am liebsten hinauszudrängen“. Generell solle es mehr Toleranz gegenüber dem rechten Lager geben.

Wie die „Zeit“ berichtet, erklärte Gauck jedoch im gleichen Interview, dass man ebenfalls lernen müsse, „mutiger intolerant zu sein“. Gegenüber Personen, welche das Gesetz missachten, dürfe keine falsche Toleranz gezeigt werden – egal, „ob sich diese politisch links oder rechts verorten oder dem islamischen Fundamentalismus angehören“.

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Gesellschaft

Abdullah‐Zentrum: Vertreter wirft Österreich „Heuchelei” vor

Monika Šimić

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ASDF Bild: Das umstrittene König-Abdullah-Zentrum am Wiener Schottenring / Thomas Ledl [CC BY-SA 3.0 at], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Der Rabbiner David Rosen kritisiert, dass sich ÖVP und SPÖ, die das Zentrum vor sieben Jahren in Wien ansiedelten, nun dagegenstellen.

Wien. Erst vor wenigen Tagen stimmten im Angesicht der Menschenrechtslage in Saudi‐Arabien alle Parteien außer der ÖVP für einen Entschließungsantrag, das maßgeblich vom arabischen Staat finanzierte und umstrittene Internationale König Abdullah bin Abdulahziz Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog (KAICIID) in Wien sperren zu lassen (Die Tagesstimme berichtete). Nun wirft der britische Rabbiner David Rosen Österreich „unglaubliche Heuchelei” vor.

Kontroversen rund um das Zentrum

Das KAICIID‐Direktoriumsmitglied kritisiert, dass sich ÖVP und SPÖ, die das Zentrum vor sieben Jahren in Wien ansiedelten, nun dagegenstellen. Doch das KAICIID sorgt seit Jahren für innenpolitische Kontroversen. FPÖ‐Chef Norbert Hofer verwies darauf, dass die Freiheitlichen dem saudischen Zentrum stets „mit großer Skepsis” begegnet seien.

Das im Herbst 2012 von Saudi‐Arabien, Österreich und Spanien eröffnete Zentrum wird größtenteils von Riad mit rund 15 Millonen Euro pro Jahr finanziert.

Zentrum hat zur „Öffnung der Gesellschaft” beigetragen

Seit Jahren steht die Menschenrechtslage in Saudi‐Arabien in der Kritik – und diente bereits in der Vergangenheit als Katapult für Diskussionen über das König‐Abdullah‐Zentrum. Vorwürfe, wonach das KAICIID sich nicht zu Menschenrechtsverletzungen in Saudi‐Arabien äußere und von saudischem Geld abhängig sei, wies der britische Rabbiner zurück. Man habe von den Gründungsstaaten nicht den Auftrag bekommen, sich zu politischen Fragen zu äußern, verteidigte sich Rosen. Das KAICIID habe seiner Ansicht nach zur Öffnung der Gesellschaft in Saudi‐Arabien beigetragen.

Österreich keinen „Gefallen” tun

Mittlerweile zweifelt Rosen die Entscheidung, die internationale Organisation in Wien anzusiedeln, an. Er sprach sich für eine Umsiedelung etwa nach Spanien oder Saudi‐Arabien aus: „Wenn Österreich den Wert des Zentrums nicht erkennt, sollten wir dem Land nicht auch noch den Gefallen tun, zu bleiben”, so Rosen. Diese Entscheidung obliegt jedoch den Gründungsstaaten.

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